Bartgeier © dienATurknipser.at

Bartgeiermonitoring © RM Europaschutzgebiete

Alterstbestimmung Bartgeier © NP Hohe Tauern

Zwischen 11 und 18. Oktober finden die internationalen Bartgeier-Zähltage statt, an denen sich zahlreiche Beobachterinnen und Beobachter im gesamten Alpenraum beteiligen. Gemeinsam mit dem Nationalpark Hohe Tauern, der schon seit vielen Jahren für die Wiederansiedlung und das Monitoring von Bartgeiern in Österreich aktiv ist, wird dieser Zähltag auch in Österreich möglichst breit aufgestellt. Wie in den letzten Jahren ist auch für Vorarlberg eine koordinierte Zählung geplant.

Wie steht es um den Bartgeier im Alpenraum?

Mit der ersten Auswilderung eines Bartgeiers im Nationalpark Hohen Tauern im Jahr 1986 wurde der Startpunkt für die Wiedereinbürgerung des Bartgeiers in den Alpen gesetzt. Mittlerweile leben geschätzt rund 300-400 Bartgeier im Alpenraum mit zuletzt rund 50 in freier Wildbahn geschlüpfter Junggeier in der Brutsaison 2022 (Quelle: International Bearded Vulture Monitoring).
In Vorarlberg konnte bislang keine erfolgreiche Brut des Bartgeiers nachgewiesen werden. Dennoch sind Sichtungen durchziehender Bartgeier keine Seltenheit und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Vorarlberg die ersten Brutversuche erfolgen. Bis dahin gibt es aber viel zu tun. Im Vordergrund steht dabei das Monitoring des Bartgeiers im gesamten Alpenraum.

Wie kann ich mich an der Bartgeierzählung beteiligen?

  •  Gelegenheitsmelder*innen

Zwischen 11. und 18. Oktober sind alle Interessierten aufgerufen, eine Bergtour zu unternehmen und dabei aktiv nach Bartgeiern Ausschau zu halten. Besonders gute Chancen für Sichtungen bestehen etwa im hinteren Bregenzerwald, Lechquellengebirge, Montafon/Silvretta und Rätikon. Hierzu sind folgende Angaben wichtig:

Ort der Sichtung (Seehöhe, Ortsbezeichnung oder Koordinaten)
Zeitpunkt der Sichtung (Datum und Uhrzeit)
Anzahl beobachteter Individuen und Angaben zur  Gefierderfärbung (siehe Bestimmungshilfe)
Fotonachweis (wenn möglich)

Sämtliche Sichtungen der Zählung sowie ganzjährige Zufallssichtungen können ab sofort an die neue Koordinationsstelle für Westösterreich (angesiedelt beim Naturpark Ötztal) per mail (bartgeier@tirol.gv.at) oder über das Online-Formular gemeldet werden.

  • Bartgeierbeobachter*innen

Am Schwerpunkt-Zähltag am 11. Oktober wird von einem festgelegten Zählpunkt mit guter Fernsicht (Berggipfel, Bergstation einer Bergbahn u.a.) zwischen 09:00 und 15:00 Uhr, mindestens jedoch von 10:00 – 14:00 Uhr gezählt. Wer sich zutraut, Bartgeier sicher im Flug zu bestimmen, kann sich als Bartgeierbeobachter*in anmelden. Für einen koordinierten Ablauf des Schwerpunkt-Zähltags in Vorarlberg bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem Regionsmanagement Europaschutzgebiete bis spätestens 10.10.

Kontakt: Christian Kuehs, E-Mail: christian.kuehs@naturvielfalt.at, Telefon: 0664 19 82 543

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Foto: Daniel Leissing

Die Luchsin HEIA ist eines von zwei bekannten Luchsweibchen, das in Vorarlberg Jungtiere großzieht © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Das 2022 geborene Jungtier B1025CH konnte im Rahmen des Luchs-Monitorings im Rätikon nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Mittels Lockstock und Fotofallen können Wildkatzen nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Bregenz (VLK) – Der Luchs galt lange Zeit als ausgestorben, ist aber mittlerweile in Vorarlbergs Wälder zurückgekehrt und wieder Teil der heimischen Natur. Allerdings ist die Population sehr gering, wie ein Monitoring-Projekt des Landes bestätigt, das seit einigen Jahren die Entwicklung beobachtet. Aktuell sind in Vorarlberg sechs verschiedene selbstständige Luchse nachgewiesen.

Landesrat Christian Gantner betont, dass für den Erfolg des Monitoring-Projekts das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten wesentlich sind: „Mein Dank gebührt deshalb allen Mitwirkenden, Grundeigentümern und Grundeigentümerinnen, Revierinhabern und Revierinhaberinnen, Jagdausübungsberechtigten und Aufsichtsorganen, die das Monitoring unterstützen.“

Der Luchs ist eine sehr verborgen lebende, hauptsächlich nachtaktive Katze, die Menschen meidet. Eine Gefahr für Waldbesucherinnen und -besucher geht von ihm nicht aus. Auch von Nutztieren hält er sich in der Regel fern. Zur Beute des Luchses zählen in Vorarlberg hauptsächlich Rehe und Gämsen.

Nach der Ausrottung Mitte des 19. Jahrhunderts sind ab dem Jahrtausendwechsel erste Luchse aus der Schweiz eingewandert. Die Verbreitung in Vorarlberg umfasst vor allem den Rätikon und ist dort seit Jahren stabil. Einzelne Nachweise gab es auch im Montafon und im Mellental. Ein Anstieg der Population und eine konstante Ausbreitung des Luchses ist gegenwärtig nicht zu erkennen. Im Jahr 2024 konnte erstmals seit mehreren Jahren keine Reproduktion nachgewiesen werden. Hoffnung für den Luchs in Vorarlberg macht, dass erneut eine Zuwanderung eines Luchses aus dem Kanton St. Gallen bestätigt werden konnte. Ebenso optimistisch stimmen Luchsnachweise, die von der Jägerschaft aus Regionen in Vorarlberg kommen, in denen bislang kein Vorkommen bekannt war. So zeugt ein Foto eines Luchses nördlich des Klostertals bei Bludenz von Tendenzen, neue Gebiete zu besiedeln.

„Entscheidend für das langfristige Überleben des Luchses ist, dass wir seinen Lebensraum erhalten und ihm seinen Platz als Teil der Vorarlberger Naturvielfalt zugestehen“, sagt der Ökologe Daniel Leissing, der das Monitoring-Projekt für das Land Vorarlberg betreut.

Der Bericht „Luchs-Monitoring Vorarlberg 2024-2025“ steht ab sofort online zur Verfügung und kann hier eingesehen werden: https://vorarlberg.at/-/luchs-und-wildkatze

Von 12. bis 20. Oktober 2024 fanden die internationalen Bartgeier-Beobachtungstage in sieben teilnehmenden europäischen Ländern statt. Auch Vorarlberg war an der Schwerpunktzählung am 12. Oktober mit 11 Personen an 8 unterschiedlichen Beobachtungsstandorten vertreten. Dabei konnten zwei Bartgeier nachgewiesen werden.

Geier in Sicht!

Nach 2022 beteiligte sich das Bundesland Vorarlberg auch 2024 wieder am internationalen Bartgeier-Zähltag. Koordiniert wurde die Zählung vom Regionsmanagement Europaschutzgebiete in Kooperation mit BirdLife Vorarlberg und der Vorarlberger Jägerschaft. Zwischen Warth am Arlberg und Gargellen im Montafon hielten 11 Personen an 8 unterschiedlichen Standorten Ausschau nach dem beeindruckenden Greifvogel. Tatsächlich konnten in der vorgegebenen Zählzeit zwei Sichtungen gemeldet werden: ein adulter Geier im Brandnertal und ein (sub-)adulter Geier am Schlappiner Joch an der Landesgrenze zur Schweiz. Hierbei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um durchziehende bzw. in der nahen Schweiz ansässige Individuen.

Ein adulter Bartgeier wurde im Brandnertal gesichtet © Stefanie Peiker

Ein Geier räumt auf

Der Bartgeier steht ganz am Ende der Nahrungskette, denn er ernährt sich ausschließlich von Aas, genauer gesagt von Knochen, die rund 85-90 % seines Speiseplans ausmachen. Kleinere Knochen werden im Ganzen verschluckt, größere aus großer Höhe auf Felsen, so genannte „Knochenschmieden“, fallengelassen und dadurch zerkleinert. Dieses Verhalten brachte dem Bartgeier den Beinamen „Knochenbrecher“ ein. Tatsächlich trägt er maßgeblich dazu bei, dass Kadaver in der Natur möglichst vollständig und rasch „verwertet“ werden.

Anders als bei anderen Geiern ist der Bartgeier am Hals nicht „nackt“ sondern besitzt ein rotbraunes Gefieder. Die auffallende Färbung kommt durch das Baden in eisenoxidhaltigen Suhlen zustande © die-nATurknipser.at

Wie steht es um den Bartgeier im Alpenraum?

Vor 200 Jahren war der Bartgeier im Alpenraum noch weit verbreitet. Fälschlicherweise wurde ihm nachgesagt, Lämmer und sogar kleine Kinder zu rauben. Aus diesem Grund wurde er intensiv verfolgt, bis Anfang des 20. Jahrhunderts der letzte Bartgeier in den Alpen erschossen wurde.
Mit der ersten Auswilderung eines Bartgeiers im Nationalpark Hohen Tauern im Jahr 1986 begann die Wiederansiedlung in den Alpen. Mittlerweile leben geschätzt rund 60 Bartgeier-Paare im Alpenraum. In Österreich haben sich bislang 12 Bartgeier-Paare etabliert – sechs in der Region Hohe Tauern und sechs in Nordtirol, darunter auch im Lechtal, unweit von Vorarlberg (Quelle: Nationalpark Hohe Tauern, 2024).
Auch wenn die Bestandstrends wieder nach oben zeigen, sind die Bedrohungen für den Bartgeier vielfältig:  Rückgang des Nahrungsangebots, Vergiftungen, Kollisionen mit Leitungen sowie Störungen am Brutplatz zählen zu den größten Herausforderungen für eine erfolgreiche Wiederansiedlung.

Bartgeier in Vorarlberg

In Vorarlberg selbst konnte bislang keine erfolgreiche Brut nachgewiesen werden. Dennoch sind Sichtungen durchziehender Bartgeier keine Seltenheit, so zum Beispiel im Lechquellengebirge und der Silvretta. Es ist somit wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Vorarlberg die ersten Brutversuche erfolgen. Bis dahin gilt: Augen offenhalten!

Text: Christian Kuehs
Veröffentlichung: 5. März 2025

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Die Dohle (Coloeus monedula), auch Turmdohle genannt, ist aktuell in Vorarlberg als gefährdet eingestuft. Um die Art zu schützen, wird ein erfolgreiches Schweizer Artenschutzprojekt nun in Vorarlberg weitergeführt. Dabei werden für die Dohle an geeigneten Felsstandorten Nisthilfen befestigt. Zu den ersten Projektgebieten zählen der Schlosshügel und der Kalkofen in Koblach sowie der Hängende Stein in Nüziders.

Die Bergrettung Hohenems befestigt die ersten 13,5 kg schweren Dohlen-Nisthöhlen aus langlebigem Holzbeton an der Felswand © RM Europaschutzgebiete

Bestandsentwicklung der Dohle in Vorarlberg

In Vorarlberg brütet die Dohle vorwiegend im Rheintal und im Walgau. In den 1980er Jahren gab es drei große Kolonien mit je 15-20 Brutpaaren in Götzis an der Ruine Neumontfort, in Koblach am Kummenberg und in Tosters an der Burgruine sowie Kleinkolonien von 2-3 Brutpaaren in Lustenau und bei der Schattenburg in Feldkirch. In den 1990er Jahren erfolgte allerdings eine starke Abnahme und zwei der großen Brutkolonien erloschen vollständig. Gründe dafür waren vor allem der Verlust traditioneller Brutplätze durch Gebäuderenovierungen (z.B. Ruine Neumontfort).

Die etwa taubengroße Dohle ist der kleinste Vertreter der Rabenvögel und erscheint aus der Ferne in einem schwarzen Federkleid. Erst beim näheren Hinsehen reflektiert ihr Federkleid in schillernden Farben. Hinterkopf und Nacken sind silbergrau gefärbt. Ihre hellblauen bis weißen Augen stechen besonders hervor. Bereits im ersten Lebensjahr bindet sich das Dohlen-Paar und bleibt sich ein Leben lang treu. Ab dem zweiten Lebensjahr sucht das Paar nach einem geeigneten Nistplatz. Als Höhlenbrüter nisten sie besonders gern in Gebäudenischen und Mauerlöchern, Kirchtürmen, Dachstühlen und Schornsteinen. Dohlen nutzen aber auch passende Baumhöhlen oder brüten in Felswänden. In der Nähe der Brutgebiete sollten sich Viehweiden, insektenreiche Mähwiesen oder abgeerntete Felder befinden, auf denen sie am Boden nach Nahrung suchen. Als Allesfresser lassen sie sich Würmer, Käfer, Spinnen, Schnecken, Fallobst, Samen und Getreidekörner, aber auch Mäuse, gestrandete Fische und menschliche Abfälle schmecken.

Charakteristisch für die Dohle sind ihre hellblauen Augen und der silbergraue Nacken © Andreas Kirchner

Grenzüberschreitendes Artenförder-Projekt

Dank eines erfolgreichen Artenschutzprojektes auf der Schweizer Rheintalseite, das bereits 2012 ins Leben gerufen wurde, erholte sich der Bestand der Dohle im Raum Oberriet stark und erschloss innerhalb kurzer Zeit auch neue Brutgebiete in Vorarlberg wie am Hängenden Stein oder in Klösterle. Auch die Wahl von ungewöhnlichen Nistplätzen wie den Gewichten an Baukränen in Hohenems und Lustenau weist darauf hin, dass nicht die Nahrungsfindung für die Art der limitierende Faktor ist, sondern viel mehr das Fehlen von geeigneten Brutplätzen. Aus diesem Grund wurde von BirdLife Vorarlberg zusammen mit dem Regionsmanagement Europaschutzgebiete im Rheintal und mit finanzieller Unterstützung durch die Abteilung Umwelt- und Klimaschutz des Landes ein Artenschutzprojekt für die Dohle in Vorarlberg konzipiert, das die Anbringung von Nisthilfen an verschiedenen Felswänden vorsieht.

Die Dohle kehrt als Brutvogel zurück nach Koblach

Die Gemeinde Koblach und die Ortsstelle Hohenems der Bergrettung Vorarlberg haben die Umsetzung des Dohlen-Projekts dankenswerterweise von Beginn an unterstützt und mitgetragen. Bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Gemeindemitarbeiter Philipp Zauner (Forst, Landwirtschaft und Umwelt) und Fabian Rüdisser (Ortsstellenleiter Bergrettung Hohenems) sowie dem Schweizer Projektverantwortlichen Roger Dietsche, der Ornithologin Johanna Kronberger (BirdLife) und Petra Häfele (Regionsmanagerin Europaschutzgebiete Rheintal) wurden Felsbereiche am Schlosshügel und im Kalkofen als geeignete Brutstandorte für die Etablierung der Dohle als Brutvogel ausgewählt.

Beratung beim gemeinsamen Lokalaugenschein zur Festlegung der geeigneten Felsbereiche für die Dohlen-Nisthöhlen © RM Europaschutzgebiete

Sorgsame Umsetzung mit der Bergrettung

Bereits Mitte März 2024 rückte die Ortsgruppe Hohenems mit mehr als 10 Mann bzw. Frau an und befestigte die ersten sieben Dohlen-Nisthöhlen am Schlosshügel. Die Nisthöhlen sind aus langlebigem Holzbeton gefertigt und werden mit zwei Haken in der Felswand befestigt. Bei über 13 kg pro Nisthöhle war dies eine besonders anstrengende Arbeit, welche die bestens ausgebildeten Bergretterinnen und Bergretter zügig und sicher durchführten.

