Foto: Daniel Leissing

Die Luchsin HEIA ist eines von zwei bekannten Luchsweibchen, das in Vorarlberg Jungtiere großzieht © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Das 2022 geborene Jungtier B1025CH konnte im Rahmen des Luchs-Monitorings im Rätikon nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Mittels Lockstock und Fotofallen können Wildkatzen nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Bregenz (VLK) – Der Luchs galt lange Zeit als ausgestorben, ist aber mittlerweile in Vorarlbergs Wälder zurückgekehrt und wieder Teil der heimischen Natur. Allerdings ist die Population sehr gering, wie ein Monitoring-Projekt des Landes bestätigt, das seit einigen Jahren die Entwicklung beobachtet. Aktuell sind in Vorarlberg sechs verschiedene selbstständige Luchse nachgewiesen.

Landesrat Christian Gantner betont, dass für den Erfolg des Monitoring-Projekts das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten wesentlich sind: „Mein Dank gebührt deshalb allen Mitwirkenden, Grundeigentümern und Grundeigentümerinnen, Revierinhabern und Revierinhaberinnen, Jagdausübungsberechtigten und Aufsichtsorganen, die das Monitoring unterstützen.“

Der Luchs ist eine sehr verborgen lebende, hauptsächlich nachtaktive Katze, die Menschen meidet. Eine Gefahr für Waldbesucherinnen und -besucher geht von ihm nicht aus. Auch von Nutztieren hält er sich in der Regel fern. Zur Beute des Luchses zählen in Vorarlberg hauptsächlich Rehe und Gämsen.

Nach der Ausrottung Mitte des 19. Jahrhunderts sind ab dem Jahrtausendwechsel erste Luchse aus der Schweiz eingewandert. Die Verbreitung in Vorarlberg umfasst vor allem den Rätikon und ist dort seit Jahren stabil. Einzelne Nachweise gab es auch im Montafon und im Mellental. Ein Anstieg der Population und eine konstante Ausbreitung des Luchses ist gegenwärtig nicht zu erkennen. Im Jahr 2024 konnte erstmals seit mehreren Jahren keine Reproduktion nachgewiesen werden. Hoffnung für den Luchs in Vorarlberg macht, dass erneut eine Zuwanderung eines Luchses aus dem Kanton St. Gallen bestätigt werden konnte. Ebenso optimistisch stimmen Luchsnachweise, die von der Jägerschaft aus Regionen in Vorarlberg kommen, in denen bislang kein Vorkommen bekannt war. So zeugt ein Foto eines Luchses nördlich des Klostertals bei Bludenz von Tendenzen, neue Gebiete zu besiedeln.

„Entscheidend für das langfristige Überleben des Luchses ist, dass wir seinen Lebensraum erhalten und ihm seinen Platz als Teil der Vorarlberger Naturvielfalt zugestehen“, sagt der Ökologe Daniel Leissing, der das Monitoring-Projekt für das Land Vorarlberg betreut.

Der Bericht „Luchs-Monitoring Vorarlberg 2024-2025“ steht ab sofort online zur Verfügung und kann hier eingesehen werden: https://vorarlberg.at/-/luchs-und-wildkatze

Der Gebirgslebensraum Verwall ist Inhalt der naturkundlichen Ausstellung in Partenen© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Was ist Natura 2000? Welche Tier- und Pflanzenarten leben in Wald, Moor und Gebirge? Und was sind die Besonderheiten des Verwall? Im „Naturraum.Verwall“ erhalten Besuchende ab Ende Juni 2025 spannende Einblicke in die vielfältige Lebewelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon. Ein Projekt des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder mit der Gemeinde Gaschurn.

Ab 27.06. täglich von 07:00-22:00
Eintritt frei!

Adresse:
Dorfplatz Partenen
6794 Partenen im Montafon

Einblick in den Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Modellprojektion Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Eröffnungs-Programm 2025

Es erwartet dich ein spannendes Eröffnungsprogramm mit Führungen durch die Ausstellung, Kinder- und Ferienprogramm sowie Exkursionen in die Europaschutzgebiete Wiegensee & Verwall. Wer sich aktiv für die heimische Naturvielfalt einsetzen möchte, kann außerdem bei den freiwilligen Arbeitseinsätzen (Vielfaltertage) mitwirken!

Alle Aktivitäten sind kostenlos (Ausnahme: BergePlus Exkursionen)

Für Exkursionen, Führungen und Kinderaktivitäten bitten wir um Anmeldungen bis zum Vortag unter verwall.office@natura2000.or.at oder 0664 1995495 (Stefanie Peiker)

Die BergePlus-Exkursionen von Montafon Tourismus können hier gebucht werden.

Kinderprogramm

Komm mit Sperlingskauz KAUZI und Schneehuhn FRIEDA auf Erkundungstour durch den Naturraum.Verwall und löse die 10 Aufgaben in einer spannenden Rätselrallye!

ca. 3 stündiges Kinderprogramm mit Rätselrallye und anderen spannenden Aktivitäten.

Mit den Naturfüherinnen Stefanie Peiker, Monika Dönz-Breuß und Sarah Bachmann

Anmeldung: bis zum Vortag um 18:00 unter verwall.office@natura2000.or.at oder 0664 1995495

Rätselrallye durch den Naturraum.Verwall © Naturschutzverein Verwall-KBW

Exkursionen zum Wiegensee

28.06 und 05.07.

Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn in Partenen
Route:  Mittelstation Tafamuntbahn – Wiegensee – Mittelstation Tafamuntbahn
Höhenmeter: 400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg
Dauer: ca. 5 Stunden
Mitzubringen: festes Schuhwerk und Wetterschutz, Getränke und Jause nach eigenem Bedarf und falls vorhanden Fernglas und Lupe.
Kosten: Ticket für die Bergbahnen Tafamunt
Exkursionsleitung: Naturführerinnen Stefanie Peiker und Monika Dönz-Breuß
Anmeldung: bis zum Vortag um 18:00

ab 03.07. jeden Donnerstag
(BergePlus von Montafon Tourismus)

Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn in Partenen
Route: Bergstation Tafamuntbahn – Wiegensee – Verbellaalpe – Zeinisjoch – mit dem Bus über die Silvretta Hochalpenstraße retour nach Partenen
Höhenmeter: 550 Höhenmeter im Aufstieg, 250 im Abstieg
Dauer: ca. 7 Stunden
Mitzubringen: festes Schuhwerk und Wetterschutz, Getränke und Jause nach eigenem Bedarf (Einkehr bei der Alpe Verbella möglich) und falls vorhanden Fernglas und Lupe.
Exkursionsleitung: Naturführerinnen Stefanie Peiker und Monika Dönz-Breuß
Kosten: regulär 30 EUR zzgl. Bergbahnticket
Anmeldung: BergePlus

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns ist für das Management der Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal verantwortlich. Neben dem Schutz der Lebensraumvielfalt innerhalb des Natura 2000-Netzwerkes zählen Information, Kommunikation und Bildung zu den Hauptaufgaben des Vereins.

