Im Schutzgebiet „Birken“ in der Gemeinde Wolfurt ging es auch dieses Jahr dem Drüsigen Springkraut, einer invasiven süd-asiatischen Pflanzenart, an den Kragen ©RM ESG

Die Vielfaltertage 2025 verzeichnen erneut eine beeindruckende Bilanz: 103 Einsatztage, 838 engagierte Freiwillige von Jung bis Alt und insgesamt 2.565 geleistete Arbeitsstunden in 13 Vorarlberger Europaschutzgebieten. Unter der fachkundigen Anleitung des Regionsmanagements sowie mit Unterstützung der Gebietsbetreuenden wurden wertvolle Lebensräume gepflegt, erhalten oder gezielt neue Habitate geschaffen. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten, durch deren Engagement diese wertvollen Pflegemaßnahmen erst möglich wurden!

Die „Vielfaltertage“ sind ein fixer Bestandteil des jährlichen Programms des Regionsmanagements in den Vorarlberger Europaschutzgebieten. Ziel ist es, gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Bevölkerung aktiven Naturschutz zu betreiben. Dabei wird eine breite Palette an Maßnahmen umgesetzt – von der Zurückdrängung von Neophyten und Problempflanzen über die Pflege von Magerwiesen und -weiden bis zur Instandsetzung von Feuchtbiotopen und der Schaffung von neuen Habitaten für gefährdete Arten.

Von Menschen gestaltete Lebensräume

Viele der wertvollen Naturjuwele Vorarlbergs sind Teil einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft. Die regelmäßige Nutzung und Pflege extensiv bewirtschafteter Flächen sind entscheidend für ihren Erhalt. Ohne Bewirtschaftung würden viele Alpweiden, Streu- und Magerwiesen verbuschen, wodurch zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren. Zusätzlich gefährden invasive Neophyten die heimische Flora. Durch gezielte Pflege- und Wiederherstellungsmaßnahmen leisten die Vielfaltertage einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Da durch intensive Nutzung vielerorts sensible Lebensräume verloren gegangen sind, kommt der gezielten Neuschaffung solcher Habitate ebenfalls eine besondere Bedeutung zu.

Rückschnitt von Gehölzen zur Freistellung von Amphibien-Laichgewässern im Frastanzer Ried ©RM ESG

Die Anlage von Kleintümpeln zum Wasserrückhalt ermöglicht der gefährdeten Gelbbauchunke ideale Fortpflanzungsbedingungen ©RM ESG

Vielfältige Lebensräume, vielfältige Maßnahmen

Ein zentraler Schwerpunkt der Vielfaltertage 2025 war erneut die Bekämpfung von invasiven Neophyten und Problempflanzen. In den Tallagen lag der Schwerpunkt im Juni und Juli auf der Entfernung von Springkraut entlang von Riedgräben und -böschungen sowie von Goldruten in Streuwiesen. In den Gebieten „Gleggen“, „Birken“, „Lauteracher Ried“, „Bangs-Matschels“ und „Frastanzer Ried“ wurden von vielen freiwilligen Händen bei Wind und Wetter mehrere Tonnen an Neophyten entfernt.

Auch in den Waldgebieten breiten sich Neophyten aus. In den Hang- und Schluchtwäldern der Europaschutzgebiete „Roßbündta“ und „Rifa“ wurde Springkraut zurückgedrängt – in Zusammenarbeit mit bewährten und neuen Partnern wie der Alpenvereinsjugend Montafon und den Silvretta-Montafon Bergbahnen. Weitere Einsätze fanden in den Auwäldern entlang der Ill in Schruns statt, hier in Kooperation mit der Ferienbetreuung Montafon. Zusätzlich wurde im Bereich von Fließgewässern in Altach eine öffentlichkeitswirksame Neophytenaktion gemeinsam mit dem SCR Altach durchgeführt, die neben dem praktischen Naturschutz auch das Bewusstsein für invasive Arten in der Bevölkerung stärkte.