Bereits zwei Tage nach der Befestigung am Schlosshügel in Koblach wurde der Aufwand aller Beteiligten durch die Besiedlung der ersten beiden Nistkästen belohnt! Die Dohlen-Paare sammelten in weiterer Folge eifrig Nistmaterial und haben die ersten erfolgreichen Brutversuche in Koblach seit vielen Jahren absolviert.

Die Bergrettung Hohenems plant die Befestigung der Nisthilfen an der Felswand © RM Europaschutzgebiete

Freiwillige der Bergrettung Hohenems seilen sich zu den geeigneten Felsbereichen ab © RM Europaschutzgebiete

Insgesamt konnten im Frühjahr 2024 sieben Dohlen-Nisthöhlen am Schlosshügel in Koblach befestigt werden © RM Europaschutzgebiete

Und sobald es die Wetterbedingungen zulassen, werden weitere 10-15 Nisthöhlen im Kalkofen in Koblach befestigt. Hierfür wurde ein Felsbereich ausgewählt, in dem weder Kletterrouten verlaufen noch der Uhu an seinem Brutplatz gestört wird. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Grundbesitzerin Agrargemeinschaft Mäder für ihre Zustimmung zu diesem Artenschutzprojekt!

Informationstafeln und Nisthilfen am Hängenden Stein in Nüziders

Der Hängende Stein ist mit ca. 300 Routen ein sehr beliebtes Klettergebiet. Um die Kletter-Begeisterten auf die Brutstandorte der Dohle hinzuweisen, werden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Nüziders und Ludesch und in Abklärung mit dem Alpenverein drei Informationstafeln aufgestellt. Auf diesen sind die Wandbereiche markiert, wo die Dohlen brüten. Die dort verlaufenden Routen sollten zwischen 15. März. und 15. Juni nicht beklettert werden. Eine Störung während der Brutzeit kann zur Folge haben, dass die Vögel von den Brutplätzen vertrieben werden und ihre Gelege oder die Jungvögel zurücklassen. Aktuell gibt es etwa 15-20 Brutpaare der Dohle am Hängenden Stein.

Die Umsetzungsmaßnahmen am Hängenden Stein sind eine gemeinschaftliche Anstrengung von Respektiere deine Grenzen des Landes Vorarlberg, BirdLife Vorarlberg, den Gemeinden Nüziders und Ludesch und dem Alpenverein Vorarlberg. Das Anbringen der sieben Nisthöhlen wurde in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei, der Firma HTB sowie der Firma Berger und Brunner, die im Frühjahr die Felsräumungsarbeiten am Hängenden Stein vornimmt, umgesetzt.

Im Zuge der Felsberäumung konnten die Nisthöhlen am Hängenden Stein befestigt werden © Johanna Kronberger

Wegen des ausgeprägten Spieltriebs der Dohlen werden die schwarzen Schraubbefestigungen an der Vorderseite besonders fest angezogen © Johanna Kronberger

Geschützt unter einem Felsvorsprung werden die Dohlennisthöhen von den Profis der Felsberäumungsfirma befestigt © Johanna Kronberger

Sieben Nisthöhlen am Hängenden Stein stehen den felsenbrütenden Dohlen nun als Brutstandort zur Verfügung © Johanna Kronberger

Weitere sensible Gebiete und felsbrütende Vogelarten in Vorarlberg

Auch an anderen beliebten Klettergebieten in Vorarlberg wie dem Känzele oberhalb von Kennelbach ist während der Frühjahrs- und Sommermonate Rücksichtnahme angebracht. Unter Felsvorsprüngen oder in Spalten brüten seltene Vogelarten wie der Uhu, die Felsenschwalbe und der Wanderfalke. Sportlerinnen und Sportler können im Sinne des Naturschutzes agieren, indem sie generell Störungen vermeiden, Abstand zu Nestern halten, sich über die Schonzeiten informieren und keine neuen Routen in sensiblen Bereichen erschließen.

Felsen- und höhlenbrütende Vogelarten

Sport- und Freizeitaktivitäten in Felswänden bewegen sich im Lebensraum verschiedener, teils sensibler Vogelarten. Durch gemeinsames Engagement und naturbewusstem Verhalten ist ein Nebeneinander von Mensch und Vögeln auch am Fels möglich.

 

Weitere Informationen die Natur in Vorarlberg bewusst und naturverträglich zu erleben, bietet die Homepage von Respektiere deine Grenzen.

Text: Petra Häfele
Veröffentlichung: März 2024

Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder betreut seit 2020 die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns im Montafon. Alljährlich werden dank der Unterstützung motivierter Helferinnen und Helfer mehr als 100 Amphibien sicher über die Straße zu ihrem Laichgewässer gebracht. Ein neu angelegter Teich soll dabei helfen, die „Verkehrsopfer“ zu reduzieren.

Grasfrosch mit Laichballen in Zelfen © Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder

Die jährliche Wanderung der Amphibien

Wenn die Temperaturen nach den Wintermonaten langsam wieder wärmer werden, machen sich in ganz Vorarlberg tausende von Amphibien auf den Weg von ihren Land-Winterquartieren  zu den noch verbliebenen Laichgewässern. Dabei nehmen Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch und Co weite Distanzen und auch Gefahren in Kauf. Allzu oft werden sie auf ihren nächtlichen Wanderungen Opfer des Straßenverkehrs – ein herber und unnötiger Verlust, wenn man die weltweit negative Entwicklung der Amphibienbestände aufgrund von Lebensraumverlust und anderen Faktoren betrachtet. Abhilfe schaffen so genannte Amphibienschutzzäune, mit deren Hilfe Frösche, Kröten und Molche vor Querung einer unsicheren Straße aufgefangen werden können. Noch besser, jedoch nicht überall umsetzbar, ist die Errichtung von Amphibientunneln oder Ersatzlaichgewässern. Letztere werden so angelegt, dass die Amphibien direkt und ohne Querung einer Straße von ihren Überwinterungsquartieren zum Laichgewässer gelangen.

Seit 2020 betreut der Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder mit Sitz in Schruns die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns. Gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern werden hier zwischen Februar und April Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche bei ihrer Wanderung unterstützt. Ein im Jahr 2021 errichtetes Ersatzlaichgewässer soll die Zahl an querenden Amphibien im Bereich der Zelfenstraßen reduzieren.

Die Amphibienzugstelle in Zelfen, Tschagguns

Golfplatzteich in Zelfen © Naturschutzverein Verwall

Das Ziel der jährlichen Amphibienwanderung – der Golfplatzteich in Zelfen. In den 2000er Jahren wurde im Bereich des Golfplatz Zelfen von den Golfplatzbetreibern ein Teich angelegt. Der Teich ist nicht nur schön anzusehen, sondern wirkt auch als „Magnet“ für zahlreiche Amphibien im unmittelbaren Umkreis. Denn kurz nach dessen Fertigstellung wanderten auch schon die ersten Grasfrösche von den Ill-Auen zum Teich, um sich hier fortzupflanzen.

Erdkröte auf ihrer nächtlichen Wanderung auf der Straße © Naturschutzverein Verwall

Das Problem dabei: auch vom gegenüberliegenden Hangwaldbereich machen sich jährlich unzählige Amphibien auf den Weg zum Golfplatzteich und landen dabei auf der Zelfenstraße, die besonders im Feierabendverkehr in den Abendstunden stärker befahren wird. Und das ist genau die Zeit, in der sich Grasfrosch & Co bei Regen auf den Weg machen, um das Laichgewässer noch vor dem Morgengrauen zu erreichen.

Amphibienschutzzaun in Zelfen © Naturschutzverein Verwall

Im Jahr 2022 standen erstmals ausreichend Helferinnen und Helfer zur Verfügung, um eine regelmäßige Betreuung eines Amphibienschutzzaunes zu gewährleisten. In den Jahren davor wurden an geeigneten (Regen-)Tagen die Amphibien noch ohne Zaununterstützung eingesammelt und über die Straße getragen. Mit Hilfe des Amphibienschutzzaunes kann diese Arbeit nun effizienter und mit weniger Verkehrsopfern seitens der Amphibien bewerkstelligt werden. Voraussetzung hierfür ist die tägliche Kontrolle des Zauns am Morgen und bei Regen auch am Abend. Die Wanderzeit der Amphibien kann sich dabei über 2-3 Wochen hinziehen oder aber auch nach wenigen Tagen schnell vorbei sein.

Amphibien werden beim Zaun eingesammelt und zum Teich gebracht © Naturschutzverein Verwall

Einmal vom Amphibienzaun eingesammelt, werden die Amphibien zu den Laichgewässern gebracht. Amphibien zieht es in der Regel zwar immer wieder zu ihren angestammten Laichgewässern, es werden aber auch neue Laichgewässer angenommen, sofern die Standortbedingungen passen. Bei manchen Arten werden Ersatzlaichgewässer schneller (Grasfrosch) angenommen, bei anderen (Erdkröte) kann dies länger dauern. Im Jahr 2022 wurden 114 Grasfrösche, 44 Erdkröten und 27 Bergmolche sicher zu ihren Laichgewässern „begleitet“.

Neues Ersatzlaichgewässer - jetzt fehlt nur noch das Regenwasser © Naturschutzverein Verwall

Ein Amphibientunnel, der ein sicheres Überqueren der Straße auch ohne Zaun und Betreuungsaufwand gewährleistet, ist kostenintensiv und kann nicht überall umgesetzt werden. Eine andere Möglichkeit, die Anzahl an Verkehrsopfern zu reduzieren ist die Anlage eines Ersatzlaichgewässers auf der Straßenseite, von der die Amphibien losstarten. Im Auftrag des Landes Vorarlberg koordinierte der Naturschutzverein den Bau eines Ersatzlaichgewässers in Zelfen im Jahr 2021.

Mit Regenwasser gefülltes Ersatzlaichgewässer © Naturschutzverein Verwall

Bereits im ersten Frühjahr nach dem Bau des Ersatzlaichgewässers war dieses schon mit Wasser gefüllt und die ersten Grasfrösche, Erdkröte, Bergmolche und sogar eine junge Ringelnatter tummelten sich im Teich. Zwar wird der Teich den Golfplatzteich auf der anderen Seite der Straße nie zur Gänze ersetzen, aber immerhin wird der Teich zukünftig zumindest von einem Teil der Amphibien als Fortpflanzungsstätte genutzt. Die Entwicklung des Teichs und die Wanderung der „Frösche“ wird auch in den nächsten Jahren genau dokumentiert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer der letzten Jahre – ohne euch wäre diese „Rettungsaktion“ nicht möglich!

Was ist los im Amphibienteich

Eine junge Ringelnatter lässt sich blicken © Naturschutzverein Verwall

Typischer Laichballen des Grasfrosch © Naturschutzverein Verwall

Auch ein Bergmolch begutachtet den neuen Teich © Naturschutzverein Verwall

Geht gar nicht - Fische (noch dazu eingesetzte Goldfische) in einem Amphibienteich haben es auf Froschlaich und Kaulquappen abgesehen - hier im Golfplatzteich. © Naturschutzverein Verwall

Du hast Lust mitzumachen?

Wenn du uns bei der Betreuung des Amphibienschutzzaunes (ab Ende Februar bis März) unterstützen möchtest, melde dich bei:

 

Mag. Christian Kuehs
Geschäftsführer Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder
Montafonerstr. 21, 6780 Schruns
+ 43 664 / 1982 543
verwall@natura2000.or.at

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union

Monitoring-Projekt bestätigt Vorkommen von Luchs und Europäischer Wildkatze in Vorarlberg

Der männliche Luchs B717CH tappt im Rätikon in eine Fotofalle © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Die Luchsin HEIA ist eines von zwei bekannten Luchsweibchen, das in Vorarlberg Jungtiere großzieht © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Das 2022 geborene Jungtier B1025CH konnte im Rahmen des Luchs-Monitorings im Rätikon nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Mittels Lockstock und Fotofallen können Wildkatzen nachgewiesen werden © Daniel Leissing, Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft

Dornbirn (VLK) – Der europäische Luchs wie auch die europäische Wildkatze galten in Vorarlberg als ausgestorben. Ein Monitoring-Projekt im Auftrag des Landes Vorarlberg konnte nun den Nachweis erbringen, dass die beiden höchst seltenen und streng geschützten Arten wieder durch Vorarlbergs Wäldern streifen. Das Monitoring-Projekt dauerte zwei Jahre und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Jägerschaft durchgeführt. Das Ergebnis wurde am Dienstag (16. Jänner) in der inatura in Dornbirn präsentiert.

„Die Rückkehr zweier streng geschützter und vorübergehend als ausgestorben geltender Arten ist ein großer Erfolg für den Artenschutz“, sagt Landesrat Daniel Zadra: „Die Rückkehr der äußerst seltenen und scheuen Waldbewohner Luchs und Wildkatze ist eine große Bereicherung der heimischen Fauna und im Fall der Wildkatze auch eine naturkundliche Sensation. “

„Das Vorkommen von Luchs und Wildkatze in unseren Wäldern wäre ohne den sorgsamen forstlichen Umgang mit unseren Wäldern und ohne eine verantwortungsvolle Jagdwirtschaft nicht möglich“, betont Landesrat Christian Gantner: „Daher gilt insbesondere den JägerInnen ein großer Dank. Die nun vorliegenden Forschungsergebnisse des aktiven Monitorings bestätigen die bisherigen, überwiegend aus der Jägerschaft gemeldeten Hinweise über Luchsvorkommen in Vorarlberg.“

Seit einigen Jahren gab es Hinweise auf das Auftreten des Luchses in Vorarlberg sowie seit 2018 den Hinweis auf Wildkatzen im Dornbirner Berggebiet. Während der Luchs im 19. Jahrhundert ausgerottet worden war, gab es für die Wildkatze nur prähistorische Nachweise für Vorkommen auf Vorarlberger Gebiet. Eine tatsächliche natürliche Rückkehr nach Vorarlberg ist daher vor allem im Falle der Wildkatze eine naturkundliche Sensation.

Das Monitoring im Auftrag des Landes Vorarlberg (Naturschutz und Jagd) erfolgte durch Horst Leitners Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit den Zuständigen in den potentiell betroffenen Jagdrevieren. Mittels Fotofallen und Lockstöcken (Holzpflock mit natürlichem, für Katzen attraktivem Duftstoff) wurden über zwei Jahre Nachweise gesammelt und ausgewertet. Während Luchse mittels Fotos erfasst und über ihr Fellmuster individuell identifiziert werden können, werden Wildkatzen nachgewiesen, indem Haare gewonnen und über eine genetische Analyse bestimmt werden. Diese genetische Analyse ist zur eindeutigen Bestimmung notwendig, da die europäische Wildkatze und Hauskatzen optisch nicht immer sicher zu unterscheiden sind.

Extrem scheuer und seltener Waldbewohner zurückgekehrt

Die Europäische Wildkatze zählt zu den seltensten und unbekanntesten heimischen Säugetierarten. Der Wissensstand über die Wildkatze in Österreich ist dürftig. Dies liegt zum einen an ihrer verborgenen Lebensweise, zum anderen an ihrem unauffälligen Aussehen. Für Ungeübte ist die Wildkatze leicht mit einer Hauskatze zu verwechseln. Der Nachweis der Wildkatze ist dementsprechend schwierig.

Im Frühjahr 2022 konnte durch Haarprobe und anschließende Genanalyse schließlich zum ersten Mal eine Wildkatze in Vorarlberg nachgewiesen werden. Insgesamt konnten in den vergangenen beiden Jahren drei verschiedene Wildkatzen bestätigt werden. Dies sind die ersten gesicherten, genetischen Nachweise freilebender Wildkatzen in Vorarlberg. Seither herrscht Gewissheit, dass die europäische Wildkatze wieder in Vorarlberg lebt.

