Im Jahr 2024 waren die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager kräftig für den Amphibienschutz tätig. Das Regionsmanagement führte wissenschaftliche Erhebungen zu ausgewählten Amphibienarten durch. Dadurch kann die Population in einem Schutzgebiet über die Jahre hinweg beobachtet werden, wodurch Bestandsschwankungen sichtbar werden. Um den Arten zusätzlich „unter die Arme zu greifen“ und ihren Lebensraum zu sichern, wurden mehrere Instandhaltungsmaßnahmen an Biotopen oder Neuanlagen von Kleingewässern durchgeführt.

Die nur etwa 3,5 bis 5 cm große Gelbbauchunke erkennt man durch ihre herzförmigen Pupillen und den gelbfleckigen Bauch © RM ESG

Kammmolch-Monitoring

Rheintal | Alle drei Jahre werden in den Vorarlberger Europaschutzgebieten die nach FFH-Richtlinie geschützten Amphibienarten Kammmolch (Triturus cristatus) und Gelbbauchunke (Bombina variegata) erhoben. In Vorarlberg befindet sich abseits des Rheindeltas das bedeutendste Kammmolch-Vorkommen in der Oberen Mähder bei Lustenau. Ein ehemaliger Nebenarm des Alpenrheins beherbergt heute eine Vielzahl an Kleingewässern, die sogenannten Seelachenbiotope. Mit Hilfe von Reusen, welche am Abend in das Gewässer eingebracht und am nächsten Morgen kontrolliert wurden, konnten insgesamt 159 Kammmolch-Individuen nachgewiesen werden. Die Erhebungen wurden Anfang Mai während der Paarungszeit durchgeführt, da die Kammmolche zu dieser Zeit recht aktiv und mobil sind und somit häufiger in die Reusen gelangen.

Seelachenbiotope – Die verkrauteten Gewässer beherbergen eine Vielzahl an Tierarten. Nur bei zu starkem Pflanzenwachstum müssen sie geräumt werden<br /> © RM ESG

Kammmolch-Monitoring mittels Reusen: Am Morgen werden die Reusen kontrolliert und die Molche wieder zurück gesetzt © RM ESG

Auendynamik durch Menschenhand

Rheintal | An den oben beschriebenen Seelachenbiotopen wurden im Februar 2024 Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Durch Laubeintrag, Pflanzenwachstum etc. verlanden die Gewässer mit der Zeit. In natürlichen Flussauen würden durch dynamische Prozesse stetig neue Kleingewässer entstehen. Aufgrund von Hochwasserschutzmaßnahmen finden diese Prozesse in den Vorarlberger Tallagen kaum mehr statt. Der Mensch kann aber durch gezielte Pflegemaßnahmen diese Prozesse imitieren. So wurden von den 20 Gewässern am Seelachendamm insgesamt sechs mittels Bagger und Mähkorb geräumt. Ein Teil der Schlammsohle bleibt erhalten, überschüssiges Pflanzenmaterial wird jedoch entfernt. Der nächste Eingriff wird erst bei entsprechender Verlandung wieder notwendig sein. In den angrenzenden Streuwiesen der Oberen Mähder wurde zudem ein Graben abgeflacht und ökologisch aufgewertet. Ein großer Dank gilt der Marktgemeinde Lustenau, welche als Eigentümerin der Flächen und mit ihren Bauhofmitarbeitern die Maßnahmen durchgeführt hat.

Vom Bauhof Lustenau aufgewerteter Graben in der Oberen Mähder © RM ESG

Das Kammmolchmännchen bildet in der Paarungszeit einen gezähnten Rückenkamm aus © Die-nATurknipser

Die Gelbbauchunke erobert sich ihren Lebensraum zurück

Walgau | Es ist soweit: Die Gelbbauchunke ist wieder in die Sponda-Weiher im Frastanzer Ried zurückgekehrt. Seit 2022 wurden für die sechs nachgewiesenen Amphibienarten in den Sponda-Weihern sukzessive Lebensraum verbessernde Maßnahmen umgesetzt, die nun auch kleine Laichbecken für die Gelbbauchunke umfassen. Um die ehemals „große bis sehr große Population“ der europaweit streng geschützten Art war es in den letzten beiden Jahrzehnten ruhig geworden. Gemeinsam mit den Moordetektiven der Mittelschule und mit Unterstützung der Marktgemeinde Frastanz konnten zwei Teichbecken als Laichgewässer für die Gelbbauchunke eingebaut werden. Binnen drei Wochen konnten die ersten Unken am „Pool“ gesichtet und von den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule bestaunt werden. Eine erfolgreiche Reproduktion der Art über Frühling und Sommer unterstreicht die Notwendigkeit von fischfreien Laichgewässern für die Unke.

