Der Gebirgslebensraum Verwall ist Inhalt der naturkundlichen Ausstellung in Partenen© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Was ist Natura 2000? Welche Tier- und Pflanzenarten leben in Wald, Moor und Gebirge? Und was sind die Besonderheiten des Verwall? Im „Naturraum.Verwall“ erhalten Besuchende ab Ende Juni 2025 spannende Einblicke in die vielfältige Lebewelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon. Ein Projekt des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder mit der Gemeinde Gaschurn.

Ab 27.06. täglich von 07:00-22:00
Eintritt frei!

Adresse:
Dorfplatz Partenen
6794 Partenen im Montafon

Einblick in den Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Modellprojektion Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Eröffnungs-Programm 2025

Es erwartet dich ein spannendes Eröffnungsprogramm mit Führungen durch die Ausstellung, Kinder- und Ferienprogramm sowie Exkursionen in die Europaschutzgebiete Wiegensee & Verwall. Wer sich aktiv für die heimische Naturvielfalt einsetzen möchte, kann außerdem bei den freiwilligen Arbeitseinsätzen (Vielfaltertage) mitwirken!

Alle Aktivitäten sind kostenlos (Ausnahme: BergePlus Exkursionen)

Für Exkursionen, Führungen und Kinderaktivitäten bitten wir um Anmeldungen bis zum Vortag unter verwall.office@natura2000.or.at oder 0664 1995495 (Stefanie Peiker)

Die BergePlus-Exkursionen von Montafon Tourismus können hier gebucht werden.

Kinderprogramm

Komm mit Sperlingskauz KAUZI und Schneehuhn FRIEDA auf Erkundungstour durch den Naturraum.Verwall und löse die 10 Aufgaben in einer spannenden Rätselrallye!

ca. 3 stündiges Kinderprogramm mit Rätselrallye und anderen spannenden Aktivitäten.

Mit den Naturfüherinnen Stefanie Peiker, Monika Dönz-Breuß und Sarah Bachmann

Anmeldung: bis zum Vortag um 18:00 unter verwall.office@natura2000.or.at oder 0664 1995495

Rätselrallye durch den Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Exkursionen zum Wiegensee

28.06 und 05.07.

Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn in Partenen
Route:  Mittelstation Tafamuntbahn – Wiegensee – Mittelstation Tafamuntbahn
Höhenmeter: 400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg
Dauer: ca. 5 Stunden
Mitzubringen: festes Schuhwerk und Wetterschutz, Getränke und Jause nach eigenem Bedarf und falls vorhanden Fernglas und Lupe.
Kosten: Ticket für die Bergbahnen Tafamunt
Exkursionsleitung: Naturführerinnen Stefanie Peiker und Monika Dönz-Breuß
Anmeldung: bis zum Vortag um 18:00

ab 03.07. jeden Donnerstag
(BergePlus von Montafon Tourismus)

Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn in Partenen
Route: Bergstation Tafamuntbahn – Wiegensee – Verbellaalpe – Zeinisjoch – mit dem Bus über die Silvretta Hochalpenstraße retour nach Partenen
Höhenmeter: 550 Höhenmeter im Aufstieg, 250 im Abstieg
Dauer: ca. 7 Stunden
Mitzubringen: festes Schuhwerk und Wetterschutz, Getränke und Jause nach eigenem Bedarf (Einkehr bei der Alpe Verbella möglich) und falls vorhanden Fernglas und Lupe.
Exkursionsleitung: Naturführerinnen Stefanie Peiker und Monika Dönz-Breuß
Kosten: regulär 30 EUR zzgl. Bergbahnticket
Anmeldung: BergePlus

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns ist für das Management der Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal verantwortlich. Neben dem Schutz der Lebensraumvielfalt innerhalb des Natura 2000-Netzwerkes zählen Information, Kommunikation und Bildung zu den Hauptaufgaben des Vereins.

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Schutzgebietsbetreuung im Montafon und Klostertal

Seit September 2013 werden die Europaschutzgebiete im Montafon und im Klostertal talschaftsübergreifend betreut. Zu diesem Zweck haben die beteiligten Gemeinden gemeinsam mit der Umweltabteilung des Landes, dem Stand Montafon und der Regio Klostertal-Arlberg den „Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder“ gegründet. Seit Mai 2017 ist der Naturschutzverein Teil des Natura 2000-Regionsmanagements in Vorarlberg. Der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder versteht sich als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen in der Region und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über und das Bewusstsein für die Natura 2000-Gebiete in der Bevölkerung zu steigern. Eine gezielte Besucherlenkung und -information stehen dabei ebenso im Vordergrund wie Maßnahmen zum Erhalt der Schutzgüter in den Natura 2000-Gebieten.