In den Berglagen bereitet der Adlerfarn zunehmend Probleme, da er artenreiche Magerwiesen und Alpflächen überwuchert und wertgebende Pflanzenarten verdrängt. So wurden in den Europaschutzgebieten „Ludescherberg“, „Übersaxen–Satteins“ und „Klostertaler Bergwälder“ konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Adlerfarns umgesetzt, mit dem Ziel, die Artenvielfalt in mageren und feuchten Bergwiesen und -weiden zu erhalten. Am Ludescherberg konnten in enger Zusammenarbeit mit Landwirten vor Ort zusätzlich Rosengebüsche und Weißer Germer entfernt werden, um die langfristige extensive Nutzung der steilen Magerwiesen zu sichern.

Im Europaschutzgebiet „Übersaxen-Satteins“ widmeten sich die freiwilligen Helfer:innen dem Adlerfarn auf Mager- und Feuchtwiesen ©RM ESG

Pflege offener Landschaften und Artenschutz

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Gehölzmaßnahmen zur Offenhaltung wertvoller Lebensräume. Im Europaschutzgebiet „Frastanzer Ried“ wurden im März Gehölze zurückgeschnitten, um möglichst besonnte Amphibienlaichgewässer zu erhalten. Im November folgten Gehölzpflegemaßnahmen an Gehölzgruppen zur Offenhaltung der Feucht- und Streuwiesen. Ebenfalls im November wurden neue Amphibienlaichgewässer angelegt, indem Mulden gegraben und mit Lehm ausgekleidet wurden. Diese temporär wasserführenden Tümpel bieten insbesondere der seltenen Gelbbauchunke wertvolle Fortpflanzungshabitate. Weitere gezielte Gehölzpflegemaßnahmen dienten der Offenhaltung von Wiesenflächen zur Förderung wiesenbrütender Vogelarten. Im Europaschutzgebiet „Birken“ in Wolfurt wurden Gehölze zurückgenommen, um geeignete Brutbedingungen für Arten wie Großer Brachvogel und Braunkehlchen zu schaffen bzw. zu erhalten. In den Hochlagen standen ebenso gezielte Artenschutzmaßnahmen im Mittelpunkt. Im Bergwald des Verwall wurden durch Schlagräumungen und das Pflanzen von Laubgehölzen die Habitate von Auer- und Haselhuhn aufgewertet. Auch das Offenhalten strukturreicher Alpweiden bleibt ein zentraler Bestandteil der Vielfaltertage, insbesondere im Europaschutzgebiet Verwall. Mit Schwendarbeiten auf der Alpe Gues im Silbertal sowie auf der Thüringer Alpe im Klostertal konnten erneut zwei Balzplatzbereiche des Birkhuhns erweitert werden.

Händisches Ausreißen von Adlerfarn auf einer besonders artenreichen Feuchtwiese am Ludescherberg ©RM ESG

Laubgehölze sind wertvolle Nahrungspflanzen für das Haselhuhn im Europaschutzgebiet Verwall ©RM ESG

Das Schwenden zu dichter Alpenrosenbestände schafft Lebensraumvielfalt für das Birkhuhn ©RM ESG

Gemeinsam stark für den Naturschutz

Die Organisation von 103 Vielfaltertagen ist keine Selbstverständlichkeit. Seit Jahren baut das Regionsmanagement auf bewährte Partnerschaften und Kooperationen – unter anderem mit den Ortsgruppen der Vorarlberger Naturwacht, der inatura, dem Biosphärenpark Großes Walsertal, dem Alpenverein Vorarlberg, den MACHWAS-Tagen der aha-Jugendinfo Vorarlberg, der Gastgeberschule für Tourismusberufe (GASCHT) sowie engagierten Unternehmen und Vereinen. Ein besonderer Dank gilt den Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern, den Gemeinden und Grundbesitzenden, die mit Fachwissen, Arbeitszeit, Materialtransport, Abfallentsorgung oder einer stärkenden Jause wesentlich zum Gelingen beigetragen haben. Ganz besonders danken wir allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, deren Einsatz die Vielfaltertage 2025 wieder zu einem großen Erfolg gemacht hat.

Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz zum Schutz unserer heimischen Biodiversität!

Vielfaltertag auf der Thüringer Alpe im Verwall im Einsatz für das Birkhuhn © RM ESG

Vielfaltertage - komm, mach mit!

