Verwall

Das Natura 2000-Gebiet „Verwall” ist mit ca. 120 km² das größte Schutzgebiet Vorarlbergs und größer als vier der sechs österreichischen Nationalparke. Übergang ist das Kennzeichen des Verwall. Denn hier findet sich der Übergang von den Randalpen zu den Zentralalpen. Das betrifft sowohl die Gesteine im Untergrund als auch den Niederschlag. Auf kleinem Raum sind Pflanzen und Lebensräume ineinander verzahnt, die andernorts strikt getrennt voneinander vorkommen.

©RM_Europaschutzgebiete

©RM_Europaschutzgebiete

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Eingefasst durch das Klostertal, die Ill und die Tiroler Landesgrenze umschließt das Europaschutzgebiet einen einzigartigen alpinen Lebensraum von der Talssohle der Litz bis zu den Zweitausendern der Verwallgruppe. Hier findet man die größten Lärchen-Zirbenwälder Vorarlbergs genauso wie zahlreiche Moore, Seen, ausgedehnte Latschen-, Erlen- und Alpenrosengebüsche, bunte Alpmatten sowie schroffe Felslebensräume. Die Abgeschiedenheit und Ruhe des Gebietes ermöglicht es einer Vielzahl von gefährdeten Vogelarten und anderen Wildtieren, hier ungestörte Rückzugsräume zu finden.

Das alpine Grasland und das felsdurchsetzte Gelände sind ein harter Lebensraum, in dem nur Spezialisten überleben können. So z.B. das Alpenschneehuhn, das sich mit seinen dicht befiederten Beinen und Zehen selbst bei hoher Schneelage fortzubewegen weiß. Oder die Krautweide, der „kleinste Baum der Welt”, der nur einige Zentimeter aus dem Boden herausschaut.

Fakten

Fläche: 12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal
Natura 2000-Managementregion: Montafon-Klostertal

Schutzgüter und weitere bemerkenswerte Arten

Die Schutzgüter des Gebietes sind besonders typische und seltene bzw. gefährdete LArten, für deren Erhalt das Europaschutzgebiet nach der Vogelschutz-Richtlinie ausgewiesen wurde. Einige dieser Schutzgüter wollen wir Ihnen vorstellen:

Alpenschneehuhn (Lagopus muta)

Perfekt ist die Tarnung des Alpenschneehuhns auf die Jahreszeit angepasst: weiß im Winter und grau-braun gesprenkelt im Sommer. Das Männchen behält dabei den schwarzen Zügelstreif vom Schnabel zum Auge. Oberhalb der Waldgrenze – im Lebensraum des Schneehuhns – ist jederzeit mit Schnee zu rechnen. Mit den dicht befiederten Beinen und Zehen kann das Schneehuhn leichter über den Schnee laufen und auch im strengen und langen Winter noch Futter an schneefreien Windkanten suchen.

Auerhuhn (Tetrao urogallus)

Das Auerhuhn ist die größte Art unter den Raufußhühnern. Es stellt mit lichten Bergwäldern, die ausreichend Nahrung durch Heidelbeeren bzw. Insekten bieten, hohe Ansprüche an den Lebensraum. Die braun-weiß gesprenkelten Auerhennen sind hervorragend getarnt. Die farbenprächtigen Hahnen beeindrucken hingegen mit einem schillernden blau-braunen Gefiederkleid und über den Augen sticht bei ihnen ein auffallend roter Augenring hervor. Imposant wirkt auch das sog. Rad – die kreisrund aufgestellten Schwanzfedern während der Hahnenbalz.

Hinweise für Gebietsbesuchende

Naturbeobachtung

Mit einem Fernglas lassen sich die seltenen Wildtiere gut beobachten, ohne sie zu stören.

Abfälle und Lärm vermeiden

Lassen Sie keine Abfälle im Gebiet zurück und vermeiden Sie Lärm, der Tiere beunruhigt.

Wegegebot einhalten

Bitte bleiben Sie auf den gekennzeichneten Wegen.

Mountainbiken

Mountainbiken ist nur in der Zeit von 7:00–20:00 auf den gekennzeichneten Routen erlaubt. Auf der Strecke Silbertal – Tirol zusätzlich nur vom 15. Juni bis zum 15. September.

Variantenskifahren/Freeriden

Variantenskifahren oder Freeriden bedeutet Aufstieg mit der Seilbahn und Abfahrt mit Wintersportgeräten (Ski, Snowboard etc.). Da vor allem im Winter die Wildtiere Ruhe zum Überleben benötigen, ist das Variantenskifahren im Gebiet nur von der Bergstation Glattingrat (Sonnenkopf) über die vorgegebenen Korridore ins Nenzigasttal erlaubt.

Zelten nicht erlaubt

Mit den zahlreichen Hütten befinden sich genügend Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe des Gebiets. Da gerade die Morgen- und Abenddämmerung sensible Phasen für die Tiere sind, ist das Zelten im Gebiet verboten.

Keine Pflanzen pflücken

Damit sich alle Gebietsbesuchenden an der außergewöhnlichen Blütenpracht erfreuen können, bitte keine Blumen pflücken oder Pflanzenteile entnehmen.

Kontakt

Regionsmanagement Europaschutzgebiete Montafon-Klostertal
Mag. Christian Kuehs
Montafonerstrasse 21 · 6780 Schruns
Tel. +43 (0) 664 1982543· verwall@natura2000.or.at