Die Aktivitäten des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder werden unterstützt mit Mitteln des Landes Vorarlberg und der Europäischen Union.

Ziele des Naturschutzvereins

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wissen und Akzeptanz steigern

  • Fortführung und Optimierung eines professionellen, talschaftübergreifenden Schutzgebietsmanagements
  • Verankerung des Vereins und seiner Tätigkeiten in der Region sowie Etablierung als zuverlässige Kontaktstelle für Gemeinden und andere relevante Interessensgruppen.
  • Sensibilisierung der Bevölkerung in Hinblick auf die Ziele des europäischen Natura 2000-Netzwerks und die Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal
  • Schaffung von Multiplikatoren in und außerhalb der Region für die Ziele des Naturschutzes.
  • Vernetzung mit anderen Akteuren des Naturschutzes im In- und Ausland

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

   Lebensräume und Arten schützen

  • Erhalt, Pflege und Wiederherstellung der Lebensräume und Habitate der Arten der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie sowie anderer, schützenswerter Lebensräume und Arten
  • Lenkung der unterschiedlichen Nutzungen in den Europaschutzgebieten als wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Naturschutz, Naturerlebnis und nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzung
  • Gewinn neuer Erkenntnisse über den Erhaltungszustand der Schutzgüter, deren Bestandsentwicklung, Biologie, Gefährdung und Lebensraumansprüche

Die Europaschutzgebiete in der Region Montafon-Klostertal

Mitglieder des Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Montafon

  • Gemeinde Gaschurn
  • Gemeinde St. Gallenkirch
  • Gemeinde Silbertal
  • Gemeinde Bartholomäberg
  • Gemeinde St. Anton im Montafon
  • Stand Montafon
  • Montafon Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Klostertal

  • Gemeinde Klösterle
  • Gemeinde Bludenz
  • Gemeinde Innerbraz
  • Gemeinde Dalaas
  • REGIO Klostertal-Arlberg
  • Alpenregion Bludenz Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Naturschutz

  • Land Vorarlberg (Abteilung Umwelt- und Klimaschutz)
  • Naturschutzanwaltschaft
  • BirdLife Vorarlberg

AKTUELL: Eröffnung des Naturraum.Verwall

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Auf Initiative der Gemeinde Gaschurn und in Kooperation mit dem Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder wurde das ehemalige Tourismusbüro in Partenen im Montafon in eine spannende naturkundliche Ausstellung verwandelt. Der Naturraum.Verwall gewährt spannende Einblicke in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon.

Der Naturraum.Verwall kann täglich von 07:00-22:00 kostenlos besucht werden. Weitere Infos findest du hier

AKTUELL: Schutzgebiete für Kinder erlebbar machen

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Mit Frieda und Kauzi die Schutzgebiete im Montafon und Klostertal entdecken – unter diesem Motto wurden in Zusammenarbeit mit Caro Pfister (Studio Pfister) und Richard Steiner (Werkstatt West) drei neue Schutzgebiets-Broschüren für Kinder und Junggebliebene entworfen. Darunter ein Ausstellungsführer für den Naturraum.Verwall, eine Rätselrallye auf der Heilbronner Hütte sowie eine spannende Faltbroschüre zu den Europaschutzgebieten im Montafon und Klostertal inkl. Wander-Bingo und Rätselspaß.

Weitere Infos zu Frieda und Kauzi findest du hier

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Regionsmanagement Europaschutzgebiete Montafon-Klostertal
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

 

Stefanie Peiker
Projektmitarbeit mit Schwerpunkt Besucherlenkung, Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligenprojekte
+ 43 664 / 1995 495
verwall.office@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Die eindrucksvolle Gebirgslandschaft des Europaschutzgebiets „Verwall“ ist nicht nur ein bedeutender Rückzugsort für unsere heimische Vogelwelt, auch zahlreiche Weidetiere verbringen alljährlich den Sommer auf den rund 20 Alpen im Schutzgebiet. Mit unterschiedlichen Beweidungsprojekten wird versucht, wertvolle Weideflächen zu erhalten und gleichzeitig sensible Gebirgslebensräume zu schützen.

Mit mehr als 4.500 ha Alpweidefläche wird über ein Drittel des Europaschutzgebiets „Verwall“ alljährlich von hunderten Rindern, Schafen, Pferden, Eseln und Schweinen zwischen Juni und September beweidet. Die Weideflächen erstrecken sich von der Talsohle der Litz bis zu den grasbewachsenen Gipfeln auf über 2.000 m Seehöhe. Sie beinhalten eine Fülle an unterschiedlichen Lebensräumen, darunter weitläufige Krummseggen- und Borstgrasrasen, lückige Zwergstrauchheiden sowie Feuchtwiesen und Moore.

