Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist das Europaschutzgebiet Bangs-Matschels für die großen Bestände der Sibirischen Schwertlilie, die zur Blütezeit im Frühjahr zahlreiche Naturliebhaber in das Gebiet locken.
Millionen von Sibirischen Schwertlilien verwandeln die Streuwiesen im Unterried in ein blaues Blütenmeer © UMG Umweltbüro Grabher
Blüte der Einfachen Wiesenraute (Thalictrum simplex) im Unterried © UMG Umweltbüro Grabher
Winterlandschaft im Bangser Ried © UMG Umweltbüro Grabher
Irisblüte im Bangser Ried © RM Europaschutzgebiete
Hechtloch © UMG Umweltbüro Grabher
Blick von oben auf Nofels in Richtung Schweiz. Das Natura 2000-Gebiet Bangs-Matschels liegt eingebettet zwischen Ill und Rhein © Land Vorarlberg
Die beiden Gebiete Bangser Ried und Matschels wurden bereits 1974 als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Knapp 30 Jahre später wurden sie Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000. Hier findet noch manche seltene Art, die anderswo bereits längst verschwunden ist, einen geeigneten Lebensraum.
Von besonderer Bedeutung sind die 80 Hektar Streuwiesen, die mit Feldgehölzinseln reich strukturiert sind. Diese extensiv bewirtschafteten Flachmoore werden nicht gedüngt und nur einmal im Herbst gemäht. Sie sind ein wertvoller Lebensraum für Sibirische Schwertlilie und Sumpf-Gladiole sowie für seltene und gefährdete Vogelarten wie Wachtelkönig und Neuntöter. In der Umgebung von Bangs-Matschels konnten bislang über 1.100 Schmetterlingsarten nachgewiesen werden. Darunter finden sich Seltenheiten wie die europaweit geschützten Skabiosen-Scheckenfalter und der Helle und Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Die ausgedehnten Waldflächen im Gebiet bilden den größten geschlossenen Wald der Talsohle im Rheintal.
Fakten
Fläche: 447 ha
Höhe: 430 m. ü. A.
Lage: Stadt Feldkirch, im Dreiländereck von Österreich, Liechtenstein und der Schweiz
Natura 2000-Managementregion: Rheintal
Erhaltungsziele: AT3408000 Ziele
Schutzgüter und weitere bemerkenswerte Arten
Die Schutzgüter des Gebietes sind besonders typische und seltene bzw. gefährdete Lebensräume und Arten, für deren Erhalt das Europaschutzgebiet Bangs-Matschels nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie der Vogelschutz-Richtlinie ausgewiesen wurde. Einige dieser Schutzgüter wollen wir Ihnen vorstellen:
Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
Das Braunkehlchen kehrt ab April aus seinem Winterquartier in Afrika südlich der Sahara zurück. Im Schutz der Streuwiesen baut der nur spatzengroße Vogel in einer Bodenmulde ein Nest. Die Streuwiesen bieten auch ausreichend Insektennahrung für die Jungenaufzucht. Zaunpfähle sind beliebte Sitzwarten, auf denen das Männchen seinen Gesang darbietet.
Duft-Lauch (Allium suaveolens)
Obwohl mit Schnittlauch und Knoblauch verwandt, riechen die Blüten des Duft-Lauchs deutlich weniger intensiv, sie duften sogar leicht süßlich. Die Blütezeit beginnt im Hochsommer und dauert bis in den Herbst. Damit die Samenreifung abgeschlossen werden kann, ist eine möglichst späte Mahd im Herbst für den Fortbestand des Duft-Lauches unerlässlich. Die österreichischen Vorkommen dieser Rarität beschränken sich auf das Rheintal und den Walgau sowie wenige Standorte in Ostösterreich.
Hinweise für Gebietsbesuchende
Streuwiesen nicht betreten
Das Betreten von Streuwiesen und sonstigen landwirtschaftlichen Flächen in der Zeit von 15.03. bis 15.09. ist verboten.
Keine Blumen pflücken
Es ist nicht erlaubt, Pflanzen oder Pflanzenteile zu entnehmen.
Leinenpflicht für Hunde
Hunde müssen ganzjährig an einer Leine mit max. 1,5 m Länge geführt werden.
Ortspolizeiliche Verordnung betreffend Hundehaltung (AZ f100.0-3/2016-4)
Zelten verboten
Zelten und Lagern sind nicht erlaubt.
Abfälle und Lärm vermeiden
Hinterlassen Sie keine Abfälle in der Natur und vermeiden Sie Lärm, der die Tierwelt beunruhigt.
Weg bitte nicht verlassen
Bitte bleiben Sie ganzjährig auf den befestigten Wegen.
Naturbeobachtung
Mit einem Fernglas lassen sich Naturbeobachtungen einer ungestörten Tier- und Pflanzenwelt besonders gut durchführen.
Verordnungen über die Naturschutzgebiete Bangser Ried und Matschels
Kontakt
Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Petra Häfele, BSc
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