Die Sponda-Weiher im Frastanzer Ried bieten sechs von zehn heimischen Amphibienarten einen Lebensraum @ Gerlinde Wiederin

„Hands-on“ hieß es für die Moordetektive der NMS Frastanz bei der Anlage von Laichgewässern für die Gelbbauchunke im Frastanzer Ried @ Gerlinde Wiederin

Viel Begeisterung und Interesse für unsere Amphibien brachten die Schülerinnen und Schüler der NMS Frastanz im Freifach „Moordetektive“ mit @ Gerlinde Wiederin

Im Frastanzer Ried wurden zwei Teichbecken zusätzlich zu den zwei großen Sponda-Weihern als Laichgewässer für die Gelbbauchunke eingebaut © RM ESG

Sekundärer Lebensraum für die Gelbbauchunke

Bregenzerwald / Rheintal / Bodensee | Gelbbauchunken sind ursprünglich Bewohner von natürlichen Flussauen, in welchen die Dynamik des Flusssystems die Entstehung von temporären Gewässern fördert. Heutzutage weichen die Unken auf unterschiedliche, meist vegetationsarme Kleingewässer aus, welche oft durch Menschenhand geschaffen wurden. So befindet sich auf der alten Wälderbahntrasse zwischen Bregenz und Bozenau ein durchaus bedeutendes Vorkommen der Gelbbauchunke. In Tümpeln, welche teilweise direkt auf der Trasse oder auch in den Entwässerungsgräben der Trasse entstehen, finden sich jedes Frühjahr dutzende Gelbbauchunken zur Fortpflanzung ein. Neben Erhebungen wurden 2024 mehrere verlandete Biotope freigeräumt, sodass sie für die Gelbbauchunken wieder nutzbar sind.

Gelbbauchunkentümpel auf der alten Wälderbahntrasse in der Bregenzerachschlucht © RM ESG

In Bangs-Matschels werden Fahrspuren auf Bewirtschaftungswegen von unserer heimischen Unke besiedelt. Unbefestigte Wege werden in unserer Landschaft immer seltener. In der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Österreichs werden diese daher schon als gefährdet eingestuft. Um das Angebot an geeigneten Gewässern zu erhöhen, wurden in den letzten Jahren zusätzlich Biotopkomplexe angelegt, welche auch erfolgreich von der Gelbbauchunke besiedelt werden. Bei den Erhebungen 2024 in Bangs-Matschels konnten an einem Tag 33 adulte Gelbbauchunken und Jungtiere sowie etliche Laichballen und Kaulquappen nachgewiesen werden.

Das Rheindelta beherbergt ein bedeutendes Gelbbauchunken-Vorkommen. Mit der Anlage und Pflege von Kleingewässern werden auch hier Lebensräume für die Gelbbauchunke geschaffen. 2024 wurden in Zusammenarbeit mit dem Motorboot-Segelsportverein Schwedenschanze mehrere Tümpel gepflegt und reaktiviert.

Solche temporär Wasser führende Tümpel in Fahrspuren werden von der Gelbbauchunke gerne als Fortpflanzungsbiotop angenommen © RM ESG

Die Eier werden in der Regel in kleinen Laichklumpen (meist 10-20 Eier) an Grashalmen oder ähnlichen Strukturen befestigt © RM ESG

Amphibien sind eine heutzutage stark bedrohte Tiergruppe. Durch Monitoring und Umsetzung von Lebensraum verbessernden Maßnahmen kann dem Rückgang der Amphibien entgegengesteuert werden. Ziel des Regionsmanagements ist es, einen positiven Populationstrend in den Europaschutzgebieten durch die umgesetzten Maßnahmen in den kommenden Jahren zu erreichen.