Intensive, extensive oder gar keine Beweidung?

Die genannten Gebirgslebensräume unterscheiden sich nicht nur in ihrer Futterqualität, sie reagieren auch ungleich auf die Art, Dauer und Intensität der Beweidung. So behalten hochalpine Krummseggenrasen auch ohne Beweidung ihr typisches Erscheinungsbild bei, sind vielfach artenreicher und zeigen einen ausgeprägteren Blühaspekt. Weideflächen an und unterhalb der Waldgrenze neigen ohne Beweidung hingegen zu einer fortschreitenden Verbuschung, was mittelfristig ebenfalls zu einer Verarmung an Pflanzen- und Tierarten sowie Strukturen führen kann. Vielfach geht es also darum, die richtige Beweidungsintensität zu finden, die Alpweideflächen einerseits erhält und gleichzeitig Platz und geeigneten Lebensraum für die heimische Flora und Fauna schafft.

Schafe im angrenzenden Europaschutzgebiet „Tafamunt“ helfen mit, die Grünhalden von Gehölzbewuchs freizuhalten © RM ESG

Ein Mosaik aus Zwergsträuchern, Baumgruppen und offener Weidelfäche ist ein idealer Lebensraum für das Birkhuhn. Bei fehlender Beweidung werden Weideflächen zunehmend von Zwergsträuchern überwuchert © RM ESG

Beweidung im Moor – geht das?

Moore sind besonders sensible und schützenswerte Lebensräume, die vielerorts vor allem durch Entwässerungen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Als Weideflächen sind sie aus verschiedenen Gründen meist weniger geeignet: die Futterqualität ist gering, es gibt kaum trockene Liegeflächen für das Weidevieh und es besteht die Gefahr von Trittschäden, die zur Öffnung der Grasnarbe bis hin zur Erosion des Torfkörpers führen können. Andererseits kann eine extensive Beweidung auch dazu beitragen, die Verbuschung von bewirtschaftungsabhängigen Feuchtwiesen und Niedermooren zu verlangsamen.

Doch nicht jede Alpe kann sich ihre Weideflächen „aussuchen“, wie sich am Beispiel einer Alpe am Übergang vom hinteren Silbertal in das Schönverwall in Tirol zeigt. Hier wird seit dem Jahr 1439 (dokumentiert durch den ältesten Alpbrief in der Region) Alpwirtschaft betrieben. Das Alpgebiet besteht zu einem Großteil aus Moorflächen, die eng verzahnt mit Latschengebüschen, Borstgrasrasen und Rieselfluren das Quellgebiet der Litz bilden. Während trockene Weiderasen durch die Beweidung mit Rindern offengehalten werden, verdeutlichen Erosionsflächen entlang von Gewässergräben und offene Torfstellen, wie lange es dauert, bis diese wieder mit Sauergräsern und Moosen bewachsen werden und sich nachhaltig regenerieren können. Konträr dazu schaffen vereinzelte Viehtrittstellen Mikrohabitate, die von ausgewählten Arten gerne besiedelt werden. Wie so oft geht es also um das richtige (Augen-)Maß bei der Beweidung.

Im Jahr 2023 wurden bereits Steinschlichtungen entlang des Wanderwegs errichtet, um weitere Trittschäden am Moorkörper zu verhindern © RM ESG

Rinder schaffen auch Lebensraum - so wächst auf den Kuhfladen im Moor das so genannte Kugelige Dungmoos Splachnum spahericum © RM ESG

Hochlandrinder sind robust und wenig anspruchsvoll, weshalb sie auch gerne in Moorflächen einstehen © RM ESG

Schwingrasen zählen zu den besonders schützenswerten Lebensräumen am Silbertaler Winterjöchle © RM ESG

Beweidungsversuch auf 2.000 m Seehöhe

Wie sich ein zumindest temporärer Ausschluss der Beweidung auf den Moorkörper und die Vegetation am Silbertaler Winterjöchle auswirken könnte, wird seit Sommer 2024 auf ausgewählten Teilflächen erprobt. Diese werden vor der Bestoßung mit Weidevieh vom Alppersonal ausgezäunt und die Zäune erst kurz vor Ende der Alpsaison wieder geöffnet. Ein Vergleich von unbeweideten, zeitweise beweideten und regulär beweideten Flächen soll letztendlich Aufschluss darüber geben, wie eine moorverträgliche Beweidung zukünftig aussehen könnte.
Bis sich ein sichtbarer Unterschied bemerkbar macht, wird aber wohl noch etwas Wasser die Litz hinunterfließen. Denn eines ist klar – Moore wachsen langsam.

