Schutzgebiete in Vorarlberg

Die Vielfalt unserer Natur- und Kulturlandschaft spiegelt sich in der Fülle und Anzahl der Schutzgebiete in Vorarlberg wider. Von Pflanzenschutzgebieten über Biosphären- und Naturparks bis hin zu Ruhezonen – die unterschiedlichen Schutzgebietskategorien scheinen sich auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, dienen jedoch alle dem erklärten Ziel, unsere Naturschätze zu erhalten.

Schutzgebiete werden zur Erhaltung und Sicherung der Schönheit, Eigenart und Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaft ausgewiesen. Die Voraussetzungen für eine Ausweisung sind sehr hoch. Ein Schutzgebiet muss sich zum Beispiel durch seine Ursprünglichkeit auszeichnen und gefährdete Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Oder es enthält seltene Mineralien und Fossilien oder ist von besonderer landschaftlicher Schönheit. Auch die Erholung der Bevölkerung kann von besonderer und schützenswerter Bedeutung sein.

Je nach Schutzzweck und Schutzinhalt werden Gebiete als Naturschutzgebiet, Europaschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützter Landschaftsteil, Ruhezone u.a. ausgewiesen und per Verordnung der Vorarlberger Landesregierung beschlossen.

Ein Schutzgebiet schließt land- oder forstwirtschaftliche Nutzung nicht aus. In vielen Naturschutzgebieten ist sogar die traditionelle Bewirtschaftung die Voraussetzung für ihre Schutzwürdigkeit z. B. die extensive Bewirtschaftung von Streu- und Magerwiesen.

Ein Naturschutzgebiet ist ein weitgehend natürliches oder naturnahes Gebiet, das sich durch schützenswerte Lebensräume und/oder seltene bzw. gefährdete Tier- und Pflanzenarten des Landes auszeichnet. Der Schutz der Naturgüter und der Ablauf einer natürlichen Entwicklung stehen im Vordergrund. In Vorarlberg gibt es 25 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 14.256 ha (ca. 5,5 % der Landesfläche).

Alter Rhein seit 2013 in Hohenems 4,32 ha
Amatlina-Vita seit 1991 in Zwischenwasser 48,34 ha
Auer Ried seit 1993 in Au 89,29 ha
Bangser Ried seit 1974 in Feldkirch 58,17 ha
Birken – Schwarzes Zeug – Mäander der Dornbirnerach seit 1987 in Dornbirn, Wolfurt 70,93 ha
Bludescher Magerwiesen seit 1995 in Bludesch 32,50 ha
Bödener Magerwiesen seit 1991 in Innerbraz 16,35 ha
Faludriga-Nova seit 1995 in Raggal 981,32 ha
Farnacher Moos seit 1976 in Alberschwende, Bildstein 15,67 ha
Fohramoos seit 1974 in Dornbirn, Schwarzenberg 53,14 ha
Gadental seit 1987 in Sonntag 1.328,94 ha
Gasserplatz seit 1986 in Göfis 4,73 ha
Gipslöcher seit 1988 in Lech 36,58 ha
Gsieg – Obere Mähder seit 1989 in Lustenau 73,80 ha
Hirschberg seit 1974 in Langen bei Bregenz 329,61 ha
Hohe Kugel – Hoher Freschen – Mellental seit 1979 in Damüls, Dornbirn, Fraxern, Götzis, Hohenems, Klaus, Koblach, Laterns, Mellau, Viktorsberg 7.668,05 ha
Kojen-Moos seit 1978 in Riefensberg 52,98 ha
Maria-Grüner Ried seit 1994 in Frastanz 6,04 ha
Matschels seit 1974 in Feldkirch 387,74 ha
Mehrerauer Seeufer – Bregenzerachmündung seit 1991 in Bregenz, Hard 118,03 ha
Rheindelta seit 1976 in Fußach, Gaißau, Hard, Höchst 2.086,11 ha
Rohrach seit 1992 in Hohenweiler, Möggers 48,19 ha
Rossbad seit 1973 in Krumbach 123,15 ha
Schlosshügel seit 1971 in Koblach 14,97 ha
Streuewiesenbiotopverbund Rheintal-Walgau seit 1995 in Rheintal, Walgau (Tallagen) 607,68 ha

Jedes Mitgliedsland der EU ist verpflichtet, besondere Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume zu schützen. Gesetzliche Grundlage für die Ausweisung von Europaschutzgebieten, auch Natura 2000-Gebiete genannt, sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie. Aktuell sind in Vorarlberg 39 Europaschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 24.132 ha für solche Lebensräume und Arten von europäischem Rang ausgewiesen (ca. 9,3 % der Landesfläche). mehr dazu >