Text: Romana Steinparzer, Thomas Kühmayer
Veröffentlichung: 5. März 2025

Die Seelache, ein trockengefallener ehemaliger Bachlauf mit reichem Röhricht- und Gehölzbestand, ist Teil des Europaschutzgebietes Gsieg-Obere Mähder in Lustenau. Von den größeren Weihern bis hin zu den nur zeitweise wasserführenden Tümpeln finden sich hier eine Vielzahl an Feuchtbiotopen mit überregionaler Bedeutung für unsere heimischen Amphibienarten. So ist in der Seelache nach dem Rheindelta das zweitgrößte Vorkommen des streng geschützten Kammmolchs in Vorarlberg dokumentiert. Nicht zuletzt deshalb hat die Instandhaltung der Biotope im Bereich der Seelache oberste Priorität.

Die Gelbbauchunke ist in vegetationsfreien Tümpeln hervorragend getarnt © RM Europaschutzgebiete

Damit Amphibien sich erfolgreich fortpflanzen können, sind Laichgewässer mit geeigneten Vegetationsstrukturen unabdingbar. An der Seelache finden sich mehr als ein Dutzend Weiher und Tümpel von unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Die darin vorkommenden Molcharten Kammmolch, Teichmolch und Bergmolch benötigen Gewässer mit Wasserpflanzen, an deren Blätter sie ihre Eier ablegen können. Gelbbauchunken hingegen bevorzugen Flachgewässer, die vegetationsarm sind und zeitweise sogar trockenfallen. Die Gelbbauchunke besiedelt von Natur aus dynamische Lebensräume in Fluss- oder Bachauen, bei denen aufgrund der natürlichen Überschwemmungsdynamik stetig offene Pionierstandorte zur Verfügung stehen. In unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft sind Flussläufe mit einem natürlichen Abflussregime nur noch vereinzelt vorhanden, weshalb für den Erhalt von Lebensräumen für die Gelbbauchunke vielfach aktiv nachgeholfen werden muss. Hierzu zählt beispielsweise das Entfernen von Ufervegetation oder von Bodengrund. Dabei ist die Gelbbauchunke schon mit wenigen Quadratmeter großen Tümpeln zufrieden und nutzt für die Ablage ihrer kleinen Laichklumpen mitunter auch Vertiefungen in Fahrspuren von Bewirtschaftungswegen.

Habitatpflege in der Praxis

Vollständig mit Goldruten bewachsene oder verlandete Biotope bieten keinen Lebensraum mehr für Amphibien © RM Europaschutzgebiete

Für die Instandhaltung von Feuchtbiotopen ist maschinelle Unterstützung erforderlich © RM Europaschutzgebiete

Bei einem gemeinsamen Lokalaugenschein mit Mitarbeitern der Marktgemeinde Lustenau wurde von Seiten des Regionsmanagements für das Jahr 2023 die Instandhaltung von vier Feuchtbiotopen vorgeschlagen. Durch eine über mehrere Jahre andauernde Planung und kontinuierliche Umsetzung von Pflegemaßnahmen wird gewährleistet, dass stets Gewässer unterschiedlicher Sukzessionsstadien vorhanden sind und somit die Lebensraumansprüche der verschiedenen Amphibien-Arten entsprechend Berücksichtigung finden. Bereits seit vielen Jahren sind die Mitarbeiter der Marktgemeinde Lustenau wichtige und wertvolle Partner für den Erhalt des Schutzgebietes Gsieg-Obere Mähder. Die notwendigen Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen für die Schutzgüter werden nicht nur positiv mitgetragen und teilweise auch durch die Mitarbeiter des Bauhofes umgesetzt, sondern auch finanziell von der Gemeinde unterstützt. So sind für die anfallenden Kosten der Instandsetzung der Feuchtbiotope im Jahr 2023 zu gleichen Teilen die Marktgemeinde Lustenau und der Vorarlberger Naturschutzfonds aufgekommen. Die Koordination als auch die Einholung der behördlichen Bewilligungen und die Begleitung der Maßnahmen vor Ort erfolgte durch das Regionsmanagement Rheintal. Die Instandhaltung der Feuchtbiotope wurde Mitte Februar 2023 in Angriff genommen. Bei niedrigen Temperaturen und trockenen Witterungsverhältnissen kann trotz Einsatzes eines Baggers auf eine möglichst bodenschonende Umsetzung geachtet werden.