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Schutzgebietsbetreuung im Montafon und Klostertal

Seit September 2013 werden die Europaschutzgebiete im Montafon und im Klostertal talschaftsübergreifend betreut. Zu diesem Zweck haben die beteiligten Gemeinden gemeinsam mit der Umweltabteilung des Landes, dem Stand Montafon und der Regio Klostertal-Arlberg den „Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder“ gegründet. Seit Mai 2017 ist der Naturschutzverein Teil des Natura 2000-Regionsmanagements in Vorarlberg. Der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder versteht sich als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen in der Region und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über und das Bewusstsein für die Natura 2000-Gebiete in der Bevölkerung zu steigern. Eine gezielte Besucherlenkung und -information stehen dabei ebenso im Vordergrund wie Maßnahmen zum Erhalt der Schutzgüter in den Natura 2000-Gebieten.

Die Aktivitäten des Naturschutzvereins Verwall-Klostertaler Bergwälder werden unterstützt mit Mitteln des Landes Vorarlberg und der Europäischen Union.

Ziele des Naturschutzvereins

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Wissen und Akzeptanz steigern

  • Fortführung und Optimierung eines professionellen, talschaftübergreifenden Schutzgebietsmanagements
  • Verankerung des Vereins und seiner Tätigkeiten in der Region sowie Etablierung als zuverlässige Kontaktstelle für Gemeinden und andere relevante Interessensgruppen.
  • Sensibilisierung der Bevölkerung in Hinblick auf die Ziele des europäischen Natura 2000-Netzwerks und die Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal
  • Schaffung von Multiplikatoren in und außerhalb der Region für die Ziele des Naturschutzes.
  • Vernetzung mit anderen Akteuren des Naturschutzes im In- und Ausland

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

   Lebensräume und Arten schützen

  • Erhalt, Pflege und Wiederherstellung der Lebensräume und Habitate der Arten der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie sowie anderer, schützenswerter Lebensräume und Arten
  • Lenkung der unterschiedlichen Nutzungen in den Europaschutzgebieten als wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Naturschutz, Naturerlebnis und nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzung
  • Gewinn neuer Erkenntnisse über den Erhaltungszustand der Schutzgüter, deren Bestandsentwicklung, Biologie, Gefährdung und Lebensraumansprüche

Die Europaschutzgebiete in der Region Montafon-Klostertal

Mitglieder des Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Montafon

  • Gemeinde Gaschurn
  • Gemeinde St. Gallenkirch
  • Gemeinde Silbertal
  • Gemeinde Bartholomäberg
  • Gemeinde St. Anton im Montafon
  • Stand Montafon
  • Montafon Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Klostertal

  • Gemeinde Klösterle
  • Gemeinde Bludenz
  • Gemeinde Innerbraz
  • Gemeinde Dalaas
  • REGIO Klostertal-Arlberg
  • Alpenregion Bludenz Tourismus
  • Bewirtschafter und Grundbesitzer

Naturschutz

  • Land Vorarlberg (Abteilung Umwelt- und Klimaschutz)
  • Naturschutzanwaltschaft
  • BirdLife Vorarlberg

AKTUELL: Eröffnung des Naturraum.Verwall

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Auf Initiative der Gemeinde Gaschurn und in Kooperation mit dem Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder wurde das ehemalige Tourismusbüro in Partenen im Montafon in eine spannende naturkundliche Ausstellung verwandelt. Der Naturraum.Verwall gewährt spannende Einblicke in die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt der gleichnamigen Gebirgsgruppe und die Europaschutzgebiete im Montafon.

Der Naturraum.Verwall kann täglich von 07:00-22:00 kostenlos besucht werden. Weitere Infos findest du hier

AKTUELL: Schutzgebiete für Kinder erlebbar machen

 

© Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Mit Frieda und Kauzi die Schutzgebiete im Montafon und Klostertal entdecken – unter diesem Motto wurden in Zusammenarbeit mit Caro Pfister (Studio Pfister) und Richard Steiner (Werkstatt West) drei neue Schutzgebiets-Broschüren für Kinder und Junggebliebene entworfen. Darunter ein Ausstellungsführer für den Naturraum.Verwall, eine Rätselrallye auf der Heilbronner Hütte sowie eine spannende Faltbroschüre zu den Europaschutzgebieten im Montafon und Klostertal inkl. Wander-Bingo und Rätselspaß.

Weitere Infos zu Frieda und Kauzi findest du hier

Kontakt

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Regionsmanagement Europaschutzgebiete Montafon-Klostertal
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

 

Stefanie Peiker
Projektmitarbeit mit Schwerpunkt Besucherlenkung, Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligenprojekte
+ 43 664 / 1995 495
verwall.office@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Willkommen auf unserem Spielplatz für junge Naturentdeckerinnen und Naturentdecker!

Frieda, das Alpenschneehuhn

Name: Frieda
Art: Alpenschneehuhn
Wohnort: in den Bergen oberhalb der Baumgrenze
Größe: ungefähr so groß wie eine Taube
Aussehen: im Winter bin ich ganz weiß, sogar meine Zehen sind weiß, dadurch bin ich im Schnee fast unsichtbar. Im Sommer habe ich ein braun-grau gesprenkeltes Federkleid, von den Farben her sehe ich aus wie Steine und Gras
Besonderheit: das ganze Jahr über bin ich durch meine verschiedenen Kleider gut getarnt. Im Winter weiß wie der Schnee und im Sommer braun-grau wie die Felsen.
Meine Lieblingsspeise: Knospen von Sträuchern, Samen und Blätter von Bergkräutern, Beeren und im Sommer auch mal kleine Insekten – vor allem für meine Küken.
Diese Tiere können mir gefährlich werden: Steinadler, Kolkrabe, Fuchs, Hermelin – und manchmal auch Skifahrer, wenn sie zu laut oder zu schnell unterwegs sind…

