Die eindrucksvolle Gebirgslandschaft des Europaschutzgebiets „Verwall“ ist nicht nur ein bedeutender Rückzugsort für unsere heimische Vogelwelt, auch zahlreiche Weidetiere verbringen alljährlich den Sommer auf den rund 20 Alpen im Schutzgebiet. Mit unterschiedlichen Beweidungsprojekten wird versucht, wertvolle Weideflächen zu erhalten und gleichzeitig sensible Gebirgslebensräume zu schützen.

Mit mehr als 4.500 ha Alpweidefläche wird über ein Drittel des Europaschutzgebiets „Verwall“ alljährlich von hunderten Rindern, Schafen, Pferden, Eseln und Schweinen zwischen Juni und September beweidet. Die Weideflächen erstrecken sich von der Talsohle der Litz bis zu den grasbewachsenen Gipfeln auf über 2.000 m Seehöhe. Sie beinhalten eine Fülle an unterschiedlichen Lebensräumen, darunter weitläufige Krummseggen- und Borstgrasrasen, lückige Zwergstrauchheiden sowie Feuchtwiesen und Moore.

Intensive, extensive oder gar keine Beweidung?

Die genannten Gebirgslebensräume unterscheiden sich nicht nur in ihrer Futterqualität, sie reagieren auch ungleich auf die Art, Dauer und Intensität der Beweidung. So behalten hochalpine Krummseggenrasen auch ohne Beweidung ihr typisches Erscheinungsbild bei, sind vielfach artenreicher und zeigen einen ausgeprägteren Blühaspekt. Weideflächen an und unterhalb der Waldgrenze neigen ohne Beweidung hingegen zu einer fortschreitenden Verbuschung, was mittelfristig ebenfalls zu einer Verarmung an Pflanzen- und Tierarten sowie Strukturen führen kann. Vielfach geht es also darum, die richtige Beweidungsintensität zu finden, die Alpweideflächen einerseits erhält und gleichzeitig Platz und geeigneten Lebensraum für die heimische Flora und Fauna schafft.

Schafe im angrenzenden Europaschutzgebiet „Tafamunt“ helfen mit, die Grünhalden von Gehölzbewuchs freizuhalten © RM ESG

Ein Mosaik aus Zwergsträuchern, Baumgruppen und offener Weidelfäche ist ein idealer Lebensraum für das Birkhuhn. Bei fehlender Beweidung werden Weideflächen zunehmend von Zwergsträuchern überwuchert © RM ESG

Beweidung im Moor – geht das?

Moore sind besonders sensible und schützenswerte Lebensräume, die vielerorts vor allem durch Entwässerungen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Als Weideflächen sind sie aus verschiedenen Gründen meist weniger geeignet: die Futterqualität ist gering, es gibt kaum trockene Liegeflächen für das Weidevieh und es besteht die Gefahr von Trittschäden, die zur Öffnung der Grasnarbe bis hin zur Erosion des Torfkörpers führen können. Andererseits kann eine extensive Beweidung auch dazu beitragen, die Verbuschung von bewirtschaftungsabhängigen Feuchtwiesen und Niedermooren zu verlangsamen.

Doch nicht jede Alpe kann sich ihre Weideflächen „aussuchen“, wie sich am Beispiel einer Alpe am Übergang vom hinteren Silbertal in das Schönverwall in Tirol zeigt. Hier wird seit dem Jahr 1439 (dokumentiert durch den ältesten Alpbrief in der Region) Alpwirtschaft betrieben. Das Alpgebiet besteht zu einem Großteil aus Moorflächen, die eng verzahnt mit Latschengebüschen, Borstgrasrasen und Rieselfluren das Quellgebiet der Litz bilden. Während trockene Weiderasen durch die Beweidung mit Rindern offengehalten werden, verdeutlichen Erosionsflächen entlang von Gewässergräben und offene Torfstellen, wie lange es dauert, bis diese wieder mit Sauergräsern und Moosen bewachsen werden und sich nachhaltig regenerieren können. Konträr dazu schaffen vereinzelte Viehtrittstellen Mikrohabitate, die von ausgewählten Arten gerne besiedelt werden. Wie so oft geht es also um das richtige (Augen-)Maß bei der Beweidung.