Alpenmannstreu Gamperdonatal seit 2002 in Nenzing 37,61 ha
Bangs-Matschels seit 1995 in Feldkirch 447,42 ha
Klostertaler Bergwälder seit 1995 in Bludenz, Dalaas, Innerbraz, Klösterle 2.143,30 ha
Bregenzerachschlucht seit 1995 in Alberschwende, Bregenz, Buch, Doren, Kennelbach, Langen, Wolfurt 434,02 ha
Davenna seit 2016 in Bartholomäberg, St. Anton 112,46 ha
Fohramoos seit 1995 in Dornbirn, Schwarzenberg 54,30 ha
Frastanzer Ried seit 2016 in Frastanz 39,21 ha
Gadental seit 1995 in Sonntag 1.543,77 ha
Gortniel seit 2016 in St. Gallenkirch 12,71 ha
Gsieg-Obere Mähder seit 2002 in Lustenau 73,13 ha
Ifen seit 2016 in Egg, Mittelberg, Sibratsgfäll 2.466,72 ha
Lauteracher Ried seit 1995 in Hard, Lauterach 579,71 ha
Leiblach seit 2002 in Bregenz, Hörbranz, Lochau 21,45 ha
Ludescherberg seit 1995 in Ludesch 377,35 ha
Mehrerauer Seeufer – Mündung der Bregenzerach seit 1995 in Bregenz, Hard 118,03 ha
Rohrach seit 1995 in Hohenweiler, Möggers 48,19 ha
Rheindelta seit 1995 in Fußach, Gaißau, Hard, Höchst 2.065,65 ha
Rifa seit 2016 in Gaschurn 12,63 ha
Roßbündta seit 2016 in St. Gallenkirch 12,62 ha
Schöneberg seit 2016 in Lech 47,40 ha
Schuttfluren Tafamunt seit 2002 in Gaschurn 68,43 ha
Soren, Gleggen-Köblern, Schweizer Ried und Birken-Schwarzes Zeug seit 2006 in Dornbirn, Lauterach, Lustenau, Wolfurt 317,62 ha
Spirkenwälder Brandnertal seit 2002 in Bürserberg 104,74 ha
Spirkenwälder Innergamp seit 2002 in Nenzing 43,87 ha
Spirkenwälder Oberer Tritt seit 2002 in Nenzing 12,70 ha
Spirkenwälder Saminatal seit 2002 in Frastanz 477,57 ha
Spona seit 2016 in St. Gallenkirch 25,77 ha
Übersaxen-Satteins seit 2016 in Satteins und Übersaxen 60,05 ha
Üble Schlucht seit 2016 in Laterns 7,59 ha
Unterargenstein seit 2016 in Au 68,70 ha
Unter der Winterstaude seit 2016 in Egg 25,80 ha
Unter Stellerhöhe seit 2016 in Egg 28,93 ha
Unter-Überlutt seit 2002 in Sonntag 22,85 ha
Verwall seit 1995 in Gaschurn, Klösterle, Silbertal und St Gallenkirch 12.057,22 ha
Waldbäche im Walgau seit 2016 in Röns, Satteins und Schlins 26,59 ha
Widdersteinmähder seit 2016 in Warth 54,12 ha
Wiegensee seit 2016 in Gaschurn 64,74 ha
Witmoos seit 1995 in Langen bei Bregenz 18,19 ha

Ein Biosphärenpark und ein Naturpark sind großräumige und vielfältige Natur- und Kulturlandschaften, die für die Erholung und Vermittlung von Wissen über die Natur besonders geeignet sind. Sie werden als Prädikat zu bestehenden Schutzgebietskategorien (Naturschutzgebiete, Landschafts- oder Pflanzenschutzgebiet etc.) vergeben. Die biologische Vielfalt soll erhalten bleiben und die regionale Entwicklung für nachhaltiges Handeln gefördert werden. Eine Einteilung in Kern- und Pufferzonen lässt unterschiedliche Grade der Bewirtschaftung oder auch an die Schutzanforderungen im Gebiet zu. Biosphärenparks werden von der UNESCO weltweit nach einheitlichen Kriterien ausgewiesen und durch die UNESCO anerkannt. mehr dazu >

Biosphärenpark Großes Walsertal (UNESCO) seit 2000 in Blons, Fontanella, Raggal, St. Gerold, Sonntag, Thüringerberg 19.231 ha
Naturpark Nagelfluhkette seit 2014 in Doren, Hittisau, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Riefensberg, Sibratsgfäll, Sulzberg 15.410 ha

Ein Landschaftsschutzgebiet ist ein weitgehend naturnahes Gebiet mit einer besonderen landschaftlichen Vielfalt und Schönheit, das einen hohen ästhetischen Wert oder Erholungswert bietet. Der Schutzzweck dient vorwiegend der Erhaltung des Landschaftsbildes sowie der Sicherung des Gebietes für die Bevölkerung. In Vorarlberg gibt es zwei Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 584 ha (ca. 0,3 % der Landesfläche).