Luchs etabliert sich

Die größere der beiden heimischen wilden Katzenarten, der Luchs, ist mit seinen Pinselohren, dem auffälligen Backenbart und dem gefleckten Fell eindeutig zu erkennen. An Heimlichkeit steht er jedoch der Wildkatze um nichts nach.
Das Luchs-Monitoring zeigt, dass sich der Luchs langsam wieder in Vorarlberg etabliert. Der Hauptbereich der derzeitigen Luchsverbreitung liegt im Rätikon und zieht sich bis ins Montafon. Zudem gibt es im Mellental regelmäßig Luchsnachweise. Auch aus dem Klostertal, das nicht im Monitoring-Gebiet des Projekts liegt, werden Nachweise gemeldet. Im vorangegangenen Luchsjahr 2022–2023 wurden in den Monitoring-Gebieten insgesamt sieben verschiedene selbstständige Luchse nachgewiesen. Auch zwei Jungtiere von zwei verschiedenen Müttern konnten festgestellt werden.

Die Vorarlberger Luchse entstammen der Luchspopulation aus der Nordostschweiz, wo ab dem Jahr 2001 Luchse wiederangesiedelt wurden. In Vorarlberg befindet sich der östliche Ausbreitungsrand dieser Population. Der Bestand ist daher von großer Bedeutung für die weitere Verbreitung und die zukünftige Vernetzung des Luchses mit anderen Teilpopulationen, z. B. mit den Luchsen in der Grenzregion zwischen Italien, Slowenien und Österreich.

»Ein Rückblich auf 2022« 

Jahresbericht 2022 Regionsmanagement Cover

Abendstimmung im Ried

Das vergangene Jahr 2022 war zu Beginn noch weiterhin von der Corona-Pandemie geprägt. Durch die generellen Beschränkungen war das Arbeiten in vielen Bereichen limitiert. Betroffen davon waren insbesondere jene Arbeitsbereiche, die mit Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung zu tun hatten. Durch großen Einsatz konnten aber die meisten der vorgenommenen Ziele dennoch erreicht werden. Personelle Änderungen und damit zwischenzeitlich auch
eine deutliche Verjüngung für das Regionsmanagement gab es in der Region Rheintal. Mit den beiden engagierten Regionsmanager*innen Ellen Rupprechter (bis Ende Juli) und Jakob Tschegg (ab Anfang Juni) konnte die Arbeit in der Region Rheintal aufrecht erhalten bleiben. Mit August kam dann schließlich Petra Häfele aus ihrer Karenzzeit zurück. In den Sommermonaten wurde das Regionsmanagement zusätzlich von der qualifizierten Jungbiologin Michaela Maislinger im Rahmen eines Praktikums unterstützt.

Der große Leistungsumfang des Regionsmanagements zeigt sich neben der eigentlichen Schutzgebietsbetreuung in der Mitbegleitung von Ausschreibungsverfahren, der Entwicklung von Leitfäden für Managementpläne und GIS-Datenformate und der Mitarbeit bei Verordnungsnovellierungen.
Langjährige Monitoringprojekte und Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen wurden fortgeführt und durch neue Projekte, wie die regionsübergreifende Kartierung der Haselmaus, ergänzt.

Trotz der Corona-bedingten Einschränkungen und personellen Rochaden konnte das Regionsmanagement wieder auf altbewährte Strukturen mit Partner*innen in den einzelnen Regionen bauen, ohne die eine derart umfangreiche Betreuung der Schutzgebiete gar nicht erst denkbar wäre. Gebietsbetreuenden, Waldaufsehern, Vereinsmitarbeiter*innen und Gebietskenner*innen, die mit ihrem Wissen um die Schutzgebiete und ihrer außerordentlichen Einsatzbereitschaft für den Erfolg der Schutzgebietsbetreuung maßgeblich mitverantwortlich sind, gebührt ein besonderer Dank der Regionsmanager*innen.

Wir wünschen beim Lesen unseres Jahresberichts 2022 viel Freude und bedanken uns für das Interesse.

Auerhahnbalz © Burgstaller

Auerhuhn-Lebensraum in Klösterle: Lichter Kronenschlussgrad, ausreichend Alt- und Totholz sowie Beerensträucher sind wichtige Lebensraumelemente © RM Europaschutzgebiete

Auerhahn bei der Balz © RM Europaschutzgebiete

Habitateignung für das Auerhuhn in Vorarlberg

Vorarlberg | Das Auerhuhn ist der größte heimische Hühnervogel. Über die Verbreitung und den Bestand dieser imposanten Vogelart in Vorarlberg ist jedoch nur wenig bekannt. In einem dreijährigen Projekt wurden neue Grundlagen für das Lebensraummanagement und Monitoring des Auerhuhns erarbeitet.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das Auerhuhn noch weit verbreitet in Vorarlberg. Von Partenen bis zum Pfändergebiet wurden 1966 immerhin noch 255 Auerhähne in Vorarlberg gezählt und bis zur vollständigen jagdlichen Schonung 1977 jährlich zw. 30 und 50 Hähne erlegt. Spätestens ab den 1960er Jahren ging es jedoch rasant abwärts mit den Auerhuhnbeständen, nicht zuletzt durch die Nutzungsänderungen in der Land- und Forstwirtschaft.

In einem gemeinsamen Projekt des Landes Vorarlberg, BirdLife Vorarlberg, der Vorarlberger Jägerschaft sowie dem Natura 2000-Regionsmanagement wurden in Zusammenarbeit mit Auerhuhnexpert*innen aus Österreich bekannte Auerhuhngebiete im Detail untersucht.

Neben der Modellierung des allg. Lebensraumpotentials und der aktuellen Habitateignung auf Basis vorhandener Funddaten und Lebensraumparameter (Waldtyp, Kronenschlussgrad, Geländeform u.a.) wurden Losungs- und Federnproben gesammelt und diese genetisch ausgewertet. Dabei konnten 38 Auerhähne und 17 Hennen in den jeweiligen Gebieten nachgewiesen werden, was einem Mindestbestand von rund 100 Individuen entspricht. Die Analyse der genetischen Diversität der Proben zeigt, dass die einzelnen Auerhuhn-Vorkommen zwar noch miteinander im Austausch stehen, aber bereits „Verinselungstendenzen“ eingesetzt haben. Der Vernetzung der einzelnen Teilbestände in Vorarlberg und über die Landesgrenzen hinaus sollte deshalb zukünftig die höchste Priorität eingeräumt werden.

In zahlreichen Fachexkursionen und Begehungen für Förster, Waldaufseher und Jäger wurden die Lebensraumansprüche des Auerhuhns gemeinsam diskutiert. Hierbei hat sich gezeigt, dass viele Wälder in Vorarlberg schlichtweg zu „dicht“ sind für das Auerhuhn und wichtige Lebensraumelemente fehlen. Ziel ist eine verstärkte Berücksichtigung der Lebensraumansprüche des Auerhuhns im Rahmen der üblichen Waldbewirtschaftung.

Mit einem einheitlichem Lebensraum- und Bestandes-Monitoring soll zukünftig die Entwicklung der Auerhuhnbestände genau beobachtet werden.

Kammmolch Larve © Daniel Leissing

Kammmolch Weibchen © Daniel Leissing

Baggerarbeiten an den Sponda-Weihern © Daniel Leissing

Frastanzer Ried | Der seltene Kammmolch (Triturus cristatus) ist die größte heimische Molchart. Er zählt zu den Amphibien, ist in Vorarlberg streng geschützt und stark gefährdet. Das einzige bekannte Vorkommen des Kammolchs im Walgau befindet sich in den Sponda-Weihern im Frastanzer Ried.

Die Sponda-Weiher sind künstlich angelegte Kleingewässer. Die Weiher waren bereits Ende der 1980er Jahre von der Firma Hermann Gort GmbH im  Gegenzug für eine Deponie für Aushub- und Abbruchmaterial geschaffen worden. Sie entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einem perfekten Wasserlebensraum für sechs verschiedene Amphibienarten. In den 1990er Jahren konnten Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch, Grasfrosch, Erdkröte und Gelbbauchunke nachgewiesen werden. Es wurden bis zu hundert Individuen des gezielt angesiedelten Kammmolchs gezählt. Über die Jahrzehnte füllten sich die von Wald umgebenen Weiher jedoch zusehends mit Falllaub, abgestorbenen Ästen und Faulschlamm. Die  Schlammschicht hatte besonders in den Sommern Sauerstoffmangel zur Folge. An der ehemals offenen angrenzenden Böschung wuchsen Gehölze hoch auf, wodurch die Weiher stark beschattet wurden. Um als optimale Laichgewässer für Molche, Unken und Frösche zu dienen, sind jedoch Besonnung und sauerstoffreiche Verhältnisse im Gewässer entscheidend.

Seit 2021 findet an den Weihern ein intensives Amphibien-Monitoring statt, um Näheres über den Verbleib des Kammmolchs zu erfahren, nachdem der letzte Nachweis des Lurchs in diesem Gewässerkomplex bereits vier Jahre zurückgelegen war. Die Suche blieb im Jahr 2021 jedoch erfolglos. Im Jänner 2022 wurden mit Zustimmung der Grundeigentümer, mit Unterstützung der Gemeinde Frastanz und finanziert vom Land Vorarlberg  Pflegemaßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Weiher als Amphibienlaichgewässer durchgeführt. Teilbereiche der Gewässer wurden ausgebaggert, um die Schlammschicht zu entfernen und eine sukzessive Verlandung zu verhindern. Zudem wurden die Weiher auf der Südostseite von Gehölzen freigestellt, um die Besonnung zu optimieren. Im Sommer 2022 wurde das Monitoring fortgesetzt und schließlich gelang der Nachweis. Mittels Molchreusen konnten ein adultes  Kammmolchweibchen sowie mehrere Larven festgestellt werden. Somit stehen das Vorkommen und auch die erfolgreiche Reproduktion des Kammmolches in den Weihern fest.

Weitere Informationen

Das „Frastanzer Ried“ ist seit 2015 Europaschutzgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen, unter ihnen Kammmolch, Gelbbauchunke und Sumpf-Gladiole, haben hier ihre Heimat.

Bei idealem Amphibienwetter erkundeten Schüler der Mittelschule Frastanz die Sponda-Weiher im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried.

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Moordetektive im Frastanzer Ried © Daniel Leissing

Im Rahmen des Projekts „Schule trifft Frastanz“ und in Kooperation mit dem Projekt „Moordetektive“ verbrachte eine Schülergruppe der Mittelschule Frastanz einen Nachmittag im Europaschutzgebiet Frastanzer Ried, um an den revitalisierten Sponda-Weihern Ausschau nach Amphibien und anderen Wasserlebewesen zu halten.

Die engagierten Jungs unterstützten das Regionsmanagement beim Monitoring von Molchen, Fröschen und Kröten. Neben tausenden Kaulquappen von Grasfrosch und Erdkröte konnten Bergmolche und sogar eine Gelbbauchunke entdeckt werden. Ein weiteres Highlight war die Ringelnatter, die sich ihr Versteck in einer der Molchreusen gesucht hatte.

Die Tiere wurden behutsam betrachtet und anschließend wieder freigelassen. Unterscheidungsmerkmale zu anderen Molchen wurden identifiziert, und es wurde besprochen, warum eine Molchlarve aussieht wie ein Axolotl.

Neben den Amphibien waren auch die Neophyten ein Thema, das leider allgegenwärtig ist. Nässe und Dreck hielten die Schüler allerdings nicht davon ab, kräftig anzupacken und dem invasiven Japanischen Staudenknöterich an den Kragen zu gehen.

Wildökologen vom Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft gelang es erstmals die Europäische Wildkatze in Vorarlberg genetisch nachzuweisen.

Wildkatze im Ebnitertal © Daniel Leissing

Absammeln der Haarprobe am Lockstock © Daniel Leissing

Wildkatzen-Lockstock mit Haaren © Daniel Leissing

Ein Luchs tappt in die Fotofalle © Daniel Leissing

Luchs © Daniel Leissing

Bregenz (VLK) – Im Rahmen eines vom Land Vorarlberg beauftragten Monitoring-Projekts konnte das Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit Naturschutz und Jägerschaft im Ebnitertal bei Dornbirn und im Frödischtal eine Wildkatze fotografieren. Nach der Analyse einer Haarprobe herrscht Gewissheit: Die Katze, die durch das Dornbirner Berggebiet streift, ist eine Europäische Wildkatze. Dies ist der erste genetische Nachweis einer freilebenden Wildkatze in Vorarlberg. Diese Art galt bisher als ausgestorben oder verschollen. Auch der Luchs etabliert sich in Vorarlberg.

 „Die erfolgreiche Rückkehr zweier streng geschützter und vorübergehend als ausgestorben geltender Arten ist ein riesiger Erfolg für den Artenschutz“, freut sich Landesrat Daniel Zadra: „Sie sind eine Bereicherung für die natürliche Tierwelt in unserem Land.“ Vorarlbergs Alpen sind ein wichtiger Lebens- und Arbeitsraum, betont Landesrat Christian Gantner: „Um unserer Alpwirtschaft positive Zukunftsperspektiven zu geben, braucht es ein partnerschaftliches Miteinander und sichere Rahmenbedingungen.“

   Weitere Aufnahmen der Wildkatze gelangten Jagdschutzorgan Erich Knappitsch im Ebnitertal. Er hatte seit 2018 mehrfach eine verdächtige Katze mit seiner Wildkamera festgehalten und damit das Wildkatzen-Projekt ins Rollen gebracht. Im Frühjahr 2022 konnte schließlich zum ersten Mal eine Haarprobe einer Katze gewonnen und diese vom Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik genetisch analysiert werden. Seither herrscht Gewissheit: Die Katze, die durch das Dornbirner Berggebiet streift, ist eine Europäische Wildkatze. Genauer gesagt ist es ein Wildkatzenweibchen, das offiziell bestätigt wurde. Daniel Leissing vom Büro für Wildökologie erklärt begeistert: „Dies ist der erste genetische Nachweis einer freilebenden Wildkatze in Vorarlberg. Offiziell gilt die Art bei uns als ausgestorben oder verschollen.“

Rückkehr auf leisen Pfoten

   Die Europäische Wildkatze zählt zu den seltensten und unbekanntesten heimischen Säugetierarten. Der Wissensstand über die Wildkatze in Österreich ist dürftig. Dies liegt zum einen an ihrer verborgenen Lebensweise, zum anderen an ihrem unauffälligen Aussehen. Für Ungeübte ist die Wildkatze leicht mit einer Hauskatze zu verwechseln. Der Nachweis der Wildkatze ist dementsprechend schwierig.

   Um die heimliche Katze aufzuspüren, arbeiten WildökologInnen mit Wildkameras und Lockstöcken. Ein Lockstock ist ein rauer Holzpflock, der im Waldboden eingeschlagen und mit Baldrian-Tinktur präpariert wird. Während Baldrian auf Menschen beruhigend wirkt, ist er für Katzen das reinste Aphrodisiakum. Eine Wildkatze, die von einem solchen Lockstock angezogen wird, reibt sich an diesem und setzt ihre eigene Duftmarke ab. Dabei bleiben Fellhaare am Stock zurück, die genetisch analysiert werden können. Dies ist notwendig, um eine Wildkatze eindeutig von einer Hauskatze zu unterscheiden. Aufgrund der oftmals ähnlichen Fellzeichnung und vergleichbarer Körpergröße genügt dafür nicht immer ein Foto.

