Der Gebirgslebensraum Verwall ist Inhalt der naturkundlichen Ausstellung in Partenen© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Was ist Natura 2000? Welche Tier- und Pflanzenarten leben in Wald, Moor und Gebirge? Und was sind die Besonderheiten des Verwall? Im „Naturraum.Verwall“ erhalten Besuchende ab Ende Juni 2025 spannende Einblicke in die vielfältige Lebewelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon. Ein Projekt des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder mit der Gemeinde Gaschurn.

Ab 27.06. täglich von 07:00-22:00
Eintritt frei!

Adresse:
Dorfplatz Partenen
6794 Partenen im Montafon

Einblick in den Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Modellprojektion Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Eröffnungs-Programm 2025

Es erwartet dich ein spannendes Eröffnungsprogramm mit Führungen durch die Ausstellung, Kinder- und Ferienprogramm sowie Exkursionen in die Europaschutzgebiete Wiegensee & Verwall. Wer sich aktiv für die heimische Naturvielfalt einsetzen möchte, kann außerdem bei den freiwilligen Arbeitseinsätzen (Vielfaltertage) mitwirken!

Alle Aktivitäten sind kostenlos (Ausnahme: BergePlus Exkursionen)

Für Exkursionen, Führungen und Kinderaktivitäten bitten wir um Anmeldungen bis zum Vortag unter verwall.office@natura2000.or.at oder 0664 1995495 (Stefanie Peiker)

Die BergePlus-Exkursionen von Montafon Tourismus können hier gebucht werden.

Kinderprogramm

Komm mit Sperlingskauz KAUZI und Schneehuhn FRIEDA auf Erkundungstour durch den Naturraum.Verwall und löse die 10 Aufgaben in einer spannenden Rätselrallye!

ca. 3 stündiges Kinderprogramm mit Rätselrallye und anderen spannenden Aktivitäten.

Mit den Naturfüherinnen Stefanie Peiker, Monika Dönz-Breuß und Sarah Bachmann

Anmeldung: bis zum Vortag um 18:00 unter verwall.office@natura2000.or.at oder 0664 1995495

Rätselrallye durch den Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Exkursionen zum Wiegensee

28.06 und 05.07.

Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn in Partenen
Route:  Mittelstation Tafamuntbahn – Wiegensee – Mittelstation Tafamuntbahn
Höhenmeter: 400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg
Dauer: ca. 5 Stunden
Mitzubringen: festes Schuhwerk und Wetterschutz, Getränke und Jause nach eigenem Bedarf und falls vorhanden Fernglas und Lupe.
Kosten: Ticket für die Bergbahnen Tafamunt
Exkursionsleitung: Naturführerinnen Stefanie Peiker und Monika Dönz-Breuß
Anmeldung: bis zum Vortag um 18:00

ab 03.07. jeden Donnerstag
(BergePlus von Montafon Tourismus)

Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn in Partenen
Route: Bergstation Tafamuntbahn – Wiegensee – Verbellaalpe – Zeinisjoch – mit dem Bus über die Silvretta Hochalpenstraße retour nach Partenen
Höhenmeter: 550 Höhenmeter im Aufstieg, 250 im Abstieg
Dauer: ca. 7 Stunden
Mitzubringen: festes Schuhwerk und Wetterschutz, Getränke und Jause nach eigenem Bedarf (Einkehr bei der Alpe Verbella möglich) und falls vorhanden Fernglas und Lupe.
Exkursionsleitung: Naturführerinnen Stefanie Peiker und Monika Dönz-Breuß
Kosten: regulär 30 EUR zzgl. Bergbahnticket
Anmeldung: BergePlus

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns ist für das Management der Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal verantwortlich. Neben dem Schutz der Lebensraumvielfalt innerhalb des Natura 2000-Netzwerkes zählen Information, Kommunikation und Bildung zu den Hauptaufgaben des Vereins.

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Schutzgebietsbetreuung im Montafon und Klostertal

Seit September 2013 werden die Europaschutzgebiete im Montafon und im Klostertal talschaftsübergreifend betreut. Zu diesem Zweck haben die beteiligten Gemeinden gemeinsam mit der Umweltabteilung des Landes, dem Stand Montafon und der Regio Klostertal-Arlberg den „Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder“ gegründet. Seit Mai 2017 ist der Naturschutzverein Teil des Natura 2000-Regionsmanagements in Vorarlberg. Der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder versteht sich als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen in der Region und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über und das Bewusstsein für die Natura 2000-Gebiete in der Bevölkerung zu steigern. Eine gezielte Besucherlenkung und -information stehen dabei ebenso im Vordergrund wie Maßnahmen zum Erhalt der Schutzgüter in den Natura 2000-Gebieten.

Die Aktivitäten des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder werden unterstützt mit Mitteln des Landes Vorarlberg und der Europäischen Union.

Ziele des Naturschutzvereins

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wissen und Akzeptanz steigern

  • Fortführung und Optimierung eines professionellen, talschaftübergreifenden Schutzgebietsmanagements
  • Verankerung des Vereins und seiner Tätigkeiten in der Region sowie Etablierung als zuverlässige Kontaktstelle für Gemeinden und andere relevante Interessensgruppen.
  • Sensibilisierung der Bevölkerung in Hinblick auf die Ziele des europäischen Natura 2000-Netzwerks und die Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal
  • Schaffung von Multiplikatoren in und außerhalb der Region für die Ziele des Naturschutzes.
  • Vernetzung mit anderen Akteuren des Naturschutzes im In- und Ausland

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

   Lebensräume und Arten schützen

  • Erhalt, Pflege und Wiederherstellung der Lebensräume und Habitate der Arten der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie sowie anderer, schützenswerter Lebensräume und Arten
  • Lenkung der unterschiedlichen Nutzungen in den Europaschutzgebieten als wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Naturschutz, Naturerlebnis und nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzung
  • Gewinn neuer Erkenntnisse über den Erhaltungszustand der Schutzgüter, deren Bestandsentwicklung, Biologie, Gefährdung und Lebensraumansprüche

Die Europaschutzgebiete in der Region Montafon-Klostertal

Mitglieder des Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Montafon

  • Gemeinde Gaschurn
  • Gemeinde St. Gallenkirch
  • Gemeinde Silbertal
  • Gemeinde Bartholomäberg
  • Gemeinde St. Anton im Montafon
  • Stand Montafon
  • Montafon Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Klostertal

  • Gemeinde Klösterle
  • Gemeinde Bludenz
  • Gemeinde Innerbraz
  • Gemeinde Dalaas
  • REGIO Klostertal-Arlberg
  • Alpenregion Bludenz Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Naturschutz

  • Land Vorarlberg (Abteilung Umwelt- und Klimaschutz)
  • Naturschutzanwaltschaft
  • BirdLife Vorarlberg

AKTUELL: Eröffnung des Naturraum.Verwall

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Auf Initiative der Gemeinde Gaschurn und in Kooperation mit dem Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder wurde das ehemalige Tourismusbüro in Partenen im Montafon in eine spannende naturkundliche Ausstellung verwandelt. Der Naturraum.Verwall gewährt spannende Einblicke in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon.

Der Naturraum.Verwall kann täglich von 07:00-22:00 kostenlos besucht werden. Weitere Infos findest du hier

AKTUELL: Schutzgebiete für Kinder erlebbar machen

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Mit Frieda und Kauzi die Schutzgebiete im Montafon und Klostertal entdecken – unter diesem Motto wurden in Zusammenarbeit mit Caro Pfister (Studio Pfister) und Richard Steiner (Werkstatt West) drei neue Schutzgebiets-Broschüren für Kinder und Junggebliebene entworfen. Darunter ein Ausstellungsführer für den Naturraum.Verwall, eine Rätselrallye auf der Heilbronner Hütte sowie eine spannende Faltbroschüre zu den Europaschutzgebieten im Montafon und Klostertal inkl. Wander-Bingo und Rätselspaß.

Weitere Infos zu Frieda und Kauzi findest du hier

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Regionsmanagement Europaschutzgebiete Montafon-Klostertal
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

 

Stefanie Peiker
Projektmitarbeit mit Schwerpunkt Besucherlenkung, Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligenprojekte
+ 43 664 / 1995 495
verwall.office@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Das „Regionsmanagement Europaschutzgebiete“ ist mit der Naturschutzarbeit für die Vorarlberger Europaschutzgebiete betraut und blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2024 zurück.