Du möchtest bei einem unserer Vielfaltertage mitmachen? Hier findest du alle Informationen zu den Vielfaltertagen und den anstehenden Terminen:

naturvielfalt.at/vielfaltertage

Text: Raphael Hoschek
Veröffentlichung: März 2026

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Die Vielfaltertage 2024 verzeichnen eine beeindruckende Bilanz: 90 Einsatztage, 819 engagierte Freiwillige von Jung bis Alt und insgesamt 2.604 geleistete Arbeitsstunden in zwölf Europaschutzgebieten. Unter der Anleitung der Regionsmanagerinnen und Regionsmanager und mit Unterstützung von Gebietsbetreuenden wurden Neophyten entfernt, Gehölze geschnitten, Biotope instandgesetzt und neue Lebensräume geschaffen. Ein herzliches Dankeschön an die vielen Beteiligten, durch deren Unterstützung diese wertvollen Pflegemaßnahmen erst ermöglicht werden!

Vielfaltertag im Frastanzer Ried: die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern beseitigten fleißig größere Bestände des invasiven Japanknöterichs © RM ESG

Die „Vielfaltertage“ sind ein integraler Bestandteil des jährlichen Programms des Regionsmanagements in den Vorarlberger Europaschutzgebieten. Ziel ist es, durch die Unterstützung freiwilliger Helferinnen und Helfer aktiven Naturschutz zu betreiben, indem wertvolle Lebensräume gepflegt oder wichtige Habitate neu geschaffen werden.

Mit Rechen, Motorsense und viel Ausdauer werden Neophyten entfernt © RM ESG

Auf feuchten bis nassen Standorten kann das in den Berglagen Asiens heimische Drüsige Springkraut dominante Bestände bilden. Motivierte Freiwillige leisten durch das Ausreißen in geschützten Streuwiesen einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Springkrauts © RM ESG

Von Menschen gestaltete Lebensräume

Viele der wertvollen Naturjuwele in Vorarlberg sind Teil einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft. Die regelmäßige Nutzung und Pflege dieser extensiv bewirtschafteten Flächen spielen eine entscheidende Rolle für ihren Erhalt. Ohne Bewirtschaftung würden viele Alpweiden, Streu- und Magerwiesen zunehmend verbuschen, wodurch zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren würden. Zudem verdrängen invasive Neophyten, also eingeschleppte Pflanzenarten, die heimische Flora. Auch hier kann der Schutz der Biodiversität durch gezielte Maßnahmen unterstützt werden. Durch die intensivere Nutzung der Landschaft sind jedoch vielerorts wertvolle und sensible Lebensräume verloren gegangen oder zurückgedrängt worden. Die gezielte Schaffung solcher Lebensräume ist daher von großer Bedeutung, um den Fortbestand vieler spezialisierter Tier- und Pflanzenarten zu sichern.

Vielfältige Lebensräume, vielfältige Maßnahmen

Ein alljährlicher Schwerpunkt der Vielfaltertage ist die Zurückdrängung von Neophyten und Problempflanzen, die sich in extensiv bewirtschafteten Flächen wie Magerwiesen und Streuwiesen oder entlang von Bächen dominant ausbreiten. In den Riedgebieten der Tallagen geht es vor allem dem Springkraut und den Goldruten an den „Kragen“. In den Berglagen macht vielfach der Adlerfarn Probleme, wenn er wertvolle Magerwiesen und Alpflächen überwuchert. Mit 60 Vielfaltertagen wurde ein Großteil der Arbeitseinsätze im Kalenderjahr 2024 der Zurückdrängung von Neophyten und Problempflanzen gewidmet.

Bei vielen Vielfaltertagen wurden Drüsiges Springkraut und Goldrute aus Streuwiesen der Tallagen entfernt © RM ESG

Inmitten der Streuwiesen des Frastanzer Rieds trägt das händische Entfernen von ortsfremden Goldruten zur Förderung der lokalen Artenvielfalt bei © RM ESG

Nicht nur reaktiv, sondern auch präventiv kann die Ausbreitung von invasiven Neophyten und anderen Problempflanzen gehandhabt werden. In der Bregenzerachschlucht wurden Böschungen, die im Zuge der Erneuerung einer Fischaufstiegshilfe entstanden sind, mit standortangepassten Weidenstecklingen bepflanzt. Ziel ist der rasche und flächige Bewuchs mit heimischen Pflanzen, in denen Neophyten bestenfalls gar nicht erst Fuß fassen können.