Der Luchs etabliert sich

   An seinen Pinselohren, dem auffälligen Backenbart und dem gefleckten Fell ist der Luchs als großer Verwandter der Wildkatze bedeutend einfacher zu erkennen. An Heimlichkeit steht er jedoch der Wildkatze um nichts nach. Auch auf ihn haben es die WildökologInnen beim Aufstellen der Wildkameras abgesehen. Im Zuge des Luchs-Monitorings entstanden im Rätikon, Montafon und Mellental seit vergangenem Herbst insgesamt 53 Fotos von Luchsen. Bei den fotografierten Luchsen handelt es sich um sechs verschiedene Individuen, die hier ihre Kreise ziehen. Wie viele Luchse insgesamt durch Vorarlberg streifen, ist noch unklar.

Personen, die über Nachweise von Luchs oder Wildkatze verfügen, werden gebeten diese an hubert.schatz@vorarlberg.at bzw. an www.wildkatze-in-oesterreich.at zu senden.

 

Vielfaltertag am 05.09.2020 auf der Alpe Gibau im Europaschutzgebiet Verwall

Wie sieht ein Birkhuhn Lebensraum aus? Wie können diese Lebensräume aktiv gestaltet werden? Und wie profitiert davon auch die Alpwirtschaft? Im Rahmen eines Vielfatertags im Europaschutzgebiet „Verwall“ bekamen interessierte freiwillige Helferinnen und Helfer Einblick in die angewandte Naturschutzarbeit und wurden dabei selbst zu aktiven Lebensraumgestaltern.

Nach einem erfolgreichen Vielfalter-Wochenende in Klösterle im Vorjahr stand die heurige Umweltbaustelle der Projektpartner Naturschutzverein Verwall-Klostertaler Bergwälder und Alpenverein Vorarlberg ganz im Zeichen des Birkhuhns. Auf der Alpe Gibau im Europaschutzgebiet Verwall setzten 14 freiwillige Helferinnen und Helfer zusammen mit den Bewirtschaftern der Alpe konkrete Maßnahmen um, die sowohl den Birkhühnern als auch der Alpe selbst zugutekamen.

Wie viele andere Alpgebiete im Montafon hat auch die Alpe Gibau mit einer zunehmenden Verbuschung der Alpflächen mit Stauden und Sträuchern zu kämpfen. Obwohl Sträucher wie Heidelbeere, Vogelbeere und Alpenrose ausreichend Nahrung und Versteckmöglichkeiten für Birkhühner bieten, bedeutet das vollständige Zuwachsen von Alpweiden nicht nur ein Verlust an wertvoller Weidefläche, sondern mittelfristig auch eine Verschlechterung der Birkhuhn-Lebensräume. Deshalb gilt es, eine enge Verzahnung von offenen Weideflächen, aufgelockerten Waldrändern und Zwergsträuchern zu erhalten, wodurch auch die Bewirtschaftbarkeit der Flächen sichergestellt wird. Unter diesen Vorzeichen legten sich die Helferinnen und Helfer nach intensiven Vorarbeiten der Alpbewirtschafter und des Naturschutzvereins so richtig ins Zeug. Gemähte Zwergsträucher und Gebüsche wurden händisch aus der Weidefläche entfernt und so die Zugänglichkeit für Weidevieh und Birkwild wieder ermöglicht. Zur Aufwertung des Birkhuhn-Lebensraums wurden zudem Sandbäder angelegt und auf alpwirtschaftlich nicht mehr genutzten Flächen Vogelbeeren als wichtige Nahrungspflanzen eingebracht.

Nach getaner Arbeit gab es einen wohlverdienten Festschmaus auf der Alpe Gibau mit Blick auf den imposanten Gipfel des Valschavieler Maderer. Pünktlich mit Einsetzen des Regens endete der erfolgreiche Vielfatertag im Europaschutzgebiet Verwall.

Die Organisatoren bedanken sich recht herzlich bei allen Freiwilligen für ihr Interesse und ihre tatkräftige Mithilfe!

Weitere Informationen

Das Europaschutzgebiet „Verwall“ ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet, das sich über 120 km² zwischen Langen am Arlberg und Partenen an der Landesgrenze zu Tirol erstreckt.Hier finden Wilditere wie Steinadler, Birkhuhn, Sperlingskauz & Co große zusammenhängende Rückzugsräume.

Vielfaltertage

Unter der fachkundigen Leitung der Natura 2000-Regionsmanagerinnen und Regionsmanager werden in ausgewählten Europaschutzgebieten über das gesamte Jahr verteilt unterschiedliche Arbeitseinsätze organisiert, die einen wichtigen Beitrag für die Wiederherstellung, den Schutz und die Pflege unserer Natur- und Kulturlandschaft leisten. Weitere Informationen zu den Vielfaltertagen findest du hier

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Vielfaltertag am 01.08.2020 auf der Alpe Käfera im Europaschutzgebiet Verwall

Rund 30 engagierte Helferinnen und Helfer nahmen am 1. August bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer Bergbrise am Vielfaltertag auf der Alpe Käfera im Europaschutzgebiet „Verwall“ teil. Gemeinsam wurde fleißig gemäht, gerupft und gezupft und somit wertvolle Lebensräume für Weide- und Wildtiere wiederhergestellt.

Die auf 1.855 m Seehöhe im hinteren Silbertal gelegene Alpe Käfera hat wie viele andere Alpen mit einer zunehmenden Verbuschung der Alpflächen zu kämpfen. Alpenrosen, Grünerlen und Farne überwuchern zunehmend die Berghänge oberhalb der Waldgrenze – ein Verlust an offenen Weideflächen ist die Folge. Und auch für die im Natura 2000-Gebiet geschützten Birkhühner gehen dadurch vermehrt wichtige Lebensräume verloren.

Vor diesem Hintergrund wurden unter der fachkundigen Leitung der Grundeigentümer Michael und Daniela Berthold sowie den Gebietsbetreuern Sebastian Fitsch und Christian Kuehs verloren gegangene Weideflächen gemeinsam von Gebüschen und Stauden befreit. Mit atemberaubendem Blick auf die Berge des hinteren Silbertals legten sich die motivierten Helferinnen und Helfer – von jung bis alt – wacker ins Zeug. Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen: rund vier Hektar Alpfläche sind nun für Rind, Schaf und Birkhuhn wieder leichter zugänglich. Damit das auch so bleibt, sollen die Flächen zukünftig konzentriert beweidet werden, so der über die Aktion sichtlich erfreute Alpbesitzer Michael Berthold.

Nach einem ersten Vielfaltertag auf der Alpe Gafluna im Jahr 2018 und dem Einsatz auf der Alpe Käfera sollen in den nächsten Jahren weitere Vielfaltertage auf Alpflächen im und außerhalb des Europaschutzgebiets durchgeführt werden.

Auf der Alpe Käfera folgte nach getaner Arbeit – wie könnte es auch anders sein – der gemütliche Teil des Tages. Stephan und Silke Rieder kredenzten ein Gourmet-Gericht aus Silbertaler Rothirsch-Chilli und Kuchenvariationen, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sichtlich schmeckte. Ein krönender Abschluss einer gelungenen Aktion!

Ein herzliches Dankeschön gebührt allen Helferinnen und Helfern für ihren engagierten Einsatz, ebenso Stephan und Silke Rieder für die tolle Verpflegung!

Weitere Informationen

Das Europaschutzgebiet „Verwall“ ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet, das sich über 120 km² zwischen Langen am Arlberg und Partenen an der Landesgrenze zu Tirol erstreckt.Hier finden Wilditere wie Steinadler, Birkhuhn, Sperlingskauz & Co große zusammenhängende Rückzugsräume.

Vielfaltertage

Unter der fachkundigen Leitung der Natura 2000-Regionsmanagerinnen und Regionsmanager werden in ausgewählten Europaschutzgebieten über das gesamte Jahr verteilt unterschiedliche Arbeitseinsätze organisiert, die einen wichtigen Beitrag für die Wiederherstellung, den Schutz und die Pflege unserer Natur- und Kulturlandschaft leisten. Weitere Informationen zu den Vielfaltertagen findest du hier

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union.

Info-Broschüre mit Tipps zum naturnahen Gärtnern mit heimischen Gehölzen
Die Umwelt- und Klimaschutzabteilung des Landes Vorarlberg hat eine Broschüre neu aufgelegt, die als Leitfaden zur standortgerechten Bepflanzung von Hausgärten mit heimischen Bäumen und Sträuchern wertvolle Informationen und Tipps fürs Gärtnern enthält. Wir alle können eine Landschaft mitgestalten, in der nicht nur der Mensch mehr Lebensqualität findet, sondern auch heimischen Tieren und Pflanzen Platz geboten wird. Denn der Erhalt und Schutz der Artenvielfalt beginnt im eigenen Garten.

Heimische Bäume und Sträucher

Die Broschüre kann in der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz (umwelt@vorarlberg.at) bestellt werden oder steht hier als Download bereit.


Broschüre Bäume & Sträucher

Vielfaltertage

Mähen, Hacken, Heuen, Rupfen – die Vielfaltertage sind für all jene gedacht, die sich aktiv für die Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaft in Vorarlbergs Europaschutzgebieten einsetzen möchten.

Was sind Vielfaltertage?

Unter der Leitung des Natura 2000-Regionsmanagements werden in ausgewählten Europaschutzgebieten über das gesamte Jahr verteilt unterschiedliche Arbeitseinsätze organisiert, die einen wichtigen Beitrag für die Wiederherstellung, den Schutz und die Pflege unserer Natur- und Kulturlandschaften leisten. Gleichzeitig unterstützen wir die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter vor Ort, die in den Gebieten täglich ihre wertvolle Arbeit verrichten. Ob Magerwiese, Riedfläche, Wald, Alpweide oder Trockenmauer, die Vielfaltertage sind dabei so vielfältig wie es der Name vermuten lässt.

Im Rahmen der Vielfaltertage hast du die Möglichkeit, mal so richtig anzupacken. Die Einsätze bedeuten körperliche Arbeit, du solltest also keine Scheu vor schweißtreibendem Engagement haben. Aber keine Sorge – es bleibt genügend Zeit für den gemeinsamen Austausch und Erholung. Außerdem erhältst du fachkundige Auskünfte über die Besonderheiten des jeweiligen Europaschutzgebiets und einen exklusiven Einblick in die praktische Naturschutzarbeit.

Was dich bei einem Vielfaltertag erwartet – unsere Einsätze:

  • Entfernen von Neophyten und Problempflanzen wie Springkraut, Goldrute oder Adlerfarn zur Bewahrung der natürlichen Artenzusammensetzung von Wiesen und Weiden
  • Zurückdrängen von Gehölzen zur Offenhaltung von blütenreichen Magerwiesen und zur Lebensraumverbesserung für Wiesenbrüter
  • Auflichten von dichten Alpenrosenbeständen auf Alpflächen zur Schaffung von Lebensräumen für das Birkhuhn
  • Pflanzen von beerentragenden Gehölzen für Auerhuhn, Haselhuhn & Co im Bergwald
  • Anlegen von Laichgewässern für gefährdete Amphibien wie die Gelbbauchunke
  • weitere Einsätze nach Bedarf

Wie verläuft ein Vielfaltertag?

Informationen zu Treffpunkt, Art und Dauer des Einsatzes findest du im Veranstaltungskalender unter der Rubrik „Vielfaltertage“. Vor Ort erwarten dich die Natura 2000-Regionsmanagerinnen und Regionsmanager, die dich über das jeweilige Europaschutzgebiet und den geplanten Arbeitseinsatz aufklären. Sobald wir uns gemeinsam einen Überblick verschafft haben, geht es auch schon los. Arbeitshandschuhe und Werkzeug werden bei jedem Einsatz zur Verfügung gestellt.  Bitte denk daran, passende Arbeitskleidung und gegebenenfalls Sonnen- und Regenschutz mitzubringen. Damit uns die Energie nicht frühzeitig ausgeht, wird für unser leibliches Wohl natürlich gesorgt.

Einem erfolgreichen und abwechslungsreichen Vielfaltertag steht somit nichts mehr im Wege. Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Vielfaltertage - komm, mach mit!

Wenn auch du bei einem Vielfaltertag mitwirken möchtest, besuche unseren Veranstaltungskalender, finde den passenden Vielfaltertag und melde dich an! Die Termine werden laufend ergänzt, finden überwiegend jedoch zwischen Mai und Oktober statt.

Für unsere Vielfaltertage gelten folgende Teilnahmebedingungen.

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Moore im Naturpark Nagelfluhkette

Im Naturpark Nagelfluhkette finden sich in allen Höhenlagen Moore und Feuchtwiesen. An allen Ecken und Enden gibt es unterschiedlichste Moortypen. Oft kommen sie eng verzahnt vor.

Seinen Moorreichtum verdankt der Naturpark zwei Faktoren: der Geologie und dem Niederschlagsreichtum. Tonreiche, wasserstauende Schichten halten das Wasser, das dank der Lage am Alpennordrand in großen Mengen vom Himmel fällt. In den Hochlagen sind es bis zu 2.500 Millimeter pro Jahr – rund viermal so viel wie in Wien. Das macht die Naturparkregion zu den niederschlagsreichsten Gebieten Mitteleuropas.
Besonders gut erleben kann man die Moore in Krumbach. Hier ist mit den „Mooren Krumbach“ fast schon eine kleine Erlebniswelt um die Feuchtgebiete der Gemeinde entstanden. An 14 Standpunkten laden einfache Moorsitze zur Betrachtung von Mooren und Landschaften. Herzstück jeder Moorwanderung ist der Moorraum, der Einblicke in das Moor Salgenreute gibt. Gut ausgebildete, begeisterte Moorführerinnen und Moorführer stehen für einen erlebnisreichen Moorbesuch zur Verfügung. Es werden auch Führungen für Kinder und Jugendliche angeboten, denen mit viel Fantasie das Moor nähergebracht wird.

Dass das Moor auch durch den Magen gehen kann, zeigen die vier Moorwirtinnen und Moorwirte, die gleichzeitig auch Moorführerinnen und Moorführer sind. Mit ihnen kann man an vier Terminen im Sommer das Moor in der Morgendämmerung erkunden und dann bei einem leckeren Frühstück in den Tag starten. Ergänzt werden die Veranstaltungen durch zusätzliche Ereignisse wie das alle zwei Jahre stattfindende Auftaktfest der Moor-Saison. Egal zu welcher Jahreszeit, nach einem Besuch in Krumbach sieht man das Moor mit anderen Augen.

Quelle: Carina Niedermair

Moor im Krumbach © Moore Krumbach

Talbodenvermoorungen Bizau-Reuthe

Wo heute Bizauer Bach, Ulfernbach und Weiherbach fließen, verdichteten in den Eiszeiten riesige Gletschermassen den Untergrund und lagerten Moränen in unterschiedlichen Schichtstärken ab.
Vor etwa 12.000 Jahren ging die letzte Eiszeit dem Ende zu, die Eismassen tauten ab. Da größere Gletscherströme langsamer abschmelzen, staute sich das Wasser am Bregenzerachgletscher zu einem postglazialen See auf, in dem sich feine Sedimente zu undurchlässigen Tonschichten aufbauten.

In den Jahrtausenden danach schütteten die Bäche in wechselhaftem Verlauf Geröll und Feinmaterial über den Talboden. Wegen der Undurchlässigkeit des Untergrundes gediehen vorzugsweise nasse Au- und Bruchwälder und mehr oder weniger baumfreie Moore. Dann begann der Mensch die Gehölze zu roden, um die ebenen Talflächen landwirtschaftlich zu nutzen. Was entwaldet, aber nicht trockengelegt wurde, diente der Streuegewinnung im Herbst. Zirka 60 Hektar extensiv genutzte Moorkomplexe mit Hoch-, Übergangs- und Niedermooren erfreuen Einheimische sowie Urlauberinnen und Urlauber weiterhin durch ihre Naturnähe. Sie beherbergen viele gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, mindestens 60 wurden bisher nachgewiesen, auch EU-weit gefährdete Arten wie das Firnisglänzende Sichelmoos sowie die Brutvögel Neuntöter und Wachtelkönig. Daneben erhöhen gefährdete Pflanzengesellschaften, Quellaufstöße und mäan­drierende Bachläufe die Vielfältigkeit und den Wert dieser auch fürs Auge äußerst attraktiven Landschaft.

