Blütenpracht in der Alpenschartenflur auf Setsch © RM ESG

Schutzmaßnahmen für ein blaues Blütenmeer im äußersten Westen Österreichs

Wo einst Vorarlberg und Liechtenstein um die Landesgrenzen feilschten, befindet sich heute ein Europaschutzgebiet für eine sehr seltene Pflanze – den Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum). In Österreich beschränkt sich das Vorkommen dieser Art auf wenige Standorte in Vorarlberg und Kärnten. Der auffällig blaublühende Doldenblütler war früher ob seiner Attraktivität ein begehrtes Sammelobjekt, ist jedoch mittlerweile vollkommen geschützt. Der Einfluss von Weidevieh und Wildtieren auf die lokalen Vorkommen machte in den letzten zehn Jahren Maßnahmen zum Erhalt der Art notwendig.

Der Alpen-Mannstreu besiedelt im Gamperdonatal (Marktgemeinde Nenzing) sehr steile und trotzdem tiefgründige und nährstoffreiche Lawinenhänge. Eingebettet in die blüten- und artenreiche Alpenschartenflur kommt die Art neben Hohem Rittersporn und Alpen-Bergscharte vor. Für die Keimung der Samen benötigt der Alpen-Mannstreu winterlichen Frost. Im ersten Frühjahr bildet sich dann eine Blattrosette. Im zweiten Jahr folgt die Bildung des markanten blauen Blütenstandes, der dem Lauf der Sonne folgt und in der Nacht von den Hüllblättern bedeckt wird. In einer Höhenlage von etwa 1.600 bis 1.800 m ü. A. findet der Alpen-Mannstreu hier optimale Bedingungen vor.

Das Europaschutzgebiet Alpen-Mannstreu Gamperdonatal wurde 2002 ausgewiesen und besteht aus den beiden Teilflächen „Setsch“ in Richtung Alpe Setsch und „Sareis“ in Richtung Sareiser Joch (LIE). Zehn Jahre nach Ausweisung des Europaschutzgebiets wurde starker Verbiss an etwa der Hälfte aller Blütenköpfe festgestellt und es musste gehandelt werden. Zusätzlich zur bisherigen Zählung der Pflanzen wurde ab diesem Zeitpunkt auch die Verbiss-Rate erhoben.

Von Schalenwild abgezupfter Blütenkopf © RM ESG

Schutzzäune als Schlüssel zum Blütenreichtum

Verbiss-Kontrollzaun um die Probefläche © RM ESG

Ab dem Jahr 2015 wurde als Schutz vor übermäßigem Schalenwildverbiss eine großflächige Einzäunung des Vorkommens auf „Setsch“ vorgenommen. Diese Erhaltungsmaßnahme zeigte bereits nach wenigen Jahren gute Erfolge und der Bestand wuchs von ca. 140 blühenden Pflanzen im Jahr 2009 auf 1.140 blühende Individuen im Jahr 2020 – was einer Verachtfachung gleichkommt.

Im Zuge des begleitenden Monitorings wurde festgestellt, dass der Alpen-Mannstreu einem Blührhythmus folgt – auf ein Jahr mit hoher Blühintensität folgt ein Jahr mit geringerer. Durch die großartige Erholung des Bestandes wurde der Schutzzaun inzwischen obsolet und konnte seit 2022 weggelassen werden. Im gleichen Jahr – das überdurchschnittlich warm und sonnig war – konnte der bisherige Blüh-Höhepunkt mit über 1.700 blühenden Alpen-Mannstreu allein auf „Setsch“ festgestellt werden. Seither hält sich die Zahl der blühenden Individuen auf einem konstant hohen Niveau und betrug im Jahr 2025 trotz einem geringen Anteil blühender Pflanzen über 900 Individuen. Natürlich darf der Faktor Verbiss nicht aus den Augen gelassen werden, der im Jahr 2025 bei rund 35 % bis 45 % lag. Für den Verbiss der Blütenköpfe sind aber nicht nur Schalenwildarten wie Rotwild und Gämsen sowie Weidevieh verantwortlich. Die Beobachtungen der letzten Jahrzehnte ergaben, dass die Blüten des Alpen-Mannstreu auch für Hasen und Mäuse äußerst schmackhaft sind.