Die Team der Regionsmanagerinnen und Regionsmanager im März 2024 bei einer Exkursion ins Europaschutzgebiet Rohrach © RM ESG

Regionsmanagement Europaschutzgebiete

Unter der Bezeichnung „Regionsmanagement Europaschutzgebiete“ werden fünf Regionen mit insgesamt 39 Europaschutzgebieten in Vorarlberg zusammengefasst. Sieben Regionsmanagerinnen und Regionsmanager betreuen diese Schutzgebiete in Zusammenarbeit mit Naturschutzexpertinnen und -experten der Landesverwaltung sowie örtlichen Gebietsbetreuenden. Dabei werden gemeinsam mit den verschiedensten Akteurinnen und Akteuren in den Regionen die erforderlichen Maßnahmen zu Erreichung wichtiger EU-Naturschutzziele gesetzt. Die inatura – Erlebnis Naturschau in Dornbirn ist die Drehscheibe für das Team im „Regionsmanagement Europaschutzgebiete“.

Schutzgebietsmanagement und Vernetzung

Die Beratung und der regelmäßige Austausch mit wichtigen Akteurinnen und Akteuren in den Schutzgebieten, insbesondere Gemeinden, Grundeigentümerinnnen und Grundeigentümer und Bewirtschaftende, stellt eine bedeutende Kernaufgabe für die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager dar. Das Regionsmanagement bringt darüber hinaus sein Fachwissen bei unterschiedlichen Prozessen wie Umsetzungsprojekten, Behördenverfahren oder Verordnungsnovellierungen ein. Zentral ist auch die Erarbeitung von Managementplänen für die Schutzgebiete, in welchen wichtige Maßnahmen für den Erhalt gefährdeter Arten und Lebensräume beschrieben sind. Im Jahr 2024 wurden Managementpläne für die Schutzgebiete „Ifen“, „Bregenzerachschlucht“ und „Frastanzer Ried“ erstellt. Im Rahmen von Stakeholder-Prozessen wird stets eine konsensuale Umsetzung der empfohlenen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen angestrebt.

Der Gebietsbetreuertag führte 2024 auf die Alpe Gues im Verwall und widmete sich dem Thema Lebensraumgestaltung für Raufußhühner © RM ESG

Mitglieder der Naturwachtgruppe Feldkirch packen tatkräftig bei einem Vielfaltertag im Bangser Ried an © RM ESG

Das Regionsmanagement bedankt sich auch heuer wieder insbesondere bei den Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern für ihren Einsatz in den Europaschutzgebieten Vorarlbergs sowie bei allen Partnerorganisationen in den Regionen und landesweit für die zahlreichen Kooperationen und gemeinsam durchgeführten Projekte. Unsere Projektpartnerinnen und -partner sind:

Naturvielfalt Vorarlberg, inatura – Erlebnis Naturschau, Naturschutzverein Rheindelta, Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder, Respektiere deine Grenzen, Naturpark Nagelfluhkette, Biosphärenpark Großes Walsertal, Walgau-Wiesen-Wunderwelt, Naturwacht Vorarlberg, BirdLife Vorarlberg, Natur bewusst erleben Kleinwalsertal, Zentrum Naturerlebnis Alpin, Naturverträglicher Bergsport im Montafon, Vbg. Gemeinden, Schweizer Ortsgemeinden, REGIOs, Vorarlberger Waldverein, Vorarlberger Jägerschaft, div. Fachabteilungen des Landes Vorarlberg, div. Forstbetriebe, Museumsvereine, Tourismusverbände und viele mehr…

Das Jahr 2024 in Zahlen

Exkursionen

Exkursionen

36 Exkursionen

140 Kinder- und Jugendprogramme
vom Kindergarten bis zur Oberstufe

Monitoring

Monitoring

47 Monitoring-Projekte
und Erhebungen –
vom Frauenschuh bis zum Schneehuhn

Erhaltungs- maßnahmen

Erhaltungsmaßnahmen

62 Einzelprojekte zum Schutz und
Erhalt der Lebensräume

Vielfaltertage

Vielfaltertage

90 Vielfaltertage
819 Teilnehmende
2.604 ehrenamtliche Stunden

Veranstaltungen

Veranstaltungen

16 Vorträge und
Veranstaltungen

Medien

Medien

36 Medienberichte
50 Social Media-Beiträge
6 TV- und Radio-Beiträge

Im Folgenden eine Auswahl der im Jahr 2024 umgesetzten Projekte in den Bereichen Monitoring und wissenschaftliche Erhebungen, Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Monitoring und Erhebungen

Im Zentrum der Schutzgebietsbetreuung stehen die gebietsspezifischen Schutzgüter. Das sind besondere Arten oder Lebensräume von europaweiter Bedeutung. Im Rahmen von Monitorings wird die Entwicklung dieser Schutzgüter langfristig beobachtet, um den Handlungsbedarf für deren Erhalt abschätzen zu können. 2024 wurden 47 Monitoringprojekte und wissenschaftliche Erhebungen in den Vorarlberger Europaschutzgebieten durchgeführt. Die Umsetzung dieser Monitoringprojekte erfolgte überwiegend durch die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager. Die Monitorings wurden vorrangig für gefährdete Schutzgüter wie Amphibien (Kammmolch, Gelbbauchunke), Vögel (Neuntöter, Rot- und Schwarzmilan) oder Pflanzen (Alpen-Mannstreu, Frauenschuh) durchgeführt. Aber auch Störungszeiger wie Goldruten in Streuwiesen oder Adlerfarn in Magerwiesen wurden erfasst und dokumentiert.

Nachsuche von Ausschlupflöchern des Alpenbockkäfers in den Klostertaler Bergwäldern © RM ESG

Die Frauenschuh-Bestände werden in den Europaschutzgebieten jedes Jahr erhoben und dokumentiert © RM ESG

Vereinzelt wurden auch abiotischen Faktoren vom Regionsmanagement erfasst und ausgewertet.  Vier Jahre nach einer Moor-Restaurierung im Fohramoos kann anhand der Entwicklungen des Wasserstands im Moor beurteilt werden, ob mit den durchgeführten Grabenschließungen die nötige Stauwirkung und damit eine erfolgreiche Verbesserung des Wasserhaushalts erzielt wurde. Die Daten dafür liefern Messpegel vor Ort, die regelmäßig von der Regionsmanagerin ausgelesen und verarbeitet werden. Mittlerweile dürfen bereits erste Schlüsse über den potenziellen Erfolg des Moor-Restaurierungs-Projektes im Fohramoos gezogen werden!

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Hydrologisches Monitoring im Fohramoos“.

Luftbildaufnahme nach erfolgreichem Einbau der Spundwände in einem Schlitzgrabensystem im südlichen Teil des Moores © UMG Umweltbüro Grabher

Bei weiteren extern beauftragten Projekten und Untersuchungen wie die Birkhuhn-Zählung der Vorarlberger Jägerschaft, Erhebungen zum Farmland-Bird-Index von BirdLife oder das internationale Bartgeier-Monitoring hat das Regionsmanagement mitgewirkt.

Weiterführende Informatione über die Teilnahme am Internationalen Bartgeiermonitoring finden Sie im Bericht „Bartgeier“.

Bartgeier-Monitoring in Vorarlberg © Thomas Hennerbichler

Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen

Von den Ergebnissen solcher Zustandserhebungen mittels Monitorings oder aus Fachgrundlagen wie Managementplänen leiten sich Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen ab, deren Umsetzung Kern der eigentlichen Naturschutzarbeit darstellen. Im Jahr 2024 konnten 62 konkrete Schutzmaßnahmen zum Erhalt oder zur Verbesserung von Lebensräumen und Arten zur Umsetzung gebracht werden. Die Bandbreite an Maßnahmen ist vielseitig und reicht von Lebensraumverbesserungen für Wiesenbrüter, der Anlage von Feuchtbiotopen für Amphibien, dem Anbringen von Nisthilfen für Fledermäuse oder Dohlen bis hin zur Stauung von Entwässerungsgräben in Mooren und Besucherlenkungsmaßnahmen in besonders sensiblen Gebietsteilen. Die Umsetzungen werden von Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern, Naturwachtmitgliedern, Bauhofmitarbeitern, Gemeinden und Vereinen tatkräftig unterstützt.