Um die weitere Bewirtschaftung teilweise schon verbrachender Moorflächen für die Zukunft zu gewährleisten, erfolgte in den vergangenen Jahren im Unteren Moos auf Bizauer Gemeindegebiet eine Grundstückszusammenlegung. In diesem Zuge wurden auch landwirtschaftliche Zufahrtswege angelegt.

Quelle: Rosemarie Zöhrer

Drahtsege © Rosemarie Zöhrer

Neuntöter © Johanna Kronberger

Wachtelkönig © shotshop

Firnisglänzendes Sichelmoos © Rosemarie Zöhrer

Sumpfblutauge © Rosemarie Zöhrer

Fieberklee © Rosemarie Zöhrer

Verwall – Moorparadies vor einzigartiger Bergkulisse

Zwischen Lechquellengebirge im Norden, Rätikon im Westen und Silvretta im Süden erstreckt sich die Verwallgruppe von Partenen über das Silbertal bis nach Klösterle und weit über die Landesgrenze nach Tirol. Auch abseits des gleichnamigen Europaschutzgebiets verbirgt sich hier eine außerordentliche Vielfalt an unterschiedlichen Moorlebensräumen.

Das Wildriad ist ein Moorkomplex von nationaler Bedeutung. Es liegt umschlossen von flechtenbehangenen Fichtenwäldern inmitten einer Lichtung. Als Lebensraum für hochspezialisierte Arten wie die abgebildete Kleinfrüchtige Moosbeere und den Sumpfbärlapp reagiert das Moor äußerst empfindlich auf Stoffeinträge und hohe Trittbelastung.

Der Kristberg war einst vom Bergbau stark geprägt. Heute präsentieren sich die Hänge unterhalb des Kristbergs – die Kristbergriader – als ein zusammenhängender Feuchtgebietskomplex: Quellfluren, Pfeifengraswiesen, Hangmoore und Baumgruppen verleihen der Landschaft ihren wahrlich einzigartigen Charakter. Eine extensive Bewirtschaftung ist nach wie vor Voraussetzung für den Erhalt dieser geschichtsträchtigen Kulturlandschaft.

Wildriad © Naturschutzverein Verwall

Kristberg © Naturschutzverein Verwall

Im Hinteren Silbertal, im Herzen des Europaschutzgebiets Verwall, findet sich eine schier unüberschaubare Anzahl an Flachmooren, Quellfluren und Gebirgsseen. Hier befindet sich auch das Quellgebiet der Litz, eines im Oberlauf noch weitgehend natürlichen Gebirgsbaches. Wer diesen wenig erschlossenen Naturraum erkunden will, muss jedenfalls einen längeren Fußmarsch einplanen. Schönheit hat eben ihren Preis.

Der Wiegensee ist ein Moorbiotop der Sonderklasse. Diese einzigartige Moorlandschaft der Wiege hoch über Partenen zeigt, welches natürliche Schicksal zahlreiche Gebirgsseen ereilen könnte. Schwingrasen führen zu einer natürlichen Verlandung der Seen und zur Ausbildung von typischen, nicht minder wertvollen Moorkomplexen.

Hinteres Silbertal © Naturschutzverein Verwall

Wiegensee © Naturschutzverein Verwall

Deckenmoore – ein Hauch von Schottland

Deckenmoore sind eine in Mitteleuropa äußerst seltene Ausprägung der Hochmoore. Anders als viele andere Hochmoore entstehen Deckenmoore nicht aus Flachmooren, sondern „wachsen“ direkt auf dem nackten Gesteinsuntergrund, den sie wie eine Decke flächig überziehen.

Voraussetzung hierfür sind besonders hohe Niederschläge, wie wir sie sonst nur in den feuchtesten Regionen Europas finden können. In Schottland, Irland und Skandinavien sind Deckenmoore häufig. In Österreich sind sie auf das Salzkammergut und einzelne Bereiche im Verwall beschränkt.

Landschaftsjuwele im Kleinwalsertal

Das Kleinwalsertal ist reich an Mooren. Sie gehören zu den prägenden Landschaftselementen des Tales. Charakteristisch ist die enge räumliche Verzahnung verschiedener Moortypen. Dominierend sind Hochmoore, Übergangsmoore und Hangmoore. Quellmoore treten nur vereinzelt auf.

In den Sommermonaten 2015 und 2016 haben Studierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter Leitung von Prof. Dr. Joachim Schrautzer unsere Moore im Kleinwalsertal geobotanisch untersucht und den aktuellen Zustand naturschutzfachlich bewertet. Trotz des erkennbaren, menschlichen Einflusses sind viele Moore noch in einem guten Erhaltungszustand. Hier wachsen zahlreiche seltene und mittlerweile stark gefährdete Gefäßpflanzen wie Tarant, verschiedene Sonnentauarten oder der Wasserschlauch. Untersucht wurden u. a. Vegetation und Standortverhältnisse. Ein weiterer Schwerpunkt war die Rekonstruktion der Entwicklungsgeschichte der Moore. Pollenuntersuchungen lassen zum Beispiel auch die Zuwanderung der Walser und ihre
Viehwirtschaft im 14. Jahrhundert erkennen.

Mit 27 Hektar ist das Hörnlepassmoor im Nordosten des Kleinwalsertales der größte Moorkomplex von überregionaler Bedeutung. Es handelt sich um ein ausgedehntes Latschenhochmoor, das in ein terrassenartig abfallendes, reichhaltiges Hangmoor übergeht. In der letzten Eiszeit formten Gletscher nicht nur den gleichnamigen Hörnlepass, sondern es lagerten sich in einem Eisstausee Feinsedimente ab, die bis heute Grundwasser stauen.

Über Jahrtausende konnte sich ein Moor entwickeln. Die Torfschichten reichen bis zu 4,5 Meter hinab. Das Moor zeigt eine beachtliche Vielfalt an verschiedenen Feuchtgebietspflanzenarten und -gesellschaften auf. Seit 1964 ist es Teil des Pflanzenschutzgebiets Hochifen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen und Messungen werden 2018 fortgesetzt und lassen weitere spannende Ergebnisse erwarten.

Quelle: Karl Keßler

Die Walserin und der Walser bezeichnen im Dialekt ein Moor als „Moos“ und sagen zum Moos „Mias“. In vielen Flurnamen begegnen wir den Mooren wie in Schmittersch Moos, Laumoos, Sücka (sehr nasse Streuewiese) oder Obere Sömpf. Hörnlepassmoor © Georg Friebe

Immer weniger Menschen im Rheintal kennen Kiebitz, Bekassine, Großen Brachvogel, Wachtelkönig, Braunkehlchen und Uferschnepfe. All diese Vögel waren früher charakteristisch für die weite, offene Riedlandschaft im Rheintal. Allen gemein ist, dass sie Wiesenbrüter sind – und dass sie vor dem Aussterben stehen.

Kiebitz Gelege © Reinhard Hellmair

Wiesenbrüter, wie der Name schon erahnen lässt, bauen ihre Nester auf dem Boden. Sie nisten in artenreichen, einmähdigen Wiesen, aber auch in noch nicht bestellten Äckern. Als Zugvögel kommen sie im Frühjahr im Rheintal an, balzen und bauen ihre Nester am Boden, ziehen ihre Küken gut geschützt im hohen Gras der extensiv genutzten Feuchtwiesen auf und verlassen im Herbst das Rheintal Richtung Süden. Das Gefieder der Bodenbrüter ist nicht bunt – dunkle, erdige Töne herrschen vor. Als Wiesenbrüter sind damit die ausgewachsenen Vögel, aber auch die Küken, gut vor Fressfeinden getarnt.

Wiesenbrüter sind im Rheintal vom Aussterben bedroht. Uferschnepfen und Bekassinen brüten schon seit Jahren nicht mehr, und auch von den bis zu 40 Jahre alt werdenden Brachvögeln brüten nur noch eine Handvoll. Und das mit wenig Erfolg. Dabei gibt es, wie beim Bienensterben, viele Gründe, die alle zusammen zu einem Rückgang der Bestände führen. Der Landschaftswandel der letzten Jahrzehnte hat den Lebensraum von Kiebitz und Co auf kleine Inseln im intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet zusammenschmelzen lassen. Während die Umgebung für die typischen Wiesenbrüter immer unwirtlicher wird, profitieren ihre Fressfeinde wie Fuchs, Marder, Dachs und Co davon. Steile Entwässerungsgräben sind für eine Wiesenbrüterfamilie unüberwindbare Barrieren oder können zu tödlichen Fallen werden. Aber auch die Freizeitnutzung führt zu Störungen und kann mit der Aufgabe der Nester enden. Freilaufende Hunde sind zwar prinzipiell keine Fressfeinde, führen aber zu Stress und einem verminderten Bruterfolg. Auch die Witterung im Frühjahr spielt eine große Rolle. So gab es immer schon Jahre mit schlechten Bruterfolgen durch einen kalten und regenreichen Frühling. Grundsätzlich gilt, gesunde, große Populationen könnten in den darauf folgenden Jahren Ausfälle kompensieren.

Gelege werden von engagierten Landwirtinnen und Landwirten umfahren © Reinhard Hellmair

Seit 2006 unterstützt das Land Vorarlberg den Naturschutzbund und seine Partnerinnen und Partner beim Wiesenbrüterschutz. Durch Lebensraumverbesserungen wie z. B. Abflachen von Gräben oder Rodung von Gehölzgürteln im Nahebereich der Brutflächen wird der Lebensraum aufgewertet. Schutzmaßnahmen wie das Einzäunen der Gelege oder Markieren der Nester im Acker ermöglichen den Landwirtinnen und Landwirten, die Brutflächen bei der Bewirtschaftung auszusparen. Mit diesen Maßnahmen konnten vor allem für den Kiebitz schon einige Erfolge erzielt werden. Engagierte Landwirtinnen und Landwirte bewirtschaften in den Kerngebieten „wiesenbrüterfreundlich“. Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer wie die Schweizer Ortsgemeinde Au stellen u. a. Flächen für den Wiesenbrüterschutz zur Verfügung.

Bekassine © Dietmar Hollenstein

Warum ist der Schutz der Bodenbrüter so wichtig? Wiesenbrüter sind sogenannte Indikatorarten. Sie zeigen den ökologischen Zustand der Natur an. Von den lebensraumverbessernden Maßnahmen für Bekassine, Kiebitz, den Großen Brachvogel und Co profitieren nicht nur die Vögel, sondern das ganze Ökosystem.

Quelle: Thomas Rainer

Brachvogel © Manfred Waldinger

Wachtelkönig © Hubert Salzgeber

Kiebitz © Dietmar Fuchs

Braunkehlchen © shotshop

© Amt der Vorarlberger Landesregierung

In einer Vielzahl Vorarlberger Flur- bzw. Ortsnamen spiegelt sich die weite Verbreitung von Mooren. Manche mit einer langen Geschichte: So geht beispielsweise die Bezeichnung Paluda in Dalaas oder Palüd bei Brand auf das lateinische „Palus“ für Sumpf zurück.

Seit dem Mittelalter werden die Moore, Röhrichte und Feuchtwiesen meistens mit dem mittelhochdeutschen Wort Ried, mundartlich Riad oder Riat(le), benannt. Dieser Flurname begegnet uns in fast allen Gemeinden, angefangen vom Bodensee mit der früheren Gemeinde Rieden bis zu den „Riadböda“ der Montafoner Hochalpen. Wo man Torf abbauen konnte, sprach man oft von einem „Turbariad“. Bei einem nur sehr eingeschränkt nutzbaren Dornbirner Riedteil sprachen die Landwirtinnen und Landwirte von „schwarzem Zeug“, seit 1987 nun auch der Name für dieses Naturschutzgebiet.

In den Mittelgebirgslagen des nördlichen Landesgebiets hat die eiszeitliche Geländegestaltung sehr viele Moore entstehen lassen, die meist als „Moos“ bezeichnet wurden. Am bekanntesten sind hier die unter Naturschutz gestellten Moorkomplexe Witmoos, Fohramoos, Farnachmoos und Kojenmoos. Hinzu kommt eine Menge weiterer „Möser“ und „Mösle“.

Wo auf kleinem Raum zwischen verschiedenen Moorbereichen zu unterscheiden war, nahm man in der Benennung zumeist Bezug auf ihre Lage oder Größe, manchmal auch auf ihre Nutzung. Bei Mooren mit Torfabbau sprach man von „Wasamoos“ oder „Schollamoos“, bei Streuenutzung oft von „Mähmoos“. Wenn die Benennung nach charakteristischem Bewuchs erfolgte, begnügte man sich bei den Flurnamen mit wenigen Unterscheidungen, ohne immer von Ried oder Moos zu sprechen. So heißen manche Örtlichkeiten heute noch „Im Rohr“ (Schilfröhricht), „Schlatt“ (Schilfwiese), „Fohra“ („Fohren“ als Bezeichnung für Moorkiefern) oder „Birka“.

Aus der Sicht der Landwirtinnen und Landwirte waren „Sümpf und sure Wiesa“ oft minderwertiges Grünland, bei dem man im 20. Jahrhundert um großflächige Entwässerungen froh war. Das hatte zur Folge, dass artenreiche Biotope aus der Landschaft verschwanden. Ein Paradebeispiel ist der Ortsteil Feldmoos in Bregenz-Rieden, bei dem ein höchst schutzwürdiges Naturjuwel verloren gegangen ist.

Quelle: Helmut Tiefenthaler

Auer Ried in Lustenau

– Gesamtfläche nördliches Schweizer Ried bzw. Auer Ried: 210 ha
– Grundbesitzer seit 1593: Schweizer Ortsgemeinde Au
– Großflächiger Feuchtgebietskomplex mit überregionaler Bedeutung für die Vogelwelt
– 42 ha Streuewiesen
– 36 ha extensiv bewirtschaftete Talwiesen
– 5 ha Blumenwiesen und artenreiche Randstrukturen
– 6 ha Kiebitz-Ackerflächen mit der landesweit größten Brutkolonie
– Errichtung und dauerhafte Pflege von über einem Dutzend Flachgewässern
– Brutinsel mit 20.000 m²
– Lebensraum für gefährdete Wiesenbrüter (Kiebitz, Braun- kehlchen, Wachtelkönig) und Amphibien (Kammmolch, Teichmolch, Laubfrosch, Gelbbauchunke)
– Seltene Pflanzenarten wie Sumpf-Gladiole, Lungen-Enzian, Sumpf-Stendelwurz, Kleines Knabenkraut und viele weitere Orchideenarten

Brutinsel umgeben von Streuwiesen im Auer Ried in Lustenau © Reinhard Hellmair

Götzner Moos – Sanfter Naturschutz mit schwerem Gerät

Ein intakter Wasserhaushalt ist der entscheidende Faktor in einem Hochmoor. Doch das Götzner Moos verlor durch alte Entwässerungsgräben Wasser und der Torf begann sich zu zersetzen. Teilweise wuchsen dadurch neue Baumbestände heran, die lichtliebende Moorvegetation drohte zu verschwinden.

Im Interreg-Projekt „Nachhaltiges Moormanagement“ konnte der Naturschutzbund gemeinsam mit der Marktgemeinde Götzis sowie der Agrargemeinschaft Götzis die notwendigen Maßnahmen planen. Bei der Umsetzung war Teamarbeit gefragt.