Entwicklung der blühenden Individuen auf der Teilfläche „Setsch“ im Gamperdonatal von 2009 bis 2025 (teilweise Zäunung der Bestände ab 2013 – Ausmaß jedes Jahr unterschiedlich); seit 2022 nur mehr Zäunung der Probefläche 1 (5x5m) – durch die gute Bestandsentwicklung wird seither auf die großflächige Zäunung verzichtet

Von 0 auf 200 – Entwicklung Alpen-Mannstreu auf „Sareis“

Schutzzaun zum Erhalt des Alpen-Mannstreus auf der Teilfläche „Sareis“ – Einzäunung des Gesamtbestandes © RM ESG

Verbiss durch Schalenwild in unmittelbarer Nähe zum stromführenden Schutzzaun © RM ESG

Während sich auf der östlichen Talseite des Gamperdonatals die Population des Alpen-Mannstreus seit 2009 gut erholte, nahm die Anzahl blühender Individuen im Vorkommen „Sareis“ auf der anderen Talseite stetig ab. Im Jahr 2017 konnte hier kein einziges blühendes Individuum des Alpen-Mannstreus gezählt werden und starker Verbiss charakterisierte die umgebende Hochstaudenflur. Aus diesem Grund wurde auch auf dieser Teilfläche mit einer Schutzzäunung begonnen und Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Seit 2018 werden im Frühjahr sämtliche austreibenden Mannstreu-Pflanzen markiert, gezählt und eingezäunt. In nur acht Jahren konnte sich der Bestand erholen und insgesamt ca. 200 Alpen-Mannstreu-Individuen gezählt werden.

Entwicklung des Alpen-Mannstreu in Sareis 2017-2025

Die Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen zugunsten des Alpen-Mannstreu im Gamperdonatal führten in den letzten zehn Jahren zu einer Wiedererstarkung des Bestandes. Die Schutzzäune ermöglichen der Pflanze Blüh- und Fruchterfolg und die Speicherung von Energie durch das Hintanhalten des Verbisses durch Schalenwild. Über 1.100 gezählte Individuen im Jahr 2025 zeigen deutlich, dass gezielte Schutzmaßnahmen und ein begleitendes Monitoring einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des europaweit geschützten Alpen-Mannstreus leisten können. Ein großer Dank richtet sich an alle Helfer:innen bei den Zäunungsarbeiten und Aufnahmen sowie der Agrargemeinschaft Nenzing für ihre Unterstützung.

Text: Romana Steinparzer
Veröffentlichung: März 2026

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Der neue Naturraum.Verwall in Partenen © Marie Schilcher

Das Verwall, abgeleitet vom romanischen val bel („schönes Tal“), ist einer der prägenden Gebirgsgruppen im Montafon. Zugleich steht „Verwall“ für das flächenmäßig größte Europaschutzgebiet Vorarlbergs. Die im Juni 2025 eröffnete Ausstellung Naturraum.Verwall in Partenen widmet sich der Vielfalt dieses einzigartigen Lebensraums.

Bereits von Weitem kündigt das prominent platzierte Aussichtsfenster mit Blick auf das Europaschutzgebiet Schuttfluren Tafamunt die Neuerung im Ortszentrum von Partenen im Montafon an. Die große Überraschung erwartet die Besuchenden jedoch hinter der Eingangstür zum Naturraum.Verwall. Wie ein eingestülpter Berg ragen die geneigten Holzwände zur Decke, zahlreiche Exponate und die beeindruckenden Lebensraumbilder der Tiroler Künstlerin Ina Hsu begleiten durch die Ausstellung. Das zentrale Element bildet ein detailreiches Landschaftsmodell, das vom Blockgletscher bis zur Alpwirtschaft tiefe Einblicke in die Lebensräume des Verwall gewährt.

Die außerordentliche Vielfalt des Verwall auf 75 m² - zu sehen im Naturraum.Verwall © Robert Gander

Schutzgebiete als Anziehungspunkte

Eine Ausstellung über Schutzgebiete im Montafon –  was bei der Ausweisung der Europaschutzgebiete vor über 20 Jahren kaum denkbar gewesen wäre, ist nach fünf Jahren Vorarbeit Realität geworden. Nicht zuletzt deshalb, da Schutzgebiete im Alpenraum auch touristisch an Bedeutung gewonnen haben. Denn sie bieten genau jene authentischen Naturerlebnisse, die Gäste wie auch Einheimische zunehmend schätzen. Warum sich die wenige hundert Einwohner zählende Ortschaft Partenen als Standort für eine naturkundliche Ausstellung eignet, liegt auf der Hand. Partenen ist ein idealer Ausgangsort für Wanderungen in das Europaschutzgebiet Wiegensee und weiter ins Verwall. Als Start- oder Zielpunkt vermittelt die Ausstellung einen sensiblen Umgang in und mit der Natur, ohne dabei belehrend zu sein.