Feuchtbiotope nach Abschluss der Aufwertungsmaßnahmen © RM Europaschutzgebiete

Auch die kleinflächigen Biotope bieten wertvollen Lebensraum © RM Europaschutzgebiete

Im Jänner 2023 führten die Mitarbeiter des Bauhofes Lustenau außerdem entlang des beliebten Spazierweges des Seelachendammes umfassende Gehölzpflegemaßnahmen durch. Dabei stand die Wege- und Sturmsicherung im Vordergrund. Insbesondere vom Eschentriebsterben befallene Bäume entlang des Weges wurden für eine sichere Nutzung der Spazierwege gefällt. Darüber hinaus wurden aber auch lebensraumverbessernde Maßnahmen für Vögel, Kleinsäuger, Amphibien und Insekten umgesetzt, indem Sichtschneisen auf die angrenzenden Streuewiesen freigehalten und anfallendes Astmaterial vor Ort als wertvolle Rückzugsstrukturen aufgeschichtet wurden.

Anfallendes Astmaterial wird vor Ort als Rückzugsstrukturen für Kleinsäuger und Insekten aufgeschichtet © RM Europaschutzgebiete

Durch dieses gemeinsame Engagement der Marktgemeinde Lustenau und des Regionsmanagements konnte im Europaschutzgebiet Obere Mähder bereits zu Jahresbeginn ein besonderes und wichtiges Refugium für seltene Arten aufgewertet werden. Allen Beteiligten und Mitwirkenden gebührt ein großer Dank für die Planung und Umsetzung dieser wertvollen Maßnahmen und den Einsatz für den Schutz dieser bedrohten Tierarten.

Die Biotope im Bereich der Seelache wurden außerdem im Zuge der Landschaftsreinigung mit tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen von unerwünschtem Müll befreit © RM Europaschutzgebiete

Charakteristisch für den Kammmolch ist die gefleckte orange bis gelbe Bauchseite © Daniel Leissing

Bergmolche haben eine ungefleckte, orange Bauchseite. Dieses Männchen trägt gerade seine farbenprächtige Wassertracht © Daniel Leissing

Europaschutzgebiet Gsieg-Obere Mähder

Fläche: 73,1 ha
Höhe: 410 m. ü. A.
Lage: im nördlichen Rheintal, süd-östlich von Lustenau

Weitere Infos: Europaschutzgebiet Gsieg-Obere Mähder

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder betreut seit 2020 die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns im Montafon. Alljährlich werden dank der Unterstützung motivierter Helferinnen und Helfer mehr als 100 Amphibien sicher über die Straße zu ihrem Laichgewässer gebracht. Ein neu angelegter Teich soll dabei helfen, die „Verkehrsopfer“ zu reduzieren.

Grasfrosch mit Laichballen in Zelfen © Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Die jährliche Wanderung der Amphibien

Wenn die Temperaturen nach den Wintermonaten langsam wieder wärmer werden, machen sich in ganz Vorarlberg tausende von Amphibien auf den Weg von ihren Land-Winterquartieren  zu den noch verbliebenen Laichgewässern. Dabei nehmen Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch und Co weite Distanzen und auch Gefahren in Kauf. Allzu oft werden sie auf ihren nächtlichen Wanderungen Opfer des Straßenverkehrs – ein herber und unnötiger Verlust, wenn man die weltweit negative Entwicklung der Amphibienbestände aufgrund von Lebensraumverlust und anderen Faktoren betrachtet. Abhilfe schaffen so genannte Amphibienschutzzäune, mit deren Hilfe Frösche, Kröten und Molche vor Querung einer unsicheren Straße aufgefangen werden können. Noch besser, jedoch nicht überall umsetzbar, ist die Errichtung von Amphibientunneln oder Ersatzlaichgewässern. Letztere werden so angelegt, dass die Amphibien direkt und ohne Querung einer Straße von ihren Überwinterungsquartieren zum Laichgewässer gelangen.

Seit 2020 betreut der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns. Gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern werden hier zwischen Februar und April Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche bei ihrer Wanderung unterstützt. Ein im Jahr 2021 errichtetes Ersatzlaichgewässer soll die Zahl an querenden Amphibien im Bereich der Zelfenstraßen reduzieren.