Ein großes Dankeschön gilt den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern der Alpe für die Motivation und Bereitschaft an der Teilnahme dieses Beweidungsversuchs. Finanziert werden die Maßnahmen über den Naturschutzfonds Vorarlberg sowie das ÖPUL-Programm „Naturschutz auf der Alpe“.

Ausgezäunte Moorfläche am Silbertaler Winterjöchle © RM ESG

Gewässer im Moorkörper dienen mitunter als Wasserstellen für das Weidevieh. Hier können Trittschäden schnell zu größeren Erosionsflächen auswachsen © RM ESG

Europaschutzgebiet Verwall

Fläche:  12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Verwall

Text: Christian Kuehs
Veröffentlichung: 5. März 2025

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Von 12. bis 20. Oktober 2024 fanden die internationalen Bartgeier-Beobachtungstage in sieben teilnehmenden europäischen Ländern statt. Auch Vorarlberg war an der Schwerpunktzählung am 12. Oktober mit 11 Personen an 8 unterschiedlichen Beobachtungsstandorten vertreten. Dabei konnten zwei Bartgeier nachgewiesen werden.

Geier in Sicht!

Nach 2022 beteiligte sich das Bundesland Vorarlberg auch 2024 wieder am internationalen Bartgeier-Zähltag. Koordiniert wurde die Zählung vom Regionsmanagement Europaschutzgebiete in Kooperation mit BirdLife Vorarlberg und der Vorarlberger Jägerschaft. Zwischen Warth am Arlberg und Gargellen im Montafon hielten 11 Personen an 8 unterschiedlichen Standorten Ausschau nach dem beeindruckenden Greifvogel. Tatsächlich konnten in der vorgegebenen Zählzeit zwei Sichtungen gemeldet werden: ein adulter Geier im Brandnertal und ein (sub-)adulter Geier am Schlappiner Joch an der Landesgrenze zur Schweiz. Hierbei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um durchziehende bzw. in der nahen Schweiz ansässige Individuen.

Ein adulter Bartgeier wurde im Brandnertal gesichtet © Stefanie Peiker

Ein Geier räumt auf

Der Bartgeier steht ganz am Ende der Nahrungskette, denn er ernährt sich ausschließlich von Aas, genauer gesagt von Knochen, die rund 85-90 % seines Speiseplans ausmachen. Kleinere Knochen werden im Ganzen verschluckt, größere aus großer Höhe auf Felsen, so genannte „Knochenschmieden“, fallengelassen und dadurch zerkleinert. Dieses Verhalten brachte dem Bartgeier den Beinamen „Knochenbrecher“ ein. Tatsächlich trägt er maßgeblich dazu bei, dass Kadaver in der Natur möglichst vollständig und rasch „verwertet“ werden.

Anders als bei anderen Geiern ist der Bartgeier am Hals nicht „nackt“ sondern besitzt ein rotbraunes Gefieder. Die auffallende Färbung kommt durch das Baden in eisenoxidhaltigen Suhlen zustande © die-nATurknipser.at

Wie steht es um den Bartgeier im Alpenraum?

Vor 200 Jahren war der Bartgeier im Alpenraum noch weit verbreitet. Fälschlicherweise wurde ihm nachgesagt, Lämmer und sogar kleine Kinder zu rauben. Aus diesem Grund wurde er intensiv verfolgt, bis Anfang des 20. Jahrhunderts der letzte Bartgeier in den Alpen erschossen wurde.
Mit der ersten Auswilderung eines Bartgeiers im Nationalpark Hohen Tauern im Jahr 1986 begann die Wiederansiedlung in den Alpen. Mittlerweile leben geschätzt rund 60 Bartgeier-Paare im Alpenraum. In Österreich haben sich bislang 12 Bartgeier-Paare etabliert – sechs in der Region Hohe Tauern und sechs in Nordtirol, darunter auch im Lechtal, unweit von Vorarlberg (Quelle: Nationalpark Hohe Tauern, 2024).
Auch wenn die Bestandstrends wieder nach oben zeigen, sind die Bedrohungen für den Bartgeier vielfältig:  Rückgang des Nahrungsangebots, Vergiftungen, Kollisionen mit Leitungen sowie Störungen am Brutplatz zählen zu den größten Herausforderungen für eine erfolgreiche Wiederansiedlung.

Bartgeier in Vorarlberg

In Vorarlberg selbst konnte bislang keine erfolgreiche Brut nachgewiesen werden. Dennoch sind Sichtungen durchziehender Bartgeier keine Seltenheit, so zum Beispiel im Lechquellengebirge und der Silvretta. Es ist somit wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Vorarlberg die ersten Brutversuche erfolgen. Bis dahin gilt: Augen offenhalten!