Im Europaschutzgebiet Verwall werden mit unterschiedlichen Beweidungsprojekten wertvolle Gebirgslebensräume geschützt und erhalten. Für ein erfolgreiches Weidemanagement in besonders sensiblen Lebensräumen wie Mooren ist eine gute Zusammenarbeit mit den Alpbewirtschaftenden von enormer Bedeutung.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Weidemanagement im Europaschutzgebiet Verwall“.

Beweidungsprojekt im Europaschutzgebiet Verwall © RM ESG

Im Frastanzer Ried wurden mit den Moordetektiven der Mittelschule und mit Unterstützung der Marktgemeinde Frastanz zwei Teichbecken als Laichgewässer für die Gelbbauchunke eingebaut. Bereits wenige Wochen später konnten die Schülerinnen und Schüler die ersten Individuen entdecken! Eine erfolgreiche Fortpflanzung dieser gefährdeten Amphibienart im Schutzgebiet Frastanzer Ried konnte somit erstmals wieder nachgewiesen werden.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Amphibien schützen – durch Monitoring, Schaffung und Pflege ihrer Lebensräume“.

Die Gelbbauchunke ist am schlammigen Grund perfekt getarnt, schwimmend kann man sie aber gut erkennen © RM ESG

Auch außerhalb der Europaschutzgebiete setzt sich das Regionsmanagement für Artenschutz und Lebensraumvernetzung ein. 2024 konnte ein Schweizer Artenförderprojekt für die Dohle (Coloeus monedula) erfolgreich in Vorarlberg begonnen werden. Sowohl am Hängenden Stein in Nüziders als auch am Schlosshügel in Koblach wurden Nistkästen in den Felswänden befestigt. Für die sorgsame Umsetzung dieser herausfordernden Arbeiten im Fels durfte BirdLife und das Regionsmanagement auf die Unterstützung und Kooperation mehrerer Partner zählen, u.a. der Bergrettung Hohenems.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Nisthöhlen für die Dohle“.

Die Bergrettung Hohenems befestigt die ersten 13,5 kg schweren Dohlen-Nisthöhlen aus langlebigem Holzbeton an der Felswand © RM ESG

Leuchtturmprojekt „Vielfaltertage“

Die „Vielfaltertage“ sind ein fester Bestandteil der jährlichen Aktivitäten des Regionsmanagements. Bei zahlreichen Arbeitseinsätzen in Schutzgebieten wurden mit der Unterstützung von Freiwilligen Neophyten wie Goldruten und Springkraut ausgerissen, Gehölze zurückgeschnitten, Uferbereiche gereinigt, Brutfloße repariert und Holzbohlenwege in Mooren erneuert.

90 Vielfaltertage mit 819 Freiwilligen, davon 233 Kinder und Jugendliche, und 2.604 ehrenamtliche Arbeitsstunden in zwölf Europaschutzgebieten – das ist die beeindruckende Bilanz der Vielfaltertage im Jahr 2024. Dank des Engagements zahlreicher Freiwilliger wurde damit ein außerordentlich wichtiger Beitrag für den Schutz und die Pflege unserer Natur- und Kulturlandschaft geleistet.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht „Vielfaltertage 2024 – gemeinsam für die Natur anpacken“.

Freiwillige helfen tatkräftig beim Schwenden von Alpenrosen mit und erhalten dadurch wertvollen Lebensraum für das Birkhuhn © RM ESG

Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen von Artikeln in Gemeindeblättern, Interviews in Radio und Fernsehen sowie Fachvorträgen und Informationsständen z.B. „Lange Nacht der Forschung“ wurden der Bevölkerung wissenswerte Einblicke in die Europaschutzgebiete geboten. Beiträge auf unterschiedlichen Social-Media-Kanälen sowie auf der Homepage www.naturvielfalt.at in Form von Berichten und Veranstaltungsankündigungen runden das Angebot für die breite Öffentlichkeit ab. Ein besonderer Fokus wird auf die Naturvermittlung direkt in den Schutzgebieten gelegt: Auf 35 Exkursionen boten die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager Interessierten einen weitgefächerten Einblick zu den heimischen Naturschätzen an. Mit 140 Führungen wurde darüber hinaus ein buntes Kinder- und Jugendprogramm über das gesamte Jahr hinweg absolviert, wodurch bereits bei den Kleinsten die Begeisterung für die Natur vor unserer Haustüre geweckt wird.

Einblick in die Europaschutzgebieten bei der „Langen Nacht der Forschung“ © Michael Nussbaumer

Spannendes Kinderprogramm bei einer Veranstaltung im Silbertal © RM ESG

Mit tatkräftiger Unterstützung der Offenen Jugendarbeit Klostertal wurden Nistkästen für den Raufußkauz erstellt und aufgehängt © RM ESG

Exkursion mit den Gewinnern des inatura Pub-Quiz ins Europaschutzgebiet Übersaxen-Satteins © RM ESG

Bei den „Ferienfaxn Übersaxen“ waren schon die Kleinsten Igel, Eichhörnchen und Mäusen auf der Spur © RM ESG

Viele interessierte Naturbegeisterte nahmen an der inatura-Exkursion des Regionsmanagements in das Bangser Ried in Feldkirch teil © RM ESG

Wer mehr über das Regionsmanagement Europaschutzgebiete, die einzelnen Schutzgebiete und die zahlreichen Projekte in den Regionen erfahren möchte, findet hier weiterführende Informationen:

 

Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Naturschutzverein Rheindelta
Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Text: Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Veröffentlichung: 5. März 2025

Die Vielfaltertage 2024 verzeichnen eine beeindruckende Bilanz: 90 Einsatztage, 819 engagierte Freiwillige von Jung bis Alt und insgesamt 2.604 geleistete Arbeitsstunden in zwölf Europaschutzgebieten. Unter der Anleitung der Regionsmanagerinnen und Regionsmanager und mit Unterstützung von Gebietsbetreuenden wurden Neophyten entfernt, Gehölze geschnitten, Biotope instandgesetzt und neue Lebensräume geschaffen. Ein herzliches Dankeschön an die vielen Beteiligten, durch deren Unterstützung diese wertvollen Pflegemaßnahmen erst ermöglicht werden!

Vielfaltertag im Frastanzer Ried: die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern beseitigten fleißig größere Bestände des invasiven Japanknöterichs © RM ESG

Die „Vielfaltertage“ sind ein integraler Bestandteil des jährlichen Programms des Regionsmanagements in den Vorarlberger Europaschutzgebieten. Ziel ist es, durch die Unterstützung freiwilliger Helferinnen und Helfer aktiven Naturschutz zu betreiben, indem wertvolle Lebensräume gepflegt oder wichtige Habitate neu geschaffen werden.

Mit Rechen, Motorsense und viel Ausdauer werden Neophyten entfernt © RM ESG

Auf feuchten bis nassen Standorten kann das in den Berglagen Asiens heimische Drüsige Springkraut dominante Bestände bilden. Motivierte Freiwillige leisten durch das Ausreißen in geschützten Streuwiesen einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Springkrauts © RM ESG

Von Menschen gestaltete Lebensräume

Viele der wertvollen Naturjuwele in Vorarlberg sind Teil einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft. Die regelmäßige Nutzung und Pflege dieser extensiv bewirtschafteten Flächen spielen eine entscheidende Rolle für ihren Erhalt. Ohne Bewirtschaftung würden viele Alpweiden, Streu- und Magerwiesen zunehmend verbuschen, wodurch zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren würden. Zudem verdrängen invasive Neophyten, also eingeschleppte Pflanzenarten, die heimische Flora. Auch hier kann der Schutz der Biodiversität durch gezielte Maßnahmen unterstützt werden. Durch die intensivere Nutzung der Landschaft sind jedoch vielerorts wertvolle und sensible Lebensräume verloren gegangen oder zurückgedrängt worden. Die gezielte Schaffung solcher Lebensräume ist daher von großer Bedeutung, um den Fortbestand vieler spezialisierter Tier- und Pflanzenarten zu sichern.