Die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns

Golfplatzteich in Zelfen © Naturschutzverein Verwall

Das Ziel der jährlichen Amphibienwanderung – der Golfplatzteich in Zelfen. In den 2000er Jahren wurde im Bereich des Golfplatz Zelfen von den Golfplatzbetreibern ein Teich angelegt. Der Teich ist nicht nur schön anzusehen, sondern wirkt auch als „Magnet“ für zahlreiche Amphibien im unmittelbaren Umkreis. Denn kurz nach dessen Fertigstellung wanderten auch schon die ersten Grasfrösche von den Ill-Auen zum Teich, um sich hier fortzupflanzen.

Erdkröte auf ihrer nächtlichen Wanderung auf der Straße © Naturschutzverein Verwall

Das Problem dabei: auch vom gegenüberliegenden Hangwaldbereich machen sich jährlich unzählige Amphibien auf den Weg zum Golfplatzteich und landen dabei auf der Zelfenstraße, die besonders im Feierabendverkehr in den Abendstunden stärker befahren wird. Und das ist genau die Zeit, in der sich Grasfrosch & Co bei Regen auf den Weg machen, um das Laichgewässer noch vor dem Morgengrauen zu erreichen.

Amphibienschutzzaun in Zelfen © Naturschutzverein Verwall

Im Jahr 2022 standen erstmals ausreichend Helferinnen und Helfer zur Verfügung, um eine regelmäßige Betreuung eines Amphibienschutzzaunes zu gewährleisten. In den Jahren davor wurden an geeigneten (Regen-)Tagen die Amphibien noch ohne Zaununterstützung eingesammelt und über die Straße getragen. Mit Hilfe des Amphibienschutzzaunes kann diese Arbeit nun effizienter und mit weniger Verkehrsopfern seitens der Amphibien bewerkstelligt werden. Voraussetzung hierfür ist die tägliche Kontrolle des Zauns am Morgen und bei Regen auch am Abend. Die Wanderzeit der Amphibien kann sich dabei über 2-3 Wochen hinziehen oder aber auch nach wenigen Tagen schnell vorbei sein.

Amphibien werden beim Zaun eingesammelt und zum Teich gebracht © Naturschutzverein Verwall

Einmal vom Amphibienzaun eingesammelt, werden die Amphibien zu den Laichgewässern gebracht. Amphibien zieht es in der Regel zwar immer wieder zu ihren angestammten Laichgewässern, es werden aber auch neue Laichgewässer angenommen, sofern die Standortbedingungen passen. Bei manchen Arten werden Ersatzlaichgewässer schneller (Grasfrosch) angenommen, bei anderen (Erdkröte) kann dies länger dauern. Im Jahr 2022 wurden 114 Grasfrösche, 44 Erdkröten und 27 Bergmolche sicher zu ihren Laichgewässern „begleitet“.

Neues Ersatzlaichgewässer - jetzt fehlt nur noch das Regenwasser © Naturschutzverein Verwall

Ein Amphibientunnel, der ein sicheres Überqueren der Straße auch ohne Zaun und Betreuungsaufwand gewährleistet, ist kostenintensiv und kann nicht überall umgesetzt werden. Eine andere Möglichkeit, die Anzahl an Verkehrsopfern zu reduzieren ist die Anlage eines Ersatzlaichgewässers auf der Straßenseite, von der die Amphibien losstarten. Im Auftrag des Landes Vorarlberg koordinierte der Naturschutzverein den Bau eines Ersatzlaichgewässers in Zelfen im Jahr 2021.

Mit Regenwasser gefülltes Ersatzlaichgewässer © Naturschutzverein Verwall

Bereits im ersten Frühjahr nach dem Bau des Ersatzlaichgewässers war dieses schon mit Wasser gefüllt und die ersten Grasfrösche, Erdkröte, Bergmolche und sogar eine junge Ringelnatter tummelten sich im Teich. Zwar wird der Teich den Golfplatzteich auf der anderen Seite der Straße nie zur Gänze ersetzen, aber immerhin wird der Teich zukünftig zumindest von einem Teil der Amphibien als Fortpflanzungsstätte genutzt. Die Entwicklung des Teichs und die Wanderung der „Frösche“ wird auch in den nächsten Jahren genau dokumentiert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer der letzten Jahre – ohne euch wäre diese „Rettungsaktion“ nicht möglich!