Eine weitere Pflegemaßnahme ist das gezielte Zurückschneiden von Gehölzen, um den offenen Charakter bestimmter Lebensräume zu bewahren. Dies kommt in den Riedgebieten der Tallagen den gefährdeten Wiesenbrütern wie Großer Brachvogel oder Braunkehlchen zugute, die einen weiten Überblick in ihrem Brutrevier bevorzugen. Auch für den Neuntöter wurden gezielte Maßnahmen in der Brazer Allmein umgesetzt. Diese Vogelart nutzt bevorzugt einzelstehende und dichtwüchsige Gehölze in der halb-offenen Weidelandschaft als Bruthabitat. Ebenso ergeht es dem Birkhuhn, das auf strukturreiche Alpweiden angewiesen ist und bei immer dichter wachsenden Alpenrosengebüschen zunehmend geeignete Lebensräume einbüßt. Das Offenhalten von Alpweideflächen steht deshalb im Europaschutzgebiet Verwall jedes Jahr aufs Neue im Fokus der Vielfaltertage.

Freiwillige helfen tatkräftig beim Schwenden von Alpenrosen mit und erhalten dadurch wertvollen Lebensraum für das Birkhuhn © RM ESG

In den Riedgebieten des Rheintals wird das traditionelle Schneiden von Kopfweiden fortgeführt © RM ESG

Gehölzpflege wird in den Riedgebieten der Tallagen nur in den Wintermonaten durchgeführt © RM ESG

Gehölze werden aber nicht nur zurückgeschnitten, sondern auch gezielt als Futterpflanzen, Sitzwarten oder Nistbäume gepflanzt. Im Rheindelta wurden 2023 bereits im Rahmen von Vielfaltertagen Gehölze wie Hartriegel für Braunkehlchen und Orpheusspötter gesetzt. 2024 wurden die Gehölze betreut und Ausfälle durch Neupflanzungen ersetzt. Nur so kann langfristig garantiert werden, dass passende Lebensräume für diese zum Teil seltenen Vogelarten vorhanden sind.

Darüber hinaus wurden noch weitere wichtige Artenfördermaßnahmen mit vielen fleißigen Händen erfolgreich umgesetzt. Im Rheindelta wurden die Brutfloße der Flussseeschwalben gereinigt und repariert. Für Fledermäuse wurden spezielle Nistkästen instandgesetzt und ausgebracht. Und auch für die Zauneidechsen wurden neue Lebensräume gezielt gefördert. Im Fohramoos konnte durch die Erneuerung eines Holzbohlenweges eine wertvolle Lenkungsmaßnahme verwirklicht werden.

Die Brutfloße für die Flussseeschwalbe müssen regelmäßig in Schuss gehalten werden - auch hier helfen freiwillige Helferinnen und Helfer mit © RM ESG

Die Organisation von 90 Vielfaltertagen ist keine Selbstverständlichkeit. Seit Jahren setzt das Regionsmanagement auf bewährte Partnerschaften und Kooperationen, wie etwa mit den Ortsgruppen der Vorarlberger Naturwacht, der inatura, dem Naturpark Nagelfluhkette, dem Biosphärenpark Großes Walsertal, dem Alpenverein Vorarlberg, den MACHWAS-Tagen der aha-Jugendinfo Vorarlberg oder dem Bergwaldprojekt. Ein herzliches Dankeschön geht an die Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer und an die Gemeinden sowie Grundbesitzenden, die mit ihrer Expertise, Arbeitszeit, Materialtransport und Abfallentsorgung oder einer Jause maßgeblich zum Gelingen der Vielfaltertage beitragen. Ganz besonders danken möchten wir allen freiwilligen und engagierten Helferinnen und Helfern, die durch ihren Einsatz den Erfolg der Vielfaltertage erst ermöglichen.

Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz zum Schutz unserer heimischen Biodiversität!

Gemeinsam anpacken und mit Freude in der Natur arbeiten © RM Europaschutzgebiete

Die Gehölzpflege zur Förderung der Lebensräume des Neuntöters in der Brazer Allmein zählt zum jährlichen Fixpunkt in der Region Montafon-Klostertal© RM ESG

Nur durch die tatkräftige Unterstützung von vielen Freiwilligen können die wertvollen Pflegemaßnahmen umgesetzt werden © RM ESG

Vielfaltertage 2025 – wann und wo?