Text: Christian Kuehs
Veröffentlichung: 5. März 2025

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Willkommen auf unserem Spielplatz für junge Naturentdeckerinnen und Naturentdecker!

Frieda, das Alpenschneehuhn

Name: Frieda
Art: Alpenschneehuhn
Wohnort: in den Bergen oberhalb der Baumgrenze
Größe: ungefähr so groß wie eine Taube
Aussehen: im Winter bin ich ganz weiß, sogar meine Zehen sind weiß, dadurch bin ich im Schnee fast unsichtbar. Im Sommer habe ich ein braun-grau gesprenkeltes Federkleid, von den Farben her sehe ich aus wie Steine und Gras
Besonderheit: das ganze Jahr über bin ich durch meine verschiedenen Kleider gut getarnt. Im Winter weiß wie der Schnee und im Sommer braun-grau wie die Felsen.
Meine Lieblingsspeise: Knospen von Sträuchern, Samen und Blätter von Bergkräutern, Beeren und im Sommer auch mal kleine Insekten – vor allem für meine Küken.
Diese Tiere können mir gefährlich werden: Steinadler, Kolkrabe, Fuchs, Hermelin – und manchmal auch Skifahrer, wenn sie zu laut oder zu schnell unterwegs sind…

Kauzi, der Sperlingskauz

Name: Kauzi
Art: Sperlingskauz
Wohnort: alte Wälder mit vielen Bäumen mit Spechthöhlen
Größe: ungefähr so klein wie ein Spatz – 16 bis 19 cm groß
Aussehen: klein und rund, braune Federn mit weißen Punkten auf dem Rücken, heller Bauch mit Streifen – und über den Augen zwei weiße Streifen
Besonderheit: kleinster Kauz Europas
Meine Lieblingsspeise: Mäuse, Kleinvögel (Finken, Meisen, Drosseln…)
Diese Tiere können mir gefährlich werden: Habicht, Waldkauz, Baummarder, Sperber und Fuchs

Fleißiger Höhlenbaumeister

Schwarzspecht

Der Schwarzspecht ist der größte Specht Europas – mit schwarzem Federkleid und roter Mütze.
Mit seinem kräftigen Schnabel hämmert er große Löcher in alte Bäume – nicht nur für sich, sondern auch für Nachmieter: Siebenschläfer, Fledermäuse oder Kauzi.
Sein Trommeln ist richtig laut – man kann es kilometerweit hören!

Braunes Langohr

Fledermaus

Das Braune Langohr ist eine Fledermaus mit riesigen Trichterohren – damit hört sie selbst das leiseste Rascheln.
Sie fängt Insekten im Flug oder sammelt sie im Rüttelflug direkt von Blättern und Ästen.
Am Tag schläft sie an ruhigen, dunklen Orten – etwa in Baumhöhlen oder alten Ställen.

Prachtvoller Bock

Alpenbockkäfer

Der Alpenbockkäfer zählt zu den schönsten Insekten unserer Wälder – mit hellblauem Körper und langen Fühlern wie Steinbock-Hörner.
Er legt seine Eier in alte Buchen, wo die Larven jahrelang im Inneren wachsen.
Erst nach bis zu vier Jahren schlüpft der fertige Käfer – und fliegt dann durch den Sommerwald.

Flotter Baumakrobat

Dreizehenspecht

Der Dreizehenspecht ist etwas Besonderes – ihm fehlt eine Zehe, er hat nur drei statt vier.
Doch genau das macht ihn stark: Er klettert blitzschnell Bäume rauf und runter – wie ein echter Akrobat!
Sein Gefieder ist perfekt für den Tarnmodus in Nadelwäldern. Alte Bäume braucht er zum Leben und Höhlenbauen.

Alle aus Kauzis Familie gehören zu den Eulen.
Das ist eine besondere Vogelfamilie, die vor allem in der Nacht und in der Dämmerung aktiv ist. Eulen haben riesige Augen – sogenannte Nachtsichtaugen – die auch im Dunkeln gut sehen, und sehr gute Ohren.
Eulen können fast lautlos fliegen, weil ihre Federn besonders weich und gezackt sind. Und das Unglaubliche: Sie können ihren Kopf ganz schön weit drehen – fast im Kreis – genauer gesagt: 270 Grad.