Im Jahr 2023 wurden bereits Steinschlichtungen entlang des Wanderwegs errichtet, um weitere Trittschäden am Moorkörper zu verhindern © RM ESG

Rinder schaffen auch Lebensraum - so wächst auf den Kuhfladen im Moor das so genannte Kugelige Dungmoos Splachnum spahericum © RM ESG

Hochlandrinder sind robust und wenig anspruchsvoll, weshalb sie auch gerne in Moorflächen einstehen © RM ESG

Schwingrasen zählen zu den besonders schützenswerten Lebensräumen am Silbertaler Winterjöchle © RM ESG

Beweidungsversuch auf 2.000 m Seehöhe

Wie sich ein zumindest temporärer Ausschluss der Beweidung auf den Moorkörper und die Vegetation am Silbertaler Winterjöchle auswirken könnte, wird seit Sommer 2024 auf ausgewählten Teilflächen erprobt. Diese werden vor der Bestoßung mit Weidevieh vom Alppersonal ausgezäunt und die Zäune erst kurz vor Ende der Alpsaison wieder geöffnet. Ein Vergleich von unbeweideten, zeitweise beweideten und regulär beweideten Flächen soll letztendlich Aufschluss darüber geben, wie eine moorverträgliche Beweidung zukünftig aussehen könnte.
Bis sich ein sichtbarer Unterschied bemerkbar macht, wird aber wohl noch etwas Wasser die Litz hinunterfließen. Denn eines ist klar – Moore wachsen langsam.

Ein großes Dankeschön gilt den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern der Alpe für die Motivation und Bereitschaft an der Teilnahme dieses Beweidungsversuchs. Finanziert werden die Maßnahmen über den Naturschutzfonds Vorarlberg sowie das ÖPUL-Programm „Naturschutz auf der Alpe“.

Ausgezäunte Moorfläche am Silbertaler Winterjöchle © RM ESG

Gewässer im Moorkörper dienen mitunter als Wasserstellen für das Weidevieh. Hier können Trittschäden schnell zu größeren Erosionsflächen auswachsen © RM ESG

Europaschutzgebiet Verwall

Fläche:  12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Verwall

Text: Christian Kuehs
Veröffentlichung: 5. März 2025

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

In einem zweijährigen Projekt wurde der Moor-Wanderweg am Silbertaler Winterjöchle im Europaschutzgebiet „Verwall“ wieder auf Vordermann gebracht. Stein- und Holzbohlenwege erleichtern das Wandern und schützen den Moorkomplex vor Schädigungen.

Neuer Holzbohlenweg am Langsee im Europaschutzgebiet Verwall © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Das Projektgebiet im hinteren Silbertal an der Landesgrenze zu Tirol umfasst einen der größten und bedeutendsten Moorkomplexe im Europaschutzgebiet Verwall. Weitläufige Rasenbinsen-Moore, Schwingrasen und Moorseen charakterisieren das Quellgebiet der Litz auf 2.000 m Seehöhe. Das Silbertaler Winterjöchle bildet nicht nur die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol, sondern markiert auch die Wasserscheide zwischen den beiden europäischen Flusssystemen von Rhein und Donau. Über Jahrhunderte als Übergang zwischen dem Schönverwall und dem Silbertal genutzt, ist das Gebiet rund um den Langsee auch heute noch ein beliebtes Tourenziel, sowohl für Wanderer als auch Mountainbiker auf „Durchfahrt“ zwischen den beiden Tälern.