Auch im Jahr 2025 wird wieder eine bunte Palette an Vielfaltertagen angeboten und zum gemeinsamen Schaffen eingeladen. Weitere Infos zu den Terminen finden sich unter www.naturvielfalt.at/vielfaltertage

Text: Raphael Hoschek
Veröffentlichung: 5. März 2025

74 Vielfaltertage, 485 teilnehmende Freiwillige und 1.700 Arbeitsstunden in 12 Europaschutzgebieten – das ist die beeindruckende Bilanz der Vielfaltertage 2023. Unter Anleitung der Gebietsbetreuenden und des Regionsmanagements Europaschutzgebiete wurden Neophyten ausgerupft, Gehölze zurückgedrängt, Biotope instandgesetzt und neue Lebensräume geschaffen. Ein großes Dankeschön geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ohne die diese Arbeitseinsätze nicht möglich wären!

Vielfaltertage 2023 - den Goldruten geht es an den Kragen © RM Europaschutzgebiete

Die so genannten „Vielfaltertage“ sind ein fester Bestandteil der jährlichen Aktivitäten des Regionsmanagements Europaschutzgebiete. Dabei geht es um die Pflege oder Neuanlage von naturschutzfachlich wertvollen Lebensräumen unter Mitwirkung freiwilliger Helferinnen und Helfer, die sich aktiv für den Naturschutz einsetzen wollen.

Lebensräume von Menschenhand

Viele wertvolle Naturjuwele in Vorarlberg sind Teil einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft. Die regelmäßige Nutzung und Pflege dieser extensiv bewirtschafteten Flächen sind ein wichtiges Kriterium für deren Erhalt. Denn ohne Zutun des Menschen würden viele Alpweiden, Streu- und Magerwiesen zusehends verbuschen, wodurch zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren würden. Darüber hinaus verdrängen eingeschleppte Pflanzenarten, so genannte invasive Neophyten, die heimische Flora. Auch hier muss nachgeholfen werden, um die heimische Biodiversität zu schützen. Wertvolle und sensible Lebensräume sind durch die intensivere Nutzung der Landschaft aber auch vielerorts verloren gegangen bzw. zurückgedrängt worden. Eine gezielte Anlage solcher Lebensräume sichert den Erhalt von vielen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten.

Die Streuwiesen in Gsieg-Obere Mähder - von ``Hand`` gemacht © RM Europaschutzgebiete

Vielfalt an Lebensräumen, Vielfalt an Maßnahmen      

Ein alljährlicher Schwerpunkt der Vielfaltertage ist die Beseitigung von Neophyten und anderen Problempflanzen wie Springkraut, Goldrute oder Adlerfarn. In den Riedgebieten des Rheintals und im Frastanzer Ried geht es vor allem Springkraut und Goldrute an den „Kragen“. In den Berglagen macht vielfach der Adlerfarn Probleme, wenn er wertvolle Magerwiesen und Alpflächen überwuchert. Insgesamt wurden im Kalenderjahr 2023 49 Einsätze zur Bekämpfung von Neophyten und Problempflanzen organisiert.

Beherzter Einsatz der freiwilligen Helferinnen und Helfer in Vorarlbergs Riedgebieten © RM Europaschutzgebiete

Vielfaltertag im Frastanzer Ried © RM Europaschutzgebiete

Motivierte Helferinnen und Helfer in Bangs-Matschels © RM Europaschutzgebiete

Vor (links) und nach (rechts) dem Vielfaltertag © RM Europaschutzgebiete

Das Ergebnis kann sich sehen lassen © RM Europaschutzgebiete

Eine andere Maßnahme ist das gezielte Zurückschneiden von aufkommenden Gehölzen, um den offenen Charakter der Landschaft oder eines speziellen Lebensraums, wie z. B. von Mooren, zu bewahren. Dies kommt auch vielen Bodenbrütern oder dem Neuntöter zugute, die gerne einen guten Überblick über ihr Revier bewahren. Ebenso ergeht es dem Birkhuhn, das auf strukturreiche Alpweiden angewiesen ist und bei immer dichter wachsenden Alpenrosengebüschen zunehmend geeignete Lebensräume einbüßt. Das Offenhalten von Alpweideflächen steht deshalb im Europaschutzgebiet Verwall jährlich im Fokus der Vielfaltertage.