Kauzis großer Cousin

Mächtiger Jäger

Uhu

Der Uhu ist die größte Eule Europas – fast so groß wie ein Bussard, mit breiten Flügeln und langen Federohren.
Er wohnt gern in felsigen Steilhängen und ruft laut „U-hu!“ durch die Nacht.
Er jagt auch größere Tiere wie Krähen oder Greifvögel – frisst in Notzeiten aber sogar Schnecken oder Regenwürmer.
Im Vergleich zum Uhu ist Kauzi winzig!

Kauzis scheuer Cousin

Der Federschuhträger

Raufußkauz

Der Raufußkauz ist eine kleine, runde Eule mit weichen Federn – sogar an den Füßen, wie mit Stiefeln!
Er lebt in stillen Nadelwäldern in den Bergen und brütet gerne in alten Spechthöhlen, genau wie Kauzi.
Man hört ihn kaum – sein leises Flöten bleibt oft unbemerkt.
Weil er so klein ist, muss er gut aufpassen: Uhu, Marder oder Waldkauz könnten ihn jagen.

Wachsamer Pfeifer

Murmeltier

Das Murmeltier lebt auf sonnigen Bergwiesen mit vielen Steinen, Höhlen und Gras zum Knabbern.
Ein Tier hält immer Wache – es stellt sich auf die Hinterbeine und pfeift laut, wenn Gefahr naht.
Die ganze Murmeltierfamilie lebt gemeinsam in unterirdischen Gängen und Höhlen – dort verbringen sie auch ihren langen Winterschlaf.

Schnellster Vogel

Wanderfalke

Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt – im Sturzflug wird er schneller als ein Rennauto!
Er jagt andere Vögel in der Luft und überrascht sie blitzschnell von oben.
Mit spitzen Flügeln, kräftigem Schnabel und scharfen Augen ist er perfekt für den Himmel gemacht.
Seine Nester baut er auf steilen Felsen in den Bergen.

Schwindelfreie Kletterin

Gams

Die Gams ist perfekt für das Leben in den Bergen gemacht – mit kräftigen Beinen, scharfen Augen und einem super Gleichgewicht.
Ihre Hufe kann sie sehr breit spreizen, so findet sie Halt selbst auf steilen Felsen.
Sie lebt in kleinen Gruppen, liebt felsige Sonnenplätze und ist fast immer unterwegs – egal ob auf schmalen Pfaden, über Geröll oder durch den Schnee.

Wendiger Hoppler

Schneehase

Der Schneehase ist ein echter Tarnungskünstler – genau wie Frieda: Im Winter ist sein Fell weiß, im Sommer braun, damit ihn kaum jemand entdeckt.
Aber vor allem ist er ein super Läufer und Springer! Mit seinen großen Hinterpfoten hüpft er leicht über Schnee und Geröll.
Wenn es gefährlich wird, bleibt er erst ruhig sitzen – und dann flitzt er blitzschnell davon!

Alle aus Friedas Familie gehören zu den Raufußhühnern!
Das sind wilde Hühner, die an das Leben im Wald oder in den rauhen Bergen angepasst sind. Wie der Name schon sagt, haben sie „raue Beine“, also Federn bis zu den Zehen – fast wie kleine Federstiefel! Sogar ihre Nasenlöcher sind von Federn bedeckt, damit keine Kälte hineinzieht. Und unter ihrem Federkleid versteckt sich eine kuschelige Schicht aus Daunenfedern – wie eine eingebaute Winterjacke! Zudem haben sie ihre eigenen „Schneeschuhe“ immer dabei, damit können sie elegant über den Schnee laufen ohne einzusinken.

Friedas ganz großer Cousin

Stolzer Prachtvogel

Auerhahn

Der Auerhahn ist der größte Hühnervogel Europas – ein echter Riese im Vergleich zu Frieda!
Im Frühling zeigt er sich von seiner schönsten Seite: Er gurrt, knackt, fächert seine Federn auf und tanzt für die Hennen.
Er lebt in lichten Bergwäldern, doch leider gibt es nur noch wenige dieser stolzen Prachtvögel. Frieda sieht ihn kaum – aber sie kennt ihren beeindruckenden Cousin gut.

Friedas großer Cousin

Der Tänzer

Birkhahn

Der Birkhahn ist kleiner als der Auerhahn, aber nicht weniger auffällig!
Im Frühling trifft er sich mit anderen Hähnen auf dem Balzplatz, blubbert, fächert seine Federn und tanzt mit anderen um die Wette.
Im Winter ruht er sich in Schneehöhlen aus. Er lebt nahe Friedas Zuhause – am Rand von Mooren, Wiesen und lichten Wäldern. Manchmal hört Frieda ihn von Weitem.