Moore wachsen langsam

Erschwert wird der Besuch durch die vielfach nassen Bodenverhältnisse, die sich insbesondere nach der Schneeschmelze oder nach langanhaltenden Regenfällen zeigen. Aus einem vor Nässe triefenden Wanderweg werden durch ausweichende Besucher in weiterer Folge schnell zwei bis drei neue Trampelpfade, die den Druck auf das Moorgebiet durch zusätzliche Trittschäden weiter erhöhen. Trittschäden entstehen in erster Linie aber durch das Weidevieh, das im Moor auf der Suche nach Futter und Wasser einsteht. Aufgrund der kurzen Vegetationszeit und des harschen Klimas können sich Moore in dieser Höhenlage nur sehr langsam von Störungen ihrer Vegetationsdecke erholen. Daraus resultiert eine zunehmende Erosion offener Torfböden, was zu einer teils irreversiblen Schädigung des Moorkörpers führen kann.

Desolater Zustand des Wanderwegs erzeugt viele Nebenpfade durch die Moorfläche © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Alter und beschädigte Holzbrücke © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Sanierung des Wanderweges

In den Sommermonaten 2022 und 2023 wurden vom Wegebautrupp des Alpenverein Vorarlberg und unter Anleitung des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder bestehende Holzbohlenwege wieder instandgesetzt und feuchte Stellen des Wanderwegs mit Trittsteinen ergänzt. In Bereichen ohne verfügbare Steine wurden neue Holzbohlenwege angelegt, Nebenpfade blockiert und der bestehende Wanderweg neu markiert. Insgesamt erfolgten an 39 Wegabschnitten Ausbesserungen des Weges, davon 6 neue Holzbohlenwege aus Lärchenholz mit einer Gesamtlänge von 61 m, 24 Steinwege und 9 Wegblockaden zur Unterbindung von Trampelpfaden. Finanziert wurde das Projekt von der HYPO Vorarlberg Bank anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens sowie aus Mitteln des Naturschutzfonds und des Naturschutzvereins. Ein großes Dankeschön auch an den Wegebautrupp des Alpenverein Vorarlberg für die fachkundige Umsetzung.

Holztransport zur Alpe Fresch © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Einrichten der Baustelle auf knapp 2.000 m Seehöhe © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Der Wegebautrupp des Alpenvereins bei der Arbeit © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Der fertige Steinweg verhindert weitere Nebenpfade © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

In Bereichen ohne ausreichend Steine mussten Holzstege angelegt werden © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Einer der 6 Holzbohlenwege in Ausarbeitung © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Das Ergebnis - ein fertiger Holzbohlenweg © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wegabschnitt vor der Umsetzung © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

... und danach © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Erster Meilenstein der Moorrenaturierung

Die umgesetzten Maßnahmen sind Teil weiterer Renaturierungsmaßnahmen, die im Moorkomplex am Langsee in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Weiterführende Arbeiten umfassen z. B. ein gezieltes Weidemanagement in Absprache mit den Alpbewirtschaftenden sowie die Bereinigung von weiteren hydrologischen Störstellen.

Europaschutzgebiet Verwall

Fläche:  12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Verwall

800px-Hypo_Vorarlberg

Das Projekt wurde mit Mitteln der HYPO Vorarlberg Bank und des Naturschutzfonds Vorarlberg realisiert.
Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder betreut seit 2020 die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns im Montafon. Alljährlich werden dank der Unterstützung motivierter Helferinnen und Helfer mehr als 100 Amphibien sicher über die Straße zu ihrem Laichgewässer gebracht. Ein neu angelegter Teich soll dabei helfen, die „Verkehrsopfer“ zu reduzieren.

Grasfrosch mit Laichballen in Zelfen © Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Die jährliche Wanderung der Amphibien

Wenn die Temperaturen nach den Wintermonaten langsam wieder wärmer werden, machen sich in ganz Vorarlberg tausende von Amphibien auf den Weg von ihren Land-Winterquartieren  zu den noch verbliebenen Laichgewässern. Dabei nehmen Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch und Co weite Distanzen und auch Gefahren in Kauf. Allzu oft werden sie auf ihren nächtlichen Wanderungen Opfer des Straßenverkehrs – ein herber und unnötiger Verlust, wenn man die weltweit negative Entwicklung der Amphibienbestände aufgrund von Lebensraumverlust und anderen Faktoren betrachtet. Abhilfe schaffen so genannte Amphibienschutzzäune, mit deren Hilfe Frösche, Kröten und Molche vor Querung einer unsicheren Straße aufgefangen werden können. Noch besser, jedoch nicht überall umsetzbar, ist die Errichtung von Amphibientunneln oder Ersatzlaichgewässern. Letztere werden so angelegt, dass die Amphibien direkt und ohne Querung einer Straße von ihren Überwinterungsquartieren zum Laichgewässer gelangen.