Mosaikartiges Schwenden von Alpenrosen für das Birkhuhn im Verwall © RM Europaschutzgebiete

Vielfaltertag auf der Alpe Gibau © RM Europaschutzgebiete

Im Einsatz für das Birkhuhn im Verwall © RM Europaschutzgebiete

Anlegen von Huderstellen für das Birkhuhn © RM Europaschutzgebiete

Eine ausreichende und köstliche Verpflegung darf natürlich nicht fehlen © RM Europaschutzgebiete

Gehölze werden aber nicht nur zurückgeschnitten, sondern teilweise auch gepflanzt. Dies geschieht, wenn sie einen wichtigen ökologischen Wert, zum Beispiel als Futterpflanzen oder Nistbäume haben. Im Rheindelta können sich dank der Vielfaltertage das Braunkehlchen und der Orpheusspötter über neue Gehölze freuen. Kleingewässer, welche für die heimischen Amphibien eine essentielle Lebensgrundlage darstellen, werden gepflegt oder neu angelegt. In der Bregenzerachschlucht ergänzen neu angelegte Pfützen das Lebensraumangebot für Gelbbauchunken im Gebiet. Im Rheindelta wurden die Brutflosse der Flussseeschwalben wie jedes Jahr gereinigt, und für Fledermäuse wurden Nistkästen aufgehängt.

Verbissschutz für Vogelbeeren im Europaschutzgebiet Verwall © RM Europaschutzgebiete

Neue Lebensräume für die Gelbbauchunke im Europaschutzgebiet Bregenzerachschlucht © RM Europaschutzgebiete

Im Einsatz für die Gelbbauchunke © RM Europaschutzgebiete

Kooperationen und Partner

Betreuung der Brutfloße für Schwarzkopfmöwe und Flussseeschwalbe © RM Europaschutzgebiete

70 und mehr Vielfaltertage organisieren sich nicht von allein. Das Regionsmanagement setzt seit Jahren auf bewährte Partner und Kooperationen, darunter die Ortsgruppen der Naturwacht Vorarlberg, der Naturpark Nagelfluhkette und der Biosphärenpark Großes Walsertal, der Alpenverein Vorarlberg, die MACHWAS-Tage des aha-Jugendinfo Vorarlberg oder das Bergwaldprojekt und viele mehr. Ein großes Dankeschön gebührt den Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern, Gemeinden und Grundbesitzenden vor Ort, die die Vielfaltertage mit ihrer Fachexpertise, Arbeitszeit, Materialtransport und Abfallentsorgung oder einer Jause unterstützen. Nicht zuletzt möchten wir uns bei allen freiwilligen und motivierten Helferinnen und Helfern bedanken, die die Vielfaltertage in dieser Form überhaupt ermöglichen. Danke für euren unermüdlichen Einsatz für den Erhalt unserer heimischen Biodiversität!

Kooperation mit den MACHWAS-Tagen des aha Jugendinfo Service. Danke an die HAK Bregenz (2ea) für die Unterstützung im Europaschutzgebiet Roßbündta © RM Europaschutzgebiete

Voller Einsatz der Schülerinnen und Schüler bei den MACHWAS-Tagen im Frastanzer Ried © RM Europaschutzgebiete

Ein herzliches Dankeschön an die 3a des BG Schillerstraße © RM Europaschutzgebiete

Auch mit der Alpenvereinsjugend Montafon konnte erfolgreich Springkraut beseitigt werden © RM Europaschutzgebiete

Ein herzliches Dankeschön an das Team des Schweizer Bergwaldprojekts © RM Europaschutzgebiete

Vielfaltertage 2024 – wann und wo?

Auch im Jahr 2024 wird wieder eine bunte Palette an Vielfaltertagen angeboten und zum gemeinsamen Schaffen eingeladen. Weitere Infos zu den Terminen finden sich unter www.naturvielfalt.at/vielfaltertage

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Unbedingt notwendige Cookies

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir deine Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.

Analytische Cookies

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.

Marketing Cookies

Mithilfe von Marketing-Cookies werden Besucher über Websites hinweg verfolgt, um relevante und ansprechende Werbung anzuzeigen.