Trägerin der Ausstellung ist die Gemeinde Gaschurn, die in Kooperation mit dem Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder eine sinnvolle und zukunftsorientierte Nachnutzung für das aufgelassene Tourismusbüro in Partenen gefunden hat. Dank eines LEADER-Projekts konnte der Umbau des in die Jahre gekommenen Gebäudes samt angrenzendem Seniorenraum umgesetzt werden.

Die Lebewelt des Verwall ist Kerninhalt der Ausstellung © NSV Verwall-KBW

Auch die Moore am Wiegensee werden ausführlich behandelt © NSV Verwall-KBW

Klein aber oho

Kuratiert wurde die Ausstellung vom Büro Rath & Winkler zusammen mit dem Atelier Roland Stecher, die mit viel Liebe zum Detail ein repräsentatives Abbild des Verwall auf knapp 75 m² geschaffen haben. Das interaktive Landschaftsmodell verortet die Europaschutzgebiete und Lebensräume in der Montafoner Bergwelt. Begleitet von anschaulichen Wandprojektionen bieten die unterschiedlichen Themenbereiche „Schutzgebiete“, „Naturraum“ und „Kulturlandschaft“ tiefergehende Inhalte, die von den Besuchenden über einen Touchscreen je nach Interesse angesteuert werden können. Einen anderen, weniger technischen Zugang zum Thema wählte die Tiroler Künstlerin Ina Hsu, die mit ihren bunten Lebensraumbildern dazu anregt, die Natur mit offenen Augen zu erkunden. Den Abschluss der Ausstellung bildet ein gemütlich eingerichteter Nebenraum mit direkter Aufsicht auf die Schutzgebiete. Während man den Geschichten des Autors Jürgen Thomas Ernst über die vielfältige Mensch-Natur-Beziehung lauscht, lässt sich mit etwas Glück die eine oder andere Gams in den steilen Grashängen über Partenen erblicken.

Zahlreiche Exponate machen die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis © Robert Gander

Wer versteckt sich auf den Lebensraumbildern der Künstlerin Ina Hsu? © Robert Gander

Naturvermittlung im Fokus

Der Naturraum.Verwall setzt die Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt in Szene und zeigt auf, wieso ein sensibler Umgang in und mit der Natur von Bedeutung ist. Diese Inhalte möchte man verstärkt auch an Kinder und Jugendliche vermitteln. Ein eigener Ausstellungsführer für Kinder mit den Schutzgebiets-Maskottchen Frieda und Kauzi macht die Ausstellung für das junge Publikum erlebbar. Führungen für Schulklassen und Gruppen werden von Naturführerinnen aus der Region über den Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder organisiert.

Naturvermittlung für Kinder durch Naturführerinnen © Marie Schilcher

Natura 2000 im Montafon

Natura 2000 ist ein europäisches Netzwerk an Schutzgebieten mit dem Ziel, die biologischen Vielfalt zu erhalten. Acht der 39 Europaschutzgebiete Vorarlbergs liegen im Montafon, darunter der Moorkomplex am Wiegensee und das 120 km² große Vogelschutzgebiet Verwall. Was diese Gebiete so besonders macht – darüber weiß der Naturraum.Verwall so manche Geschichte zu erzählen.

Weitere Infos

Naturraum.Verwall
Silvrettastraße 8
6794 Partenen

 

Öffnungszeiten: täglich, 07:00-22:00 bei freiem Eintritt

 

Auskünfte sowie Anfragen zu Gruppenführungen an:
Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder, Schruns
verwall.office@natura2000.or.at

 

Impressum:

Projektträger: Gemeinde Gaschurn
Inhaltliche Leitung: Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Kuratorische Leitung: Rath&Winkler, Projekte für Museum und Bildung
Szenografie: Atelier Roland Stecher
Architektonisches Rohkonzept: Bernhard Breuer
Ausführung und Bauleitung: bauWerk Architektur ZT GmBH

Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde Gaschurn, dem Land Vorarlberg, der Illwerke vkw AG, der inatura Erlebnis Naturschau und den Montafoner Museen

Text: Christian Kuehs, Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Jänner 2026

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns ist für das Management der Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal verantwortlich. Neben dem Schutz der Lebensraumvielfalt innerhalb des Natura 2000-Netzwerkes zählen Information, Kommunikation und Bildung zu den Hauptaufgaben des Vereins.