Kauzi, der Sperlingskauz

Name: Kauzi
Art: Sperlingskauz
Wohnort: alte Wälder mit vielen Bäumen mit Spechthöhlen
Größe: ungefähr so klein wie ein Spatz – 16 bis 19 cm groß
Aussehen: klein und rund, braune Federn mit weißen Punkten auf dem Rücken, heller Bauch mit Streifen – und über den Augen zwei weiße Streifen
Besonderheit: kleinster Kauz Europas
Meine Lieblingsspeise: Mäuse, Kleinvögel (Finken, Meisen, Drosseln…)
Diese Tiere können mir gefährlich werden: Habicht, Waldkauz, Baummarder, Sperber und Fuchs

Fleißiger Höhlenbaumeister

Schwarzspecht

Der Schwarzspecht ist der größte Specht Europas – mit schwarzem Federkleid und roter Mütze.
Mit seinem kräftigen Schnabel hämmert er große Löcher in alte Bäume – nicht nur für sich, sondern auch für Nachmieter: Siebenschläfer, Fledermäuse oder Kauzi.
Sein Trommeln ist richtig laut – man kann es kilometerweit hören!

Braunes Langohr

Fledermaus

Das Braune Langohr ist eine Fledermaus mit riesigen Trichterohren – damit hört sie selbst das leiseste Rascheln.
Sie fängt Insekten im Flug oder sammelt sie im Rüttelflug direkt von Blättern und Ästen.
Am Tag schläft sie an ruhigen, dunklen Orten – etwa in Baumhöhlen oder alten Ställen.

Prachtvoller Bock

Alpenbockkäfer

Der Alpenbockkäfer zählt zu den schönsten Insekten unserer Wälder – mit hellblauem Körper und langen Fühlern wie Steinbock-Hörner.
Er legt seine Eier in alte Buchen, wo die Larven jahrelang im Inneren wachsen.
Erst nach bis zu vier Jahren schlüpft der fertige Käfer – und fliegt dann durch den Sommerwald.

Flotter Baumakrobat

Dreizehenspecht

Der Dreizehenspecht ist etwas Besonderes – ihm fehlt eine Zehe, er hat nur drei statt vier.
Doch genau das macht ihn stark: Er klettert blitzschnell Bäume rauf und runter – wie ein echter Akrobat!
Sein Gefieder ist perfekt für den Tarnmodus in Nadelwäldern. Alte Bäume braucht er zum Leben und Höhlenbauen.

Alle aus Kauzis Familie gehören zu den Eulen.
Das ist eine besondere Vogelfamilie, die vor allem in der Nacht und in der Dämmerung aktiv ist. Eulen haben riesige Augen – sogenannte Nachtsichtaugen – die auch im Dunkeln gut sehen, und sehr gute Ohren.
Eulen können fast lautlos fliegen, weil ihre Federn besonders weich und gezackt sind. Und das Unglaubliche: Sie können ihren Kopf ganz schön weit drehen – fast im Kreis – genauer gesagt: 270 Grad.

Kauzis großer Cousin

Mächtiger Jäger

Uhu

Der Uhu ist die größte Eule Europas – fast so groß wie ein Bussard, mit breiten Flügeln und langen Federohren.
Er wohnt gern in felsigen Steilhängen und ruft laut „U-hu!“ durch die Nacht.
Er jagt auch größere Tiere wie Krähen oder Greifvögel – frisst in Notzeiten aber sogar Schnecken oder Regenwürmer.
Im Vergleich zum Uhu ist Kauzi winzig!

Kauzis scheuer Cousin

Der Federschuhträger

Raufußkauz

Der Raufußkauz ist eine kleine, runde Eule mit weichen Federn – sogar an den Füßen, wie mit Stiefeln!
Er lebt in stillen Nadelwäldern in den Bergen und brütet gerne in alten Spechthöhlen, genau wie Kauzi.
Man hört ihn kaum – sein leises Flöten bleibt oft unbemerkt.
Weil er so klein ist, muss er gut aufpassen: Uhu, Marder oder Waldkauz könnten ihn jagen.

Wachsamer Pfeifer

Murmeltier

Das Murmeltier lebt auf sonnigen Bergwiesen mit vielen Steinen, Höhlen und Gras zum Knabbern.
Ein Tier hält immer Wache – es stellt sich auf die Hinterbeine und pfeift laut, wenn Gefahr naht.
Die ganze Murmeltierfamilie lebt gemeinsam in unterirdischen Gängen und Höhlen – dort verbringen sie auch ihren langen Winterschlaf.

Schnellster Vogel

Wanderfalke

Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt – im Sturzflug wird er schneller als ein Rennauto!
Er jagt andere Vögel in der Luft und überrascht sie blitzschnell von oben.
Mit spitzen Flügeln, kräftigem Schnabel und scharfen Augen ist er perfekt für den Himmel gemacht.
Seine Nester baut er auf steilen Felsen in den Bergen.

Schwindelfreie Kletterin

Gams

Die Gams ist perfekt für das Leben in den Bergen gemacht – mit kräftigen Beinen, scharfen Augen und einem super Gleichgewicht.
Ihre Hufe kann sie sehr breit spreizen, so findet sie Halt selbst auf steilen Felsen.
Sie lebt in kleinen Gruppen, liebt felsige Sonnenplätze und ist fast immer unterwegs – egal ob auf schmalen Pfaden, über Geröll oder durch den Schnee.

Wendiger Hoppler

Schneehase

Der Schneehase ist ein echter Tarnungskünstler – genau wie Frieda: Im Winter ist sein Fell weiß, im Sommer braun, damit ihn kaum jemand entdeckt.
Aber vor allem ist er ein super Läufer und Springer! Mit seinen großen Hinterpfoten hüpft er leicht über Schnee und Geröll.
Wenn es gefährlich wird, bleibt er erst ruhig sitzen – und dann flitzt er blitzschnell davon!

Alle aus Friedas Familie gehören zu den Raufußhühnern!
Das sind wilde Hühner, die an das Leben im Wald oder in den rauhen Bergen angepasst sind. Wie der Name schon sagt, haben sie „raue Beine“, also Federn bis zu den Zehen – fast wie kleine Federstiefel! Sogar ihre Nasenlöcher sind von Federn bedeckt, damit keine Kälte hineinzieht. Und unter ihrem Federkleid versteckt sich eine kuschelige Schicht aus Daunenfedern – wie eine eingebaute Winterjacke! Zudem haben sie ihre eigenen „Schneeschuhe“ immer dabei, damit können sie elegant über den Schnee laufen ohne einzusinken.