Vielfältige Lebensräume, vielfältige Maßnahmen

Ein alljährlicher Schwerpunkt der Vielfaltertage ist die Zurückdrängung von Neophyten und Problempflanzen, die sich in extensiv bewirtschafteten Flächen wie Magerwiesen und Streuwiesen oder entlang von Bächen dominant ausbreiten. In den Riedgebieten der Tallagen geht es vor allem dem Springkraut und den Goldruten an den „Kragen“. In den Berglagen macht vielfach der Adlerfarn Probleme, wenn er wertvolle Magerwiesen und Alpflächen überwuchert. Mit 60 Vielfaltertagen wurde ein Großteil der Arbeitseinsätze im Kalenderjahr 2024 der Zurückdrängung von Neophyten und Problempflanzen gewidmet.

Bei vielen Vielfaltertagen wurden Drüsiges Springkraut und Goldrute aus Streuwiesen der Tallagen entfernt © RM ESG

Inmitten der Streuwiesen des Frastanzer Rieds trägt das händische Entfernen von ortsfremden Goldruten zur Förderung der lokalen Artenvielfalt bei © RM ESG

Nicht nur reaktiv, sondern auch präventiv kann die Ausbreitung von invasiven Neophyten und anderen Problempflanzen gehandhabt werden. In der Bregenzerachschlucht wurden Böschungen, die im Zuge der Erneuerung einer Fischaufstiegshilfe entstanden sind, mit standortangepassten Weidenstecklingen bepflanzt. Ziel ist der rasche und flächige Bewuchs mit heimischen Pflanzen, in denen Neophyten bestenfalls gar nicht erst Fuß fassen können.

Eine weitere Pflegemaßnahme ist das gezielte Zurückschneiden von Gehölzen, um den offenen Charakter bestimmter Lebensräume zu bewahren. Dies kommt in den Riedgebieten der Tallagen den gefährdeten Wiesenbrütern wie Großer Brachvogel oder Braunkehlchen zugute, die einen weiten Überblick in ihrem Brutrevier bevorzugen. Auch für den Neuntöter wurden gezielte Maßnahmen in der Brazer Allmein umgesetzt. Diese Vogelart nutzt bevorzugt einzelstehende und dichtwüchsige Gehölze in der halb-offenen Weidelandschaft als Bruthabitat. Ebenso ergeht es dem Birkhuhn, das auf strukturreiche Alpweiden angewiesen ist und bei immer dichter wachsenden Alpenrosengebüschen zunehmend geeignete Lebensräume einbüßt. Das Offenhalten von Alpweideflächen steht deshalb im Europaschutzgebiet Verwall jedes Jahr aufs Neue im Fokus der Vielfaltertage.

Freiwillige helfen tatkräftig beim Schwenden von Alpenrosen mit und erhalten dadurch wertvollen Lebensraum für das Birkhuhn © RM ESG

In den Riedgebieten des Rheintals wird das traditionelle Schneiden von Kopfweiden fortgeführt © RM ESG

Gehölzpflege wird in den Riedgebieten der Tallagen nur in den Wintermonaten durchgeführt © RM ESG

Gehölze werden aber nicht nur zurückgeschnitten, sondern auch gezielt als Futterpflanzen, Sitzwarten oder Nistbäume gepflanzt. Im Rheindelta wurden 2023 bereits im Rahmen von Vielfaltertagen Gehölze wie Hartriegel für Braunkehlchen und Orpheusspötter gesetzt. 2024 wurden die Gehölze betreut und Ausfälle durch Neupflanzungen ersetzt. Nur so kann langfristig garantiert werden, dass passende Lebensräume für diese zum Teil seltenen Vogelarten vorhanden sind.

Darüber hinaus wurden noch weitere wichtige Artenfördermaßnahmen mit vielen fleißigen Händen erfolgreich umgesetzt. Im Rheindelta wurden die Brutfloße der Flussseeschwalben gereinigt und repariert. Für Fledermäuse wurden spezielle Nistkästen instandgesetzt und ausgebracht. Und auch für die Zauneidechsen wurden neue Lebensräume gezielt gefördert. Im Fohramoos konnte durch die Erneuerung eines Holzbohlenweges eine wertvolle Lenkungsmaßnahme verwirklicht werden.

Die Brutfloße für die Flussseeschwalbe müssen regelmäßig in Schuss gehalten werden - auch hier helfen freiwillige Helferinnen und Helfer mit © RM ESG

Die Organisation von 90 Vielfaltertagen ist keine Selbstverständlichkeit. Seit Jahren setzt das Regionsmanagement auf bewährte Partnerschaften und Kooperationen, wie etwa mit den Ortsgruppen der Vorarlberger Naturwacht, der inatura, dem Naturpark Nagelfluhkette, dem Biosphärenpark Großes Walsertal, dem Alpenverein Vorarlberg, den MACHWAS-Tagen der aha-Jugendinfo Vorarlberg oder dem Bergwaldprojekt. Ein herzliches Dankeschön geht an die Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer und an die Gemeinden sowie Grundbesitzenden, die mit ihrer Expertise, Arbeitszeit, Materialtransport und Abfallentsorgung oder einer Jause maßgeblich zum Gelingen der Vielfaltertage beitragen. Ganz besonders danken möchten wir allen freiwilligen und engagierten Helferinnen und Helfern, die durch ihren Einsatz den Erfolg der Vielfaltertage erst ermöglichen.

Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz zum Schutz unserer heimischen Biodiversität!

Gemeinsam anpacken und mit Freude in der Natur arbeiten © RM Europaschutzgebiete

Die Gehölzpflege zur Förderung der Lebensräume des Neuntöters in der Brazer Allmein zählt zum jährlichen Fixpunkt in der Region Montafon-Klostertal© RM ESG

Nur durch die tatkräftige Unterstützung von vielen Freiwilligen können die wertvollen Pflegemaßnahmen umgesetzt werden © RM ESG

Vielfaltertage 2025 – wann und wo?

Auch im Jahr 2025 wird wieder eine bunte Palette an Vielfaltertagen angeboten und zum gemeinsamen Schaffen eingeladen. Weitere Infos zu den Terminen finden sich unter www.naturvielfalt.at/vielfaltertage

Text: Raphael Hoschek
Veröffentlichung: 5. März 2025

Im Jahr 2024 waren die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager kräftig für den Amphibienschutz tätig. Das Regionsmanagement führte wissenschaftliche Erhebungen zu ausgewählten Amphibienarten durch. Dadurch kann die Population in einem Schutzgebiet über die Jahre hinweg beobachtet werden, wodurch Bestandsschwankungen sichtbar werden. Um den Arten zusätzlich „unter die Arme zu greifen“ und ihren Lebensraum zu sichern, wurden mehrere Instandhaltungsmaßnahmen an Biotopen oder Neuanlagen von Kleingewässern durchgeführt.

Die nur etwa 3,5 bis 5 cm große Gelbbauchunke erkennt man durch ihre herzförmigen Pupillen und den gelbfleckigen Bauch © RM ESG

Kammmolch-Monitoring

Rheintal | Alle drei Jahre werden in den Vorarlberger Europaschutzgebieten die nach FFH-Richtlinie geschützten Amphibienarten Kammmolch (Triturus cristatus) und Gelbbauchunke (Bombina variegata) erhoben. In Vorarlberg befindet sich abseits des Rheindeltas das bedeutendste Kammmolch-Vorkommen in der Oberen Mähder bei Lustenau. Ein ehemaliger Nebenarm des Alpenrheins beherbergt heute eine Vielzahl an Kleingewässern, die sogenannten Seelachenbiotope. Mit Hilfe von Reusen, welche am Abend in das Gewässer eingebracht und am nächsten Morgen kontrolliert wurden, konnten insgesamt 159 Kammmolch-Individuen nachgewiesen werden. Die Erhebungen wurden Anfang Mai während der Paarungszeit durchgeführt, da die Kammmolche zu dieser Zeit recht aktiv und mobil sind und somit häufiger in die Reusen gelangen.