Seit 2020 betreut der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns. Gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern werden hier zwischen Februar und April Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche bei ihrer Wanderung unterstützt. Ein im Jahr 2021 errichtetes Ersatzlaichgewässer soll die Zahl an querenden Amphibien im Bereich der Zelfenstraßen reduzieren.

Die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns

Golfplatzteich in Zelfen © Naturschutzverein Verwall

Das Ziel der jährlichen Amphibienwanderung – der Golfplatzteich in Zelfen. In den 2000er Jahren wurde im Bereich des Golfplatz Zelfen von den Golfplatzbetreibern ein Teich angelegt. Der Teich ist nicht nur schön anzusehen, sondern wirkt auch als „Magnet“ für zahlreiche Amphibien im unmittelbaren Umkreis. Denn kurz nach dessen Fertigstellung wanderten auch schon die ersten Grasfrösche von den Ill-Auen zum Teich, um sich hier fortzupflanzen.

Erdkröte auf ihrer nächtlichen Wanderung auf der Straße © Naturschutzverein Verwall

Das Problem dabei: auch vom gegenüberliegenden Hangwaldbereich machen sich jährlich unzählige Amphibien auf den Weg zum Golfplatzteich und landen dabei auf der Zelfenstraße, die besonders im Feierabendverkehr in den Abendstunden stärker befahren wird. Und das ist genau die Zeit, in der sich Grasfrosch & Co bei Regen auf den Weg machen, um das Laichgewässer noch vor dem Morgengrauen zu erreichen.

Amphibienschutzzaun in Zelfen © Naturschutzverein Verwall

Im Jahr 2022 standen erstmals ausreichend Helferinnen und Helfer zur Verfügung, um eine regelmäßige Betreuung eines Amphibienschutzzaunes zu gewährleisten. In den Jahren davor wurden an geeigneten (Regen-)Tagen die Amphibien noch ohne Zaununterstützung eingesammelt und über die Straße getragen. Mit Hilfe des Amphibienschutzzaunes kann diese Arbeit nun effizienter und mit weniger Verkehrsopfern seitens der Amphibien bewerkstelligt werden. Voraussetzung hierfür ist die tägliche Kontrolle des Zauns am Morgen und bei Regen auch am Abend. Die Wanderzeit der Amphibien kann sich dabei über 2-3 Wochen hinziehen oder aber auch nach wenigen Tagen schnell vorbei sein.

Amphibien werden beim Zaun eingesammelt und zum Teich gebracht © Naturschutzverein Verwall

Einmal vom Amphibienzaun eingesammelt, werden die Amphibien zu den Laichgewässern gebracht. Amphibien zieht es in der Regel zwar immer wieder zu ihren angestammten Laichgewässern, es werden aber auch neue Laichgewässer angenommen, sofern die Standortbedingungen passen. Bei manchen Arten werden Ersatzlaichgewässer schneller (Grasfrosch) angenommen, bei anderen (Erdkröte) kann dies länger dauern. Im Jahr 2022 wurden 114 Grasfrösche, 44 Erdkröten und 27 Bergmolche sicher zu ihren Laichgewässern „begleitet“.

Neues Ersatzlaichgewässer - jetzt fehlt nur noch das Regenwasser © Naturschutzverein Verwall

Ein Amphibientunnel, der ein sicheres Überqueren der Straße auch ohne Zaun und Betreuungsaufwand gewährleistet, ist kostenintensiv und kann nicht überall umgesetzt werden. Eine andere Möglichkeit, die Anzahl an Verkehrsopfern zu reduzieren ist die Anlage eines Ersatzlaichgewässers auf der Straßenseite, von der die Amphibien losstarten. Im Auftrag des Landes Vorarlberg koordinierte der Naturschutzverein den Bau eines Ersatzlaichgewässers in Zelfen im Jahr 2021.