Friedas ganz großer Cousin

Stolzer Prachtvogel

Auerhahn

Der Auerhahn ist der größte Hühnervogel Europas – ein echter Riese im Vergleich zu Frieda!
Im Frühling zeigt er sich von seiner schönsten Seite: Er gurrt, knackt, fächert seine Federn auf und tanzt für die Hennen.
Er lebt in lichten Bergwäldern, doch leider gibt es nur noch wenige dieser stolzen Prachtvögel. Frieda sieht ihn kaum – aber sie kennt ihren beeindruckenden Cousin gut.

Friedas großer Cousin

Der Tänzer

Birkhahn

Der Birkhahn ist kleiner als der Auerhahn, aber nicht weniger auffällig!
Im Frühling trifft er sich mit anderen Hähnen auf dem Balzplatz, blubbert, fächert seine Federn und tanzt mit anderen um die Wette.
Im Winter ruht er sich in Schneehöhlen aus. Er lebt nahe Friedas Zuhause – am Rand von Mooren, Wiesen und lichten Wäldern. Manchmal hört Frieda ihn von Weitem.

Friedas schüchterner Cousin

Leiser Waldbewohner

Haselhuhn

Das Haselhuhn ist das kleinste Hühnchen von Friedas Familie – und ganz schön scheu.
Es lebt tief im dichten Bergwald, ist sehr scheu und gut getarnt. Man hört seinen Ruf öfter, als man es zu Gesicht bekommt.
Anders als Frieda wechselt es nie sein Gefieder. Die beiden wohnen weit auseinander und begegnen sich kaum – aber zur Familie gehört er trotzdem!

Spiel Bingo mit Kauzi und Frieda

So geht’s:
Druck dir das Wanderbingo aus, schnapp deine Freunde und ab in die Natur! Hier geht’s zum Download:
Wanderbingo (978 Downloads )

Kennst du schon unsere Rätselrallye?

Rund um die neue Heilbronner Hütte erwartet euch euch eine spannende Rätselrallye mit kniffligen Aufgaben und einer kleinen Überraschung am Schluss.
Abenteuerlust? Dann auf zur neuen Heilbronner Hütte im Europaschutzgebiet Verwall.

Geschichten mit Frieda und Kauzi

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Über die Verbreitung der Haselmaus in Vorarlberg ist nur wenig bekannt. Seit 2022 wird in Vorarlbergs Europaschutzgebieten nach Hinweisen des nachtaktiven Nagers gesucht – und das mit Erfolg!

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) © Rolf Eberhardt

Eine Maus, die keine ist

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ist in der Europäischen Union eine seltene und schützenswerte Art und findet sich darum auf der Liste der „streng zu schützenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse“ (Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie).

Die Haselmaus ist streng genommen keine Maus, sondern gehört wie der Siebenschläfer zur Familie der Bilche. Sie wird maximal 90 mm lang und hat ein Gewicht von 15-40 g. Ihre Fellfarbe variiert von gelbbraun bis rotbraun, wobei der Bauch etwas heller ist. Der Schwanz der Haselmaus ist dicht behaart. Das ist neben der Größe das Unterscheidungsmerkmal zur Zwergmaus, mit der sie auf Grund der Fellfarbe leicht verwechselt werden kann.
Haselmäuse bewohnen Laub- und Mischwälder mit gut entwickelter Strauchschicht und dicht verwachsenen Waldrändern. Auch junge Sukzessionsstadien auf sonnig-lichten Schlagfluren und Windwurfflächen werden gerne besiedelt. Sobald der Wald jedoch von einem geschlossenen Kronendach dominiert wird, wandern Haselmäuse an den Waldrand oder verlassen das Waldstück. Auch in der Nähe von Gewässern sowie in Au- und Bruchwäldern kann die Haselmaus häufig angetroffen werden.

Nisthilfe für die Haselmaus in einem potenziellen Habitat © RM Europaschutzgebiete

Typische Fraßspuren der Haselmaus an Haselnüssen © RM Europaschutzgebiete

Die Haselmaus in Vorarlberg

Das breite Lebensraumspektrum bedingt, dass die Haselmaus nahezu in allen Regionen in Vorarlberg zu finden ist. Dennoch ist nur wenig über die Verbreitung dieser unauffällig lebenden Art in Vorarlberg bekannt. Im Jahr 2017 wurde nach ersten Freilanduntersuchungen in Vorarlberg der aktuelle Wissensstand in der Arbeit von KLARICA et al (2017) zusammengefasst. Die Arbeit ist in inatura – Forschung online erschienen.  Nachweise sind vom Bodenseeraum über den hinteren Bregenzerwald bis ins Klostertal bekannt.

Ein erfolgreicher Nachweis in einer Nisthilfe © RM Europaschutzgebiete

Seit 2022 hat es sich das Regionsmanagement Europaschutzgebiete zur Aufgabe gemacht, die Natura 2000-Gebiete in Hinblick auf das Vorkommen der Haselmaus genauer zu untersuchen. Als Standardmethode zur Erbringung von Nachweisen haben sich Niströhren etabliert, welche von der Haselmaus für die Anlage von Tagesnestern genutzt werden. Der Nachweis der Haselmaus erfolgt dann entweder über eine direkte Sichtung, typische Nagespuren an Nussschalen oder den charakteristischen Nestbau in der Niströhre. Die Niströhren werden im zeitigen Frühjahr in potenziell geeigneten Lebensräumen aufgehängt und regelmäßig kontrolliert. Und tatsächlich konnten 2022 und 2023 in 6 Europaschutzgebieten vom Bodensee bis zum Klostertal Haselmausvorkommen durch angenommene Niströhren nachgewiesen werden.

Der bisherige Erfolg der Nachsuche soll auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Ziel ist es, alle geeigneten Europaschutzgebiete zumindest einmal zu beproben. Darüber hinaus sind Hinweise aus der Bevölkerung wichtig, um Wissenslücken in weniger untersuchten Gebieten – z. B. auch in Siedlungsnähe – sukzessive schließen zu können.

Nest der Haselmaus in der Nisthilfe © RM Europaschutzgebiete

Bei der linken Haselnuss war offensichtlich eine Haselmaus am Werk © RM Europaschutzgebiete

Nachweise der Haselmaus in den Europaschutzgebieten 2022 und 2023 

Ist das eine Haselmaus?
Hinweise, Beobachtungen oder Zufallsfunde der Haselmaus können an die inatura Erlebnis Naturschau oder mit Hilfe der App observation.org gemeldet werden.