Pflegeeinsatz im Götzner Moos © Georg Amann

Passionierte Holzerinnen und Holzer der Agrargemeinschaft Götzis fällten Anfang 2013 einen Großteil der standortfremden Gehölze im Hochmoor und entlang der Gräben. Als die meterdicke Schneedecke nach dem sehr langen Winter weitgehend abgetaut war, trat der Pflegetrupp des Naturschutzbundes in Aktion. Dieser entfernte kleine Fichten und Sträucher sowie verbliebene Reste der großen Holzarbeiten. Für den Einbau der Stauwehre in die Entwässerungsgräben engagierte der Naturschutzbund eine Firma aus dem Bregenzerwald, die nicht nur ihren bodenschonenden Moorbagger mitbrachte, sondern auch langjährige Erfahrung in der Hochmoorrenaturierung.

Im November 2013 konnten 19 Stauwehre eingebaut werden. Davon enthalten 15 Stauwehre Spundwände aus Weißtannen-Brettern, die die Agrargemeinschaft Götzis dankenswerterweise spendierte. Diese erste Hochmoorrenaturierung Vorarlbergs ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des Götzner Mooses als wertvollem Lebensraum und Naturjuwel.

Quelle: Bianca Burtscher

Einbau der Spundwände im Götzner Moos © Bianca Burtscher

Turbastall – Neues Kleingewässer für alten Torfstich

Man hätte ihn fast vergessen, den alten Torfstich in einem Wald bei Schlins. Denn 60-jährige Fichten versperrten die Sicht auf ein verschilftes Torfstichloch und letzte kleine Wasserflächen. Kaum vorstellbar, wie das einst offene Moor früher ausgesehen haben mag. Ältere Schlinserinnen und Schlinser erinnern sich zumindest an den Torfabbau, der vor 60 Jahren zum Erliegen kam.

Ein neues Moor an alter Stelle
Was über Jahrtausende entstand, lässt sich nur schwer wiederherstellen: Anfang Jänner 2017 wurden mit einem schweren Holzerntegerät die Fichten mit der Seilwinde samt Wurzeln aus dem Boden gezogen. Bei der Durchforstung des Moorwaldes wurden aber die seltenen Schwarzerlen geschont. Dass es so gut geklappt hat, ist der Agrargemeinschaft Schlins zu verdanken.

Turbastall mit Blick nach Westen © Georg Amann

Nun ging es an die Modellierung des Geländes, insbesondere die Schaffung von Tümpeln und das Ausheben eines Moorweihers. Die Baggerarbeiten verursachten immer wieder Nervenkitzel. Was, wenn der Bagger im Morast steckenbleibt oder im Weiher versinkt? Höhepunkt war das Ausheben des Weihers, bei dem sich der Bagger im entstehenden Weiher auf Holzmatratzen wie auf einem Floß bewegen musste.

Mit der Errichtung eines Dammes wurde der Wasserspiegel für den Weiher, die Tümpel und Flachwasserzonen um etwa 30 cm gehoben. Zum Abschluss wurde das Gelände naturnah ausgeformt. Im März erwachte der Turbastall rasch zu neuem Leben. Hunderte Kröten, Frösche und Molche tummelten sich in den neuen Tümpeln, um hier zu laichen. Während Frösche und Kröten in ihre Sommerquartiere abwanderten, konnte man die Bergmolche noch im Sommer in den Tümpeln und Wasserlöchern beobachten.

Turbastall - neuer Weiher im alten Torfstich © Georg Amann

Ab Mai fallen große Schwärme von Kaulquappen auf, die durch natürliche Feinde dezimiert wurden. Junge Ringelnattern konnte man bei der Jagd auf Kaulquappen ebenso beobachten wie Gelbrandkäfer und ihre gefräßigen Larven. Ab Juni zogen Massen von winzigen Kröten an Land, von denen einige zurückkehren werden.

Zur großen Freude ließ sich die bei uns fast ausgestorbene Gelbbauchunke im Turbastall nieder. Immer wieder hörte man ihre melancholischen Unkenrufe.

An sonnigen Tagen von Mai bis Oktober waren die in vielen Farben schillernden Libellen im Flug zu beobachten. 30 Arten konnten schon 2017 nachgewiesen werden. Ein Höhepunkt war die Entdeckung der Großen Moosjungfer, einer Libelle, die in Vorarlberg noch nie zuvor beobachtet wurde.

Quelle: Gemeindeinfo 2017: Jahresrückblick Gemeinde Schlins

Gemeine Winterlibelle © Georg Amann

Zum Schutz der Niedermoore braucht es eine schonende Bewirtschaftung. Hochmoore dagegen brauchen vor allem Ruhe.

© Karin Moser / Walgau Wiesen Wunderwelt

Vom Bodensee bis zur Silvretta sind die zahlreichen Moore Lebensräume für verschiedenste Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Die Bewirtschaftung der Moore ist aufgrund des hohen Wasserstandes aber recht mühsam. Dennoch ist sie wichtig – vor allem die Mahd der Streuewiesen im Herbst,
die Einstreu für das Vieh liefert. Da braucht es viel Fingerspitzengefühl vonseiten der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter, denn es gilt für einen Wasserhaushalt zu sorgen, der einerseits Bewirtschaftung ermöglicht, andererseits aber auch den Ansprüchen der Moorpflanzen und -tiere entspricht.

Etwas anders ist die Situation bei den Hochmooren, die sich über Jahrhunderte oder Jahrtausende entwickelt haben: Hier wachsen Torfmoos, Wollgras und Sonnentau ganz ohne unser Zutun, eine Bewirtschaftung ist nicht erforderlich. Im Gegenteil: Am besten ist, die Hochmoore in Ruhe zu lassen, zu beobachten und zu bestaunen. Denn bereits kleine Eingriffe könnten sich nachteilig auswirken. Solche nachteiligen Veränderungen beobachten wir heute in vielen Feuchtgebieten: So breiten sich Gräser aus, die eigentlich in nährstoffreichen Wiesen wachsen. Dies geht auf Kosten der seltenen Moorpflanzen und ist meist die Folge von Düngung oder von Nährstoffeinträgen aus angrenzenden Wiesen
und Äckern.

Ein großes Problem ist der Rückgang anspruchsvoller Moosarten, Orchideen und Sauergräser nach Absenkung des Wasserspiegels durch tiefe Entwässerungsgräben. Oft breiten sich dadurch nicht-heimische Arten aus, sogenannte Neophyten. Um die Vielfalt unserer Moore zu bewahren, müssen wir die Bewirtschaftung dem jeweiligen Standort anpassen: Gräben flach anlegen und die moortypisch nassen Böden erhalten, zur Schonung der empfindlichen Pflanzenwelt mit leichten Maschinen pflegen und erst spät im Jahr mähen sowie das Mähgut entfernen und keinesfalls düngen. Sprich: traditionell nutzen, wie es früher üblich war.

Quelle: Markus Grabher

Mitmachen bei der Aktion Heugabel

So geht integrativer Naturschutz in den Walgaugemeinden

Das Landschaftsbild im Walgau, vor allem in den Hanggemeinden, ist geprägt von einer kleinteilig strukturierten Kulturlandschaft. Hecken oder Obstbaumwiesen gliedern die Landschaft ebenso wie artenreiche Magerwiesen. Ein großer Reichtum an Quellen und die damit mehr oder weniger verbundenen Feucht- und Moorlebensräume sind außerdem kennzeichnend für den Walgau. Nur durch die sorgsame Bewirtschaftung können diese ökologisch höchst wertvollen Flächen erhalten bleiben.

Abseits der bekannten Naturschutzgebiete werden aber auch im Walgau Lebensräume aufgrund von zunehmender Verbuschung und Verschilfung kleiner. Die Heugabel-Landwirtinnen und -Landwirte tun etwas dagegen! So nennen sich jene Bäuerinnen und Bauern, die diese ökologisch höchst wertvollen Flächen bewirtschaften. Dafür öffnen sie ihre Hoftüren und laden die Bevölkerung ein, bei der arbeitsintensiven Bewirtschaftung von Magerheu- und Streuewiesen mitzumachen. In fast allen Walgaugemeinden können nun Menschen mithelfen, die außergewöhnlichen Lebensräume für selten gewordene Pflanzen, Pilze und Tiere zu erhalten.

Im Jahr 2017 waren es über 300 Personen, die bei der Heu- und Streueernte mitgeholfen haben und so zum Erhalt der überwältigenden Vielfalt im Walgau beitrugen. Die Helferinnen und Helfer werden abschließend beim Heugabel-Fest gebührend gefeiert! Auch heuer sind die Menschen im und rund um den Walgau wieder herzlich eingeladen, mit anzupacken. Magerheu wird im Juli geerntet, und die Moore, die als Streuewiesen genutzt werden, werden im Herbst gemäht.

Interessiert? Dann schnell auf www.walgau-wunder.at/aktion-heugabel

Um den Lebensraum Moor ranken sich viele Märchen und Sagen. Insbesondere Hochmoore faszinieren uns Menschen seit vielen Jahrhunderten. Zahlreiche (Schauer-)Geschichten über unheimliche Nebellandschaften, geheimnisvolle Moorbewohnerinnen und -Bewohner und Moorleichen halten sich bis heute!

 

Fohramoos

Moore sind aber auch unterschätzte Natur­juwele mit hoher ökologischer Bedeutung als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, als Wasser- und CO2-Speicher. Und vor allem sind sie in menschlichen Zeiträumen gerechnet unwiederbringlich, da sie oft über tausende
von Jahren entstanden sind.

Die meisten der österreichischen Moore entstanden vor ca. 12.000 Jahren nach dem Ende der Würmeiszeit. Die Gletscher schmolzen ab und ließen Wannen und Hohlformen mit undurchlässigen Tonablagerungen zurück. Es bildeten sich Schmelzwasserseen wie z. B. der Rheintal- oder der Walgausee. Begünstigt durch das kalte Klima und die hohen Niederschläge konnten sie über Jahrtausende zu Mooren verlanden. Sauergräser (Seggen) und Torfmoose spielten dabei eine große Rolle. Bei hoch anstehendem Wasser bildet das abgestorbene Pflanzenmaterial Torf, ein organisches Sediment. Viel Wasser, Nährstoffarmut, Seggen und Torfmoose und der daraus entstehende Torf zeichnen den Lebensraum Moor aus.

Moore und Sümpfe sind keine produktiven Böden für die landwirtschaftliche Nutzung. Sie wurden von den Menschen daher für eine intensivere Produktion „urbar“ gemacht, Torf wurde abgebaut, es wurde entwässert, gedüngt oder für vielfältige andere Nutzungen wie Straßenbauten, Bau- und Gewerbegebiete drainagiert.

Den Mooren wurde und wird also im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben, gewaltige Verluste sind zu verzeichnen.

Andererseits konnten insbesondere viele Niedermoore durch eine zurückhaltende Bewirtschaftung, das heißt keine Düngung und nur eine Mahd im Herbst, erhalten werden. Die so gewonnene Streue war viele Jahre ein begehrtes Gut als saugfähige Einstreu für das Vieh.

Vorarlberg ist daher aufgrund seiner vielen verlandeten und vermoorten Schmelzwasserseen und der hohen Niederschläge ein Land der Moore und ist es trotz starker Rückgänge bis heute geblieben. Gut ein Viertel der Moore Österreichs liegt im kleinen, westlichen Bundesland.

Um den Lebensraum Moor ranken sich viele Märchen und Sagen. Insbesondere Hochmoore faszinieren uns Menschen seit vielen Jahrhunderten. Zahlreiche (Schauer-)Geschichten über unheimliche Nebellandschaften, geheimnisvolle Moorbewohnerinnen und -bewohner und Moorleichen halten sich bis heute!

Moore sind aber auch unterschätzte Naturjuwele mit hoher ökologischer Bedeutung als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, als Wasser- und CO2-Speicher. Und vor allem sind sie in menschlichen Zeiträumen gerechnet unwiederbringlich, da sie oft über tausende von Jahren entstanden sind.

Wia kut as zu nam Moor?
Wo Torfmoos kut in Menge vor,
a Mulda, wo sichs Wasser staut
und niamand, der’s dabei versaut

(Prof. Dr. Georg Grabherr)

Moor in Krumbach – Ruth Steurer

Das neue Magazin jetzt herunterladen:

Naturvielfalt Magazin 2018 - Unsere Moore

Die meisten der österreichischen Moore entstanden vor ca. 12.000 Jahren nach dem Ende der Würmeiszeit. Die Gletscher schmolzen ab und ließen Wannen und Hohlformen mit undurchlässigen Tonablagerungen zurück. Es bildeten sich Schmelzwasserseen wie z. B. der Rheintaloder der Walgausee. Begünstigt durch das kalte Klima und die hohen Niederschläge konnten sie über Jahrtausende zu Mooren verlanden. Sauergräser (Seggen) und Torfmoose spielten dabei eine große Rolle. Bei hoch anstehendem Wasser bildet das abgestorbene Pflanzenmaterial Torf, ein organisches Sediment. Viel Wasser, Nährstoffarmut, Seggen und Torfmoose und der daraus entstehende Torf zeichnen den Lebensraum Moor aus.

Moore und Sümpfe sind keine produktiven Böden für die landwirtschaftliche Nutzung. Sie wurden von den Menschen daher für eine intensivere Produktion „urbar“ gemacht, Torf wurde abgebaut, es wurde entwässert, gedüngt oder für vielfältige andere Nutzungen wie Straßenbauten, Bau- und Gewerbegebiete drainagiert. Den Mooren wurde und wird also im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben, gewaltige Verluste sind zu verzeichnen.

Andererseits konnten insbesondere viele Niedermoore durch eine zurückhaltende Bewirtschaftung, das heißt keine Düngung und nur eine Mahd im Herbst, erhalten werden. Die so gewonnene Streue war viele Jahre ein begehrtes Gut als saugfähige Einstreu für das Vieh. Vorarlberg ist daher aufgrund seiner vielen verlandeten und vermoorten Schmelzwasserseen und der hohen Niederschläge ein Land der Moore und ist es trotz starker Rückgänge bis heute geblieben. Gut ein Viertel der Moore Österreichs liegt im kleinen, westlichen Bundesland.

Wespen und Hornissen können in manchen Situationen zu Plagegeistern werden. In diesem Ratgeber werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich davor schützen kann.

Wespe G.Friebe

Vergangenen Donnerstag ging es mit dem ersten Modul zur Vorarlberger Naturführer Ausbildung los. Am ersten Kurswochenende ging es für die TeilnehmerInnen ins älteste Schutzgebiet Vorarlberg – das Europaschutzgebiet Rheindelta am Bodensee. Zum Start gab es gleich ein naturkundliches Feuerwerk mit Amphibienfachmann Walter Niederer, Geschäftsführer und Regionsmanager des Rheindeltas. Mit seinem unerschöpflichen Fachwissen begeisterte Walter die NaturführerInnen für die Welt der Frösche, Molche und Unken im Rheindelta.

Am Nachmittag führte uns Markus Mayer, Fachmann der Wasserwirtschaft, am Rheindamm entlang und vermittelte uns die Bedeutung des Rheins, dem Projekt Rhesi und der Wasserwirtschaft in Vorarlberg.

Die weiteren Tage boten ein Natur Highlight nach dem anderen. Mit Johanna Kronberger durchstreiften wir das Auer Ried und konnten die seltenen Kiebitze bei ihren spektakulären Flügen und der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Ein Pirol begeisterte uns mit seinem Gesang und die Störche und Graureiher zogen elegant über uns hinweg. Ein großer Dank hier auch an das Hotel am See in Hard und Swarovski Optik, die uns für das Naturführer Modul im Rheindelta ein Swarovski Optik BTX Teleskop sowie Ferngläser zur Verwendung frei zur Verfügung stellten. Ein toller Service der die Naturbeobachtung noch spektakulärer macht.