Mit Regenwasser gefülltes Ersatzlaichgewässer © Naturschutzverein Verwall

Bereits im ersten Frühjahr nach dem Bau des Ersatzlaichgewässers war dieses schon mit Wasser gefüllt und die ersten Grasfrösche, Erdkröte, Bergmolche und sogar eine junge Ringelnatter tummelten sich im Teich. Zwar wird der Teich den Golfplatzteich auf der anderen Seite der Straße nie zur Gänze ersetzen, aber immerhin wird der Teich zukünftig zumindest von einem Teil der Amphibien als Fortpflanzungsstätte genutzt. Die Entwicklung des Teichs und die Wanderung der „Frösche“ wird auch in den nächsten Jahren genau dokumentiert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer der letzten Jahre – ohne euch wäre diese „Rettungsaktion“ nicht möglich!

Was ist los im Amphibienteich

Eine junge Ringelnatter lässt sich blicken © Naturschutzverein Verwall

Typischer Laichballen des Grasfrosch © Naturschutzverein Verwall

Auch ein Bergmolch begutachtet den neuen Teich © Naturschutzverein Verwall

Geht gar nicht - Fische (noch dazu eingesetzte Goldfische) in einem Amphibienteich haben es auf Froschlaich und Kaulquappen abgesehen - hier im Golfplatzteich. © Naturschutzverein Verwall

Du hast Lust mitzumachen?

Wenn du uns bei der Betreuung des Amphibienschutzzaunes (ab Ende Februar bis März) unterstützen möchtest, melde dich bei:

 

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Kammmolch Larve © Daniel Leissing

Kammmolch Weibchen © Daniel Leissing

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © Daniel Leissing

Frastanzer Ried | Der seltene Kammmolch (Triturus cristatus) ist die größte heimische Molchart. Er zählt zu den Amphibien, ist in Vorarlberg streng geschützt und stark gefährdet. Das einzige bekannte Vorkommen des Kammolchs im Walgau befindet sich in den Sponda-Weihern im Frastanzer Ried.

Die Sponda-Weiher sind künstlich angelegte Kleingewässer. Die Weiher waren bereits Ende der 1980er Jahre von der Firma Hermann Gort GmbH im  Gegenzug für eine Deponie für Aushub- und Abbruchmaterial geschaffen worden. Sie entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einem perfekten Wasserlebensraum für sechs verschiedene Amphibienarten. In den 1990er Jahren konnten Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch, Grasfrosch, Erdkröte und Gelbbauchunke nachgewiesen werden. Es wurden bis zu hundert Individuen des gezielt angesiedelten Kammmolchs gezählt. Über die Jahrzehnte füllten sich die von Wald umgebenen Weiher jedoch zusehends mit Falllaub, abgestorbenen Ästen und Faulschlamm. Die  Schlammschicht hatte besonders in den Sommern Sauerstoffmangel zur Folge. An der ehemals offenen angrenzenden Böschung wuchsen Gehölze hoch auf, wodurch die Weiher stark beschattet wurden. Um als optimale Laichgewässer für Molche, Unken und Frösche zu dienen, sind jedoch Besonnung und sauerstoffreiche Verhältnisse im Gewässer entscheidend.

Seit 2021 findet an den Weihern ein intensives Amphibien-Monitoring statt, um Näheres über den Verbleib des Kammmolchs zu erfahren, nachdem der letzte Nachweis des Lurchs in diesem Gewässerkomplex bereits vier Jahre zurückgelegen war. Die Suche blieb im Jahr 2021 jedoch erfolglos. Im Jänner 2022 wurden mit Zustimmung der Grundeigentümer, mit Unterstützung der Gemeinde Frastanz und finanziert vom Land Vorarlberg  Pflegemaßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Weiher als Amphibienlaichgewässer durchgeführt. Teilbereiche der Gewässer wurden ausgebaggert, um die Schlammschicht zu entfernen und eine sukzessive Verlandung zu verhindern. Zudem wurden die Weiher auf der Südostseite von Gehölzen freigestellt, um die Besonnung zu optimieren. Im Sommer 2022 wurde das Monitoring fortgesetzt und schließlich gelang der Nachweis. Mittels Molchreusen konnten ein adultes  Kammmolchweibchen sowie mehrere Larven festgestellt werden. Somit stehen das Vorkommen und auch die erfolgreiche Reproduktion des Kammmolches in den Weihern fest.