Weitere Informationen zur Haselmaus und anderen Kleinsäugern in Österreich finden sich unter www.kleinsaeuger.at

Umfangreiche Forschungen der letzten Jahre im Naturwaldreservat Rohrach legen bemerkenswerte Ergebnisse offen und bestätigen den Wert des Schutzgebietes. Der folgende Bericht publiziert erste Ergebnisse und lässt hinter die Forschungskulissen blicken.

Totholz im Rohrach © RM Europaschutzgebiete

Das Naturschutzgebiet Rohrach in den Gemeindegebieten von Hohenweiler und Möggers ist seit 1992 ein Naturwaldreservat. Im Schutzgebiet sind Nutzungen ausgeschlossen und einer natürlichen Waldentwicklung und Dynamik wird auf 50 ha uneingeschränkt Raum gegeben. Ergänzend ist seit 1995 das Gebiet auch ein Europaschutzgebiet und damit Teil des Natura 2000-Netzwerks. Unmittelbar an der Staatsgrenze schließt ein deutsches Natura 2000-Gebiet mit 170 ha an, welches den Wert für eine staatenübergreifende Biotopvernetzung nochmals steigert. Die Ausweisung zum Naturwaldreservat 1992 zielt auf eine ungestörte Waldentwicklung für wissenschaftliche Beobachtungszwecke ab. Eine umfassende und tiefgehende Ersterhebung, geleitet von Prof. Georg Grabherr, lieferte bereits in den 90er Jahren wichtige Einblicke zur Waldstruktur bzw. ausgesuchten Arten.[1] Damit besteht die Grundlage, die Entwicklung ehemals bewirtschafteter Wälder hin zu Naturwäldern wissenschaftlich beobachten und dokumentieren zu können.

Eine ökologische Schatztruhe

Deutsche Forstkollegen von der Schutzgebietsbetreuung © RM Europaschutzgebiete

Das Untersuchungsgebiet - das Naturwaldreservat Rohrach © RM Europaschutzgebiete

Kartierungen auf deutscher Seite beginnend ab 2017 ergänzen die Forschungsdaten und haben bedeutende Ergebnisse mit sich gebracht. Neben seltenen Pilzen und sogenannten „Urwaldreliktarten“ – also vom Aussterben bedrohte, ursprünglich urwaldbesiedelnde Insektenarten, die auf Totholz und die strukturellen Charakteristika von Naturwäldern angewiesen sind – konnten die deutschen Kolleginnen und Kollegen mit Superlativen aufwarten. Mit den insgesamt 113 Arten – darunter zwei überaus seltene Urwaldreliktarten sowie eine für die Wissenschaft neue Art aus der Familie der Rindenkäfer [2] – wurde die Erwartungshaltung an den Naturwald weit übertroffen. Auch für sehr seltene Pilze zeichnet sich das Gebiet aus.
Die Rohrachschlucht ist treffend als ein „Allgäuer Schatzkästchen für Europas Naturerbe“ bezeichnet worden.[3] Dies wiederum hat die Verantwortlichen auf österreichischer Seite veranlasst, zum 30-jährigen Jubiläum des Naturwaldreservates eine tiefgehende Folgeuntersuchung zu beauftragen. In der Hoffnung aus dem „Schatzkästchen“ eine grenzüberschreitende „Schatztruhe“ zu öffnen, ist mit Hilfe des Waldfonds der Republik Österreich eine neuerliche waldökologische Bestandsdokumentation in Angriff genommen worden. Die Waldstrukturerhebung ergänzen noch weitere Untersuchungen zu Vögel, Pilze, Flechten und Käfer. Insgesamt umfasst das Projekt ein Volumen von ca. 150.000 €.

Alt tritt auf Neu

Die Ersterhebung aus dem Jahr 1999 basiert auf einer genau dargelegten Methodik, um späteren Folgeuntersuchungen als Vergleichsmaßstab zu dienen. Damals sind mit dem Landesvermessungsamt und der Forstbehörde zur Markierung der 46 Inventurpunkte sowie den vier Dauerversuchsflächen Eichenpflöcke eingeschlagen worden und Waldstrukturdaten zu Baumarten, Baumhöhen, Totholzanteil, Vegetationstypen und Waldgesellschaften aufgenommen worden. Dreißig Jahre nach Unterschutzstellung folgt die Wiederholungsaufnahme im Wesentlichen der gleichen Methodik mittels Inventurpunkten, Transekten und Dauerversuchsflächen durch die Kärntner Expertinnen und Experten der Firma E.C.O. – Institut für Ökologie.

Feldaufnahmen © Florian Raidt

Vegetationsaufnahme Dauerversuchsfläche © E.C.O Klagenfurt

Totholzaufnahme © E.C.O Klagenfurt

Die neuen Aufnahmen wurden jedoch an die heutigen Möglichkeiten angepasst. Durch die rasante Weiterentwicklung von Vermessungsmethoden kann in der Waldstrukturerhebung an den technologischen Fortschritt der Digitalisierung angesetzt werden. Die Basisdaten werden nunmehr auch durch eine hochqualitative Erfassung des Waldes mittels Fernerkundung ergänzt. Wo früher Theodolit, Maßband und Kompass zum Einsatz kamen, unterstützen heute Drohnen, GPS und Tablets die Kartiertrupps. Für die Befliegung mit einer Spezialdrohne samt entsprechenden Sensoren zeichnete sich die Firma Alto Drones aus Südtirol verantwortlich. Laservermessung per Drohne, gepaart mit terrestrischen Laserscans liefern ein präzises 3d-Modell vom Rohrach.

Drohne mit Scanner © Alto Drones

Drohnenbefliegung, Routenplanung © E.C.O Klagenfurt

Terrestrisches Laserscanning © RM Europaschutzgebiete

Drohnenbefliegung, Punktewolke © E.C.O Klagenfurt

Die Befliegung mit einer Spezialdrohne samt entsprechenden Sensoren hat die Firma Alto Drones aus Südtirol durchgeführt. Laservermessung per Drohne, gepaart mit terrestrischen Laserscans liefern ein präzises 3d-Modell vom Rohrach. Die klassischen Felddaten können mit dem digitalen Abbild des Rohrachs verglichen, und Modelle für zukünftige Erhebungsmethoden damit entsprechend erprobt und kalibriert werden. Die Datenaufbereitung, Modellberechnungen und Analysen der Fernerkundung wurden von der Technischen Universität Wien – Department für Geodäsie und Geoinformation bearbeitet.
Die gesamten Ergebnisse werden demnächst in einem umfassenden Bericht veröffentlicht, vorab kann aber bereits verraten werden: im Naturwaldreservat Rohrach lassen sich sowohl in der Struktur des Waldes als auch in den Waldgesellschaften bedeutende Entwicklungen erkennen. Das Gebiet hat sich in Bezug auf Waldzusammensetzung, Totholz, Dynamik etc. deutlich in Richtung eines Naturwaldes entwickelt.