Seelachenbiotope – Die verkrauteten Gewässer beherbergen eine Vielzahl an Tierarten. Nur bei zu starkem Pflanzenwachstum müssen sie geräumt werden<br /> © RM ESG

Kammmolch-Monitoring mittels Reusen: Am Morgen werden die Reusen kontrolliert und die Molche wieder zurück gesetzt © RM ESG

Auendynamik durch Menschenhand

Rheintal | An den oben beschriebenen Seelachenbiotopen wurden im Februar 2024 Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Durch Laubeintrag, Pflanzenwachstum etc. verlanden die Gewässer mit der Zeit. In natürlichen Flussauen würden durch dynamische Prozesse stetig neue Kleingewässer entstehen. Aufgrund von Hochwasserschutzmaßnahmen finden diese Prozesse in den Vorarlberger Tallagen kaum mehr statt. Der Mensch kann aber durch gezielte Pflegemaßnahmen diese Prozesse imitieren. So wurden von den 20 Gewässern am Seelachendamm insgesamt sechs mittels Bagger und Mähkorb geräumt. Ein Teil der Schlammsohle bleibt erhalten, überschüssiges Pflanzenmaterial wird jedoch entfernt. Der nächste Eingriff wird erst bei entsprechender Verlandung wieder notwendig sein. In den angrenzenden Streuwiesen der Oberen Mähder wurde zudem ein Graben abgeflacht und ökologisch aufgewertet. Ein großer Dank gilt der Marktgemeinde Lustenau, welche als Eigentümerin der Flächen und mit ihren Bauhofmitarbeitern die Maßnahmen durchgeführt hat.

Vom Bauhof Lustenau aufgewerteter Graben in der Oberen Mähder © RM ESG

Das Kammmolchmännchen bildet in der Paarungszeit einen gezähnten Rückenkamm aus © Die-nATurknipser

Die Gelbbauchunke erobert sich ihren Lebensraum zurück

Walgau | Es ist soweit: Die Gelbbauchunke ist wieder in die Sponda-Weiher im Frastanzer Ried zurückgekehrt. Seit 2022 wurden für die sechs nachgewiesenen Amphibienarten in den Sponda-Weihern sukzessive Lebensraum verbessernde Maßnahmen umgesetzt, die nun auch kleine Laichbecken für die Gelbbauchunke umfassen. Um die ehemals „große bis sehr große Population“ der europaweit streng geschützten Art war es in den letzten beiden Jahrzehnten ruhig geworden. Gemeinsam mit den Moordetektiven der Mittelschule und mit Unterstützung der Marktgemeinde Frastanz konnten zwei Teichbecken als Laichgewässer für die Gelbbauchunke eingebaut werden. Binnen drei Wochen konnten die ersten Unken am „Pool“ gesichtet und von den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule bestaunt werden. Eine erfolgreiche Reproduktion der Art über Frühling und Sommer unterstreicht die Notwendigkeit von fischfreien Laichgewässern für die Unke.

Die Sponda-Weiher im Frastanzer Ried bieten sechs von zehn heimischen Amphibienarten einen Lebensraum @ Gerlinde Wiederin

„Hands-on“ hieß es für die Moordetektive der NMS Frastanz bei der Anlage von Laichgewässern für die Gelbbauchunke im Frastanzer Ried @ Gerlinde Wiederin

Viel Begeisterung und Interesse für unsere Amphibien brachten die Schülerinnen und Schüler der NMS Frastanz im Freifach „Moordetektive“ mit @ Gerlinde Wiederin

Im Frastanzer Ried wurden zwei Teichbecken zusätzlich zu den zwei großen Sponda-Weihern als Laichgewässer für die Gelbbauchunke eingebaut © RM ESG

Sekundärer Lebensraum für die Gelbbauchunke

Bregenzerwald / Rheintal / Bodensee | Gelbbauchunken sind ursprünglich Bewohner von natürlichen Flussauen, in welchen die Dynamik des Flusssystems die Entstehung von temporären Gewässern fördert. Heutzutage weichen die Unken auf unterschiedliche, meist vegetationsarme Kleingewässer aus, welche oft durch Menschenhand geschaffen wurden. So befindet sich auf der alten Wälderbahntrasse zwischen Bregenz und Bozenau ein durchaus bedeutendes Vorkommen der Gelbbauchunke. In Tümpeln, welche teilweise direkt auf der Trasse oder auch in den Entwässerungsgräben der Trasse entstehen, finden sich jedes Frühjahr dutzende Gelbbauchunken zur Fortpflanzung ein. Neben Erhebungen wurden 2024 mehrere verlandete Biotope freigeräumt, sodass sie für die Gelbbauchunken wieder nutzbar sind.

Gelbbauchunkentümpel auf der alten Wälderbahntrasse in der Bregenzerachschlucht © RM ESG

In Bangs-Matschels werden Fahrspuren auf Bewirtschaftungswegen von unserer heimischen Unke besiedelt. Unbefestigte Wege werden in unserer Landschaft immer seltener. In der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Österreichs werden diese daher schon als gefährdet eingestuft. Um das Angebot an geeigneten Gewässern zu erhöhen, wurden in den letzten Jahren zusätzlich Biotopkomplexe angelegt, welche auch erfolgreich von der Gelbbauchunke besiedelt werden. Bei den Erhebungen 2024 in Bangs-Matschels konnten an einem Tag 33 adulte Gelbbauchunken und Jungtiere sowie etliche Laichballen und Kaulquappen nachgewiesen werden.

Das Rheindelta beherbergt ein bedeutendes Gelbbauchunken-Vorkommen. Mit der Anlage und Pflege von Kleingewässern werden auch hier Lebensräume für die Gelbbauchunke geschaffen. 2024 wurden in Zusammenarbeit mit dem Motorboot-Segelsportverein Schwedenschanze mehrere Tümpel gepflegt und reaktiviert.

Solche temporär Wasser führende Tümpel in Fahrspuren werden von der Gelbbauchunke gerne als Fortpflanzungsbiotop angenommen © RM ESG

Die Eier werden in der Regel in kleinen Laichklumpen (meist 10-20 Eier) an Grashalmen oder ähnlichen Strukturen befestigt © RM ESG

Amphibien sind eine heutzutage stark bedrohte Tiergruppe. Durch Monitoring und Umsetzung von Lebensraum verbessernden Maßnahmen kann dem Rückgang der Amphibien entgegengesteuert werden. Ziel des Regionsmanagements ist es, einen positiven Populationstrend in den Europaschutzgebieten durch die umgesetzten Maßnahmen in den kommenden Jahren zu erreichen.

Text: Romana Steinparzer, Thomas Kühmayer
Veröffentlichung: 5. März 2025

Die eindrucksvolle Gebirgslandschaft des Europaschutzgebiets „Verwall“ ist nicht nur ein bedeutender Rückzugsort für unsere heimische Vogelwelt, auch zahlreiche Weidetiere verbringen alljährlich den Sommer auf den rund 20 Alpen im Schutzgebiet. Mit unterschiedlichen Beweidungsprojekten wird versucht, wertvolle Weideflächen zu erhalten und gleichzeitig sensible Gebirgslebensräume zu schützen.

Mit mehr als 4.500 ha Alpweidefläche wird über ein Drittel des Europaschutzgebiets „Verwall“ alljährlich von hunderten Rindern, Schafen, Pferden, Eseln und Schweinen zwischen Juni und September beweidet. Die Weideflächen erstrecken sich von der Talsohle der Litz bis zu den grasbewachsenen Gipfeln auf über 2.000 m Seehöhe. Sie beinhalten eine Fülle an unterschiedlichen Lebensräumen, darunter weitläufige Krummseggen- und Borstgrasrasen, lückige Zwergstrauchheiden sowie Feuchtwiesen und Moore.

Intensive, extensive oder gar keine Beweidung?

Die genannten Gebirgslebensräume unterscheiden sich nicht nur in ihrer Futterqualität, sie reagieren auch ungleich auf die Art, Dauer und Intensität der Beweidung. So behalten hochalpine Krummseggenrasen auch ohne Beweidung ihr typisches Erscheinungsbild bei, sind vielfach artenreicher und zeigen einen ausgeprägteren Blühaspekt. Weideflächen an und unterhalb der Waldgrenze neigen ohne Beweidung hingegen zu einer fortschreitenden Verbuschung, was mittelfristig ebenfalls zu einer Verarmung an Pflanzen- und Tierarten sowie Strukturen führen kann. Vielfach geht es also darum, die richtige Beweidungsintensität zu finden, die Alpweideflächen einerseits erhält und gleichzeitig Platz und geeigneten Lebensraum für die heimische Flora und Fauna schafft.

Schafe im angrenzenden Europaschutzgebiet „Tafamunt“ helfen mit, die Grünhalden von Gehölzbewuchs freizuhalten © RM ESG

Ein Mosaik aus Zwergsträuchern, Baumgruppen und offener Weidelfäche ist ein idealer Lebensraum für das Birkhuhn. Bei fehlender Beweidung werden Weideflächen zunehmend von Zwergsträuchern überwuchert © RM ESG

Beweidung im Moor – geht das?