Monika Wohlmuth von Tageins – Büro für Wandel gab uns einen Einstieg in das Thema Kommunikation und Konfliktlösungen bei der Arbeit im Naturschutz und mit Gruppen. Die Grundlagen der Hirnfunktionen und die Aufgaben der Amygdala faszinierte die TeilnehmerInnen und sorgte in den nächsten Tagen noch für viel Gesprächsstoff.

Mit Gerold Ender von der Stadt Bregenz begaben wir uns auf die Suche nach dem seltenen Bodenseevergissmeinnicht. Diese Vergissmeinnichtart kommt weltweit NUR am Bodensee als heimische Art vor. Mit etwas Glück konnten wir diese für die Vorarlberger Natur einzigartige Besonderheit entdecken und bestaunen. Es ist immer wieder faszinierend was die Natur in unserem Land alles zu bieten hat. Gerold führte uns noch durch die Auwälder an der Bregenzerach Mündung und zeigte die Bedeutung dieser wichtigen und immer seltener werdenden Lebensräume für die Artenvielfalt auf.

Mit der Naturschutz Legende Alwin Schönenberger ging es am Samstag Nachmittag nochmals durchs Rheindelta und Alwin bot uns Einblick in sein unglaubliches Wissen und seine jahrzehntelange Erfahrung in der Naturschutzarbeit in Vorarlberg. So ganz nebenbei konnten wir noch einige vogelkundliche Highlights wie ein Weißbart-Seeschwalbe, Rotkehlpieper, Flussuferläufer und Flussregenpfeifer beobachten.

Am Sonntag Vormittag ging es zum Abschluss des Moduls mit Biberfachfrau Agnes Steininger ins Rheinholz in Gaißau. Neben dem Thema Biber vermittelte uns Agnes auch noch einen Einblick in die Auwälder im Rheinholz und gab uns wertvolle naturpädagogische Tipps und Tricks aus ihrer langen Erfahrung bei der Arbeit mit Kindergruppen in der Natur.

Gefüllt mit vier Tagen Natur pur, viel Sonne, guter Stimmung , dem vielen neuem Wissen und den unzähligen Geschichten der tollen ReferentInnen ging es für die TeilnehmerInnen nach Hause. Nun ist Zeit, das neu erlernte Wissen setzen zu lassen und in zwei Wochen geht es mit dem nächsten Naturführer Modul weiter, wenn wir im Naturpark Nagelfluhkette zu Gast sind. Wir freuen uns schon auf viele spannende Tage.

Naturführer_Rheindelta

Naturführer_Rheindelta

Naturführer_Rheindelta

Naturführer_Rheindelta

Naturführer_Rheindelta

Naturführer_Rheindelta

Naturführer_Rheindelta

Gemeinsam mit den Partnern aus dem Netzwerk Naturvielfalt Vorarlberg – Naturschutzgebiet Rheindelta, Naturpark Nagelfluhkette, Biosphärenpark Großes Walsertal, Europaschutzgebiet Verwall und Klostertäler Bergwälder, sowie dem LFI Vorarlberg werden in den 4 Modulen Themen wie Blütenpflanzen, Insektenkunde, Geologie, Wald & Waldnutzung, Vogelkunde, Wildtiere und viele weitere Themen vermittelt.

Bildunterschrift

Allgemein werden in jedem Modul die für den Lebensraum typischen ökologischen Aspekte, eine breite Artenkenntnis aber auch Didaktik, Pädagogik und Kommunikation vermittelt. Die TeilnehmerInnen müssen außer Energie, Neugierde und Forschergeist keine Vorkenntnisse mitbringen.

Begrenzte Teilnehmerzahl: 20
Kurskosten: 1.500,- zzgl. Übernachtungskosten

Informationen und Anmeldung > Link https://www.inatura.at/veranstaltungen-und-sonderausstellungen/veranstaltungen/naturfuehrer-ausbildung-vorarlberg/
Karin Silla Tel.: 0676 / 83306 4770
e-mail: karin.silla@inatura.at

Was sind NaturführerInnen?
Voralberger Naturführer sind naturinteressierte Menschen, welche sich ein breites Wissen an der Natur die uns umgibt aneignen und neben diesem Wissen auch die Fähigkeit erlernen, wie dieses Naturwissen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene vermittelt werden kann. Vorarlberger Naturführer sind leidenschaftliche Vermittler und Netzwerker in den Regionen. Sie treten als Multiplikatoren für die vielfältige Natur- und Kulturlandschaft Vorarlbergs auf und stehen Schulen, Institutionen, Schutzgebieten, dem Tourismus, den Gemeinden und vielen mehr für qualitativ hochwertige Naturführungen zur Verfügung. Ihre Haltung spiegelt die Überzeugung „Naturvielfalt ist Basis für ein gutes Leben” in seiner ganzen Breite wieder.

Was können NaturfüherInnen?
Wissen über die Natur ist ein unerschöpflich großes Fachgebiet. Lebenslanges Lernen liegt im Selbstverständnis von NaturführerInnen. Die erste Basis eines umfassenden Grundwissens wird mit der Naturführer-Ausbildung Vorarlberg gelegt. Der Kurs setzt sich aus 20 Kurstagen an 4 Theorietagen, 4 Wochenendmodulen (Wald, Wasser, Wiese, Hochlagen) in 4 verschiedenen Regionen in Vorarlberg zusammen. Allgemein werden in jedem Modul die für den Lebensraum typischen ökologischen Aspekte, eine breite Artenkenntnis aber auch aktuelle naturschutzrelevante Themen behandelt.

Didaktisches Wissen/Vermittlung
Neben dem fachlichen Wissen bilden die didaktischen Methoden und Kommunikation einen Hauptschwerpunkt der Ausbildung. Vorarlberger NaturführerInnen sind NaturvermittlerInnen und können ihr Wissen mit verschiedensten Methoden spannend, faszinierend und interessant an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weitergeben. Fortbildungen Es liegt in der Eigenverantwortung der NaturführerInnen sich laufend fortzubilden. Unterstützend bietet die inatura mit verschiedensten Partnern des Landes Vorarlberg ein umfassendes Programm mit Fortbildungsmöglichkeiten an.

Wer kann NaturführerIn werden? Welche Voraussetzungen muss man haben um NaturführerIn werden zu können?
Alle naturinteressierten Menschen sind herzlich eingeladen die Ausbildung zum Vorarlberg Naturführer zu absolvieren. Während der Ausbildung werden Exkursionswanderungen mit bis ca. 600 Höhenmeter und 4-6 Std. Gehzeit unternommen. Eine gewisse Grundausdauer und Trittsicherheit sind dafür nötig. Mit Abschluss der Ausbildung besteht keine Verpflichtung Führungen durchzuführen.

Tätigkeitsfelder als NaturführerIn?
Die Wanderführer Ausbildung ist keine Voraussetzung zur Ausbildung als NaturführerIn. Die Naturführer Ausbildung ersetzt jedoch auch
keine Wanderführer Ausbildung! Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass die aktuelle rechtliche Situation Bergwanderführungen nur Personen erlaubt, welche die Ausbildung zum Bergführer oder Wanderführer absolviert haben. Ausnahmen bilden Wanderführungen auf „leicht begehbaren Spazier- und Wanderwegen”. Jede Führungsperson muss jedoch eine berufliche Haftpflichtversicherung vorweisen können (siehe Vorarlberger Bergführer Gesetz). Daher empfehlen wir allen Personen, die Führungen mit Gruppen auf Wanderwegen anbieten, zusätzlich die Ausbildung zum Vorarlberger Wanderführer. NaturführerInnen welche ein selbstständiges Programm anbieten, werden angehalten, sich bzgl. der aktuellen rechtlichen Situation laufend zu informieren. Ein/e zertifizierte/r NaturfüherIn kann daher unter Erfüllung der rechtlichen Voraussetzungen selbstständig Naturführungen anbieten und steht damit Schulen, Museen, Institutionen, Vereinen usw. für Führungen und Naturerlebnistage zur Verfügung. Die Programmleitung der Naturführer Ausbildung arbeitet aktuell am Aufbau einer Plattform für Angebot und Nachfrage zu Naturführungen in Vorarlberg aufzubauen.

Kann ich auch nur einzelne Module besuchen?
Nein, die Ausbildung „Naturführer Vorarlberg” kann nur als Gesamtkurs besucht werden. Bei Fortbildungsmodulen sind aber auch „Nicht- NaturführerInnen” herzlich willkommen.

Es ist angerichtet: Heimische Wiesen bieten nicht nur der Landwirtschaft heiß begehrtes Grünfutter, sondern auch vielen Hunderten Tier- und Pflanzenarten den idealen Lebens­raum. Aber aufgepasst: Wiese ist nicht gleich Wiese!

Schöneberg © umg

Fette Weiden sind dünn besiedelt
In den Tallagen sind blühende Wiesen und Weiden rar geworden. Denn bei der modernen Grünlandbewirtschaftung geht es darum, energiereiches Futter mit hohem Eiweißgehalt zu erzeugen. Der Futterwert der Gräser steht im Vordergrund. So dominiert das artenarme Grünland, das hauptsächlich Gräser vorweisen kann.

Hintergrund sind die intensive Düngung und zahlreiche Wiesenschnitte. Wurde früher pro Saison maximal dreimal gemäht und Heu gemacht, sind heute zur Herstellung von Silage fünf und mehr Schnitte die Regel. Das trifft bestäubende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. hart. Sie sind auf den Pollennektar der Blüten angewiesen. Mit der ständigen Mahd fällt diese Futterquelle aber dauerhaft aus. Eine Ausnahme bildet neben dem gelb blühenden Löwenzahn zum Beispiel der Wiesenkerbel.

Das blühende Leben entsteht dort, wo nicht gedüngt wird
Interessanterweise trägt Mutter Natur besonders dort gerne dick auf, wo es mit den Nährstoffen knapp zugeht: An nährstoffarmen Standorten haben Blühpflanzen weniger Konkurrenz durch Gräser. Sie sind ein kleines Refugium für seltene Pflanzen und Tiere. Damit dies so bleibt, ist es wichtig, landwirtschaftliche Bewirtschaftung anzupassen. Magerwiesen werden nur einmal, und zwar nach der Blüte, gemäht und nicht gedüngt. Der richtige Mähzeitpunkt ist entscheidend, damit die Blühpflanzen Samen zur Vermehrung bilden können.

Deswegen sollten noch vorhandene Blumenwiesen so bewirtschaftet werden, dass die Artenvielfalt erhalten bleibt. Denn sind die Blumen erst verschwunden, kommen sie so schnell nicht wieder.

Wiesenarten
Vorarlbergs Naturvielfalt ist groß – und fängt schon bei der Wiese an. Hier gibt es einen Überblick über die wichtigsten Wiesenarten.

© Markus Burtscher

Magerwiesen
Bis vor wenigen Jahrzehnten war dieser Lebensraumtyp eine der häufigsten Wiesengesellschaften Mitteleuropas.
Mit einem ausgewogenen Verhältnis aus Gräsern und Kräutern zählt dieses Urbild einer Wiese zu den artenreichsten Pflanzengemeinschaften.

© umg

Fettwiesen
Traditionell wurden Fettwiesen zur Heugewinnung zwei- oder dreimal im Jahr geschnitten. Intensiv genutzte Fettwiesen werden heute bis zu sechsmal pro Jahr geschnitten, das Schnittgut wird meist nicht als Heu getrocknet, sondern durch Silage konserviert. Je intensiver die Nutzung ist, desto geringer fällt die Artenvielfalt einer Fettwiese aus.

© umg

Streuobstwiesen
Streuobstwiesen sind eine traditionelle Form des Obstbaus und beheimaten eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Diese traditionelle Wirtschaftsform führt zu einem einzigartigen Biotop für unzählige Insekten, Vögel, Kleinsäuger und Wiesenkräuter. Durch moderne Landwirtschaft wird dieser Lebensraum immer seltener.

© umg

Moor- und Riedwiesen
Sie sind prägende Landschaftselemente und tragen wesentlich zur Ausprägung der Kulturlandschaft bei. Sie sind wichtige Refugien für die Tierwelt, viele seltene und gefährdete Arten haben hier ihren Lebens- und Rückzugsraum. Ist es kein intaktes Hochmoor, müssen solche Wiesen gepflegt werden, da sie sich sonst wie fast alle Landlebensräume unterhalb der Waldgrenze langsam Richtung Wald entwickeln.

© umg

Alpweiden
Sie sind ursprünglich größtenteils bewaldete Flächen an und unterhalb der Waldgrenze, die vor langer Zeit gerodet wurden. Eine gut bewirtschaftete Alpe weist eine hohe Artenvielfalt auf – andernfalls würden die Flächen zu Buschland werden. Umgekehrt würde eine Intensivierung der Alpwirtschaft mit verstärktem Maschinen- und Düngereinsatz die Naturvielfalt gefährden.

© umg

Subalpin-alpine Lebensräume
In diesen weitestgehend natürlichen bis ursprünglichen Lebensräumen ab 1.500 Höhenmetern sieht die Situation am besten aus: Der menschliche Einfluss ist gering und somit liegt die Artenvielfalt hier auf ihrem natürlichen Niveau.

Naturvielfalter-Tipp

Blumenwiese selber machen in zwei Schritten
Wer einen klassischen Rasen sein Eigen nennt, kann ihn wieder auf­blühen lassen – und damit zur
Naturvielfalt beitragen. Stufe eins: Die Düngung einstellen und nur noch wenige Male im Jahr mähen. Wichtig: Das Schnittgut immer entfernen und so den Nährstoffgehalt des Bodens senken. Für die Blütenvielfalt braucht es danach vor allem Geduld. Man muss der Natur Zeit lassen, denn die Zuwanderung typischer Wiesenpflanzen ist vom Samenflug aus der Umgebung abhängig. Gibt es keine artenreichen Wiesen in der Nähe, empfiehlt sich in Stufe zwei die „Impfung”: Den Rasen entweder mit der Pflanzung von heimischen Kräutern aufwerten oder streifenweise entfernen, um dort gezielt heimische Blütenpflanzen auszusäen. Dann heißt es: abwarten, den wundersamen Wandel im Garten genießen und quasi live die Rückkehr der Natur erleben! Mit der neuen Blütenpracht wird auch wieder ein fleißiges Summen und entspannendes Brummen die Luft erfüllen.

Ganze 39 Europaschutzgebiete hat allein das Ländle vorzuweisen. Diese Schutzzonen erhalten den wild lebenden Pflanzen- und Tierarten wichtige Lebensräume.

Die Regionsmanager beim fröhlichen Zusammensein

Durch die mittlerweile große Anzahl an Europaschutzgebieten wurde nun ein Regionsmanagement initiiert. Das Fünferteam deckt ein breites fachliches Spektrum ab und ist in fünf definierten Regionen (Bodensee, Bregenzerwald – Kleinwalsertal, Rheintal, Walgau – Großes Walsertal – Arlberg und Verwall – Klostertaler Bergwälder) tätig. Neben der Organisation und Durchführung von Naturschutzprojekten, Informationsveranstaltungen und Forschungsarbeiten gehört die Überwachung der Gebiete zu ihren Aufgaben. Gefragt sind aber auch Mittlerfähigkeiten, denn der Naturschutz hat bekanntlich viele Akteurinnen und Akteure. Es gilt, zwischen den verschiedenen Interessengruppen wie Gemeinden, Landwirtschaft, Tourismuswirtschaft, Bevölkerung und nicht zuletzt der Natur zu vermitteln.

Im Interview mit dem Naturvielfalt Magazin geben die fünf Für­sprecher und Fürsprecherinnen der Natur Einblicke in ihre besondere Tätigkeit.