Herausfordernde Geländearbeiten

Landesrat Zadra mit alter Vermarkung und den Gebietsbetreuern © Florian Raidt

Vermessungspunkt im Rohrach © Florian Raidt

Ohne klassische Feldarbeit kommt die Wissenschaft trotz aller Technologien zum Glück noch nicht aus und so muss neben der umfassenden Computerarbeit das Datenmaterial immer noch vor Ort gewonnen werden. Die Stichprobenpunkte sowie Dauerversuchsflächen wurden im Jahr 2022 unter Zuhilfenahme von digitalen Gelände- und GPS-Daten neuerlich aufgesucht und mit Stahlrohr-Vermessungsmarken gekennzeichnet. Die Arbeiten in dem steilen Terrain bei schlechtem Wetter waren äußerst herausfordernd und teilweise auch gefährlich. Einige Bereiche konnten nur mit Seilsicherung oder gar nicht mehr begangen werden.
Im Jahr 2023 folgten dann die Erhebung durch weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der deutsche Ornithologe Daniel Honold ist ein Experte für die lokalen Vogelvorkommen im Allgäu und Vorarlberg. Neben den zu erwartenden Waldvogelarten waren auch bemerkenswerte Arten dabei und die Sichtung eines Uhus zu Beginn im Frühjahr ließ die Vorfreude auf eine spannende Kartierungsperiode noch steigen. Neben der eigentlichen Artenliste wird aktuell der Vergleich mit den Ersterhebungsdaten von Georg Willi Einblicke in die Entwicklung des Rohrach bringen.

Bachquerung bei Hochwasser © E.C.O. Klagenfurt

Begehung einer Rutschfläche © E.C.O Klagenfurt

Materialtechnisch und logistisch herausfordernder wurde es mit den Kolleginnen und Kollegen vom Ökoteam aus Graz, die sich auf die Suche nach xylobionten Käfern machten. Dies sind holzbewohnende und insbesondere totholzbesiedelnde Käfer. –  Für deren Nachweis braucht es sogenannte Flugfensterfallen. Um diese im Gebiet in ausreichender Höhe zu installieren, wurden die Zugseile mittels Pfeil und Bogen in die Astbereiche der Bäume geschossen. Über Handsammlung, Klopfschirm und Leuchtzelte wurden zudem möglichst viele Insekten für das Labor in Proberöhrchen gesammelt. Zur Freude aller zeigten bereits die ersten Sichtungen einzelne sehr seltene bzw. gefährdete Käferarten und auch Urwaldreliktarten. Die finale Artenliste wird die bemerkenswerten deutschen Funde nochmals bestätigen und ergänzen.

Installation der Fensterfallen mit Pfeil und Bogen © RM Europaschutzgebiete

Nachtleuchten für Insektenkartierung © Ökoteam Graz

Proben xylobionte Insekten © Ökoteam Graz

Ganz ohne Material aber dafür sehr bedächtig suchend, mit dem Blick auf ein ganz eigenes Reich von Lebewesen, machten sich die Pilzkundler vom FH Johanneum Graz in die Tobel des Rohrachs auf. Auch wenn nicht Eingeweihten die Pilzkunde mit tausenden von Arten ein Mysterium bleiben wird, die Begeisterung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über einen Fund äußerst seltener oder für Vorarlberg noch nicht nachgewiesener Arten ist auch für Laien mehr als „ansteckend“. Die gerade aktuell publizierte Rote Liste der Pilze Vorarlbergs kann durch mehrere neue Funde aus dem Rohrach ergänzt werden. Hinzu kommen noch weitere gefährdete oder seltene Pilzarten, die im Rohrach einen Lebensraum finden.

Mit Dr. Veronika Pfefferkorn-Dellali als Flechtenexpertin aus Salzburg nahm auch noch eine Forscherin teil, die bereits bei der Grundlagenerhebung in den 90er Jahren mitgewirkt hatte. Sie wurde vom in Fachkreisen weltweit geschätzten Prof. Roman Türk begleitet. Flechten gelten als hervorragende Indikatoren für Umwelteinflüsse, insbesondere Luftschadstoffe. Erschreckenderweise fanden sich im Rohrach nur mehr sehr wenige Flechtenarten. Die Untersuchungsmethodik wurde daher über das Rohrach hinaus ausgeweitet und wird noch 2024 weiterverfolgt, um eine genauere Ursachenbestimmung liefern zu können. Es zeigt sich aber, dass die Forschung im Rohrach noch lange nicht abgeschlossen ist und eigentlich erst richtig beginnt. Auch bei der Fernerkundungsmethodik ergaben sich neue Forschungsfragen, die über eine Diplomarbeit an der TU Wien weiterverfolgt werden sollen und somit auch jungen Forscherinnen und Forschern den Weg in die Tobel des nördlichen Vorarlbergs eröffnen.

Kartiertrupps im Feld © RM Europaschutzgebiete

Was für ein Name für einen Pilz: Rosavioletter Klumpfuß (Cortinarius sodagnitus) © Friebes

Naturwaldforschung im Fokus

Untersuchungen zu naturnahen Wäldern und deren Biodiversität sind derzeit stark nachgefragt. Es stellen sich vermehrt Fragen zu Klimawandelanpassungsstrategien sowie Waldzustandsaspekten auf wissenschaftlicher und politischer Ebene. Eine zentrale Frage ist dabei die mögliche Steigerung der Kohlenstoffspeicherung in Wäldern, die sich von Wirtschaftswäldern zu Naturwäldern entwickeln, und wie sich diese Entwicklung auch auf andere Ökosystemleistungen auswirkt. Hinsichtlich der aktuellen Herausforderung des Klimawandels stellt das bedeutende Kohlenstoffspeicherpotenzial von Wäldern eine wichtige Stellgröße für das Erreichen der Pariser Klimaziele dar. Das Thema der „Proforestation“ also der Steigerung von Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität in bestehenden Wirtschaftswäldern gewinnt mehr und mehr an Bedeutung und findet sich in unzähligen nationalen und internationalen Strategien.