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Schutzgebietsbetreuung im Montafon und Klostertal

Seit September 2013 werden die Europaschutzgebiete im Montafon und im Klostertal talschaftsübergreifend betreut. Zu diesem Zweck haben die beteiligten Gemeinden gemeinsam mit der Umweltabteilung des Landes, dem Stand Montafon und der Regio Klostertal-Arlberg den „Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder“ gegründet. Seit Mai 2017 ist der Naturschutzverein Teil des Natura 2000-Regionsmanagements in Vorarlberg. Der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder versteht sich als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen in der Region und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über und das Bewusstsein für die Natura 2000-Gebiete in der Bevölkerung zu steigern. Eine gezielte Besucherlenkung und -information stehen dabei ebenso im Vordergrund wie Maßnahmen zum Erhalt der Schutzgüter in den Natura 2000-Gebieten.

Die Aktivitäten des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder werden unterstützt mit Mitteln des Landes Vorarlberg und der Europäischen Union.

Ziele des Naturschutzvereins

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wissen und Akzeptanz steigern

  • Fortführung und Optimierung eines professionellen, talschaftübergreifenden Schutzgebietsmanagements
  • Verankerung des Vereins und seiner Tätigkeiten in der Region sowie Etablierung als zuverlässige Kontaktstelle für Gemeinden und andere relevante Interessensgruppen.
  • Sensibilisierung der Bevölkerung in Hinblick auf die Ziele des europäischen Natura 2000-Netzwerks und die Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal
  • Schaffung von Multiplikatoren in und außerhalb der Region für die Ziele des Naturschutzes.
  • Vernetzung mit anderen Akteuren des Naturschutzes im In- und Ausland

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

   Lebensräume und Arten schützen

  • Erhalt, Pflege und Wiederherstellung der Lebensräume und Habitate der Arten der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie sowie anderer, schützenswerter Lebensräume und Arten
  • Lenkung der unterschiedlichen Nutzungen in den Europaschutzgebieten als wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Naturschutz, Naturerlebnis und nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzung
  • Gewinn neuer Erkenntnisse über den Erhaltungszustand der Schutzgüter, deren Bestandsentwicklung, Biologie, Gefährdung und Lebensraumansprüche

Die Europaschutzgebiete in der Region Montafon-Klostertal

Mitglieder des Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Montafon

  • Gemeinde Gaschurn
  • Gemeinde St. Gallenkirch
  • Gemeinde Silbertal
  • Gemeinde Bartholomäberg
  • Gemeinde St. Anton im Montafon
  • Stand Montafon
  • Montafon Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Klostertal

  • Gemeinde Klösterle
  • Gemeinde Bludenz
  • Gemeinde Innerbraz
  • Gemeinde Dalaas
  • REGIO Klostertal-Arlberg
  • Alpenregion Bludenz Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Naturschutz

  • Land Vorarlberg (Abteilung Umwelt- und Klimaschutz)
  • Naturschutzanwaltschaft
  • BirdLife Vorarlberg

AKTUELL: Ausstellung Naturraum.Verwall

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Auf Initiative der Gemeinde Gaschurn und in Kooperation mit dem Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder wurde das ehemalige Tourismusbüro in Partenen im Montafon in eine spannende naturkundliche Ausstellung verwandelt. Der Naturraum.Verwall gewährt spannende Einblicke in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon.

Der Naturraum.Verwall kann täglich von 07:00-22:00 kostenlos besucht werden. Weitere Infos findest du hier

AKTUELL: Schutzgebiete für Kinder erlebbar machen

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Mit Frieda und Kauzi die Schutzgebiete im Montafon und Klostertal entdecken – unter diesem Motto wurden in Zusammenarbeit mit Caro Pfister (Studio Pfister) und Richard Steiner (Werkstatt West) drei neue Schutzgebiets-Broschüren für Kinder und Junggebliebene entworfen. Darunter ein Ausstellungsführer für den Naturraum.Verwall, eine Rätselrallye auf der Heilbronner Hütte sowie eine spannende Faltbroschüre zu den Europaschutzgebieten im Montafon und Klostertal inkl. Wander-Bingo und Rätselspaß.