Warum braucht der Naturschutz jetzt auch Managerinnen und Manager?
Martin Bösch: Naturschutz funktioniert nicht mehr unter der Käseglocke, wo alles verboten wird, im Gegenteil: Durch verträgliche Nutzung soll ein Mehrwert für Natur und Menschen geschaffen werden, der für beide Seiten ein Gewinn ist. Um dieses Potenzial richtig auszuschöpfen, sind wir da.

Was ist das ganz Besondere an Ihrer Region? Worin unterscheidet sich Ihre Region von den anderen Vorarlberger Europaschutzgebiete-Managementregionen?
Martin Bösch: Die Region Bregenzerwald – Kleinwalsertal deckt alle Höhenstufen ab – von der Bregenzerachmündung am Bodensee bis hinauf in alpine Gebiete.

Petra Häfele: Die Region Rheintal beherbergt weiträumige Moorlandschaften mit nachhaltig bewirtschafteten Feuchtwiesen, die bedeutende und wertvolle Refugien für selten gewordene Wiesenbrüter sind.

Romana Steinparzer: Walgau, Großes Walsertal und Arlberg weisen eine reich strukturierte und vielfältige Kulturlandschaft auf, die durch jahrhundertelange traditionelle Bewirtschaftung entstanden ist.

Walter Niederer: Der Bodensee ist für alle Vorarlberger identitäts­stiftend. Am See öffnet sich das eigentlich so bergige Land zur Ebene hin und gewährt einen freien Blick wie sonst nur am Meer.

Christian Kuehs: Allein die Unterschiede der Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal sind ja schon sehr bemerkenswert. Was alle Gebiete jedoch eint, ist die abwechslungsreiche Hang- bzw. Gebirgslage.

Welches ganz besondere Tier oder welche besondere Pflanze würden Sie uns vorstellen, wenn es nur Zeit für eines/eine gäbe?
Petra Häfele: Die zwei Schmetterlingsarten des Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings sind in ihrer Entwicklung auf das Vorkommen ganz bestimmter Arten angewiesen: Nur in den Blütenständen des Großen Wiesenknopfs und im Bau von speziellen Ameisenarten kann sich aus der Raupe ein Schmetterling entwickeln.

Was hat Sie eigentlich motiviert, Regionsmanagerin zu werden?
Romana Steinparzer: Ich möchte mit meiner Arbeit einen Interessenausgleich und Synergien zwischen Landwirtschaft und Naturschutz schaffen. Hierfür praktikable Lösungen zu entwickeln und zum Erfolg zu führen, motiviert mich besonders!

Wo waren Sie gestern Nachmittag und was haben Sie da für den Naturschutz gemacht?
Walter Niederer: Ich war im Höchster Ried und habe die Gräben in den Streuewiesen aufgestaut. Dadurch erhöht sich der Grundwasserstand und die Sibirische Schwertlilie und andere seltene Riedgräser können hier wachsen.

Wenn Sie eine Bitte an alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger aussprechen dürften, worum würden Sie bitten?
Christian Kuehs: Eine intakte Natur nutzt uns allen! Wir neigen oft dazu, die Verantwortung auf andere abzuschieben, dabei kommt es doch auf jeden von uns an. Klar, dafür muss vielleicht manchmal auf etwas verzichtet werden. Aber hey, das ist es uns doch wert, oder?

Neophyten sind Pflanzen, die durch Menschen absichtlich oder unabsichtlich in andere Regionen gelangen und sich in der freien Natur ausbreiten. Manche verursachen Probleme, weil sie die ursprüngliche Pflanzenwelt verdrängen, gesundheitliche Probleme oder wirtschaftliche Schäden in Land- und Forstwirtschaft verursachen. Für einige dieser „Problemneophyten” sind Straßenränder, Straßenböschungen oder Bahndämme ideale Lebensräume. Die meisten sind Pionierarten, die sich gerne auf offenen Bodenstellen oder künstlichen Standorten ansiedeln.

BU: Beifußblättrige Ambrosia

Riesenbärenklau
Der Riesenbärenklau stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er war bereits im 19. Jahrhundert als dekorative Gartenpflanze beliebt und wurde bis vor kurzem auch bei uns als Bienenpflanze angesät. Vielfach beschränken sich die Vorkommen auf wenige Exemplare. An einigen Standorten hat sich die Art aber bereits großflächig ausgebreitet, darunter auch in geschützten Streuwiesen.

Späte und Kanadische Goldrute
Späte und Kanadische Goldrute stammen aus Nordamerika und wurden als Zierpflanzen nach Europa gebracht. Seit Mitte des 20. Jh. breiten sich beide Arten in Mitteleuropa rasant aus und besiedeln insbesondere nicht oder nur extensiv genutzte Standorte in tieferen Lagen. Ökologisch problematisch ist vor allem die Ausbreitung in Streuwiesen, Goldruten verdrängen die ursprüngliche Flora dieser wertvollen Lebensräume.

Japan- und Sachalinknöterich
Japan- und Sachalinknöterich stammen aus Ostasien und gelangten als Zierpflanzen nach Europa. Sie bilden dichte Bestände, in denen sich kaum andere Arten halten können. Da die Pflanzen nur wenig Feinwurzeln bilden, besteht bei Reinbeständen an Böschungen und Gewässerufern Erosionsgefahr.

Drüsiges Springkraut
Wie viele andere Neophyten gelangte auch das aus dem Himalaja stammende Drüsige Springkraut als Gartenpflanze nach Europa. Typische Wuchsstandorte sind Uferböschungen, Auwälder, Weg- und Straßenränder, Deponien, Waldränder und -lichtungen. Viele Vorkommen gehen auf Materialablagerungen zurück, in denen Samen des Drüsigen Springkrauts enthalten waren. Auch die gezielte Ansaat als Bienentrachtpflanze hat zur Ausbreitung beigetragen.

Beifußblättrige Ambrosie
Die Beifußblättrige Ambrosie, auch Aufrechte Ambrosie, Beifuß-Traubenkraut oder Ragweed genannt, stammt aus Nordamerika. Bis in die 1990er Jahre war die Art in Vorarlberg sehr selten, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch ausgebreitet. Die Beifußblättrige Ambrosie ist eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, da sie heftige Allergien auslösen kann – vor allem durch die Pollen, aber auch durch Hautkontakt mit dem Blütenstand.

Kreuzkräuter / Greiskräuter
In Vorarlberg kommen derzeit 14 Arten von Kreuzkräutern (Greiskräuter) vor, davon sind 13 heimisch. Alle Arten enthalten giftige Pyrrolizidin-Alkaloide. Einige wurden zu Problemarten – vor allem für Weidetiere: In frischem Zustand werden Kreuzkräuter wegen der Bitterstoffe meist verschmäht, im Heu und in der Silage gehen die Bitterstoffe dagegen verloren, die Giftigkeit bleibt jedoch erhalten.

Die Vorratskammern sind gefüllt, Häuser werden beheizt, Wintermäntel und Liebestöter wurden aus dem Kasten geholt – es ist Winter. Auch die heimischen Tiere sind auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Nur gute Strategen können diese harte Zeit der Selektion überleben.

Steinbock im Winter © Burgstaller

Neben der Kälte ist es die Nahrungsknappheit, auf die sich die Tiere im Winter einstellen müssen. Murmeltiere, Igel, Siebenschläfer und andere Säugetiere halten einen Winterschlaf. Eine dicke Fettschicht bietet ihnen Schutz gegen die Kälte und liefert Energie. Auch das Winterquartier selbst muss gut isoliert sein. Nur gesunde und kräftige Tiere können den Winter sicher überdauern. Den Stoffwechsel auf ein Minimum zu reduzieren, birgt große Gefahren in sich. Unvorhergesehene Störungen können sich fatal auswirken, auch der Schutz vor Infektionen ist reduziert.

Wer wach bleibt, muss über sichere Nahrungsquellen im Winter verfügen, oder sich Vorräte anlegen. Pflanzenfresser wie Hirsche und Rehe müssen sich im Winter mit Knospen und Zweigen von Bäumen begnügen, saftige Kräuter gibt es nicht. Einen Winterspeck als Energiereserve und ein dickes Fell als Kälteschutz haben auch diese Tiere angelegt. Auch sie reduzieren den Stoffwechsel in der kalten Jahreszeit und sind dann besonders empfindlich gegen Störungen. Diese abgeschwächte Form einer Winterruhe wurde unlängst auch für Wildpferde nachgewiesen.

Vorratshaltung hingegen ist typisch für Eichhörnchen. Sie verstecken bereits ab dem Spät-sommer Nüsse und andere Winternahrung in Baumhöhlen und Erdlöchern. Schermäuse grasen im Winter die Bodenoberfläche nach Pflanzen-teilen und Wurzeln ab. Eine Schneedecke schützt sie dabei effizient vor Fressfeinden.

Raubtiere wie Füchse, Wölfe oder Luchse sind auch im Winter auf Beutefang angewiesen. Sie müssen in der kalten Jahreszeit oft große Gebiete nach Beutetieren absuchen, dies zehrt zusätzlich an den nur spärlich vorhandenen Energiereserven. Ähnlich ergeht es den heimischen Greifvögeln. Eine längerfristig geschlossene Schneedecke kann ihren Beständen stark zusetzen.

Zugvögel haben es da nur augenscheinlich leichter. Sie fliegen in den Süden, um sich dort winterliche Nahrungsquellen zu erschließen. Doch der lange Flug ist beschwerlich und riskant. Erschöpft am Zielort angekommen, muss die Nahrung mit vielen anderen hungrigen Mäulern geteilt werden und es lauern neue Gefahren. Die bei uns überwinternden Standvögel sind auf naturnahe Geländestrukturen angewiesen. Auf Sträuchern, Hecken oder abgestorbenen Blühsprossen von Kräutern finden sie Nahrung in Form von Beeren, Samen oder überwinternden Insekten. Doch die Kälte setzt auch ihnen zu. In einer einzigen Nacht mit strengem Frost verlieren sie mehrere Prozent ihres Körpergewichts für die Wärmeregulation. Dieses Energiedefizit muss am nächsten Tag erst einmal aufgeholt werden.

Insekten und Spinnen überwintern oft als Eier oder Larven. Derbschalige Eier sind gut vor Kälte und Austrocknung geschützt. Larven graben sich oft tief in ihr Substrat ein, ein Baumstamm beispielsweise bietet Nahrung und Schutz vor Kälte.

Überwintern die Tiere hingegen als Imagines, also als „erwachsene“ Insekten, so fallen sie mit sinkender Temperatur in eine Kältestarre. Chemi-sche und physikalische Anpassungen verhindern bei Wespen, Fliegen und anderen Insekten ähnlich wie bei Pflanzen das Gefrieren ihrer Zellen. Dennoch wirken die Tiere wie tot, nur eine steigende Temperatur kann sie wieder auf-wecken. Eine Schneedecke schützt die starren Insekten vor dem Austrocknen. Denn die Gefahr des Vertrocknens im Winter ist für sie weit größer als jene des Erfrierens. Umgekehrt führen zu viel Feuchte und Plusgrade im Winter zu Infektionen und Pilzbefall bei den Insekten.

Amphibien und Reptilien suchen frostsichere Winterquartiere auf, sie überdauern den Winter ebenso in einem Zustand der Kältestarre. Auch sie sind als wechselwarme Tiere direkt von der Sonneneinstrahlung als Energiequelle abhängig.

Viele Fische reduzieren ihre Nahrungsaufnahme im Winter oder stellen sie gänzlich ein. In ihrer Winterruhe verharren Schleien und andere Fische die meiste Zeit regungslos am Gewässergrund und zehren an ihren Energiereserven. Immun-system und Fluchtverhalten sind in dieser Zeit stark abgeschwächt. In diesem Zustand sind sie eine leichte Beute für Beutegreifer.

Wir Menschen sind dazu angehalten, Tiere in der Kältestarre, Winterruhe oder gar im Winterschlaf nicht zu stören. Aber auch winteraktive Tiere müssen vor Eingriffen geschützt werden. Das Land Vorarlberg hat dazu die Initiative „Respek-tiere deine Grenzen“ ins Leben gerufen. www.respektiere-deine-grenzen.at

 

Inatura Fachberatung

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Wildtiere sind in Österreich generell geschützt. Jede Entnahme aus der freien Natur ist prinzipiell untersagt. Dies gilt auch für verwaiste Jungvögel, verletzte oder kranke Kleinsäuger und Igel.

Igel ©G. Friebe

Die Winterfütterung von Gartenvögeln ist im Naturschutz ein kontrovers diskutiertes Thema. Sollen Vögel im Winter überhaupt gefüttert werden? Wann ist das Füttern sinnvoll? Was muss bei der Fütterung unbedingt beachtet werden? Nützliche Informationen zu diesen Fragen erhalten Sie hier.

Schwanzmeise_© G.Friebe

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Geht man mit offenen Augen durch die Natur, tun sich dabei manchmal auch Fragen auf. Die inatura-Fachberatung beantwortet Fragen, die sich wahrscheinlich viele von uns schon mal gestellt haben.
  • Artbestimmung: Heimischen Pflanzen, Tiere, Pilze, Exoten
  • Neue Arten von Pflanzen und Tieren: Herkunft, Auswirkungen, Maßnahmen
  • Giftpflanzen und Gifttiere: Gefahren, Giftwirkung, Maßnahmen
  • Schädlinge und Lästlinge: Herkunft, Schadbilder, Abhilfe
  • Naturschutz in Theorie und Praxis: Artenschutz, Problemtiere und -pflanzen
  • Angewandter Tierschutz: Findlinge, tiergerechter Garten, Nisthilfen
  • Pilze: Richtiges Sammeln und Verarbeiten, Verwechslungsgefahr, Pilzvergiftungen
  • Gesteine, Mineralien, Fossilien: Bestimmung, geologische Auskünfte

Erst informieren, dann handeln!
Auch gut gemeinte Rettungsaktionen von Wildtieren sind ein Eingriff in die Natur. Fragen Sie die Fachberater immer, bevor Sie handeln! Nützliche und interessante Informationen, sowie Merkblätter zu verschiedensten Themen finden Sie bereits auf unserer Homepage.

Dokumentieren hilft!
Je genauer die Beschreibung von Findling und Fundsituation, desto zielgerichteter können wir helfen. Dokumentieren Sie alles mit digitalen Fotos. Keine Tiere mitbringen! Das Kassapersonal der inatura darf keine lebenden Tiere entgegennehmen! Ausnahmen bilden Insekten, Pflanzenteile oder Gesteine, die Sie zur Bestimmung hinterlassen können.

Persönliche Pilzberatung!
Pilzberatungen werden ausschließlich im persönlichen Gespräch und nach Terminvereinbarung durchgeführt! Anhand von Fotos oder am Telefon werden keine Pilze bestimmt. Beratungspilze sind keine Speisepilze, bitte immer getrennt aufbewahren! Die Pilzberater haben das Recht, alle vorgezeigten Pilze einzubehalten

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Oft gut gemeint, aber dennoch falsch ist das Füttern von Wasservögeln. Das Füttern birgt große Gefahren für die Vögel selbst, für die Umwelt und auch für den Menschen.

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Die Biber sind zurück in Vorarlberg, seit 2006 siedeln sie sich wieder bei uns an. Die Biologin Mag. Agnes Steininger beobachtet als Biberbeauftragte des Landes die Bestandsentwicklung der tierischen Flussbauer und vermittelt zwischen den Interessen der Menschen und der Biber.
Biber © UMG

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Das Sammeln von Speisepilzen begeistert immer mehr Menschen. Damit dieses Vergnügen ungetrübt bleibt, sind einige wichtige Hinweise zu beachten. Auch die inatura-Pilzberatung ist an gewisse Voraussetzungen gebunden.

Doppelring-Möhrling ©G.Friebe

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