Moore sind besonders sensible und schützenswerte Lebensräume, die vielerorts vor allem durch Entwässerungen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Als Weideflächen sind sie aus verschiedenen Gründen meist weniger geeignet: die Futterqualität ist gering, es gibt kaum trockene Liegeflächen für das Weidevieh und es besteht die Gefahr von Trittschäden, die zur Öffnung der Grasnarbe bis hin zur Erosion des Torfkörpers führen können. Andererseits kann eine extensive Beweidung auch dazu beitragen, die Verbuschung von bewirtschaftungsabhängigen Feuchtwiesen und Niedermooren zu verlangsamen.

Doch nicht jede Alpe kann sich ihre Weideflächen „aussuchen“, wie sich am Beispiel einer Alpe am Übergang vom hinteren Silbertal in das Schönverwall in Tirol zeigt. Hier wird seit dem Jahr 1439 (dokumentiert durch den ältesten Alpbrief in der Region) Alpwirtschaft betrieben. Das Alpgebiet besteht zu einem Großteil aus Moorflächen, die eng verzahnt mit Latschengebüschen, Borstgrasrasen und Rieselfluren das Quellgebiet der Litz bilden. Während trockene Weiderasen durch die Beweidung mit Rindern offengehalten werden, verdeutlichen Erosionsflächen entlang von Gewässergräben und offene Torfstellen, wie lange es dauert, bis diese wieder mit Sauergräsern und Moosen bewachsen werden und sich nachhaltig regenerieren können. Konträr dazu schaffen vereinzelte Viehtrittstellen Mikrohabitate, die von ausgewählten Arten gerne besiedelt werden. Wie so oft geht es also um das richtige (Augen-)Maß bei der Beweidung.

Im Jahr 2023 wurden bereits Steinschlichtungen entlang des Wanderwegs errichtet, um weitere Trittschäden am Moorkörper zu verhindern © RM ESG

Rinder schaffen auch Lebensraum - so wächst auf den Kuhfladen im Moor das so genannte Kugelige Dungmoos Splachnum spahericum © RM ESG

Hochlandrinder sind robust und wenig anspruchsvoll, weshalb sie auch gerne in Moorflächen einstehen © RM ESG

Schwingrasen zählen zu den besonders schützenswerten Lebensräumen am Silbertaler Winterjöchle © RM ESG

Beweidungsversuch auf 2.000 m Seehöhe

Wie sich ein zumindest temporärer Ausschluss der Beweidung auf den Moorkörper und die Vegetation am Silbertaler Winterjöchle auswirken könnte, wird seit Sommer 2024 auf ausgewählten Teilflächen erprobt. Diese werden vor der Bestoßung mit Weidevieh vom Alppersonal ausgezäunt und die Zäune erst kurz vor Ende der Alpsaison wieder geöffnet. Ein Vergleich von unbeweideten, zeitweise beweideten und regulär beweideten Flächen soll letztendlich Aufschluss darüber geben, wie eine moorverträgliche Beweidung zukünftig aussehen könnte.
Bis sich ein sichtbarer Unterschied bemerkbar macht, wird aber wohl noch etwas Wasser die Litz hinunterfließen. Denn eines ist klar – Moore wachsen langsam.

Ein großes Dankeschön gilt den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern der Alpe für die Motivation und Bereitschaft an der Teilnahme dieses Beweidungsversuchs. Finanziert werden die Maßnahmen über den Naturschutzfonds Vorarlberg sowie das ÖPUL-Programm „Naturschutz auf der Alpe“.

Ausgezäunte Moorfläche am Silbertaler Winterjöchle © RM ESG

Gewässer im Moorkörper dienen mitunter als Wasserstellen für das Weidevieh. Hier können Trittschäden schnell zu größeren Erosionsflächen auswachsen © RM ESG

Europaschutzgebiet Verwall

Fläche:  12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Verwall

Text: Christian Kuehs
Veröffentlichung: 5. März 2025

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Jedes Moor ist einzigartig! So ist auch jedes Moor-Restaurierungsprojekt eine besondere Herausforderung, weshalb ein begleitendes hydrologisches Monitoring wichtig für die Erfolgskontrolle von Wiedervernässungen ist.

Fohramoos im Jahr 2021 © UMG Umweltbüro Grabher

Entwässerung von Mooren

Eines haben alle Moore gemeinsam: Sie speichern große Mengen an Wasser und sind daher in der Regel sehr nass. Um Moore in früheren Zeiten für den Menschen nutzbar zu machen, wurden sie durch das Ziehen von Entwässerungsgräben trockengelegt. Solche Trockenlegungen haben jedoch zur Folge, dass der Moorlebensraum stark beeinträchtigt oder gar unwiederbringlich zerstört wird. Zudem geht mit der Entwässerung eine plötzliche Sauerstoffzufuhr einher, die mikrobielle Abbauprozesse im Moorboden einleitet. Durch diese Abbauprozesse werden riesige Mengen an CO2 freigesetzt, welche damit vom Boden in die Atmosphäre gelangen und als Treibhausgase zur Beschleunigung der globalen Erwärmung beitragen.

Moor-Restaurierungen

Durch den Einbau von Spundwänden werden die Entwässerungsgräben geschlossen und der ursprüngliche Wasserhaushalt des Moors bestmöglich wiederhergestellt. Durch den dadurch erzielten Wasserstau können die mikrobiellen Abbauprozesse im Moorkörper wieder gestoppt werden, und nur dann kann das Moor seine wertvolle Funktion als Kohlenstoffsenke und Lebensraum für spezialisierte Moor-Arten wieder weitestgehend erfüllen.

Für den Einbau der Spundwände ist maschineller Einsatz notwendig. Um den Moorkörper zu schonen, wurden die Restaurierungsmaßnahmen deshalb im Winter bei gefrorenem Boden durchgeführt © RM ESG

Durch den Einbau von Spundwänden wird in den Entwässerungsgräben der nötige Wasserrückstau für die Wiedervernässung des Moors erzielt © RM ESG

Grabenschließungen und Monitoring im Europaschutzgebiet Fohramoos

Im Jahr 2020 wurde im Europaschutzgebiet „Fohramoos“ am Bödele eines der ersten Moor-Restaurierungsprojekte des Landes umgesetzt. Seither befinden sich im Fohramoos autonome Pegel-Datenlogger, die stündlich den gegenwärtigen Wasserstand im Moor aufzeichnen. Die Daten der Logger werden zweimal jährlich von der Regionsmanagerin ausgelesen und verarbeitet. Vier Jahre nach der Moor-Restaurierung dürfen anhand der bisherigen Daten des hydrologischen Monitorings bereits erste Schlüsse über die Entwicklungen des Wasserstands und damit den potenziellen Erfolg des Projektes gezogen werden!

Im Rahmen des hydrologischen Monitorings zur Erfolgskontrolle werden die Pegeldaten regelmäßig vor Ort ausgelesen und gesichert © RM ESG

Erste Ergebnisse des hydrologischen Monitorings

Anhand der Entwicklungen des Wasserstands im Moor kann beurteilt werden, ob mit den Grabenschließungen die nötige Stauwirkung und damit eine erfolgreiche Wiedervernässung erzielt wurde. Allerdings sind Schwankungen des Wasserstands im Jahresverlauf oder auch zwischen den Jahren aufgrund des bedeutenden Einflusses von Niederschlagsereignissen ganz natürlich. Daher ist es für die Erfolgskontrolle wichtig, den langjährigen Trend zu beobachten und zu bewerten.
Der Entwicklungstrend der Messwerte im Fohramoos zeigt eine deutliche Erhöhung des Wasserstands seit den Grabenschließungen auf (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Flurabstand (= Abstand des Wasserstands von der Geländeoberfläche) vom März 2020 bis September 2024 an einem Messpunkt im Fohramoos. Die blaue Linie repräsentiert den Entwicklungstrend. Die rot-strichlierte Linie markiert den Zeitpunkt der Grabenschließungen Anfang Dezember 2020. Die grauen Punktdaten stellen die Rohdaten dar.

Diese positiven Ergebnisse lassen auf eine gelungene Moor-Restaurierung schließen. So wird auch die Funktionalität des Moors als besonderer Lebensraum sowie als wichtige Kohlenstoffsenke über die Jahre weiterhin zunehmen.