Weitere Infos zu Frieda und Kauzi findest du hier

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Regionsmanagement Europaschutzgebiete Montafon-Klostertal
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

 

Stefanie Peiker
Projektmitarbeit mit Schwerpunkt Besucherlenkung, Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligenprojekte
+ 43 664 / 1995 495
verwall.office@natura2000.or.at

Seit dem Jahr 2019 beobachtet das Regionsmanagement Europaschutzgebiete im Europaschutzgebiet Gadental die Entwicklung der wohl prachtvollsten heimischen Orchidee – des Frauenschuhs (Cypripedium calceolus). Die Pflanzenbestände werden dokumentiert, um bei etwaigen negativen Entwicklungen geeignete Managementmaßnahmen zum Schutz des Bestandes abzuleiten.

Frauenschuh im Gadental © RM Europaschutzgebiete

Der Frauenschuh zählt im Naturwaldreservat und Natura 2000-Gebiet Gadental neben Grünem Koboldmoos, Alpensalamander, Kreuzotter, Schwarz- und Dreizehenspecht, Birk- und Alpenschneehuhn sowie Steinadler zu den wertgebenden Arten, denen besonderer Schutz gebührt. Mit seiner auffallenden Blüte zieht der Frauenschuh jährlich viele Besucherinnen und Besucher in das Schutzgebiet, findet er doch im Unterwuchs von lichten Spirkenwäldern und Latschenkrummholz optimale Voraussetzungen für eine ungestörte Entwicklung vor.

Frauenschuh unter Beobachtung

Auch zwischen Latschen ist der Frauenschuh zu finden © RM Europaschutzgebiete

Die wohl prachtvollste heimische Orchidee, der Frauenschuh © RM Europaschutzgebiete

In einem eigens entwickelten Monitoring werden Größe und Struktur der Population des Frauenschuhs erhoben und blühende sowie nicht-blühende Sprosse gezählt. Die erhobenen Daten lassen auch im Jahr 2023 auf einen sehr guten Zustand des Frauenschuh-Bestandes mit mehreren hundert Exemplaren schließen. Zwei von drei Sprossen trugen in diesem Jahr Blüten, was auf eine gute Altersstruktur und Fruchtbarkeit der Pflanzen schließen lässt.

Die regelmäßige Beobachtung der Entwicklung der Frauenschuh-Population und die Möglichkeit, potentielle negative Veränderungen des Lebensraumes dadurch frühzeitig zu erkennen, ist sehr wichtig, da die beeindruckende Orchidee eine lange Entwicklungszeit aufweist. So können von der Keimung bis zur ersten Blüte bis zu zehn Jahre vergehen. Auch der Erhalt offener und sonnenexponierter Stellen innerhalb des Waldlebensraums und Latschenkrummholzes ist bedeutend, da hier die für die Bestäubung des Frauenschuhs zuständigen Sandbienen (Gattung Andrena) ihren Lebensraum und ihre Nisträume vorfinden.

Neben dem Gadental wird das Frauenschuh-Monitoring auch in den Europaschutzgebieten Bregenzerachschlucht und Bangs-Matschels durchgeführt. Viele weitere Monitoring-Projekte für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten werden jährlich vom Regionsmanagement in den Europaschutzgebieten Vorarlbergs koordiniert und umgesetzt. Unter anderem stehen die Bestände von Amphibien, Haselmaus, Steinkrebs, Weißstorch, Neuntöter, Schneehuhn aber auch Alpen-Mannstreu, Zwergrohrkolben und vielen mehr unter Beobachtung. Insgesamt wurden im Jahr 2023 über 20 Monitoringprojekte zu unterschiedlichen Arten und Lebensraumtypen in den Europaschutzgebieten durchgeführt.

Europaschutzgebiet Gadental

Fläche: 1.550 ha
Höhe: 970 m bis 2.500 m. ü. A.
Lage: Seitental des Großen Walsertals im Gemeindegebiet von Sonntag, Kernzone des Bio­sphärenparks Großes Walsertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Gadental

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