Weitere Informationen

Das „Frastanzer Ried“ ist seit 2015 Europaschutzgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen, unter ihnen Kammmolch, Gelbbauchunke und Sumpf-Gladiole, haben hier ihre Heimat.

Pflegemaßnahmen an Amphibienlaichgewässern im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © RM Europaschutzgebiete

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © RM Europaschutzgebiete

Gelbbauchunke © RM Europaschutzgebiete

Baggern für den Naturschutz an den Sponda-Weihern

Wo kräftig geholzt und gebaggert wird, fällt der Verdacht nicht unbedingt als erstes darauf, dass dies zur Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt dient. Dennoch steckt hinter den Eingriffen der Naturschutz. Die Maßnahmen dienen dem Erhalt und der Verbesserung der Sponda-Weiher als Amphibienlaichgewässer und zielen dabei insbesondere auf die ausgewiesenen Schutzgüter Kammmolch und Gelbbauchunke ab.

Die Sponda-Weiher waren bereits Ende der 80er Jahre von der Firma Hermann Gort GmbH als Ausgleich für eine Deponie für Aushub- und Abbruchmaterial geschaffen worden. Sie entwickelten sich zu einem perfekten Habitat für sechs verschiedene Amphibienarten: In den 1990er Jahren konnten Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch, Grasfrosch, Erdkröte und Gelbbauchunke nachgewiesen werden. Es wurden bis zu hundert Kammmolche gezählt.

Molche mögen es sonnig

Über die Jahrzehnte füllten sich die Weiher jedoch zusehends mit Falllaub, abgestorbenen Ästen und Faulschlamm. Die Schlammschicht hatte besonders in den Sommern Sauerstoffmangel zur Folge. An der ehemals offenen Böschung wuchsen Gehölze hoch auf, wodurch die Weiher stark beschattet wurden. Molch, Unke und Frosch haben es aber gern etwas sonnig: Um als optimale Laichgewässer zu dienen, sind für die Sponda-Weiher am Rande des Frastanzer Rieds Besonnung und sauerstoffreiche Verhältnisse im Wasser wichtig.

Erhalt der Laichgewässer

Zu den Amphibienwanderungen im Frühjahr soll das Laichgewässer für seine Bewohner längst wieder zur Verfügung stehen. Daher werden die Maßnahmen schon jetzt im Winter durchgeführt. In einem Teil der Weiher wurde Schlamm ausgebaggert, rund um die Weiher wurden durch Baumfällungen an der Südostseite sonnigere Verhältnisse geschaffen. Nun aber wird das gesamte Biotop wieder der Natur überlassen. Das umliegende Totholz soll liegen bleiben, da dieses den Amphibien als wertvoller Unterschlupf dient. „Zu sehr Aufräumen in der Natur schadet eher“, erklärt der Regionsmanager für die Europaschutzgebiete Daniel Leissing das weitere Vorgehen an den Sponda-Weihern.

Das Projekt erfolgte mit freundlicher Zustimmung der Grundeigentümer, mit Unterstützung der Gemeinde Frastanz, und wurde vom Land Vorarlberg finanziert. Die Pflegemaßnahmen wurden vom Regionsmanagement Europaschutzgebiete geplant und angeleitet und von der BH Feldkirch bewilligt.

Weitere Informationen

Das „Frastanzer Ried“ ist seit 2015 Europaschutzgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen, unter ihnen Kammmolch, Gelbbauchunke und Sumpf-Gladiole, haben hier ihre Heimat.

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