Leiblach

Die Staatsgrenze zu Deutschland bildend, ist die Leiblach eines der nördlichsten Natura 2000-Gebiete Vorarlbergs. Der naturnahe Fluss hat große Bedeutung für Arten und Lebensräume in und an Gewässern – vor allem für seltene Fische. Deshalb wurde die Leiblach auch auf bayerischer Seite als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen.

Uferlandschaft an der Leiblachmündung © UMG

Schmelzwiese © Hellfried Niederl

Ein grenzüberschreitendes Europaschutzgebiet
Mit ihrem Quellgebiet im Allgäu ist die Leiblach ein typischer Mittelgebirgsfluss – charakterisiert durch ein geringes Gefälle und einen geringen Geschiebetransport. Auf einer Länge von etwa zehn Kilometern bildet sie die Grenze zwischen Vorarlberg und Bayern und mündet bei Hörbranz in den Bodensee. Genau genommen liegt nur die linke Flusshälfte in Vorarlberg, da die Staatsgrenze in der Mitte verläuft. Daher wurde die Leiblach sowohl in Österreich als auch in Deutschland als Europaschutzgebiet ausgewiesen.

Obwohl Auwälder und Kiesbänke nur kleinflächig ausgebildet sind, leben im Fluss dennoch Arten, die in vielen anderen Flüssen ausgesprochen selten geworden sind.

Vielfältige Fischfauna
Strömer, Schneider, Nase, Koppe, Bachforelle, Bachschmerle, Äsche, Döbel, Barbe, Gründling, Trüsche, Elritze und Seeforelle – die Fischfauna der Leiblach ist artenreich und der Anteil an gefährdeten Arten ist groß. In Bayern gilt der Fluss sogar als der bedeutendste Lebensraum für den Strömer im gesamten Freistaat!

Auch andere Wassertiere zeigen die Vielfalt dieses Gewässers: So wurde in der Leiblach über die Hälfte aller in Vorarlberg vorkommenden Eintagsfliegenarten beobachtet, einige sogar ausschließlich hier. Selbstverständlich fehlen auch Vogelarten wie Gebirgsstelze, Wasseramsel und Eisvogel nicht. Und in der Vergangenheit lebten hier einst auch Fischotter.

Seit dem Jahr 2015 zählt auch die Landschaft am Bodenseeufer südlich der Leiblachmündung zum Europaschutzgebiet. Röhrichte, Auwälder und Streuwiesen formen hier einen abwechslungsreichen Lebensraum für einen ganz besonderen Bewohner: den Schmalbindigen Breitflügel-Tauchkäfer. Ein Käfer, der praktisch in ganz Europa vom Aussterben bedroht ist.

Fakten

Fläche: 21 ha
Höhe: 400 bis 420 m. ü. A.
Lage: in Hörbranz an der Grenze zu Deutschland und kleinflächig in Lochau und Bregenz
Natura 2000-Managementregion: Bodensee-Leiblachtal

Schutzgüter und weitere bemerkenswerte Arten

Die Schutzgüter des Gebietes sind besonders typische und seltene bzw. gefährdete Lebensräume und Arten, für deren Erhalt das Europaschutzgebiet Leiblach nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurde. Einige dieser Schutzgüter wollen wir Ihnen vorstellen:

Biber (Castor fiber)

Nachdem Biber über 350 Jahre in Vorarlberg ausgestorben waren, sind die Vegetarier seit 2006 auch bei uns wieder heimisch. Die überwiegend nachtaktiven Nager sind hervorragende Schwimmer und gewandte Taucher. Im Sommer wenig auffällig, hinterlassen Biber in der kalten Jahreszeit deutliche Spuren, da sie Bäume fällen, um an die Rinde zu gelangen.

Eisvogel (Alcedo atthis)

In vielerlei Hinsicht sind die optisch auffälligen Vögel bemerkenswert. Ihre Nahrung, vor allem kleine Fische, erbeuten sie durch Stoßtauchen, in dem sie sich kopfüber ins Wasser stürzen. Ganzjährig eisfreie Gewässer sind daher unverzichtbar. Und ihre Gelege erbrüten sie in Niströhren, die sie in senkrechte Uferabbrüche bauen. Aufgrund dieser hohen Ansprüche sind Eisvögel selten geworden.

Hinweise für Gebietsbesuchende

Naturbeobachtung

Mit einem Fernglas lassen sich die seltenen Wildtiere gut beobachten, ohne sie zu stören.

Lärm und Abfälle

Vermeiden Sie Lärm, der Tiere beunruhigt, und lassen Sie keine Abfälle im Gebiet zurück.

Leinenpflicht für Hunde

Hunde müssen ausnahmslos an die Leine. Frei laufende Hunde beunruhigen Vögel und andere Wildtiere.

Betretungsverbote beachten

Streue- und Schilfflächen dürfen nicht betreten werden.

Kontakt

Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Mag. Walter Niederer
Im Böschen 25 · 6971 Hard
Tel. +43 (0) 5578 74478 · office@rheindelta.org