Friedas schüchterner Cousin

Leiser Waldbewohner

Haselhuhn

Das Haselhuhn ist das kleinste Hühnchen von Friedas Familie – und ganz schön scheu.
Es lebt tief im dichten Bergwald, ist sehr scheu und gut getarnt. Man hört seinen Ruf öfter, als man es zu Gesicht bekommt.
Anders als Frieda wechselt es nie sein Gefieder. Die beiden wohnen weit auseinander und begegnen sich kaum – aber zur Familie gehört er trotzdem!

Spiel Bingo mit Kauzi und Frieda

So geht’s:
Druck dir das Wanderbingo aus, schnapp deine Freunde und ab in die Natur! Hier geht’s zum Download:
Wanderbingo (1069 Downloads )

Kennst du schon unsere Rätselrallye?

Rund um die neue Heilbronner Hütte erwartet euch euch eine spannende Rätselrallye mit kniffligen Aufgaben und einer kleinen Überraschung am Schluss.
Abenteuerlust? Dann auf zur neuen Heilbronner Hütte im Europaschutzgebiet Verwall.

Geschichten mit Frieda und Kauzi

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

In einem zweijährigen Projekt wurde der Moor-Wanderweg am Silbertaler Winterjöchle im Europaschutzgebiet „Verwall“ wieder auf Vordermann gebracht. Stein- und Holzbohlenwege erleichtern das Wandern und schützen den Moorkomplex vor Schädigungen.

Neuer Holzbohlenweg am Langsee im Europaschutzgebiet Verwall © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Das Projektgebiet im hinteren Silbertal an der Landesgrenze zu Tirol umfasst einen der größten und bedeutendsten Moorkomplexe im Europaschutzgebiet Verwall. Weitläufige Rasenbinsen-Moore, Schwingrasen und Moorseen charakterisieren das Quellgebiet der Litz auf 2.000 m Seehöhe. Das Silbertaler Winterjöchle bildet nicht nur die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol, sondern markiert auch die Wasserscheide zwischen den beiden europäischen Flusssystemen von Rhein und Donau. Über Jahrhunderte als Übergang zwischen dem Schönverwall und dem Silbertal genutzt, ist das Gebiet rund um den Langsee auch heute noch ein beliebtes Tourenziel, sowohl für Wanderer als auch Mountainbiker auf „Durchfahrt“ zwischen den beiden Tälern.

Moore wachsen langsam

Erschwert wird der Besuch durch die vielfach nassen Bodenverhältnisse, die sich insbesondere nach der Schneeschmelze oder nach langanhaltenden Regenfällen zeigen. Aus einem vor Nässe triefenden Wanderweg werden durch ausweichende Besucher in weiterer Folge schnell zwei bis drei neue Trampelpfade, die den Druck auf das Moorgebiet durch zusätzliche Trittschäden weiter erhöhen. Trittschäden entstehen in erster Linie aber durch das Weidevieh, das im Moor auf der Suche nach Futter und Wasser einsteht. Aufgrund der kurzen Vegetationszeit und des harschen Klimas können sich Moore in dieser Höhenlage nur sehr langsam von Störungen ihrer Vegetationsdecke erholen. Daraus resultiert eine zunehmende Erosion offener Torfböden, was zu einer teils irreversiblen Schädigung des Moorkörpers führen kann.

Desolater Zustand des Wanderwegs erzeugt viele Nebenpfade durch die Moorfläche © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Alter und beschädigte Holzbrücke © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Sanierung des Wanderweges

In den Sommermonaten 2022 und 2023 wurden vom Wegebautrupp des Alpenverein Vorarlberg und unter Anleitung des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder bestehende Holzbohlenwege wieder instandgesetzt und feuchte Stellen des Wanderwegs mit Trittsteinen ergänzt. In Bereichen ohne verfügbare Steine wurden neue Holzbohlenwege angelegt, Nebenpfade blockiert und der bestehende Wanderweg neu markiert. Insgesamt erfolgten an 39 Wegabschnitten Ausbesserungen des Weges, davon 6 neue Holzbohlenwege aus Lärchenholz mit einer Gesamtlänge von 61 m, 24 Steinwege und 9 Wegblockaden zur Unterbindung von Trampelpfaden. Finanziert wurde das Projekt von der HYPO Vorarlberg Bank anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens sowie aus Mitteln des Naturschutzfonds und des Naturschutzvereins. Ein großes Dankeschön auch an den Wegebautrupp des Alpenverein Vorarlberg für die fachkundige Umsetzung.