Was ist los im Amphibienteich

Eine junge Ringelnatter lässt sich blicken © Naturschutzverein Verwall

Typischer Laichballen des Grasfrosch © Naturschutzverein Verwall

Auch ein Bergmolch begutachtet den neuen Teich © Naturschutzverein Verwall

Geht gar nicht - Fische (noch dazu eingesetzte Goldfische) in einem Amphibienteich haben es auf Froschlaich und Kaulquappen abgesehen - hier im Golfplatzteich. © Naturschutzverein Verwall

Du hast Lust mitzumachen?

Wenn du uns bei der Betreuung des Amphibienschutzzaunes (ab Ende Februar bis März) unterstützen möchtest, melde dich bei:

 

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Kammmolch Larve © Daniel Leissing

Kammmolch Weibchen © Daniel Leissing

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © Daniel Leissing

Frastanzer Ried | Der seltene Kammmolch (Triturus cristatus) ist die größte heimische Molchart. Er zählt zu den Amphibien, ist in Vorarlberg streng geschützt und stark gefährdet. Das einzige bekannte Vorkommen des Kammolchs im Walgau befindet sich in den Sponda-Weihern im Frastanzer Ried.

Die Sponda-Weiher sind künstlich angelegte Kleingewässer. Die Weiher waren bereits Ende der 1980er Jahre von der Firma Hermann Gort GmbH im  Gegenzug für eine Deponie für Aushub- und Abbruchmaterial geschaffen worden. Sie entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einem perfekten Wasserlebensraum für sechs verschiedene Amphibienarten. In den 1990er Jahren konnten Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch, Grasfrosch, Erdkröte und Gelbbauchunke nachgewiesen werden. Es wurden bis zu hundert Individuen des gezielt angesiedelten Kammmolchs gezählt. Über die Jahrzehnte füllten sich die von Wald umgebenen Weiher jedoch zusehends mit Falllaub, abgestorbenen Ästen und Faulschlamm. Die  Schlammschicht hatte besonders in den Sommern Sauerstoffmangel zur Folge. An der ehemals offenen angrenzenden Böschung wuchsen Gehölze hoch auf, wodurch die Weiher stark beschattet wurden. Um als optimale Laichgewässer für Molche, Unken und Frösche zu dienen, sind jedoch Besonnung und sauerstoffreiche Verhältnisse im Gewässer entscheidend.

Seit 2021 findet an den Weihern ein intensives Amphibien-Monitoring statt, um Näheres über den Verbleib des Kammmolchs zu erfahren, nachdem der letzte Nachweis des Lurchs in diesem Gewässerkomplex bereits vier Jahre zurückgelegen war. Die Suche blieb im Jahr 2021 jedoch erfolglos. Im Jänner 2022 wurden mit Zustimmung der Grundeigentümer, mit Unterstützung der Gemeinde Frastanz und finanziert vom Land Vorarlberg  Pflegemaßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Weiher als Amphibienlaichgewässer durchgeführt. Teilbereiche der Gewässer wurden ausgebaggert, um die Schlammschicht zu entfernen und eine sukzessive Verlandung zu verhindern. Zudem wurden die Weiher auf der Südostseite von Gehölzen freigestellt, um die Besonnung zu optimieren. Im Sommer 2022 wurde das Monitoring fortgesetzt und schließlich gelang der Nachweis. Mittels Molchreusen konnten ein adultes  Kammmolchweibchen sowie mehrere Larven festgestellt werden. Somit stehen das Vorkommen und auch die erfolgreiche Reproduktion des Kammmolches in den Weihern fest.

Weitere Informationen

Das „Frastanzer Ried“ ist seit 2015 Europaschutzgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen, unter ihnen Kammmolch, Gelbbauchunke und Sumpf-Gladiole, haben hier ihre Heimat.

Bei idealem Amphibienwetter erkundeten Schüler der Mittelschule Frastanz die Sponda-Weiher im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried.

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Im Rahmen des Projekts „Schule trifft Frastanz“ und in Kooperation mit dem Projekt „Moordetektive“ verbrachte eine Schülergruppe der Mittelschule Frastanz einen Nachmittag im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried, um an den revitalisierten Sponda-Weihern Ausschau nach Amphibien und anderen Wasserlebewesen zu halten.