Mit typischen Tannenwäldern der submontanen Stufe stellt das Rohrach österreichweit eine Besonderheit dar und bietet für das niederschlagsreiche Alpenvorland eine Referenzfläche. Das Land Vorarlberg kann hier in Zusammenarbeit mit Bayern einen erheblichen Beitrag in der Naturwaldforschung leisten. Da die Außernutzungsstellung schon 30 Jahre zurückliegt, hat das Rohrach einen bedeutenden Vorsprung gegenüber allen neu einzurichtenden Referenzflächen.

[1] Grabherr, G. et al. (1999): Ein Wald im Aufbruch – Das Naturwaldreservat Rohrach, Hrsg. Bristol Stiftung.
[2] Schmidl, J. & Bußler, H. (2018): Totholzkäfer-Kartierung Tobelwälder Schwaben. – Entomologisches Fachgutachten im Auftrag der Reg. v. Schwaben (unveröffentlicht).
[3] Mittermeier, B. (2020): Das FFH-Gebiet Rohrachschlucht – ein Allgäuer Schatzkästchen für Europas Naturerbe.  ANLiegen Natur 42(2): 33–40, Laufen.

Europaschutzgebiet Rohrach

Fläche: 50 ha
Höhe: 540 bis 720 m. ü. A.
Lage: in den Gemeindegebieten von Hohenweiler und Möggers im nördl. Leiblachtal an der Grenze zu Deutschland

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Rohrach

Mit Unterstützung des Waldfonds Österreich

TU Wien © TU Wien

Monitoring-Projekt bestätigt Vorkommen von Luchs und Europäischer Wildkatze in Vorarlberg

Der männliche Luchs B717CH tappt im Rätikon in eine Fotofalle © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Die Luchsin HEIA ist eines von zwei bekannten Luchsweibchen, das in Vorarlberg Jungtiere großzieht © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Das 2022 geborene Jungtier B1025CH konnte im Rahmen des Luchs-Monitorings im Rätikon nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Mittels Lockstock und Fotofallen können Wildkatzen nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Dornbirn (VLK) – Der europäische Luchs wie auch die europäische Wildkatze galten in Vorarlberg als ausgestorben. Ein Monitoring-Projekt im Auftrag des Landes Vorarlberg konnte nun den Nachweis erbringen, dass die beiden höchst seltenen und streng geschützten Arten wieder durch Vorarlbergs Wäldern streifen. Das Monitoring-Projekt dauerte zwei Jahre und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Jägerschaft durchgeführt. Das Ergebnis wurde am Dienstag (16. Jänner) in der inatura in Dornbirn präsentiert.

„Die Rückkehr zweier streng geschützter und vorübergehend als ausgestorben geltender Arten ist ein großer Erfolg für den Artenschutz“, sagt Landesrat Daniel Zadra: „Die Rückkehr der äußerst seltenen und scheuen Waldbewohner Luchs und Wildkatze ist eine große Bereicherung der heimischen Fauna und im Fall der Wildkatze auch eine naturkundliche Sensation. “

„Das Vorkommen von Luchs und Wildkatze in unseren Wäldern wäre ohne den sorgsamen forstlichen Umgang mit unseren Wäldern und ohne eine verantwortungsvolle Jagdwirtschaft nicht möglich“, betont Landesrat Christian Gantner: „Daher gilt insbesondere den JägerInnen ein großer Dank. Die nun vorliegenden Forschungsergebnisse des aktiven Monitorings bestätigen die bisherigen, überwiegend aus der Jägerschaft gemeldeten Hinweise über Luchsvorkommen in Vorarlberg.“

Seit einigen Jahren gab es Hinweise auf das Auftreten des Luchses in Vorarlberg sowie seit 2018 den Hinweis auf Wildkatzen im Dornbirner Berggebiet. Während der Luchs im 19. Jahrhundert ausgerottet worden war, gab es für die Wildkatze nur prähistorische Nachweise für Vorkommen auf Vorarlberger Gebiet. Eine tatsächliche natürliche Rückkehr nach Vorarlberg ist daher vor allem im Falle der Wildkatze eine naturkundliche Sensation.

Das Monitoring im Auftrag des Landes Vorarlberg (Naturschutz und Jagd) erfolgte durch Horst Leitners Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit den Zuständigen in den potentiell betroffenen Jagdrevieren. Mittels Fotofallen und Lockstöcken (Holzpflock mit natürlichem, für Katzen attraktivem Duftstoff) wurden über zwei Jahre Nachweise gesammelt und ausgewertet. Während Luchse mittels Fotos erfasst und über ihr Fellmuster individuell identifiziert werden können, werden Wildkatzen nachgewiesen, indem Haare gewonnen und über eine genetische Analyse bestimmt werden. Diese genetische Analyse ist zur eindeutigen Bestimmung notwendig, da die europäische Wildkatze und Hauskatzen optisch nicht immer sicher zu unterscheiden sind.

Extrem scheuer und seltener Waldbewohner zurückgekehrt

Die Europäische Wildkatze zählt zu den seltensten und unbekanntesten heimischen Säugetierarten. Der Wissensstand über die Wildkatze in Österreich ist dürftig. Dies liegt zum einen an ihrer verborgenen Lebensweise, zum anderen an ihrem unauffälligen Aussehen. Für Ungeübte ist die Wildkatze leicht mit einer Hauskatze zu verwechseln. Der Nachweis der Wildkatze ist dementsprechend schwierig.

Im Frühjahr 2022 konnte durch Haarprobe und anschließende Genanalyse schließlich zum ersten Mal eine Wildkatze in Vorarlberg nachgewiesen werden. Insgesamt konnten in den vergangenen beiden Jahren drei verschiedene Wildkatzen bestätigt werden. Dies sind die ersten gesicherten, genetischen Nachweise freilebender Wildkatzen in Vorarlberg. Seither herrscht Gewissheit, dass die europäische Wildkatze wieder in Vorarlberg lebt.

Luchs etabliert sich

Die größere der beiden heimischen wilden Katzenarten, der Luchs, ist mit seinen Pinselohren, dem auffälligen Backenbart und dem gefleckten Fell eindeutig zu erkennen. An Heimlichkeit steht er jedoch der Wildkatze um nichts nach.
Das Luchs-Monitoring zeigt, dass sich der Luchs langsam wieder in Vorarlberg etabliert. Der Hauptbereich der derzeitigen Luchsverbreitung liegt im Rätikon und zieht sich bis ins Montafon. Zudem gibt es im Mellental regelmäßig Luchsnachweise. Auch aus dem Klostertal, das nicht im Monitoring-Gebiet des Projekts liegt, werden Nachweise gemeldet. Im vorangegangenen Luchsjahr 2022–2023 wurden in den Monitoring-Gebieten insgesamt sieben verschiedene selbstständige Luchse nachgewiesen. Auch zwei Jungtiere von zwei verschiedenen Müttern konnten festgestellt werden.

