Pilotprojekt: Beilstielgraben

Im Lauteracher Ried wurde im Winter 2025 ein Pilotprojekt zur Abflachung von Riedgräben durchgeführt. Flache Grabenböschungen bieten Vorteile für die Tierwelt und führen dadurch zu mehr Vielfalt. Das Vorhaben wurde in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und der Marktgemeinde Lauterach durchgeführt.
In den Riedgebieten Vorarlbergs gibt es zahlreiche Entwässerungsgräben, welche das Ried entwässern und dadurch landwirtschaftlich nutzbar machen sollen. Auch wenn diese Gräben künstlich geschaffen wurden, können sie bei richtiger Nutzung und Pflege wertvolle Lebensräume in der Kulturlandschaft darstellen. Häufig sind die Entwässerungsgräben allerdings sehr steil und strukturlos angelegt. Dies schränkt die Nutzung als Lebensraum, aber auch die Querbarkeit für unterschiedliche Tierarten ein. Flache Böschungen können von Wildtieren besser gequert werden und bieten bessere Ausstiegsmöglichkeiten. Zudem bieten flache Böschungen durch den Feuchtegradienten unterschiedliche Habitat Bedingungen, was sich auch in der Vegetation widerspiegelt. Gerade die Wiesenbrüter benötigen lockeren, feuchten Boden zur Nahrungssuche. Dadurch führen Grabenabflachungen zu einer Lebensraumaufwertung für unterschiedliche Tierarten.

Aus diesem Grund wurde das Pilotprojekt am Beilstielgraben im Lauteracher Ried gestartet. Ziel war es an zwei Abschnitten eine beidseitige Abflachung durchzuführen. Ein Abschnitt liegt in intensiv bewirtschaftetem Grünland und wurde bereits 2024 umgesetzt. 2025 wurde dann der zweite Abschnitt im Bereich von Streuwiesen abgeflacht. Die Arbeiten wurden dankenswerterweise von der landwirtschaftlichen Gebietsbetreuung und vom Bauhof der Marktgemeinde Lauterach durchgeführt. Die Böschungen wurden dabei in einem Gefälle von 1:3 abgeflacht, um möglichst flache und bewirtschaftbare Böschungen zu schaffen. Im Bereich der Streuwiesen wurde zusätzlich ein Nebenarm mit Totholz und Gehölzpflanzungen angelegt. Auf einem Abschnitt von ca. 10 m erfolgte eine beidseitige Kiesschüttung auf den abgeflachten Böschungen, was das Rasche zuwachsen verhindern soll. Gerade Wiesenbrüter bevorzugen solche offenen Bereiche zur Nahrungssuche. Um die stellenweise häufig vorkommende Goldrute zurückzudrängen, wurde der Oberboden teilweise abgezogen. Das anfallende Aushubmaterial konnte in einer nahegelegenen Fettwiese eingebracht werden.


Die weitere Entwicklung der Maßnahme wird beobachtet. Die Vegetation konnte sich bereits über die Vegetationsperiode wieder einstellen. Bekassinen und Waldwasserläufer wurden bereits bei der Nahrungsaufnahme an den abgeflachten Bereichen beobachtet. Ziel ist den Beilstielgraben, aber auch weitere Gräben weiter abzuflachen, um den Lebensraum im Lauteracher Ried weiter aufzuwerten und so die Artenvielfalt zu fördern. Wir möchten allen beteiligten, welche die Umsetzung dieses Projekts möglich gemacht haben, recht herzlich danken – den Grundeigentümer:innen, Bewirtschafter:innen, der Marktgemeinde Lauterach, der landwirtschaftlichen Gebietsbetreuung und dem Land Vorarlberg.

Text: Thomas Nachbaur
Veröffentlichung: März 2026

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union
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