Luftbildaufnahme nach erfolgreichem Einbau der Spundwände in einem Schlitzgrabensystem im südlichen Teil des Moores © UMG Umweltbüro Grabher

Europaschutzgebiet Fohramoos

Fläche: 55 ha
Höhe: 1.135 bis 1.170 m. ü. A.
Lage: Bödele oberhalb des Rheintals in den Gemeinden Dornbirn und Schwarzenberg

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Fohramoos

Text: Miriam Simma
Veröffentlichung: 5. März 2025

In einem zweijährigen Projekt wurde der Moor-Wanderweg am Silbertaler Winterjöchle im Europaschutzgebiet „Verwall“ wieder auf Vordermann gebracht. Stein- und Holzbohlenwege erleichtern das Wandern und schützen den Moorkomplex vor Schädigungen.

Neuer Holzbohlenweg am Langsee im Europaschutzgebiet Verwall © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Das Projektgebiet im hinteren Silbertal an der Landesgrenze zu Tirol umfasst einen der größten und bedeutendsten Moorkomplexe im Europaschutzgebiet Verwall. Weitläufige Rasenbinsen-Moore, Schwingrasen und Moorseen charakterisieren das Quellgebiet der Litz auf 2.000 m Seehöhe. Das Silbertaler Winterjöchle bildet nicht nur die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol, sondern markiert auch die Wasserscheide zwischen den beiden europäischen Flusssystemen von Rhein und Donau. Über Jahrhunderte als Übergang zwischen dem Schönverwall und dem Silbertal genutzt, ist das Gebiet rund um den Langsee auch heute noch ein beliebtes Tourenziel, sowohl für Wanderer als auch Mountainbiker auf „Durchfahrt“ zwischen den beiden Tälern.

Moore wachsen langsam

Erschwert wird der Besuch durch die vielfach nassen Bodenverhältnisse, die sich insbesondere nach der Schneeschmelze oder nach langanhaltenden Regenfällen zeigen. Aus einem vor Nässe triefenden Wanderweg werden durch ausweichende Besucher in weiterer Folge schnell zwei bis drei neue Trampelpfade, die den Druck auf das Moorgebiet durch zusätzliche Trittschäden weiter erhöhen. Trittschäden entstehen in erster Linie aber durch das Weidevieh, das im Moor auf der Suche nach Futter und Wasser einsteht. Aufgrund der kurzen Vegetationszeit und des harschen Klimas können sich Moore in dieser Höhenlage nur sehr langsam von Störungen ihrer Vegetationsdecke erholen. Daraus resultiert eine zunehmende Erosion offener Torfböden, was zu einer teils irreversiblen Schädigung des Moorkörpers führen kann.

Desolater Zustand des Wanderwegs erzeugt viele Nebenpfade durch die Moorfläche © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Alter und beschädigte Holzbrücke © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Sanierung des Wanderweges

In den Sommermonaten 2022 und 2023 wurden vom Wegebautrupp des Alpenverein Vorarlberg und unter Anleitung des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder bestehende Holzbohlenwege wieder instandgesetzt und feuchte Stellen des Wanderwegs mit Trittsteinen ergänzt. In Bereichen ohne verfügbare Steine wurden neue Holzbohlenwege angelegt, Nebenpfade blockiert und der bestehende Wanderweg neu markiert. Insgesamt erfolgten an 39 Wegabschnitten Ausbesserungen des Weges, davon 6 neue Holzbohlenwege aus Lärchenholz mit einer Gesamtlänge von 61 m, 24 Steinwege und 9 Wegblockaden zur Unterbindung von Trampelpfaden. Finanziert wurde das Projekt von der HYPO Vorarlberg Bank anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens sowie aus Mitteln des Naturschutzfonds und des Naturschutzvereins. Ein großes Dankeschön auch an den Wegebautrupp des Alpenverein Vorarlberg für die fachkundige Umsetzung.

Holztransport zur Alpe Fresch © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Einrichten der Baustelle auf knapp 2.000 m Seehöhe © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Der Wegebautrupp des Alpenvereins bei der Arbeit © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Der fertige Steinweg verhindert weitere Nebenpfade © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

In Bereichen ohne ausreichend Steine mussten Holzstege angelegt werden © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Einer der 6 Holzbohlenwege in Ausarbeitung © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Das Ergebnis - ein fertiger Holzbohlenweg © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wegabschnitt vor der Umsetzung © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

... und danach © NSV Verwall-Klostertaler Bergwälder

Erster Meilenstein der Moorrenaturierung

Die umgesetzten Maßnahmen sind Teil weiterer Renaturierungsmaßnahmen, die im Moorkomplex am Langsee in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Weiterführende Arbeiten umfassen z. B. ein gezieltes Weidemanagement in Absprache mit den Alpbewirtschaftenden sowie die Bereinigung von weiteren hydrologischen Störstellen.

Europaschutzgebiet Verwall

Fläche:  12.057 ha
Höhe: von 1.160 – 2.912 m. ü. A.
Lage: Vorarlberger Anteil der Verwallgruppe im Montafon und Klostertal

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Verwall

800px-Hypo_Vorarlberg

Das Projekt wurde mit Mitteln der HYPO Vorarlberg Bank und des Naturschutzfonds Vorarlberg realisiert.
Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Im Jahr 2003 wurden die ersten Europaschutzgebiete in Vorarlberg ausgewiesen. 20 Jahre später sind es bereits 39 Schutzgebiete vom Bodensee bis ins Montafon. Seit 2017 kümmert sich das Regionsmanagement Europaschutzgebiete im Auftrag der Umweltabteilung des Landes Vorarlberg um die Betreuung dieser Naturjuwele, die als Natura 2000-Gebiete international bekannt sind. Im Jubiläumsjahr 2023 konnten erneut zahlreiche spannende Projekte zum Schutz und Erhalt der heimischen Biodiversität umgesetzt werden.

Die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager (v.l.n.r.): Christian Kuehs, Martin Bösch, Petra Häfele, Thomas Kühmayer, Daniel Leissing, Walter Niederer © RM Europaschutzgebiete

Was ist Natura 2000

„Natura 2000“ steht für ein EU-weites Netzwerk aus über 27.000 Schutzgebieten mit dem Ziel, besonders gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu schützen und deren natürliche Lebensräume dauerhaft zu erhalten. Wesentlich für den Erhalt von Auerhuhn, Alpen-Mannstreu, Pfeifengraswiesen & Co ist ein fachliches und regional verankertes Management. Sechs Regionsmanagerinnen und Regionsmanager bilden hierbei eine zentrale Schnittstelle für sämtliche Interessensgruppen in Sachen Natura 2000.

Mit Vernetzung zum Erfolg

Die inatura – Erlebnis Naturschau ist nicht nur Hauptsitz des Regionsmanagements, sondern schafft mit ihren Abteilungen zur Fachberatung, Sammlung und Forschung ein wichtiges Arbeitsumfeld für das Schutzgebietsmanagement. Darüber hinaus wurden mit den beiden Naturschutzvereinen Rheindelta sowie Verwall-Klostertaler Bergwälder bestehende und regional bedeutsame Akteure mit dem Regionsmanagement verbunden. Wesentlich für ein erfolgreiches Schutzgebietsmanagement ist auch der intensive Austausch mit zahlreichen Partnerorganisationen in und außerhalb Vorarlbergs, die sich für Lebensraum- und Artenschutz engagieren oder hierzu Forschung betreiben.

Treffen der Netzwerkpartnerinnen und -partner von ``Naturvielfalt Vorarlberg`` © RM Europaschutzgebiete

Eine Kernaufgabe des Regionsmanagements: Öffentlichkeitsarbeit © RM Europaschutzgebiete

Das Regionsmanagement bedankt sich auch heuer wieder insbesondere bei den Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern für ihren Einsatz in den Europaschutzgebieten Vorarlbergs sowie bei allen Partnerorganisationen in den Regionen und landesweit für die zahlreichen Kooperationen und gemeinsam durchgeführten Projekte. Unsere Projektpartnerinnen und -partner sind:

Naturvielfalt Vorarlberg, inatura – Erlebnis Naturschau, Naturschutzverein Rheindelta, Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder, Respektiere deine Grenzen, Naturpark Nagelfluhkette, Biosphärenpark Großes Walsertal, Walgau-Wiesen-Wunderwelt, Naturwacht Vorarlberg, BirdLife Vorarlberg, Natur bewusst erleben Kleinwalsertal, Zentrum Naturerlebnis Alpin, Naturverträglicher Bergsport im Montafon, Vbg. Gemeinden, Schweizer Ortsgemeinden, REGIOs, Vorarlberger Waldverein, Vorarlberger Jägerschaft, div. Fachabteilungen des Landes Vorarlberg, div. Forstbetriebe, Museumsvereine, Tourismusverbände und viele mehr…

Was war los im Jahr 2023?  