Die Vorarlberger Luchse entstammen der Luchspopulation aus der Nordostschweiz, wo ab dem Jahr 2001 Luchse wiederangesiedelt wurden. In Vorarlberg befindet sich der östliche Ausbreitungsrand dieser Population. Der Bestand ist daher von großer Bedeutung für die weitere Verbreitung und die zukünftige Vernetzung des Luchses mit anderen Teilpopulationen, z. B. mit den Luchsen in der Grenzregion zwischen Italien, Slowenien und Österreich.

Auerhahnbalz © Burgstaller

Auerhuhn-Lebensraum in Klösterle: Lichter Kronenschlussgrad, ausreichend Alt- und Totholz sowie Beerensträucher sind wichtige Lebensraumelemente © RM Europaschutzgebiete

Auerhahn bei der Balz © RM Europaschutzgebiete

Habitateignung für das Auerhuhn in Vorarlberg

Vorarlberg | Das Auerhuhn ist der größte heimische Hühnervogel. Über die Verbreitung und den Bestand dieser imposanten Vogelart in Vorarlberg ist jedoch nur wenig bekannt. In einem dreijährigen Projekt wurden neue Grundlagen für das Lebensraummanagement und Monitoring des Auerhuhns erarbeitet.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das Auerhuhn noch weit verbreitet in Vorarlberg. Von Partenen bis zum Pfändergebiet wurden 1966 immerhin noch 255 Auerhähne in Vorarlberg gezählt und bis zur vollständigen jagdlichen Schonung 1977 jährlich zw. 30 und 50 Hähne erlegt. Spätestens ab den 1960er Jahren ging es jedoch rasant abwärts mit den Auerhuhnbeständen, nicht zuletzt durch die Nutzungsänderungen in der Land- und Forstwirtschaft.

In einem gemeinsamen Projekt des Landes Vorarlberg, BirdLife Vorarlberg, der Vorarlberger Jägerschaft sowie dem Natura 2000-Regionsmanagement wurden in Zusammenarbeit mit Auerhuhnexpert*innen aus Österreich bekannte Auerhuhngebiete im Detail untersucht.

Neben der Modellierung des allg. Lebensraumpotentials und der aktuellen Habitateignung auf Basis vorhandener Funddaten und Lebensraumparameter (Waldtyp, Kronenschlussgrad, Geländeform u.a.) wurden Losungs- und Federnproben gesammelt und diese genetisch ausgewertet. Dabei konnten 38 Auerhähne und 17 Hennen in den jeweiligen Gebieten nachgewiesen werden, was einem Mindestbestand von rund 100 Individuen entspricht. Die Analyse der genetischen Diversität der Proben zeigt, dass die einzelnen Auerhuhn-Vorkommen zwar noch miteinander im Austausch stehen, aber bereits „Verinselungstendenzen“ eingesetzt haben. Der Vernetzung der einzelnen Teilbestände in Vorarlberg und über die Landesgrenzen hinaus sollte deshalb zukünftig die höchste Priorität eingeräumt werden.

In zahlreichen Fachexkursionen und Begehungen für Förster, Waldaufseher und Jäger wurden die Lebensraumansprüche des Auerhuhns gemeinsam diskutiert. Hierbei hat sich gezeigt, dass viele Wälder in Vorarlberg schlichtweg zu „dicht“ sind für das Auerhuhn und wichtige Lebensraumelemente fehlen. Ziel ist eine verstärkte Berücksichtigung der Lebensraumansprüche des Auerhuhns im Rahmen der üblichen Waldbewirtschaftung.

Mit einem einheitlichem Lebensraum- und Bestandes-Monitoring soll zukünftig die Entwicklung der Auerhuhnbestände genau beobachtet werden.

Naturwaldforschung im Rohrach © ECO Klagenfurt

Naturwaldforschung im Rohrach © RM Europaschutzgebiete

Drohnenbefliegung © Alto Drones

Bregenzerwald I Die Ausweisung der Rohrachschlucht als Naturwaldreservat wurde 1992 auf einer ungestörten Waldentwicklung für wissenschaftliche Beobachtungszwecke begründet. Zum 30-jährigen Bestand werden mit Bundesfördermitteln eine Folgeuntersuchung durchgeführt und neue Technologien zur Felderhebung erprobt.

Unter der Leitung von Prof. Georg Grabherr erhob man 1999 die Waldstruktur sowie ausgesuchte Arten unter hohem wissenschaftlichen Anspruch im Rohrach. Mit Unterstützung des Landesvermessungsamtes wurde in dem schwierigen Gelände ein Raster sowie mehrere Transekte vermarktet. Zur Unterstützung der neuerlichen Forschungsarbeit konnten 2022 hochqualitative digitale Basisdaten mittels Laserscanning vorab gewonnen werden. Ein auf Drohnen spezialisiertes Vermessungsbüro aus Südtirol, die Techn. Universität Wien – Institut für Geodäsie und Geoinformatik sowie ein Kärntner Umweltbüro bereiteten die hochaufgelösten digitalen Geländemodelle sowie Punktwolken der Waldvegetation vor.

Diese Vorarbeiten erleichterten zwar die Suche sowie die neuerliche Markierung der Punkte, die Feldaufnahmen in dem schwer zugänglichen Schluchtwald blieben für das Kartierteam aber sehr herausfordernd und teilweise gefährlich. Die digitale Vermessung des Waldes lässt zudem völlig neue Forschungsansätze zu. Die Untersuchung wird mit rund 60.0000 € aus dem Waldfonds des Bundes gefördert.

Als Ergänzung zur laufenden Waldstrukturerhebung wurden im Jahr 2022 noch Untersuchungen zu diversen Arten in Auftrag gegeben. Bis Zum Abschluss des Forschungsprojekts 2024 werden die Avifauna, Pilze, Flechten und Käfer aufgenommen.

In Würdigung der Arbeiten des kürzlich verstorbenen Prof. Georg Grabherr ist es ein erklärtes Ziel, neuerlich eine gesammelte Forschungspublikation über das Rohrach zu veröffentlichen. Nach der Novellierung der Gebietsverordnung 2022 bieten die Arbeiten eine wertvolle Grundlage für die europäische Naturwaldforschung und bekräftigen die den Fortbestand des Naturwaldreservats.

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