Holztransport zur Alpe Fresch © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Einrichten der Baustelle auf knapp 2.000 m Seehöhe © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Der Wegebautrupp des Alpenvereins bei der Arbeit © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Der fertige Steinweg verhindert weitere Nebenpfade © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

In Bereichen ohne ausreichend Steine mussten Holzstege angelegt werden © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Einer der 6 Holzbohlenwege in Ausarbeitung © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Das Ergebnis - ein fertiger Holzbohlenweg © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wegabschnitt vor der Umsetzung © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

... und danach © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Erster Meilenstein der Moorrenaturierung

Die umgesetzten Maßnahmen sind Teil weiterer Renaturierungsmaßnahmen, die im Moorkomplex am Langsee in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Weiterführende Arbeiten umfassen z. B. ein gezieltes Weidemanagement in Absprache mit den Alpbewirtschaftenden sowie die Bereinigung von weiteren hydrologischen Störstellen.

Europaschutzgebiet Verwall

Fläche:  12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Verwall

800px-Hypo_Vorarlberg

Das Projekt wurde mit Mitteln der HYPO Vorarlberg Bank und des Naturschutzfonds Vorarlberg realisiert.
Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Seit dem Jahr 2019 beobachtet das Regionsmanagement Europaschutzgebiete im Europaschutzgebiet Gadental die Entwicklung der wohl prachtvollsten heimischen Orchidee – des Frauenschuhs (Cypripedium calceolus). Die Pflanzenbestände werden dokumentiert, um bei etwaigen negativen Entwicklungen geeignete Managementmaßnahmen zum Schutz des Bestandes abzuleiten.

Frauenschuh im Gadental © RM Europaschutzgebiete

Der Frauenschuh zählt im Naturwaldreservat und Natura 2000-Gebiet Gadental neben Grünem Koboldmoos, Alpensalamander, Kreuzotter, Schwarz- und Dreizehenspecht, Birk- und Alpenschneehuhn sowie Steinadler zu den wertgebenden Arten, denen besonderer Schutz gebührt. Mit seiner auffallenden Blüte zieht der Frauenschuh jährlich viele Besucherinnen und Besucher in das Schutzgebiet, findet er doch im Unterwuchs von lichten Spirkenwäldern und Latschenkrummholz optimale Voraussetzungen für eine ungestörte Entwicklung vor.

Frauenschuh unter Beobachtung

Auch zwischen Latschen ist der Frauenschuh zu finden © RM Europaschutzgebiete

Die wohl prachtvollste heimische Orchidee, der Frauenschuh © RM Europaschutzgebiete

In einem eigens entwickelten Monitoring werden Größe und Struktur der Population des Frauenschuhs erhoben und blühende sowie nicht-blühende Sprosse gezählt. Die erhobenen Daten lassen auch im Jahr 2023 auf einen sehr guten Zustand des Frauenschuh-Bestandes mit mehreren hundert Exemplaren schließen. Zwei von drei Sprossen trugen in diesem Jahr Blüten, was auf eine gute Altersstruktur und Fruchtbarkeit der Pflanzen schließen lässt.

Die regelmäßige Beobachtung der Entwicklung der Frauenschuh-Population und die Möglichkeit, potentielle negative Veränderungen des Lebensraumes dadurch frühzeitig zu erkennen, ist sehr wichtig, da die beeindruckende Orchidee eine lange Entwicklungszeit aufweist. So können von der Keimung bis zur ersten Blüte bis zu zehn Jahre vergehen. Auch der Erhalt offener und sonnenexponierter Stellen innerhalb des Waldlebensraums und Latschenkrummholzes ist bedeutend, da hier die für die Bestäubung des Frauenschuhs zuständigen Sandbienen (Gattung Andrena) ihren Lebensraum und ihre Nisträume vorfinden.

Neben dem Gadental wird das Frauenschuh-Monitoring auch in den Europaschutzgebieten Bregenzerachschlucht und Bangs-Matschels durchgeführt. Viele weitere Monitoring-Projekte für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten werden jährlich vom Regionsmanagement in den Europaschutzgebieten Vorarlbergs koordiniert und umgesetzt. Unter anderem stehen die Bestände von Amphibien, Haselmaus, Steinkrebs, Weißstorch, Neuntöter, Schneehuhn aber auch Alpen-Mannstreu, Zwergrohrkolben und vielen mehr unter Beobachtung. Insgesamt wurden im Jahr 2023 über 20 Monitoringprojekte zu unterschiedlichen Arten und Lebensraumtypen in den Europaschutzgebieten durchgeführt.

Europaschutzgebiet Gadental

Fläche: 1.550 ha
Höhe: 970 m bis 2.500 m. ü. A.
Lage: Seitental des Großen Walsertals im Gemeindegebiet von Sonntag, Kernzone des Bio­sphärenparks Großes Walsertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Gadental

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