Regionsmanagement Europaschutzgebiete – Jahresrückblick 2025

Die 39 Europaschutzgebiete in Vorarlberg werden vom „Regionsmanagement Europaschutzgebiete“ betreut. Kernziele sind der Erhalt und die Wiederherstellung von wertvollen Lebensräumen und der Habitate gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, setzt sich das Regionsmanagement in einem breiten Tätigkeitsfeld ein.

Reger Austausch beim GebietsbetreuerInnentag 2025 im Rheindelta ©RM ESG

Schutzgebietsmanagement

Das Regionsmanagement Europaschutzgebiete hat seinen Sitz in der inatura Erlebnis Naturschau in Dornbirn sowie in den beiden Naturschutzvereinen „Verwall-Klostertaler Bergwälder “ in Schruns und „Rheindelta“ in Hard. Das Tätigkeitsfeld der Schutzgebietsbetreuung reicht von der Ausarbeitung von fachlichen Grundlagen für die Europaschutzgebiete, über die Koordination und Umsetzung von Erhebungen und Monitorings, die Planung und Umsetzung von Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit.

Im Jahr 2025 wurden die Managementpläne „Ifen-Offenland“ sowie „Frastanzer Ried“ fertiggestellt sowie die Ausarbeitung eines Managementplans für das Europaschutzgebiet Verwall, Teilgebiet Klösterle, beauftragt. Novellierungen von Schutzgebietsverordnungen, wie z.B.: Lauteracher Ried und Bregenzerachschlucht im Jahr 2025, als rechtliche Grundlagen der Schutzgebietsarbeit, stellten einen wichtigen Teil der Arbeit dar. Bei der Veranstaltung „Regionaler Naturschutzplan“ im Agrarumweltprogramm ÖPUL informierte das Regionsmanagement die teilnehmenden Landwirte über Naturschutzmaßnahmen. Zudem beteiligte sich das Regionsmanagement an der Ausarbeitung einer neuen Förderrichtlinie zum Erhalt wertvoller Naturwaldzellen und Altholzinseln in Vorarlbergs Europaschutzgebieten und unterstützte Waldbesitzer:innen bei der Teilnahme am bundesweiten Förderprogramm „Trittsteinbiotope“ des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Das österreichweite EU-LIFE Projekt „AMooRe“ zur Renaturierung von Mooren ist auch in vielen Schutzgebieten von hoher Relevanz und wird daher tatkräftig unterstützt. Aufgrund der Gebietskenntnis des Regionsmanagements wird es immer wieder bei Behördenverfahren hinzugezogen wie beispielsweise beim „Radfahren durchs Ried“-Projekt im unteren Rheintal oder bei der Erneuerung von Steinschlag- und Lawinenschutzbauten entlang der Arlberg-Strecke der Österreichischen Bundesbahnen.

Der Naturschutzverein Rheindelta betreut nicht nur die Schutzgebiete am See, sondern übernimmt auch das Management von Storch, Kormoran und Biber. Hier ist Vernetzung und Information besonders wichtig.

Landesrat Christian Gantner und RM Walter Niederer bei einer Begehung in Götzis @Land Vorarlberg

Gemeinsam viel bewirken!

Ein zentraler Schlüssel zum erfolgreichen Management von Schutzgebieten liegt in der guten Zusammenarbeit und Vernetzung mit unterschiedlichen Akteuren vor Ort. Nur so können die Herausforderungen in den Schutzgebieten gemeistert und nachhaltige Lösungen gefunden werden. Besonders wichtig sind langjährige Partnerschaften mit Gemeinden, Initiativen, Vereinen und weiteren Organisationen im In- und Ausland.

So fand im vergangen Jahr ein gemeinsamer Austausch mit dem Team des Zentrums Naturerlebnis Alpin („Alpinium“) statt, das sich im Allgäu mit vergleichbaren Naturschutzthemen beschäftigt. Beim jährlichen grenzüberschreitenden Wiesenvogeltreffen ging es dieses Jahr nach Tirol, wobei unterschiedliche Schutzansätze diskutiert wurden. Der Austausch mit der Tourismusschule GASCHT und die Einbindung von Pflegeeinsätzen in den Lehrplan ermöglicht es, jungen Menschen die Arbeit in den Europaschutzgebieten näher zu bringen. Weiters kam im vergangenen Jahr mit dem SCRA Altach ein neuer Partner für die Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen in unser Netzwerk.  Ein ganz besonderer Dank gebührt den Gebietsbetreuer:innen vor Ort, welche Pflegeeinsätze tatkräftig unterstützen und die Entwicklungen in den Schutzgebieten fortlaufend im Auge behalten.

