Ifen

Das Europaschutzgebiet Ifen ist eine international bedeutende Karstlandschaft im Grenzgebiet zwischen Österreich und Deutschland. Neben alpiner Vegetation ist auch eine beträchtliche Artenvielfalt von montanen Fichten-Buchenmischwäldern über lichte Karbonatfichtenwälder und alpine Kalkrasen bis hin zu Bürstlingsrasen sowie Kalkfels und Kalkschuttfluren zu finden. Darüber hinaus bietet das Kleinwalsertal einen außergewöhnlichen Reichtum an verschiedenen Moortypen.

Ifen und Hahnenköpfle © RM Europaschutzgebiete

Kalkfelspflaster © RM Europaschutzgebiete

Tarant und Sumpfstendelwurz © RM Europaschutzgebiete

© RM Europaschutzgebiete

© RM Europaschutzgebiete

Der Gipfel des Hohen Ifen bildet das Zentrum eines beeindruckenden Karstplateaus, welches sich vom österreichischen Grenzgebiet bis nach Deutschland erstreckt und ist auch für das zweitgrößte Europaschutzgebiet Vorarlbergs namensgebend. Im Schrattenkalk des Gottesackerplateaus löst das Wasser im Gestein bizarre Oberflächenformen aus. Hier bilden Karren, Dolinen und kilometerlange Höhlen ein System, das Schmelz- und Niederschlagswasser schnell abrinnen lässt, um an tieferliegenden Stellen wieder an die Oberfläche zu sprudeln. Hydrologisch äußerst spannend, werden schon mal auch ganze Bäche, wie beispielsweise der Schwarzwasserbach, verschluckt und treten an anderen Stelle wieder brausend zu Tage.
Neben solchen sehr trockenen Karstbereichen finden sich mit einer Vielzahl an unterschiedlichsten Moortypen aber ganz gegenteilig auch feuchte Bereiche im Ifengebiet. Als eiszeitliche Relikte lassen Moore uns nicht nur die Entstehung der Landschaft besser verstehen, sondern bieten speziellen Pfanzen- und Tierarten auch einen einzigartigen Lebensraum.
Weitere gefährdete Pflanzenarten – darunter beispielsweise der seltene Ungarische Enzian – gedeihen in der alpinen Landschaft, die bereits seit 1964 auch zum Pflanzenschutzgebiet erklärt wurde. Als wenig beeinträchtigter Naturraum, der durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung von Bergbauern geprägt ist, wurde das Natura 2000 Gebiet Ifen zudem Rückzugsgebiet für seltene Schmetterlinge oder Vögel, wie Steinhühner, Steinadler, Auerhühner, Wanderfalken und Alpenschneehühner.

Fakten

Fläche: 2466,72 ha
Höhe: 1.100 – 2.200 m. ü. A.
Lage: Gemeindegebiet von Bezau, Egg, Mittelberg und Sibratsgfäll
Natura 2000-Managementregion: Bregenzerwald-Kleinwalsertal
Zusatzinfo: Verein Landschaftsschutz Kleinwalsertal link

Schutzgüter und weitere bemerkenswerte Arten

Die Schutzgüter des Gebietes sind besonders typische und seltene bzw. gefährdete Lebensräume und Arten, für deren Erhalt das Europaschutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurde. Einige dieser Schutzgüter wollen wir Ihnen vorstellen:

Bergmähwiesen

Maßvoll gedüngte Wiesen höherer Lagen sind meist Goldhaferwiesen – die traditionell bewirtschafteten Heuwiesen der Berggebiete. Auffällig ist der violett blühende Wald-Storchschnabel. Die traditionelle Nutzung durch ein bis zwei Schnitte jährlich liefert ein gehaltvolles Bergheu.

Bodensaure Fichtenwälder

In Fichtenwäldern mit ausreichend Alt- und Totholz lebt der Dreizehenspecht. Oft ist die seltene Art eher durch ihre Spuren nachzuweisen, als direkt zu beobachten: Dreizehenspechte ringeln nämlich die Rinde von Bäumen, um so an deren Saft zu gelangen.

Hinweise für Gebietsbesuchende

Im Schutzgebiet dürfen keine Pflanzen- oder Pflanzenteile mitgenommen werden.

Bitte bleiben Sie auf den gekennzeichneten Wegen.

Vermeiden Sie Lärm, der Tiere beunruhigt, und lassen Sie keine Abfälle im Gebiet zurück.

Naturbeobachtungen einer ungestörten Tier- und Pflanzenwelt lassen sich mit einem Fernglas besonders gut durchführen.

Kontakt

Regionsmanagement Europaschutzgebiete
Mag. DI Martin Bösch
Jahngasse 9 · 6850 Dornbirn
Tel. +43 (0) 5572 23235 4717 · martin.boesch@naturvielfalt.at