Lauteracher Ried seit 1996 in Hard, Lauterach 579,71 ha
Sandgrube seit 1976 in Mäder 4,24 ha

In diesen Schutzgebieten sind Veränderungen untersagt, welche die Natur schädigen, das Landschaftsbild verunstalten oder den Naturgenuss beeinträchtigen. Diese Schutzgebietskategorie wurde 1969 erlassen und ist vergleichbar mit der Kategorie der Landschaftsschutzgebiete. In Vorarlberg gibt es neun geschützte Landschaftsteile mit einer Gesamtfläche von 4.388 ha (ca. 1,69 % der Landesfläche).

Drei Schwestern seit 1976 in Frastanz 498,40 ha
Erawäldele seit 1996 in Bregenz 2,30 ha
Haslach-Breitenberg seit 1975 in Dornbirn 128,92 ha
Klien seit 1980 in Hohenems 36,06 ha
Lehrbiotop an den Alten Rüttenen seit 1984 in Feldkirch 0,62 ha
Maihof seit 1992 in Hörbranz 0,37 ha
Montiola seit 1992 in Thüringen 156,99 ha
Rellstal und Lünerseegebiet seit 1966 in Brand, Vandans 3.561,13 ha
Schurreloch seit 1978 in Hittisau 3,52 ha

Eine Ruhezone wird für relativ unerschlossene und wenig genutzte Landschaften erlassen, in der störungsarme und natürliche Lebensbedingungen für die Tierwelt ermöglicht werden, indem  übermäßige Störungen durch Freizeit- und Erholungsbetrieb zu vermeiden sind. Eine artgerechte und naturnahe Jagdwirtschaft und eine rücksichtsvolle Freizeitnutzung bleiben erhalten. In Teilgebieten können ganzjährige oder zeitlich begrenzte Betretungsverbote gelten.

Vergaldatal seit 2009 in St. Gallenkirch 1.949,11 ha

In Pflanzenschutzgebieten bezieht sich der Schutz vorwiegend auf die alpine Gebirgspflanzenwelt in touristisch und durch Naherholung stark genutzten Gebieten. Um die Pflanzenwelt vor direkten Zugriffen und Schädigungen zu bewahren, ist es untersagtAlpenpflanzen jeder Art zu beschädigen, auszureißen oder auszugraben. In Vorarlberg gibt es drei Pflanzenschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 4.300 ha (ca. 1,6 % der Landesfläche).

Hochifen und Gottesacker-Plateau seit 1964 in Bezau, Egg, Mittelberg 2.920,50 ha
Körbersee seit 1958 in Schröcken 308,75 ha
Nenzinger Himmel seit 1958 in Nenzing 1.074,31 ha

In Vorarlberg können Schutzbestimmungen für Gebiete und Bereiche innerhalb eines Gemeindegebietes erlassen werden, denen eine naturschutzfachliche Bedeutung zukommt. Die Ausweisung eines örtlichen Schutzgebietes erfolgt per Verordnung durch die Gemeindevertretung.

Bengerpark seit 1999 in Bregenz 0,22 ha
Brunnengarten seit 2003 in Ludesch 1,44 ha
Gasserweiher seit 1998 in Götzis 0,95 ha
Halbenstein seit 2002 in Hörbranz 10,91 ha
Langenegg Nord seit 2003 in Langenegg 38,86 ha
Langwies seit 2003 in Göfis 1,43 ha
Paspels KG seit 1997 in Rankweil 2,94 ha
Schollaschopf seit 2000 in Hohenems 3,18 ha
Sonderberg seit 1998 in Götzis 2,47 ha

Ein Naturdenkmal ist ein wegen seiner wissenschaftlichen, historischen oder kulturellen Bedeutung oder wegen seiner Eigenart, Schönheit, Seltenheit oder der Besonderheit für das Landschaftsbild geschütztes Naturgebilde. In Vorarlberg sind vorwiegend Einzelbäume, Baumgruppen und Alleen als Naturdenkmale ausgewiesen. Die Ausweisung erfolgt durch die Bezirkshauptmannschaft.