Das Jahr 2025 in Zahlen

Exkursionen

Exkursionen

46 Exkursionen

149 Kinder- und Jugendprogramme

vom Kindergarten bis zur Oberstufe

Monitoring

Monitoring

37 Monitoring-Projekte

und Erhebungen

von Alpenmannstreu bis Koppe

Erhaltungsmaßnahmen

Erhaltungsmaßnahmen

36 Einzelprojekte

zum Schutz und Erhalt

der Lebensräume

Vielfaltertage

Vielfaltertage

103 Vielfaltertage

838 Teilnehmende

2.565 ehrenamtliche Stunden

Veranstaltungen

Veranstaltungen

16 Vorträge

und

Veranstaltungen

Medien

Medien

52 Medienberichte

45 Social Media-Beiträge

2 TV- und Radio-Beiträge

Im Folgenden eine Auswahl der im Jahr 2025 umgesetzten Projekte in den Bereichen Monitoring und wissenschaftliche Untersuchungen, Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Monitoring und Erhebungen

Um den Zustand der gebietsspezifischen Schutzgüter zu erheben, sind Monitoringaufnahmen unerlässlich. Nur so können Veränderungen festgestellt und entsprechende Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen getroffen werden. Schutzgüter sind Arten und Lebensräume von europaweiter Bedeutung. Im Jahr 2025 wurden unter anderem Erhebungen zu den Schutzgütern Steinkrebs, Gelbbauchunke, Auerhuhn und Schneehuhn durchgeführt. Es wird aber nicht nur der Zustand der Schutzgüter überwacht. Darüber hinaus werden Erhebungen zum Vorkommen von Neophyten und Problempflanzen wie Drüsiges Springkraut oder Adlerfarn, hydrologische Monitorings in Mooren wie im Fohramoos oder im Gsieg für das LIFE_Projekt AMooRe als auch die Überprüfung von umgesetzten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit ebenfalls vom Regionsmanagement durchgeführt oder begleitet.

Welche Erfolge ein Monitoring mit anschließenden, zielgerichteten Schutzmaßnahmen haben kann, zeigen die Entwicklungen im Europaschutzgebiet Alpen-Mannstreu Gamperdonatal eindrücklich. Durch Monitoring wurde zunächst eine hohe Verbissrate dieser in Österreich höchst seltenen Pflanzenart festgestellt. Seit dem Jahr 2013 werden die Bestände in unterschiedlichem Ausmaß zum Schutz vor Schalenwildverbiss eingezäunt, wodurch die Population einen deutlichen Aufschwung erfahren hat.

Weiterführende Informationen zur Entwicklung des Alpen-Mannstreu finden Sie im Bericht „Monitoring Alpen-Mannstreu“

Der auffallend blau blühende Alpen-Mannsstreu wird durch Zäune vor Schalenwildverbiss geschützt. ©RM ESG

Im Jahr 2025 wurde auf Initiative des Regionsmanagements im Auftrag der Abteilung IVe – Umwelt- und Klimaschutz des Landes Vorarlberg und in Zusammenarbeit mit der Abteilung Va – Landwirtschaft und ländlicher Raum, von der Universität Graz eine populationsgenetische Studie zur Koppe durchgeführt. Dabei ging es um die Fragestellung, inwiefern die einzelnen Populationen in der Bregenzerach und deren Zubringern im genetischen Austausch stehen und welche Rolle Wanderhindernisse dabei spielen könnten.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Alles im Fluss?“

Elektrobefischung an der Bregenzerach zur Entnahme von Gewebeproben an Koppen für eine populationsgenetische Untersuchung. ©RM ESG

Verjüngungsmonitoring in den Spirkenwäldern Saminatal. ©RM ESG

Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen

Ein Kernstück der Schutzgebietsbetreuung stellen die Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen dar, welche sich aus Monitoringaufnahmen oder Managementplänen ableiten lassen. Im Jahr 2025 konnten 36 Erhaltungsmaßnahmen umgesetzt werden. Dabei wurden Neophyten wie Goldruten auf Streuwiesen oder Problempflanzen wie Adlerfarn in Magerwiesen zurückgedrängt, Lebensräume für Wiesenvögel durch Gehölzrückschnitt verbessert, Feuchtbiotope für Amphibien angelegt oder Zäune zum Schutz sensibler Arten und Lebensräume aufgestellt. Um die Riedlandschaft attraktiver für Wiesenvögel zu gestalten, wurden die Böschungen eines steilen Grabens im Lauteracher Ried abgeflacht. Durch Maßnahmen wie diese steigt die Qualität des Grabens als Nahrungshabitat und Lebensraum für stark gefährdete Vogelarten der Riedgebiete wie Bekassine, Kiebitz, Brachvogel und viele mehr.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Pilotprojekt: Beilstielgraben“

Bekassine, Kiebitz und Co. Nutzen die abgeflachten Grabenböschungen zur Nahrungssuche. ©RM ESG