Die engagierten Jungs unterstützten das Regionsmanagement beim Monitoring von Molchen, Fröschen und Kröten. Neben tausenden Kaulquappen von Grasfrosch und Erdkröte konnten Bergmolche und sogar eine Gelbbauchunke entdeckt werden. Ein weiteres Highlight war die Ringelnatter, die sich ihr Versteck in einer der Molchreusen gesucht hatte.

Die Tiere wurden behutsam betrachtet und anschließend wieder freigelassen. Unterscheidungsmerkmale zu anderen Molchen wurden identifiziert, und es wurde besprochen, warum eine Molchlarve aussieht wie ein Axolotl.

Neben den Amphibien waren auch die Neophyten ein Thema, das leider allgegenwärtig ist. Nässe und Dreck hielten die Schüler allerdings nicht davon ab, kräftig anzupacken und dem invasiven Japanischen Staudenknöterich an den Kragen zu gehen.

Pflegemaßnahmen an Amphibienlaichgewässern im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © RM Europaschutzgebiete

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © RM Europaschutzgebiete

Gelbbauchunke © RM Europaschutzgebiete

Baggern für den Naturschutz an den Sponda-Weihern

Wo kräftig geholzt und gebaggert wird, fällt der Verdacht nicht unbedingt als erstes darauf, dass dies zur Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt dient. Dennoch steckt hinter den Eingriffen der Naturschutz. Die Maßnahmen dienen dem Erhalt und der Verbesserung der Sponda-Weiher als Amphibienlaichgewässer und zielen dabei insbesondere auf die ausgewiesenen Schutzgüter Kammmolch und Gelbbauchunke ab.

Die Sponda-Weiher waren bereits Ende der 80er Jahre von der Firma Hermann Gort GmbH als Ausgleich für eine Deponie für Aushub- und Abbruchmaterial geschaffen worden. Sie entwickelten sich zu einem perfekten Habitat für sechs verschiedene Amphibienarten: In den 1990er Jahren konnten Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch, Grasfrosch, Erdkröte und Gelbbauchunke nachgewiesen werden. Es wurden bis zu hundert Kammmolche gezählt.

Molche mögen es sonnig

Über die Jahrzehnte füllten sich die Weiher jedoch zusehends mit Falllaub, abgestorbenen Ästen und Faulschlamm. Die Schlammschicht hatte besonders in den Sommern Sauerstoffmangel zur Folge. An der ehemals offenen Böschung wuchsen Gehölze hoch auf, wodurch die Weiher stark beschattet wurden. Molch, Unke und Frosch haben es aber gern etwas sonnig: Um als optimale Laichgewässer zu dienen, sind für die Sponda-Weiher am Rande des Frastanzer Rieds Besonnung und sauerstoffreiche Verhältnisse im Wasser wichtig.

Erhalt der Laichgewässer

Zu den Amphibienwanderungen im Frühjahr soll das Laichgewässer für seine Bewohner längst wieder zur Verfügung stehen. Daher werden die Maßnahmen schon jetzt im Winter durchgeführt. In einem Teil der Weiher wurde Schlamm ausgebaggert, rund um die Weiher wurden durch Baumfällungen an der Südostseite sonnigere Verhältnisse geschaffen. Nun aber wird das gesamte Biotop wieder der Natur überlassen. Das umliegende Totholz soll liegen bleiben, da dieses den Amphibien als wertvoller Unterschlupf dient. „Zu sehr Aufräumen in der Natur schadet eher“, erklärt der Regionsmanager für die Europaschutzgebiete Daniel Leissing das weitere Vorgehen an den Sponda-Weihern.

Das Projekt erfolgte mit freundlicher Zustimmung der Grundeigentümer, mit Unterstützung der Gemeinde Frastanz, und wurde vom Land Vorarlberg finanziert. Die Pflegemaßnahmen wurden vom Regionsmanagement Europaschutzgebiete geplant und angeleitet und von der BH Feldkirch bewilligt.

Weitere Informationen

Das „Frastanzer Ried“ ist seit 2015 Europaschutzgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen, unter ihnen Kammmolch, Gelbbauchunke und Sumpf-Gladiole, haben hier ihre Heimat.

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