Die Liste an Aktivitäten und Verantwortlichkeiten des Regionsmanagements wächst von Jahr zu Jahr. Fester Bestandteil der Schutzgebietsbetreuung ist die Beratung und der regelmäßige Austausch mit Gemeinden, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie Bewirtschaftenden und anderen Partnerinnen und Partnern in den Schutzgebieten. Die Ausarbeitung von fachlichen Grundlagen für die Natura 2000-Gebiete, die Koordination von Grundlagenerhebungen und Monitorings zu den einzelnen Schutzgütern, die Planung und Umsetzung von Pflegemaßnahmen zum Erhalt und Verbesserung der Lebensräume sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation sind die Basis eines erfolgreichen Schutzgebietsmanagements.

Das Jahr 2023 in Zahlen

Medien

Medien

32 Berichte für Zeitungen & Gemeindeblätter
18 TV- und Radiobeiträge
54 Social Media Einträge

Exkursionen

Exkursionen

36 Exkursionen
in Kooperation mit unseren
zahlreichen Partnerorganisationen

Schul- und Ferienprogramm

Schul- und Ferienprogramm

119 Exkursionen und Aktivitäten
mit Kindern und Jugendlichen
vom Kindergarten bis zur Oberstufe

Vielfaltertage

Vielfaltertage

74 Vielfaltertage
485 Freiwillige
1705 Arbeitsstunden

Monitoring

Monitoring

56 Monitoringprojekte
von Kammmolch bis
Alpenschneehuhn

Erhaltungsmaßnahmen

Erhaltungsmaßnahmen

78 Einzelprojekte
zum Schutz- und Erhalt
der Lebensräume

Im Folgenden eine Auswahl der im Jubiläumsjahr 2023 umgesetzten Projekte in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen sowie Monitoring und wissenschaftliche Erhebungen.

Vielfaltertage

74 Vielfaltertage, 485 teilnehmende Freiwillige und 1.705 Arbeitsstunden in 12 Europaschutzgebieten – das ist die beeindruckende Bilanz der Vielfaltertage 2023. Unter Anleitung der Gebietsbetreuenden und des Regionsmanagements Europaschutzgebiete wurden Neophyten ausgerupft, Gehölze zurückgedrängt, Biotope instandgesetzt und neue Lebensräume geschaffen.

Weitere Infos zu den Vielfaltertagen 2023 finden sich im Projektbericht „Vielfaltertage 2023“

Vielfaltertag in Bangs-Matschels © RM Europaschutzgebiete

Monitoring und Erhebungen

Im Kalenderjahr 2023 wurden 56 unterschiedliche Monitoringprojekte und wissenschaftliche Erhebungen in den Schutzgebieten umgesetzt. Das Regionsmanagement beteiligte sich im Auftrag der zuständigen Fachabteilung Umwelt- und Klimaschutz des Landes Vorarlberg an der Planung, Koordination und Umsetzung dieser Projekte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen wie z. B. der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Technischen Universität Wien oder dem FH Johanneum in Graz.

Untersuchung xylobionte Käfer im Klostertal 2023 © RM Europaschutzgebiete

Ein Highlight der letzten beiden Jahre war das Forschungsprojekt im Europaschutzgebiet Rohrach, bei dem von der Waldstruktur über Vögel und Käfer bis hin zu Pilzen und Flechten das 50 ha große Naturwaldreservat von Fachexpertinnen und Fachexperten intensiv beforscht wurde.

Erste Ergebnisse und Einblicke in die Forschungspraxis im Europaschutzgebiet Rohrach: Projektbericht Rohrach

Forschung Naturwaldreservat Rohrach © Alto Drones

Neben der Begleitung extern durchgeführter Forschungsprojekte sind die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager auch selbst mit Fernglas, Becherlupe und Reusen unterwegs, um den Zustand der einzelnen Schutzgüter und ihrer Lebensräume regelmäßig zu dokumentieren.

Ein besonderes, regionsübergreifendes Projekt ist die im Jahr 2022 initiierte Haselmaus-Erhebung, die zukünftig in nahezu allen Europaschutzgebieten zur Umsetzung kommen soll. Das Jahr 2023 war jedenfalls mit Erfolg gekrönt, in 6 Schutzgebieten konnten Nachweise dieses nachtaktiven Nagers erbracht werden.

Weiterführende Informationen zu diesem Projekt finden sich im Projektbericht Haselmaus.

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) konnte bisher in 6 Europaschutzgebieten nachgewiesen werden© Rolf Eberhardt

Und auch andere Artengruppen wie gefährdete und geschützte Amphibien (Kammmolch, Gelbbauchunke u. a.), Vögel (Weißstorch, Wiesenbrüter, Neuntöter, Raufußhühner u. a.) oder Pflanzen (Alpen-Mannstreu, Frauenschuh, Bodenseevergissmeinnicht u.a.) werden einem regelmäßigen Monitoring unterzogen. Der aktuelle Zustand einer Art gibt dabei Auskunft über mögliche negative Entwicklungen in einem Gebiet, denen mit geeigneten Managementmaßnahmen frühzeitig entgegengewirkt werden kann.

Als Beispiel für die Vielzahl an unterschiedlichen Erhebungen gibt das Frauenschuh-Monitoring im Europaschutzgebiet Gadental einen guten Einblick in die Monitoring-Praxis. Hier geht es zum Projektbericht

Der Frauenschuh im Gadental © RM Europaschutzgebiete

Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen

Die Ergebnisse von Zustandserhebungen mittels Monitoring sind die Grundlage für die eigentliche Naturschutzarbeit – die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zum Erhalt oder Verbesserung der Lebensräume der Schutzgüter. Im Jahr 2023 konnten 78 Einzelprojekte zur Umsetzung gebracht werden. Die Palette an Maßnahmen reicht von der Beseitigung von Neophyten über Gehölzpflege bis hin zur Anlage von Feuchtbiotopen oder Renaturierung von Mooren.

Reaktivierung der Feuchtbiotope im Bereich der Sponda Weiher in Frastanz © RM Europaschutzgebiete

Verbissschutz für Vogelbeeren © RM Europaschutzgebiete

Die Lebensraumgestaltung für Amphibien steht traditionell ganz oben auf der Liste der Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen. Exemplarisch hierfür zeigt der Projektbericht über die Feuchtbiotope für Gelbbauchunke, Kammmolch und Co im Gebiet der Seelache im Europaschutzgebiet Gsieg-Obere Mähder, wie aktiv Lebensräume gestaltet werden können.

Weiterführende Infos zum Projekt finden sich im Detailbericht Feuchtbiotope in der Seelache in Lustenau.

Aufgewertetes Feuchtbiotop im Bereich der Seelache © RM Europaschutzgebiete

Moore sind bekanntlich die besten Kohlenstoffspeicher auf unserem Planeten und unterliegen nicht zuletzt deshalb einem besonderen Schutz. Für den Erhalt dieser sensiblen Lebensräume müssen mögliche negative Einwirkungen durch intensive Nutzung oder Freizeitbetrieb auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Mit der Sanierung eines Moor-Wanderweges am Langsee im Europaschutzgebiet Verwall wurde versucht, die Trittbelastung auf den Moorkörper durch Wanderer und Mountainbiker zu reduzieren.

Weiterführende Infos zum Projekt finden sich im Projektbericht Moor-Wanderwegsanierung Langsee.

Moor-Wegsanierung am Silbertaler Winterjöchle © RM Europaschutzgebiete

Wer mehr über das Regionsmanagement Europaschutzgebiete, die einzelnen Schutzgebiete und die zahlreichen Projekte in den Regionen erfahren möchte, findet hier weiterführende Informationen:

 

Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Naturschutzverein Rheindelta
Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

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