Kiesschüttungen in den Böschungsbereichen verhindern das schnelle Zuwachsen, was den Kiebitzen zugutekommt. ©die-nATurknipser

Im Europaschutzgebiet Leiblach fand ein Pilotprojekt zur Bekämpfung des invasiven Götterbaums (Ailanthus altissima) statt, welcher sich zusehends im Schutzgebiet ausbreitet. Um den Charakter des Auwaldsaums zu erhalten, arbeitet das Regionsmanagement gemeinsam mit Anrainer:innen und Forstbehörde an seiner Eindämmung. Auf das Fällen reagiert der Götterbaum mit erneutem starkem Austreiben (Stockausschlag), weshalb die Bäume mit einem heimischen Welkepilz gezielt beimpft und somit zum Absterben gebracht werden.

Behandlung von Götterbaum mit Welkepilz mit Unterstützung der Forstorgane ©RM ESG

Leuchtturmprojekt „Vielfaltertage“

Das Aushängeschild des Regionsmanagements, die Vielfaltertage, fanden auch im Jahr 2025 großen Anklang. So wurden in über 100 Arbeitseinsätzen insgesamt über 2.500 Arbeitsstunden von über 800 Freiwilligen geleistet. Ein Hauptaugenmerk lag auf der Eindämmung von gebietsfremden Arten wie den nordamerikanischen Goldruten-Arten oder dem aus Asien stammenden Drüsigen Springkraut. Im Bereich von Streuwiesen und trockenen Magerwiesen und -weiden wurden Gehölze zurückgeschnitten. Für die Gelbbauchunke wurden neue Gewässer angelegt und mit Lehm abgedichtet. Für das Birkhuhn wurden bekannte Balzplätze von Alpenrosen befreit und für das Haselhuhn im Wald Laubgehölze gepflanzt. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Freiwilligen, welche durch ihr Engagement die Umsetzung dieser wichtigen Maßnahmen möglich machen.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Vielfaltertage 2025 – gemeinsam für die Naturvielfalt“

Vielfaltertag auf der Alpguesalpe im hinteren Silbertal zur Aufwertung von Birkhuhnbalzplätzen ©NSV Verwall-KBW

Springkraut rupfen im Wolfurter Ried ©RM ESG

Vollen Einsatz gab es auch beim Springkrautrupfen im Europaschutzgebiet Bangs-Matschels ©RM ESG

Gehölzrückschnitt zum Erhalt des Lebensraum der Wiesenbrüter ©RM ESG

Öffentlichkeitsarbeit

Um die Bevölkerung über die Schutzgebiete zu informieren und auch Akzeptanz und Erfolg in der Besucherlenkung zu erlangen, ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit unerlässlich. So wurde in zahlreichen Print- und Online Medien sowie Vorträgen und Veranstaltungen über die Themen des Schutzgebietsmanagement informiert. Über Social Media und die Homepage www.naturvielfalt.at werden aktuelle Themen transportiert. Bei den 16 durchgeführten Exkursionen bekamen die Teilnehmenden Einblick in die unterschiedlichen Schutzgebiete wie das Gadental, Bangs-Matschels oder die Bregenzerachschlucht.

Die Filmpremiere des Universums „Alpenrheintal – Wo sich die Natur neu erfindet“, bei welchem das Regionsmanagement mitgewirkt hat, stellt sicherlich ein Highlight des Jahres dar.

Ein weiterer Meilenstein ist die Eröffnung des „Naturraum.Verwall“ in Partenen im Montafon. Die naturkundliche Dauerausstellung, die von der Gemeinde Gaschurn in Kooperation mit dem Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder realisiert wurde, widmet sich den Europaschutzgebieten im Montafon sowie der außergewöhnlichen Vielfalt der Lebensräume im Verwall. Die Ausstellung ist täglich bei freiem Eintritt zugänglich. Führungen für Schulklassen und Gruppen werden vom Naturschutzverein angeboten.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Einblicke in den Naturraum.Verwall

Eröffnung Naturraum Verwall ©Marie Schilcher

Junge Menschen für die Natur zu begeistern ist ein besonderes Anliegen des Regionsmanagements, wie hier bei einem Ferienprogramm im Verwall. ©RM ESG

Beim Jubiläumsvortrag 50 Jahre Naturschutzgebiet Bangser Ried und Matschels informierte das Regionsmanagement über die Entwicklung und den Naturwert des Schutzgebiets. ©Stadt Feldkirch

Wer mehr über das Regionsmanagement Europaschutzgebiete, die einzelnen Schutzgebiete und die zahlreichen Projekte in den Regionen erfahren möchte, findet hier weiterführende Informationen:

 

Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Naturschutzverein Rheindelta
Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Text: Thomas Nachbaur
Veröffentlichung: März 2026

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union
Projektbeschreibung: Regionsmanagement Europaschutzgebiete Vorarlberg

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